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Heskia entsteht

Endfassung des Covers von: Die Legende von Mythras - Die Karte des ProphetenHeskia entsteht
Werkstattbericht über die Entstehung eines Hörspiel-Cover

Das Jahr 2007 neigte sich langsam seinem Ende, als mich eine E-Mail von Horst Hermann von Allwörden, dem Chef des Zauberspiegels, erreichte. Horst hat das Talent, in kurzen Worten alles nötige auf den Punkt zu bringen. «Thomas Rippert vom Hörplaneten meldet sich bei dir, wegen einem Hörspiel-Cover». So in etwa hat sich seine Mail gelesen. Voller Spannung erwartete ich somit die Mail des Ripper(s)t...!


Da die Festtage vor der Türe standen und die Schweizer Armee im Januar einen dreiwöchigen «Besuch» von mir erwartete, waren meine zeitlichen Möglichkeiten ziemlich eingeschränkt.

Endfassung des Covers von: Die Legende von Mythras - Die Karte des ProphetenThomas Rippert vom Hörplaneten, meldete sich dann schon bald bei mir und fragte mich an, ein Cover für die Hörspielserie «Die Legende von Mythrâs» zu zeichnen. Ich war von diesem Projekt auf Anhieb begeistert! Die detaillierten Infos sollten aber erst folgen. Mir erging es ähnlich wie es vom Schauspieler Samuel L. Jackson erzählt wird: Als er den Drehbuchtitel «Snakes on a plane» las, war es für ihn klar, die Rolle anzunehmen ohne mehr über den Inhalt zu wissen. «Mythrâs» wurde mein «Snakes on a plane» – ein so genannter «No Brainer». Wie sich herausstellte passte auch der Termin in meinen Kalender. Bevor ich mich aber hinter die Umsetzung des Covers machen konnte, hörte ich imaginär in meinem Hinterkopf Status Quo inbrünstig: «You're in the army now!», singen.

Etwa sechs Wochen später... Thomas lieferte mir die nötigen Infos und den Link zum Teaser von «Mythrâs». Stark! Der knapp dreiminütige Ausschnitt aus dem Hörspiel verhiess eine abenteurliche Geschichte voller Fantasie und Spannung. Nebst Thomas Rippert, der für den Hörplaneten die gestalterischen Wünsche erfüllt, war Dennis Rohling meine zweite Kontaktperson. Er sprach bei dem Hörspiel mit und ist eine der treibenden Kräfte des Hörplaneten. Ihn durfte ich mit meinen Fragen durchlöchern, was den Inhalt des ersten Covers beinhaltet. Das Cover sollte durch Heskia, eine der Hauptfiguren geziert werden. Dennis liess meiner Fantasie freien Lauf... Heskia durfte Parallen mit den grossen Kriegerinnen aus Büchern, Comics und Fernsehen aufweisen. Referenzen waren Red Sonja, Xena und ähnliche. Klar war, es sollte etwas eigenständiges sein.

Hm, das hört sich toll an, dachte ich mir und liess meinem Brainstorming freien Lauf. Schon bald begann Heskia in meinen Gedanken Form anzunehmen... Hmmm... Schöne Formen! Muss ich erwähnen, dass sie nackt war, nur ein Schwert auf sich trug und sich in Zeitlupe durch eine verträumte Landschaft kämpfte? Öhem, Spass beiseite! Heskia nahm aber tatsächlich Form an und ich hatte schon eine ziemlich genaue Vorstellung, wie sie aussehen sollte. Und natürlich auch davon, was sie tragen sollte... Die erste Skizze wollte auf Papier gebannt werden! Es sollte einerseits eine Charakterstudie werden, Heskia aber auch gleich in einer Action-Pose zeigen. Ich fertigte die erste Skizze mit Bleistift an und versuchte, die Figur bereits mit klaren Formen umzusetzen. Die weiblichen Proportionen habe ich meines Erachtens natürlich umgesetzt – plastische Chirurgie erübrigt sich ja zum Glück beim Zeichnen.

Heskia, der EntwurfDa Heskia ein CD-Cover zieren würde, war es wichtig, das Format zu beachten. Um der Figur genügend Platz zur Entfaltung zu gewähren, musste die Pose entsprechend gewählt werden. So entstand im ersten Entwurf eine kniende Heskia, die ihre Kurzschwerter zum Kampf gezückt hatte. Eine Rüstung, na ja, eher ein mittelalterlicher Bikini, sollte ihre Kleidung sein. Als ich die Bleistiftzeichnung eingescannt hatte, liess ich sie auch gleich Thomas Rippert und Dennis Rohling per E-Mail zukommen. Deren Rückmeldung war sehr positiv und sie waren begeistert. Das erfreut das Zeichnerherz! Dennis meinte aber, dass man Heskias Garderobe etwas zurückhaltender betonen sollte. Da das Hörspiel auch jüngeres Publikum ansprechen sollte, wollte man mit dieser offenherzigen Amazone den potenziellen Käufer nicht gleich «erschrecken». Dennis fragte, ob ich Heskia nicht etwas züchtiger darstellen könnte; auch ihre kriegerische Seite komme erst später zum Vorschein – eigentlich sollte sie vorerst nur als Heilerin bekannt sein.

Heskia, in der Endbearbeitung im ScreenshotDennis und ich diskutierten darüber, ob man die Pose so belassen, aber die Schwerter durch etwas ersetzen könnte, was einer Heilerin eher entspricht. Ich meinte, dass es wohl einfacher wäre, die Figur gleich neu umzusetzen, zumindest was ihre Pose betraf. Die weiblichen Formen wurden aber – alle pubertierenden Fantasy-Fans werden es danken – belassen. Heskia sollte einfach ein bisschen bedeckter auftreten und weniger Haut zeigen. So entstand eine etwas verträumtere Heskia die statt ihre Schwerter zu schwingen, Runensteine legt. Die Umsetzung überzeugte Dennis und den Rest des Teams des Hörplaneten. Nun fehlte noch die Farbe... Die bereits eingescannte Zeichnung bearbeitete ich nun im Photoshop. Mit mehreren Ebenen, für Haare, Haut, Rüstung, usw., definierte ich Heskias Aussehen.

Heskia die Heilerin war geboren!

Jwan Reber, 13. April 2008

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