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Arbeitstitel: Trivialliteratur? Ja klar! - »Schlomos« vierte Kolumne

Ren Dhark & das WeltallArbeitstitel: Trivialliteratur? Ja klar!
»Schlomos« vierte Kolumne

WARNUNG! DIESE KOLUMNE ENTHÄLT SPOILER!
Wer Unitall 28 und/oder Weg ins Weltall 55 noch nicht gelesen hat, sollte das schnell nachholen (es rentiert sich!), bevor er diese Kolumne liest.

Eigentlich wollte ich ja über Trivialliteratur schreiben, darüber schimpfen, dass manche Leute den Begriff für abwertend halten und/oder ihn derart negativ besetzt benutze.


Ich wollte erklären, weshalb ich total auf Trivialliteratur abfahre und sie für die bedeutendste Richtung der Literatur insgesamt ansehe.

Das Geheimnis von IondruAber dann hab ich (wie geplant) erst einmal Jan Gardemanns neuen Unitall Band “Das Geheimnis von Iondru” gelesen. Und jetzt versteh ich, wieso Nobby`s Kommentar im Ren Dhark Forum dazu aus nur einem Wort bestand: WOW!

Es fing eigentlich alles ganz harmlos an, eine Szene in New York, die mehr die Atmosphäre von Shaft verbreitete als die von Ren Dhark, aber “nett” zu lesen. Hm, in der alten Schlomo Skala von 0 bis 10 vielleicht eine 2, kaum mehr. Eben “nett”, mehr aber auch nicht. Bei mir im Hinterkopf liefen natürlich sofort ein paar alte Shaft Teile an – ich beschreib jetzt aber nicht, welche. Sonst wird`s wieder viiiiiel zu lang – und wie ich sie damals zusammen mit meinem Vater in der Glotze angesehen hab, wir regelmäßig synchron ausgeflippt sind vor Begeisterung, weshalb uns meine Mutter immer für leicht durchgeknallt angesehen hat und uns meine Schwester für “menschugge” erklärt hat. Ich muss sie glatt mal fragen, ob sie damals wirklich dachte, das Wort sei von “Mensch” abgeleitet? Wär ja irgendwie nachvollziehbar, odr?

Ihr werdet euch jetzt vermutlich wundern, dass ich noch keine Mampfpause eingelegt hab? Hm. Als ich mit dem Roman fertig war, hat mich mein “Extrasinn” genau deswegen tierisch angeknurrt...

Im zweiten Kapitel folgte dann – fast irgendwie unmotiviert, wie ich anfangs dachte – die Geschichte der Räba. Ich fahr ja auf die Lebensgeschichten total ab, Hajo hatte sie oft benutzt, um die Innenansicht diverser politische Systeme zu beschreiben, oder vielmehr sie von den Autoren beschreiben zu lassen, was ich immer extrem spannend fand. Das Stilmittel dazu war üblicherweise eine Tierfabel, in der aber anstelle von Tieren Aliens die Protagonisten waren. Eben um eine Fabel in den Bereich von Science Fiction zu transponieren.

Da ich beim Lesen – zumindest so lange kein Gewitter tobt und ich das Labor komplett abschalte (bis auf die Beleuchtung, die aber an einem eigenen Stromkreis hängt) – meistens Musik im Hintergrund laufen lasse, nicht im Hinterkopf, was auch ginge, sondern aus dem Internet. Dazu starte ich einfach bei YouTube “My Mix”. Irgendwie hat der Google/YouTube Algorithmus schon recht gut verstanden, welcher Sound mir gefällt. Bis auf ein paar Fehler: Ich kann “Hey, Mama” von Echo und Tito nicht ausstehen! Arrrgggh! Und trotzdem schlägt mir dieser ZENSIERT ZENSIERT ZENSIERT immer mal wieder diesen Titel vor. Hm. Echt übel. Vor allem hab ich das Lied inzwischen so oft gehört, dass ich es schon gar nicht mehr bewusst wahrnehme. Aber was soll`s. Jedenfalls lief gerade als ich den Namen “Räba” las eine alte Version von Misirlou von 1927, und das ist ein Rebetiko, im deutschsprachigem Raum auch Rembetiko geschrieben, ein traditioneller griechischer Folksong. (Keine Ahnung, wieso im Englischen das “μ” nicht transskribiert wird.) Der Name Misirlou leitet sich aus dem arabischen ab, Misir heißt Ägypten, Lou Mädchen. Also “Mädchen aus Ägypten”. Wieso erwähn ich das? Nun, vermutlich jeder von euch kennt den Sound: Es ist die Titelmelodie von Pulp Fiction. Zwar nicht in der traditionellen Version, sondern inspiriert von Dick Dale & den Del Tones von 1963, aber trotzdem...

Und irgendwie passt die Assoziation zur Honey Bunny Szene tierisch gut zur Räba Geschichte. Hab also im Hinterkopf die Pulp Fiction Version laufen lassen, während ich die Geschichte las. Kommt echt gut! Und nachträglich muss ich sagen, dass Jan`s Roman irgendwie auch eine strukturelle Verwandtschaft zu Monty on the Run hat, weshalb der damit verwandte Sound gleich doppelt gut passt. Nachträglich deshalb, weil ich es beim Lesen diesmal nicht fertig gebracht hab – beim besten Willen nicht! - ein paar Sekunden abzuzwacken, um etwas in die Tastatur zu hämmern.

