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... Susan Schwartz aka Uschi Zietsch über »Olymp«, die ›zweite Halbzeit‹ und Aufruhr

Susan Schwartz aka Uschi Zietsch... Susan Schwartz aka Uschi Zietsch ...
... über »Olymp«, die ›zweite Halbzeit‹ und Aufruhr

Zum Start der aktuellen Miniserie „Olymp“ von Perry Rhodan hatten wir ein Gespräch mit der Expokratin Susan Schwartz alias Uschi Zietsch geführt. Die erste Halbzeit der Serie liegt nun schon hinter uns, am 5. April geht es mit der Nummer 7 bereits in die zweite Halbzeit. Eine gute Gelegenheit, um ein kleines Zwischen-Resümee zu ziehen. Wir freuen uns, dass sich Uschi Zietsch bei all der Arbeit an der Serie Zeit für offene und – wenn nötig – auch humorvolle Antworten genommen hat.

Susan Schwartz aka Uschi ZietschZauberspiegel: Wie waren die ersten Reaktionen auf Olymp nach dem Start?
Uschi Zietsch: Sehr positiv, das kann ich nicht anders sagen. Rezensionen, Vlogs, in der FB-Gruppe – die Feuertaufe ist erfolgreich verlaufen. Gottseidank! Ich hatte so einen Bammel.

Zauberspiegel: Du hast parallel zum Erscheinen der ersten Bände weitergearbeitet. Sind die Reaktionen auf diese Bände in die Arbeit mit eingeflossen?
Uschi Zietsch: Das war in dem Stadium gar nicht mehr möglich. Bei Erscheinen von Band 1 hatten wir bereits die Halbzeit erreicht und bis Anfang März waren die Manuskripte bis 9 bereits im Satz, die Manuskripte 10-12 lagen schon beim Lektor.

Zauberspiegel: Ändert oder justiert man im Verlauf einer Serie, in der ja schon Bände veröffentlicht sind, noch etwas an seinen Plänen, oder ist es dafür zu spät?
Uschi Zietsch: Wenn die Zeit dafür besteht, sicher. Aber bei dem langen Vorlauf ist das fast nicht möglich. Das gesamte Konzept muss bestehen und durchgehalten werden, sonst gibt es ein Durcheinander. Es gibt natürlich seitens der Autoren hier und da manchmal kleine Einsprengsel, die sich auf aktuelle Reaktionen beziehen, die aber nicht handlungstragend sind.

Zauberspiegel: Wie viel Zeit habt ihr für die einzelnen Arbeitsschritte an einem Band?
Uschi Zietsch: Die Autoren hatten 6 Wochen Schreibzeit. Die Vorarbeiten mussten schneller gehen und die Nacharbeiten auch. Die Arbeitszeit hat sich von September bis Anfang März erstreckt, wobei ich ab Januar fast durchgehend daran gearbeitet habe.

Zauberspiegel: Wie ist das Gefühl, manche Teile der Story einen anderen Menschen schreiben zu lassen? Würdest du es lieber selber machen?
Uschi Zietsch: Nein, gar nicht. Die Co-Autoren haben viele gute zusätzliche Ideen und einen anderen Blickwinkel. Das macht die Serie viel reichhaltiger und vielfältiger und besser. Und ich habe mir als Expokratin erlaubt zu schreiben „wie unsere Helden das schaffen, liegt in Eigenregie beim Autor“. Das ist gemein, und der Chefredakteur meinte auch „na, ob das gut geht …“, aber ich weiß, was die Autoren leisten können und wollte ihnen so viele Freiheiten wie möglich bieten. Wir wollten ja ein schönes, buntes, spannendes Abenteuer. Fies war es nur, wenn ich als Expokratin das auch bei meinen eigenen Exposés reingeschrieben habe …

Zauberspiegel: Wie schafft man den Spagat, Stammleser und potenzielle Leser gleichzeitig anzusprechen? Oder macht man sich dazu keine Gedanken? Und im Zusammenhang damit: Worin liegt der kreative Wunsch, eine Mini-Serie zu machen?
Uschi Zietsch: Also um mit der letzten Frage anzufangen: Ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass ich die Serie machen darf. Insofern hatte ich mir dazu keinerlei Gedanken im Vorfeld gemacht. Das kam erst, als ich begriff, dass ich das Steuerruder in die Hand bekam. Und das ist natürlich ein ganz toller Reiz, innerhalb dieses gigantischen Kosmos eine eigene kleine Geschichte in zwölf Teilen erzählen zu dürfen. Um nicht zu sagen: es ist geil!
Was den Spagat betrifft, so habe ich mich von Anfang an auf die Neuleser fokussiert, das war auch der Auftrag. Eine Serie wie Terminus könnte ich nicht steuern, das wäre mir viel zu kompliziert, ich bin da völlig anders gestrickt. Deshalb habe ich auch diesmal den Auftrag erhalten, weil die Redaktion hier eben eine andere Zielgruppe ansprechen möchte. Und dieses Konzept ist voll aufgegangen. In unserer FB-Gruppe hat ein Leser das Experiment mit seiner Frau gestartet, die völlig unbeleckt in Sachen Perry Rhodan ist. Und es hat ihr gefallen, sie konnte den Inhalt auch verstehen.

