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Ballon - Geschichte als Thriller

Ballon»Ballon«
Geschichte als Thriller

Die Familien Strelzyk und Wetzel haben 1979 mit einem selbstgefertigten Heißluftballon – zu acht in einer winzigen Gondel – die Flucht aus der DDR in die Freiheit gewagt.

Basierend auf ihrer Geschichte hat Regisseur Michael Bully Herbig einen fesselnden Thriller inszeniert, der die Flucht der beiden Familien als atemlosen Wettlauf gegen die Zeit erzählt.

BallonSommer 1979 in Thüringen. Die Familien Strelzyk und Wetzel haben über zwei Jahre hinweg einen waghalsigen Plan geschmiedet: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon aus der DDR fliehen. Doch der Ballon stürzt kurz vor der westdeutschen Grenze ab. Die Stasi findet Spuren des Fluchtversuchs und nimmt sofort die Ermittlungen auf, während die beiden Familien sich gezwungen sehen, unter großem Zeitdruck einen neuen Flucht-Ballon zu bauen. Mit jedem Tag ist ihnen die Stasi dichter auf den Fersen – ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt… (1)

Persönliche Gedanken
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit als Deutschland aus zwei Teilen bestand. Aus zwei völlig verschiedenen Welten. Die eine Seite aus rein subjektiver Sicht -war die Gute. Die Seite mit den wenigen Nachteilen und den vielen Vorteilen. Schon in Schulbüchern, die ich in den 70er-Jahren vorgesetzt bekam, wurde die Reisefreiheit und die Freizügigkeit in Westdeutschland geradezu propagiert.

Die andere Seite war die etwas düstere oder zumindest die Graue und Trostlose. Es war die Seite mit den aus unserer Sicht vielen Nachteilen und eventuell wenigen Vorteilen. Wenn ich mir heute alte Fotos aus der DDR anschaue (ich war 1977 drüben), dann wirken diese Bilder mit mir darauf ein kleiner Steppke wie Dokumente aus einer anderen Wirklichkeit.

BallonGraue Häuser, grauer Himmel, leere Straßen und fast ruinenhafte Häuserwände.
Deswegen ist die abenteuerliche Ballonflucht zweier Familien aus diesem Staat schon damals ein Thema in unserer Familie gewesen über das debattiert wurde. Der 1980 entstandene Disney-Film darüber, wurde selbstredend auch bei uns geschaut. In Erinnerung hat man diese seltsame Geschichte und den unfassbaren Wagemut der Familien. Man erinnert sich an die Schauspieler. In der US-Produktion "Mit dem Wind nach Westen" wirkten damals Klaus Löwitsch und Sky DuMont mit.

Und heute. Heute weiß man etwas mehr über diese Geschichte und der zwei Familien, die danach zerstritten waren. Doch das ist ein anderes Thema. Ich widme mich nun der filmischen Aufarbeitung dieses Ereignisses, dass 2018 noch einmal in die Kinos kam. Nicht gemacht von Amerikanern, sondern von Deutschen.

Der Film von Michael Bully Herbig
Der Film von 2018 muss mit weniger Stars auskommen - und doch ist jeder Schauspieler gut gewählt und leistet hervorragende Arbeit. Dieser Film weicht aber zugunsten der Dramaturgie in einigen Punkten von den tatsächlichen Gegebenheiten ab oder stellt sie verkürzt dar. Insgesamt hat es damals ja drei Ballons gegeben. Der erste war jedoch ein reiner Versuchsballon, weswegen er auch für die Handlung unerheblich ist. Interessant wird es ab dem zweiten Ballon. Der war zu klein für zwei Familien, weswegen nur die Familie Strelzyk die Flucht mit diesem wagen wollte. Die Familie Wetzel stieg aus dem Vorhaben aus. Doch die Flucht missglückte, weil sich der Ballon in den Wolken mit Wasser vollzog, zu schwer wurde und zu früh (vor der Grenze) herunterging.

BallonAber ab hier geht eben die Jagd der Stasi auf die Flüchtlinge los, was auch die Spannung im Film erhöht. Wie nahe die Stasi der Familie damals wirklich war, erfahren sie erst viel später. Ob es so nahe wie im Film war, ist zumindest nicht erklärt.

Ballon
Regie - Michael Herbig
Buch - Kit Hopkins · Thilo Röscheisen
Musik -Ralf Wengenmayr · Marvin Miller
Schnitt - Alexander Dittner
Darsteller: Friedrich Mücke (Peter Strelzyk) · Karoline Schuch (Doris Strelzyk) · Alicia von Rittberg (Petra Wetzel) · David Kross (Günter Wetzel) · Thomas Kretschmann (Oberstleutnant Seidel)
Länge: 125 Minuten
Deutschland 2018

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