Die Geschichte der Räba, überschrieben mit “Klorpos”, liest sich wie ein Märchen, erinnert stark an ein Kinderbuch – zumindest vom Stil des Textes her, nicht vom Inhalt. Der ist vom Typ “Spiegel vorhalten”, aber nicht etwa belehrend, sondern spannend. Mich hat das irgendwie an “Wir Kinder vom Jordantal” erinnert, ein Kinderbuch, das ich vor langer Zeit mal gelesen hab. Für die Kinderbuchtheorie spricht auch die Bezeichnung “Schlafium” für Uran, aus dem die Bärchen, die Räba, Atombomben bauen wollen, um alle in den ewigen Winterschlaf zu schicken. Nur einer kämpft dagegen an, und mit dem hat es etwas besonderes auf sich. Was mir aber nicht sofort klar war.

Als der Held am Ende des Kapitels (Achtung Spoiler!) von einer expengplodierenden Atombombe getötet wurde, war bei mir die Assoziation zu meinen frühkindheitlichen Alpträumen vollständig und gegenwärtig. Atombombenalpträume hatte ich zwar bis Anfang der 90er Jahre, begonnen hatten sie sie sehr früh, da Atombomben ein regelmäßiges Gesprächsthema in der Familie waren. Mein Vater hatte Anfang der 50er Jahre während seiner Zeit bei der U$ Army die ersten Transporte nach Deutschland bewacht, hatte seine “besondere Fähigkeit” - Leute ausfragen, ohne dass die besonders viel davon mitbekommen– benutzt, um möglichst viel über die Waffen und ihre Wirkung zu erfahren. Jahre später, als er meiner Mutter davon erzählte, hab ich natürlich sehr aufmerksam zugehört. Allerdings erreichten meine Alpträume erst im Oktober 1962 ihren Höhepunkt. Während der Kubakrise. Die Erwachsenen hatten eine kaum zu verbergende Panik, und ich beschloss, einen Bunker zu graben. Was ich auch gemacht hab. Und zwar hinten im Garten, mitten in der Wiese. Als sich niemand über das Loch beschwert hat, wurde mir klar, dass die Situation wirklich ernst ist...

Spätestens jetzt hatte ich keine Chanze mehr, das Buch aus der Hand zu legen. Die Steigerung der Spannung von Kapitel 1 zu 2 war deutlich, und dazu das Rätsel, wieso setzt Jan Gardemann einen Alptraum in Form eines Kinderbuchs in einen Ren Dhark Roman? Der macht das doch nicht einfach so, dafür muss es einen Grund geben. Nur welchen?

Das 3. Kapitel, es spielt wieder in New York, wurde noch spannender, nicht etwa, dass es besonders viel Handlung hatte, dafür umso mehr Atmosphäre, die mir vertraut vorkam, die ich aber nicht einordnen konnte.

Das 4. Kapitel: Immer noch in New York. Noch einmal spannender, noch kürzer, und mit einem Kliffhänger am Ende, der bei mir ein echtes “Spekulationsfeuerwerk” auslöste. Wenn ich nicht bereits total fasziniert von der Geschichte gewesen wäre, spätestens jetzt hätte ich keine Pause mehr einlegen können. Ich denk sogar, dass ich während der ganzen Zeit keine einzige Kippe geraucht hab. Kann es aber nicht sicher sagen, weil auf solche Nebensächlichkeiten hab ich nicht mehr geachtet.

Das 5. und das 6. Kapitel ist überschrieben mit “Antina”, handelt von Kühen, ist wieder eine Tierfabel, diesmal jedoch im Jugendbuchstil. Wieder ist es eine Geschichte vom Typ “Spiegel vorhalten”, nur geht es diesmal nicht um rücksichtslose Umweltzerstörung aufgrund von menschenverachtendem Machtrausch und ideologische Verblendung, sondern um die rücksichtslose und daher wieder selbstzerstörerische Ausbeutung der Mitgeschöpfe durch Massentierhaltung. Klingt irgendwie profan, wenn ich das so schreibe, wenn ich dagegen lese, was Jan geschrieben hat, ist es eine geniale Story. Ja, nicht zu vergessen: Ideologische Verblendung spielt auch hier eine große Rolle. Ich hatte beim Lesen von Kapitel 2 und 5/6 teilweise vermutet, Jan könnte hier irgend etwas mit Memetik aufbauen, bin mir aber im nachhinein nicht sicher, ob er das im Hinterkopf hatte.

Wieder überlebt der Protagonist die Geschichte nicht, und wieder ist das verbindende Element eine goldene Kugel, aus der jemand kommt, der keine Erinnerung hat. Auch hier zeigt der Held seinen Mitwesen durch einfache, klare Überlegungen, wie sie aus ihrer prekären Lebenssituation heraus kommen könnten, wenn sie nur die festgetretenen Pfade verlassen würden. Er wird aber nicht gehört, sondern getötet.

Nachdem das bereits die zweite “Märchensequenz” war, die erste im Stil eines Kinderbuchs, die zweite im Stil eines Jugendbuchs, mit steigender Spannung und Komplexität von der ersten zur zweiten, muss da mehr dahinter stecken.

Das 7. Kapitel handelt wieder in New York, und es stellt sich heraus, dass einige der Nomaden (nicht der hundeartigen Aliens aus Drakhon, sondern Menschen, die die Eiszeit in NY überlebt haben) tatsächlich auf den Mann ohne Erinnerung aus der goldenen Kugel gehört haben, ihr Nomadendasein aufgegeben und eines der Häuser bewohnbar gemacht haben. Irgendwie geht das in Richtung Bolo Bolo. Es erinnert stark an P.M., den Autor, von dem niemand weiß, wie er wirklich heißt.

Übrigens scheint Jan auf einen meiner Lieblingskalauer abzufahren: Es kommt ein Mechaniker namens Mike vor. Hm. Stark! Mike und seine Mechaniker bau ich ja auch gelegentlich in Geschichten ein... Bin begeistert!