Zauberspiegel: Nun mal speziell zu Band 5: Es geht um eine Konfrontation zwischen Sichu Dorksteiger und Onara Gholad, Frauenpower ist angesagt, das verrät ja auch das gelungene Titelbild. Wie eigenständig sind solche starken Charaktere, wenn man sie aufeinanderprallen lässt?
Uschi Zietsch: Das müsstest du den Autor des Bandes, Michael Marcus Thurner fragen, denn ich habe ja nur die Szenerie vorgegeben. Aber natürlich haben wir hier zwei starke Charaktere, die zudem gar nicht so gegensätzlich sind – denn Dorksteiger hat schließlich eine umfassende militärische Ausbildung durchlaufen und war auch im Einsatz. Eigenständig im Sinne von „sie haben sich verselbstständigt und den Ablauf des Duells selbst bestimmt“ sind sie beide in jedem Fall.

Zauberspiegel: Apropos Michael Marcus Thurner: Er schreibt in seinem Blog darüber, dass er einerseits bei einer Rückblende viel Freiheit beim Erzählen hatte, bei der horizontalen Erzählung über Olymp aber relativ gebunden war. Erliegt man als Expokratin manchmal vielleicht doch der Versuchung, selber zu viele Details vorzugeben?
Uschi Zietsch: Also ich nicht, wie gesagt. Ich möchte den Autoren so viele Freiheiten wie möglich lassen und liefere die Eckpunkte. Aber klar, je weiter die Serie fortschreitet, umso mehr Dinge müssen beachtet und berücksichtigt werden, sodass selbst meine Exposés ab der zweiten Hälfte auch schon mal 12 Seiten lang waren. Manches muss man genauer vorgeben, um zu vermitteln, worauf man hinauswill, damit der Autor nicht versehentlich in die falsche Richtung galoppiert. Bei Mahé Elesas Lebensgeschichte gab es nur bestimmte Eckpunkte, den Rest konnte Michael frei fabulieren. Aber die Dinge auf Olymp liegen natürlich anders, hier ist das Szenario vorgegeben und da muss man sich an den engeren Rahmen halten. Wobei Michael mit der Gestaltung von Sin Sin völlig freie Hand hatte und das auch ausgenutzt hat.
Und wenn ein Autor eine bestimmte Idee zu meiner ursprünglichen Vorgabe hat und sie mir mitteilt und diese umsetzbar ist – freue ich mich darüber. Das verbessert nämlich das Konstrukt. Eine unerwartete Wendung konnte es allerdings nicht geben, da außer mir niemand wusste, wie die Auflösung ist. In diesem knappen Rahmen von 12 Heften geht das auch nicht anders, da ist nur ein begrenzter Platz und kaum Raum für Spielereien.

Zauberspiegel: Wenn du die Serie in zwei Sätzen beschreiben müsstest, wie würden diese Sätze lauten?
Uschi Zietsch: Immer dieser Schreibseminar-Aufgaben! Das ist die Rache, stimmt’s, weil ich euch immer damit schikaniert habe?  Nun gut, du hast ja nicht geschrieben, wie lange die Sätze sein sollen.
Olymp führt uns an den Rand eines interstellaren Konfliktes zwischen zwei Supermächten in der Milchstraße – und beide sind Menschen. Alles hängt davon ab, ob das Intrigenspiel einer mächtigen Familie gelingt.
Mehr gibt mein Grips dazu nicht her. wink

Zauberspiegel: Wie sehr muss man Diplomat sein, wenn man als Expokratin gestandenen Autoren sagt, was nicht so gut funktioniert?
Uschi Zietsch: Überhaupt kein Problem. Die Co-Autoren sind alle Profis und ich drücke mich konstruktiv aus. („Sag mal spinnst du, so einen Bockmist zu verzapfen? Hast du dein Hirn an die Garderobe gehängt? SO NICHT!“) wink
Aber so einen extremen Fall hatten wir überhaupt nicht. Manchmal habe ich sogar besorgt nachgefragt, ob denn alle zurechtkommen, weil ich nicht mit Fragen bombardiert wurde. Es gab auch kein Missverständnis und die wichtigen Themen waren immer drin im Roman.

Zauberspiegel: Am Ende von Band 5 ist Perry eine Geisel – wie sehr lebt eine Mini-Serie davon, die Leser mit Cliffhangern bei der Stange zu halten?
Uschi Zietsch: Das ist das Gesetz der Serie überhaupt: Ohne Cliffhanger keine Bindung! Die Leser sollen ja neugierig sein, wie es weitergeht, und wissen, dass die Geschichte noch lange nicht zu Ende ist.

Zauberspiegel: Du bist im Forum aktiv im Gespräch mit Lesern. Da geht es inhaltlich ganz schön zur Sache. Siehst du es als Aufgabe einer Expokratin, im Forum quasi für Anliegen der Leser zur Verfügung zu stehen?
Uschi Zietsch: Ja, durchaus. Wobei es natürlich Grenzen gibt. Normalerweise halte ich mich raus, denn die Lesermeinung soll nicht hinterfragt werden. Aber wenn es ganz klare Missverständnisse oder ungerechtfertigte Vorwürfe gibt, es also zu persönlich wird, bemühe ich mich um Klarstellung.

Zauberspiegel: Band 6 trägt den Titel „Olymp in Aufruhr“. Damit war die erste Halbzeit komplett. Welcher Gedanke kommt dir dabei spontan in den Sinn?
Uschi Zietsch: Aufruhr in mir.

Zauberspiegel: Besten Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast!

Uschi Zietsch: Sehr gern.

Andreas Wolz



Die Fragen für den Zauberspiegel stellte Andreas Wolz

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