Wenn ich jetzt noch mehr von diesem Kapitel erzähle, nehm ich den Lesern, die es noch nicht kennen, einen Teil der Spannung weg. Und das will ich nicht, deshalb lass ich`s. Auch wenn`s schwer fällt. Sehr schwer sogar. Arrrggghh!! Die Geschichte ist so stark, dass ich einfach die Finger nicht von der Tastatur weg kriege – mit mir kämpf – Ich will`s unbedingt erzählen! - NEIN! - Ich werd noch zum Schizo! - Die Story ist einfach zu stark, um nicht zu verraten, was --- Arrrgghh! - Schnell eine Ablenkungskippe. - Nutzt nix. - Vielleicht eine Runde ums Labor laufen? Das lenkt ab.

Ah, hab dabei eine Ablenkungsmöglichkeit gefunden: Der Hebel von der Terrassentür springt immer wieder von selber hoch, wenn man sie aufmacht. Hab den wohl letzte Woche zu gründlich geölt. Hat gequitscht, was genervt hat, vor allem weil eine der Amseln solche Geräusche nur zu gerne imitiert, was dann noch mehr nervt. Na gut. Wenigstens bin ich jetzt kurzfristig zu abgelenkt um zu spoilern.

Nicht an Kapitel 7 denken. Nicht an Kapitel 7 denken. Nicht an Kapitel 7 denken. Nicht an Kapitel 7 denken. Nicht an Kapitel 7 denken. Nicht an Kapitel 7 denken. Nicht an Kapitel 7 denken.

Also gut. Ich spoilere es nicht. Obwohl`s schwer fällt. Nein. Da bleib ich eisern.

Seltsam, ich hab`s nicht gespoilert, und bin trotzdem nicht geplatzt, obwohl es sich anfühlt als würde ich jeden Moment – PLOP!!!!

Ist sich nur gut, dass ich hier habe etwas gegen Ström...

In Kapitel 8 sieht es so aus, als würde es dem Bubble Boy, dem erinnerungslosen Mann aus der goldenen Kugel, bald an den Kragen gehen, genau wie seinen Vorgängern, Parallelexistenzen – oder was immer das auch waren – aus den Märchensequenzen. Das nenn ich Spannungssteigerung! Da kann man wirklich mitfiebern!

Kapitel 9 ist überschrieben mit “Warst”. Eine dritte Märchensequenz, diesmal im Stil einer Ren Dhark Geschichte! Genial! Im ersten Moment dachte ich, das sei jetzt eine richtige Ren Dhark Geschichte in der Geschichte, mit Aliens, die wie Predators aussehen. Dann hab ich aber bemerkt, dass die Technik, ihre Eigenschaften, die Art, wie sie von dem Worgun-Protagonisten repariert wurde, eigentlich reichlich wenig mit der RD Technik zu tun. Bis mir dann klar wurde: Das ist das dritte Märchen, zuerst ein Kinderbuch, dann ein Jugendbuch, dann ein Ren Dhark Heft. Bestätigt wurde meine Vermutung durch die Kapitelüberschrift, da in dem Roman nur die Märchen Überschriften haben. Ein weiterer Hinweis war die goldene Kugel, die am Anfang den Protagonisten, nachdem er gestorben war, wiederbelebt oder ersetzt hatte, und am Ende der Geschichte noch einmal auftaucht, den zum zweiten mal Gestorbenen kurz “untersucht” und dann wieder verschwindet. Ohne die Leiche.

Das “Warst” Märchen erstreckt sich über 3 Kapitel, ist tierisch spannend, für den Leser absehbar – wie das bei Märchen, im Gegensatz zu Ren Dhark Geschichten – nun mal so ist, und es behandelt wieder eine von einer starren Ideologie verblendete und vollkommen beratungsresistente Gesellschaft. Damit ist das Schema der Märchensequenzen klar: Eine Steigerung von kindlich einfachen bis (fast) erwachsenen “Lehrinhalten”. Einem Plädoyer für die Freiheit des Denkens. Stark durchdacht! Klarer und eindeutiger als in P.M.s Bolo Bolo. Perfekt!

Nur ein Rätsel konnte ich nicht lösen: Was bedeutet “Klorpos”, “Antina” und “Warst”? Hab es mit Anagrammen, mit Vertauschungscodes, und einigen anderen Methoden versucht, aber im Gegensatz zu den Namen, die sich Uwe so gerne ausdenkt, bin ich hier nicht drauf gekommen. Jan, zu Hülfe! Ich häng fest. Peinlich, peinlich, wo ich doch sonst nicht so blöd bin im Codeknacken. Hm.

Ja, bleibt noch zu erwähnen: Der Worgun aus der Warst Geschichte will dem erinnerungslosen Predator Protagonisten noch erzählen, welche Spezies womöglich hinter der goldenen Kugel steckt, aber ihr Flash explodiert und beide sind tot. Nun, jeder Ren Dhark Fan weiß natürlich auch so, wer dahinter stecken muss: Nur eine Art verwendet im RD Universum goldfarbene Technik...

So. Und jetzt kommt in Kapitel 12 der absolut geniale Hammer: Die Auflösung. Eine echte Überraschung! Aber DAS spoilere ich jetzt nicht, einfach weil es zu gut ist. Ich muss ehrlich sagen, da hat Jan Gardemann einen Geniestreich geliefert!

Fazit: Das war einer der stärksten Romane, den ich in den letzten Jahren gelesen hab. Perfekt durchkonstruiert, mit allen Finessen, die man sich nur wünschen kann und sogar mit einer Aussage, die deutlich über das RD Universum hinaus geht. Da stimmt einfach alles. Die Geschichte beginnt ganz harmlos (“nett”), steigert sich von Kapitel zu Kapitel, wird stetig steigend spannender und endet mit einem echten Hammer! WOW! (wobei das “WOW” nicht nur ein Zitat von Nobby aus dem RD Forum ist, sondern sich einfach aufzwingt)

Dazu das Spiel mit den Stilformen der 3 Märchensequenzen, die so eindeutig gepasst haben, dass sogar ich gemerkt habe, worum es sich handelt. Bei “Klorpos” hab ich mich noch gefragt, was das soll, bei :Antina” hatte ich schon eine Theorie und bei “Warst” war alles klar. Ich mag es, wenn ich das “zwischen den Zeilen Geschriebene” verstehen kann. Und hier war das so eindeutig, so unmittelbar nachvollziehbar und verständlich, dass es sich (zumindest mir) sofort erschließt. Megastark! Und zu meiner echten Verblüffung musste ich am Ende feststellen, dass die Assoziation zu meinen Atombombenalpträumen bei der Klorpos Geschichte ein (völlig unerwarteter!) Volltreffer war.

Ja, SO schreibt man wirklich spannende, durchdachte Geschichten! Jan: WEITER SO!!!

Jan GardemannIch hatte bei Jan Gardemann schon öfters den Verdacht, dass er das Spiel mit dem Stil perfekt beherrscht. Besonders deutlich war das bei “Der Flug der Jules Verne”, einer Geschichte, in der Arcdorn dem nervigen Reporter Bert Stranger einen Schwank aus seiner Vergangenheit erzählt. Eine Story, die sich stark an Jules Vernes Mondflug Geschichte orientiert, in der JV auch selbst vorkommt, und die einfach nur extrem unwahrscheinlich klingt. Wie Seemannsgarn, äh, Raumfahrergarn. Ich denk, wenn es im RD Universum mal eine Expedition zu der Gegend auf dem Mond, in der das Showdown stattgefunden hat, geben sollte, wird man dort nur jungfräulichen Mondboden finden...

Oder es kommt etwas zum Vorschein, das man als Äquivalent der Handtasche von T`Pol betrachten könnte... (Ihr wisst schon, Star Trek: Enterprise, die Schlussszene des Teils, in dem T`Pol die Geschichte ihrer Großmutter(?) und deren (unfreiwilligem) Besuch auf der Erde anno Leipzigeinundleipzig erzählt hat.)

Abschließend kann ich in dem Zusammenhang nur Held von Kosmos zitieren, der am Ende immer zu sagen pflegt: “Naä, haben Leute später erzählt, hätte ich mir Geschichte nur ausgedacht”

Nachtrag oder vielmehr: Zwischenbemerkung: Das Folgende ist ein typisch schlomonischer Kommentar, der sich nur dann erschließt, wenn man das Buch dazu parallel liest. Hat zwei Gründe: Ich schreib einfach alles, was mir so durch den Kopf geht mit, während ich lese, und ich versuch dabei, so wenig wie irgendwie möglich zu spoilern... (Hm, mit der klassischen Vorstellung einer Rezension hat das – denk ich mal – so gut wie keine Ähnlichkeit.)

Vereinigung der Alten VölkerSo, dann zur “Vereinigung der Alten Völker”. Das erste Kapitel, es stammt von Andreas Zwengel, fängt schon ganz nach meinem Geschmack an: Es spielt an einem Ort, an dem man nur dann auffällt, wenn man nackt und mit brennenden Haaren durch die Eingangshalle flitzt. Was bei mir natürlich sofort wieder eine Szene aus meiner Studienzeit im Hinterkopf ablaufen ließ. Es war Prüfungszeit, ich hab auf dem Weg zur Straßenbahn noch schnell eine Kippe durchgezogen, aber als ich um die Ecke kam, war der Zug auch schon da. Also hab ich die Kippe über die Schulter nach hinten geworfen (regnerischer Tag, alles nass, also keine Brandgefahr) und bin der Straßenbahn nachgerannt, im letzten Moment reingesprungen und war fast ein wenig verblüfft, dass ich das gerade noch geschafft hatte.

Nach ein paar Augenblicken hat mich dann eine Frau angestoßen und gesagt: “Sie, eanna Daschn brennd...” (Übersetzung Bayrisch – Deutsch: „Sie, ihre Tasche brennt.“). Ich hatte damals eine alte U$-Army Gasmaskentasche, aber keinen Tragriemen dazu, also hatte ich ein altes Hanfseil dran gebunden und das Teil damit als Umhängetasche durch die Gegend geschleppt. Und tatsächlich, da stieg eine dünne Rauchfahne aus der Tasche. Der Hanfstrick hatte die wegfliegende Kippe gestoppt und Feuer gefangen...

Ah, Entzugserscheinungen. Schnell eine Kippe. Und eine Tass Kaff.

Andreas ZwengelJa, die Story und vor allem die Art, wie AZ sie erzählt gefällt mir. Speziell die Zwillinge auf Seite 12, die sich unter dem Kaschmirpullover frei bewegen dürfen. Cool. - Kippe, -> ich rauch zu viel -

Die an Deckenlampen abhängenden Utaren haben auch was... (Seite 13) Krautzigaretten? Nein, später. Und grauenhafte Utarenmusik? Hm, in My Mix auf YouTube läuft gerade Lola Marsh, “Wishing girl”, eine Aufnahme für das Indie City Projekt. Hm, naja, gibt übleres. Ah, jetzt ist es zu Ende und es kommt was von der Red Band. Cool. Schon besser.

(Seite 15:) Finstere Experimente? Klingt gut! - ein paar Kartoffelchips einwerfen – Ein Lokal, das nicht einmal ein Viertel der Größe seines Schildes hatte... Stark! (Seite 16:) Ja, ja, so sind sie, die Türsteher. DAS kenn ich nur ZU GUT. (Seite 17:) Pazifist. Pazi – was? = allergisch gegen den Verzehr von Krustentieren...

(Seite 18:) Es gibt unterschiedliche Auslegungen des Begriffs... Genial! Nur gut, dass ich gerade alleine im Labor bin. Die würden sonst denken, dass ich jetzt endgültig durchgedreht hab, weil ich dauernd so laut lache. Obwohl? Die sind das eh schon laaaange gewohnt.

Kippe, Chips, Tass Kaff (äh, den kalten Rest davon). Muss erst wieder runter kommen, sonst hab ich Schwierigkeiten beim Lesen (Lachtränen im Augenwinkel und so)

So, erstes Kapitel is durch: COOOOL! Ich bin jetzt so heißer, wie nach den UHG Kapiteln früher (Seufz, die fehlen trotzdem). Mir gefällt die Atmosphäre, die Coolness der Dialoge, und das, obwohl eigentlich noch gar nicht viel passiert ist. Das geht tierisch gut ab! Hab eine halbe Stunde gebraucht, weil: Das musste ich einfach auskosten. Astrein! Das verlangt nach mehr. Viiiiiel mehr sogar. (Ah, jetzt läuft gerade Berry Sakharoff, “Paint it Black” mit der Red Band. So herrlich schräg – das passt wie Faust auf Auge.

So, weiter: (Seite 21:) Sanders:

“Der ist ja total blau!” Utare: “Du meine Güte, du hast recht!”

Röchel, Prust, Das sind die Dialoge, die ich mag. Wie im echten Leben...

(Seite 25:)

“Hältst du mich für dumm?” “Generell oder nur jetzt gerade?”

WOW, da geht ja echt die Post ab, komm kaum dazu, Kommentare zu schreiben. Absolut cool! VdAV - mit dem Akronym muss man einfach spielen. Das ist ja genial! Ich brech fast ab vor Lachen. Und dann

“... auf den Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...”

Mann, ist das genial! Ich fahr eh total auf Zitate ab!

(Seite 33, 34:) WOW! Mok wird mir immer sympathischer. Ich spoilere jetzt aber nicht, wieso. Das müsst ihr unbedingt selber lesen. Ist megastark!

Boah, das Kapitel war viel schneller zu Ende als gedacht. Sagenhaft stark! Ja, Stil und Inhalt sind Pefekt. Die Protagonisten werden sofort farbig und vertraut, die Orte lösen bei mir Assoziationen aus, die ich jetzt aber nicht näher beschreiben will, aber das hat Atmosphäre. Wirklich stark! Hab nicht einmal daran gedacht, zwischendurch irgend welchen Mampf einzupressen. Hm. Jetzt aber schnell ein paar Pfirsiche. So neumoderne Flache. Kein Witz, die sind nur ein Viertel so hoch wie im Durchmessen, haben nur einen kleinen Kern und man sabbert beim Einpressen nicht ganz so wie bei richtigen Pfirsichen.

Hm. Letzteres nehm ich zurück. Die Tastatur klebt schon wieder...

Kapitel 3: Ein Ablenkungsmanöver? Eine Boutique? Mir schwant Übles... (Wie wohl eine üppige Terranerin in utarischen Zwergenklamotten aussieht?)

(Passender weise laufen gerade die Nehama Girls bei der Red Band auf YouTube...) (Zwar nicht wegen der Klamotten, sondern weil: Ablenkeinheit...))

(Seite 35:) Utarische Scientologen! Bruhaha! Ich kann mich kaum noch halten, ist das stark. (Morgen werd ich so heißer sein, dass ich keinen Ton mehr heraus bekomme...)

(Seite 44: ) Hat was von Lethal Weapon II, von der Szene im Südafrikanischen Konsulat. Megastark! Trifft meinen Humor. Und ich merk gerade, dass ich schon seit fast 10 Seiten keinen Kommentar mehr geschrieben hab. Es war einfach zu spannend, um zu unterbrechen. So, jetzt ist aber eine Kippe fällig. Krautzigarette. Das hat was! Bei mir behaupten immer alle, mein Kraut sei eine alte Seegrasmatraze. Hm. Immer noch besser als der Mahorca von meinem Großvater...

Zwischenbemerkung: Hab jetzt (endlich!) im Internet gesucht, ob es Mahorca eigentlich noch gibt. Und was find ich heraus? Mahorca ist ein Rumänisches Wort und heißt Tabak. Heißt das jetzt, mein Großvater hatte den Mahorca von meinen Onkel aus Transsylvanien? Er selbst kommt ja aus Tschechien. Hm, Rätsel über Rätsel. Vor allem, da der Onkel (Ehemann einer Schwester meines Vaters) von dem ich dachte, er sei der aus Transsylvanien, in Wirklichkeit aus Jugoslawien kam, und zwar aus dem Kaff, in dem der Bruder meines Vaters im Bosnienkrieg gestorben ist. Wer der Onkel aus Transsylvanien ist, hab ich immer noch nicht herausgefunden. Echt schräg, odr?

Jetzt wär ein Hinweis nützlich, wo ich da weiterforschen könnte. Passenderweise läuft gerade “Tips” von Rona Kenan and Hadara Levin-Aredi auf YouTube... (Ich mag Synchronizitäten)

(Seite 50:) WOW! Megastark! Leute, das müsst ihr lesen! Unbedingt! Sagenhaft cool! Ich fahr total darauf ab! Da geht so richtig echt megamäßig die Post ab. Eine Story, die so cool ist, dass die Lethal Weapon Filme ein müder Bauernschwank dagegen sind. Ja, da passt wirklich alles.

Kapitel 4: Ah, Entspannungsmusik: Bei YouTube läuft Gerade Moonflower von Rolf Maibaum. So. Ausgeschlackert. Weiter: Nein, ich platz, wenn ich die Assoziationen zu Moonflower nicht rauslasse. Also, die Blume ist einmal bei Donald Duck aufgetaucht, und ich wollte unbedingt welche anpflanzen. Aber in Europa gibt`s die nicht. Vor ein paar Jahren hat mir dann eine Bekannte Samen aus Florida mitgebracht, und die Pflanzen sind super gewachsen. Riesenblüten! Aber hier dauert der Sommer nicht lange genug, dass sich neue Samen entwickeln können, daher hab ich jetzt wieder keine Mondblumen mehr. Seufz. (Das war die Kurzfassung. Kürzestfassung, um genau zu sein, Arg. Aber ich soll nicht immer so abschweifen, auch wenn`s schwer fällt. Hm. Zähne zusammenbeißen, Kippe durchziehen.)

So, jetzt aber: (Seite 51/52:) Also die Dialoge sind so nachvollziehbar, so cool. Ohne zuviel zu spoilern: Die VdAV sind schon wirklich so eine Art Mini-Scienentologen.

(Seite 53:) Aha! Eine Ablenkeinheit. So etwas kann ganz schön irritierend sein. Und wieder läuft auf YouTube der passende Sound: "What can you mach, sis is Amerike" von Joe Fleisch. Bei dem utarischen Namen Gro Grovis fällt mir gerade auf, dass das eine armenische Art der Namensgebung ist. Der Bruder eines Onkels von mir aus dem Iran heißt Vos VoskanXXX (Familienname unkenntlich gemacht, wegen man weiß ja nie, wer alles so mitliest...)

(Seite 54:) Hm, dass Ömer Giray „Angst“ vor Sanders bekommt, wundert mich schon ein wenig. Wenn die auch noch Krav Maga beherrschen würde, könnte sie es glatt mit Ziva David aus NCIS aufnehmen. Megacool. (Die übrigens eine frappierende Ähnlichkeit mit Ninet Tajeb hat. Lechts. Und genau so sieht Liv Sanders in meinem Kopfkino aus.)

(Seite 58:) Astrein. Wenn die Szene auf der Erde spielen würde, wär alles plausiebel. Bei den Utaren sind die Fahrzeuge aber vermutlich für Menschen extrem eng und winzig, etwa wie ein Gogomobil oder dergleichen. Auch dürfte es schwierig sein, Daten aus utarischen Computern – und das unter Zeitdruck – auszulesen, da sich deren Technik deutlich von der terranischen unterscheiden dürfte. Aber das tut der Szene keinen Abbruch, es ist einfach zu “menschlich”. Wenn man bedenkt, dass Spaceoperas eigentlich Seefahrergeschichten sind, eben auf “Weltraum” transponiert und die Aliens mehr oder weniger zwangsläufig sehr menschlich sein müssen, um Interaktionen mit ihnen zu ermöglichen, dann passt das schon. Ich jedenfalls bin begeistert!

Schnell ein paar Tietse, äh, Kekse einpressen. Kaff is aus und ich bin zu faul hochzulaufen und frischen zu fassen. Die Geschichte ist einfach zu spannend, um so lange zu unterbrechen.

(Seite 65:) Wie schon gesagt, Lethal Weapon ist echt lahmarschige Langeweile im Vergleich dazu! Hier fliegen wirklich die Fetzen...

(Seite 69:) Wahnsinn, ist das spannend! Und ein Kliffhänger (oder wie auch immer man das schreibt)

(Seite 73:) Also das mit dem Spannungsaufbau beherrscht AZ perfekt! Und die Westernatmosphäre auch! Mann, ist das megastark! Kommt in SF eh viel zu selten vor, dass die Helden wieder zusammengeflickt werden müssen. Da zucken ein paar Django Folgen durch meinen Hinterkopf, echt stark!

Entpannungskippe. Kaff is immer noch aus. Kekse ebenfalls.

(Seite ..77:) Die Atmosphäre wird zunehmend Ren Dharkiger! Die Tel Verkleidung der beiden Agenten scheint die richtige Lösung zu sein. “Schwarz steht euch beiden.” “Aber nicht so gut wie Blau, oder?” Die lockeren Sprüche – das mag ich!

Ein rauchender Amphi! Stark!

(Seite 79:) Also das mit dem Ausehen, den Größenverhältnissen und dem Verhalten klappt noch nicht so ganz. Utaren, Amphis, Tel und Rateken sind hier immer noch Menschen, haben deren Eigenschaften, könnten in jedem Krimi oder Agentenfilm auftauchen. Nur – Aliens sind sie nicht. Da hilft nur eins: Üben, üben und nochmals üben. Gell, Andreas? Aber das wird schon...

(Seite 80:) Hat was von Alien, Teil 2, der Laderoboter auf dem Kriegsschiff, den Ripley bedient. Is aber cool.

(Seite 84:) Das fühlt sich wirklich realistisch an. Auch wenn sich hier ein Amphi mit einem “Tel” unterhält, das passt. Vor allem gefällt mir, dass hier die Sozialstrukturen klar werden.

(Seite 86:) “Das liegt an diesem Kantinenessen, es ist einfach zu gut.” DAS kenn ich! Das kenn ich! Megacool! Wird eh Zeit, mir etwas Mampf zu beschaffen.

Eine ½ Stunde später. Geröstete Semmelknödelscheiben mit Rührei, Feldsalat und als Nachspeise 1 Liter Apfelmus. Megalechts!

Pfuh. Bin ich voll gefressen. Kippe. Kaff. Und ein paar Tietze (Hab eine Schachtel voll mitgenommen).

Weiter: (Seite 93:) Die Dachparty hat was! (Seite 94:) Cool! Die Spannung steigt. Da tut sich was!

Boah! Das nenn ich spannend! Und (ist das eigentlich) ein Kliffhänger. Bin schon tierisch gespannt, wie das weiter geht.

Fazit: Coole Story! Ich mag Agentengeschichten, speziell, wenn sie stimmig aufgebaut sind und einer internen Logik folgen, die ich nachvollziehen kann. Dazu kommt noch der wirklich starke und sehr humorvolle Stil von Andreas Zwengel und die vielen kleinen Gags. Auf so etwas fahr ich eh ab. Es gibt nur einen Wehrmutstropfen: Die Utaren, Rateken und Amphis sind nicht als Utaren, Rateken und Amphis dargestellt, sondern als Menschen, wie man sie überall trifft. Gut, es ist die erste Ren Dhark Geschichte von AZ, und da kann man das durchaus verschmerzen (ich zumindest kann das), und ich denk, dass AZ bald ein Gespür für die Eigenarten der RD Aliens entwickeln wird. Ansätze dafür kann man in der Geschichte mehrere finden, und ich freu mich bereits tierisch auf seine nächsten Stories. @Andreas: Starke Geschichte! Super gemacht! Davon will ich mehr lesen!

Die Kapitel von Nina Morawietz und von Achim Mehnert bespreche ich in der nächsten Kolumne im September, sonst wird das diesmal doch ein wenig zu lang. Vor allem, weil ich noch ein paar Kleinigkeiten erwähnen wollte. Also:

Hat sich eigentlich niemand gewundert, wieso ich vorhin Ziva David erwähnt hab? Nein? Doch? Ah, ein paar Leser haben es bemerkt... Also, ich bin ein Fan von NCIS, und nicht der Einzige. Uwe, ja, unser UHG Uwe, hat in seinem (vorerst! - Und wie ich stark hoffe sicher nicht) letztem Ren Dhark Kapitel (in WiW 54, “Im Namen der Murip”) vier Spezialagenten der Murip eingebaut: Gibors, Denuo, Magnam und Streva. Klingt doch irgendwie nach Gibbs, DiNozzo, McGee und Ziva, odr? Wie aus Abby Sciuto Allessina wurde, ist mir dagegen noch nicht so ganz klar. Uwe? Und sie verhalten sich auch genau so, reden wie sie, handeln wie sie, passen wie Faust auf Auge. Als ich die Geschichte damals gelesen hab, kam sofort der für UHG Stories typische Moment der Erkenntnis, mein begeistertes “Yeah!” und wieder einmal wusste ich, dass Uwe der Weltmeister im erfinden, b.z.w. “verbiegen” von Namen ist und diesmal sogar noch einen drauf gesetzt hat: Ein NCIS Zitat! So etwas begeistert mich monstermäßg! Klar, Andreas Zwengel hat das in WiW 55 auch perfekt gemacht, was mich tierisch begeistert hat, aber trotzdem fehlen mir die UHG Geschichten. Darauf fahr ich eben total ab. Seufz.

Bei Uwe gefallen mir halt die schrägen Einsprengsel mit ihrem Bezug zur aktuellen Realität, wie etwa die weltfremde Usch mit ihrer Vorliebe für merkwürdige Frisuren...

Und irgendwie drängt sich mir bei der Gelegenheit ein Vergleich mit der Perry Rhodan Serie auf. Ein alter Bekannter von mir, der immer so tut, als hätte er von dort Insiderinformationen, hat vor einem halben Jahr gemeint, dass mir die PR Geschichte ab Heft 2800 gefallen würde. Hab also das Heft gekauft, gelesen und für gut befunden. Seit dem lese ich die Geschichten jede Woche, eben so lange, bis es mir wieder zu langweilig wird. Was aber bisher nicht geschehen ist, Heft 2811 halte ich sogar für das (oder eines der) Beste(n), das ich in der Serie bisher gelesen hab. Der Grund dazu kommt gleich.

Beim aktuellen Heft 2812 von Andreas Eschbach fiel mir ein ähnlicher Nameswitz auf, wie ihn Uwe verwendet. Nur waren sie in dem Heft nicht so häufig vertraten, aber immerhin. Das fing schon an mit dem Namen der Gegend, in der die Gegenspielerin der Reisegruppe wohnte: Khessera. Wer als Kind gezwungen war, einige der abartig bescheuerten Doris Day Filme sehen zu müssen weiß, was es mit dem Begriff auf sich hat. (Wieso ich mich an das Wort erinnere? Ein ehemaliger Arbeitskollege von mir hat es immer dann verwendet, wenn er an etwas gearbeitet hatte, und keine Ahnung hatte, wie das ausgehen würde...[und dabei war der gar nicht so durchgeknallt, wie das jetzt vielleicht klingt. Hm.]) Später kam dann noch ein “Seher” namens Ch`Daarn vor, der von einem “Schuljungen” teleportiert wurde. Ich hab sofort Rhodan und Gucky assoziiert. Eben gut verkleidet. Nur im Verlagsforum scheint das niemand bemerkt zu haben. Deshalb denk ich, dass diese Namensspielchen bei PR nicht funktionieren, einfach, weil sie außerhalb der Erwartung der (oder zumindest vieler) Leser liegen. Schade eigentlich. Überhaupt scheinen PR Leser anders zu ticken als RD Leser. Wieso? Ich hab nicht den blassen Hauch einer Ahnung. Das merkt man auch an den Umgangsformen im Verlagsforum. Dort fühlen sich die Leute erstaunlich oft auf den Schlips getreten, während die RD Leser im RD Forum dagegen echt hart im Nehmen sind, alles eher als Witz interpretieren, nur äußerst selten etwas wirklich bierernst nehmen. Das ist jetzt natürlich keine Wertung, die einen sind dadurch nicht besser oder schlechter als die anderen, sie unterscheiden sich eben von einander.

Allerdings scheinen bei Ren Dhark die Autoren und auch die (meisten) Leser das Ganze mit viel Humor zu nehmen, über weite Strecken würde ich RD sogar als “Funny” Serie ansehen, einfach weil tierisch viel Witz in den Geschichten steckt. Perry Rhodan scheint da eher ernst gemeint zu sein, obwohl es mehr “Space Fantasie” ist als Science Fiction. Das sieht man schon an den oft handlungstragenden PSI – also Fantasie – Elementen und am ganzen Weltmodell, das mit seinen Superintelligenzen, Kosmokraten, moralischem Code und Zwiebelschalen rein gar nichts mit der Realität zu tun hat. Trotzdem nehmen es einige PR Leser sehr ernst, erklären einem schon mal den Jihad, wenn man sich über die Serie lustig macht. - Na ja, was soll`s? Entsprechende Foren kann man ja meiden. -

Wieso gefallen mir die Geschichten seit Heft 2800 plötzlich so gut? Weil es Zeitreise Geschichten sind, und darauf fahr ich total ab! Bei Ren Dhark gibt es das nicht, einfach weil – wie Hajo einmal feststellte – Zeitreisen nur funktionieren, wenn man die interne Logik der Story aufgibt. Womit er zweifellos recht hatte. Die aktuellen PR Hefte sind daher – zwangsläufig – mehr oder weniger vollständig logikbefreit. Und trotzdem (oder gerade deshalb?) megaspannend und atmosphärisch dicht. Ich hab meinen Spaß daran. Auch wenn die Handlung sehr absehbar ist, ich mir schon so etwa 5 bis 8 Hefte voraus vorstellen kann, was passieren wird. Aber trotzdem. Die momentanen Hefte sind ein echtes Suchtmittel für mich, der Plot gefällt mir, dem geb ich rund 0,3 H, ist also echt gut. Ein Ausreißer nach oben trat aber in Heft 2811 auf, zwar nur einige Seiten lang, aber der brachte es auf 1,1 H!

Kurze Unterbrechung. Hab ich in der vorigen Kolumne eigentlich den subjektiven Schlomo Vektor komplett erklärt? Mal schnell nachsehen. -

20 Minuten später: Au, hab ich nicht. Also: H ist die Einheit “Hajo” für die Genialität eines Exposés. Die meisten RD Bände kommen auf rund 0,8 H, der Spitzenwert von 1,0 H war in den Sternendschungel Galaxis Heften. Klar, wo sonst? Obwohl? Jobol brachte es ebenfalls auf 1,0 H.

Jetzt aber zu dem PR Ausreißer. Wim Vandemaan – der, wenn ich das richtig verstanden hab, einer der beiden Exposé Autoren ist, andernfalls wären das 1,1 Me (Mehnert), die Einheit für geniale Ideen innerhalb der Geschichte – hat eine Eigenschaft des Potentials der PR Serie ausgenutzt, die – so muss ich neidlos [eine glatte Lüge] gestehen -, die Ren Dhark Serie nicht bietet. Er hat John Lennon einen Gastauftritt auf Ferrol verpasst! 1987!!!

Klar, PR fängt ja 1971 an. Ab dem Zeitraum koppelt sich das PR-Versum vom realen Universum ab. Und bei PR wurde Lennon eben nicht 1980 ermordet, sondern spielt weiter! YEAH! Nein, Hey Jude. Und er ist nicht mit Yoko Ono, sondern mit May Pang zusammen. Megacool! DAS nenn ich alternativ History. Und zwar vom Feinsten.

Nun, eine solche Möglichkeit hat Ren Dhark nicht. Noch nicht. Die Geschichten fangen ja erst 2050 an, was ich bisher immer als Vorteil angesehen hab, aber ob es wirklich einer ist? Ich seh das im Moment ein wenig ambivalent. Aber es hat mich auf eine Idee für Ben B. Black gebracht: @Ben: Was hältst Du von einer Zeitkapsel für nachfolgende Exposé Autoren? In – sagen wir mal – 40 Jahren würden bei RD solche Realworld versus RD-World Gags funktionieren. Ich will damit natürlich nicht vorschlagen, dass künftige Exposé Autoren eine solche Idee guttenplaggen sollen – das währ mehr als blöd -, sondern ich denk, dass es eine ganze Reihe von Konzepten geben könnte, die jetzt noch nicht funktionieren, es aber in 40, 50 oder mehr Jahren tun werden. Wäre schade, wenn man eine solche Chanze einfach verschenken würde. Außerdem steh ich auf Nachrichten, die durch die Zeit geschickt werden... (Hat so was druidenmäßiges...)

Hm, was die Struktur der Zeit angeht, dazu sollte ich vielleicht ein paar kurze Bemerkungen machen. Also, wie alle, die mich so halbwegs kennen, wissen, glaub ich nicht an Zeit, halt sie nach wie vor für eine Illusion, benutze sie aber trotzdem zum Rechnen, eben weil es so einfach geht und sich – ausgehend von der täglichen Erfahrung – recht anschaulich anbietet.

Erlebbare Zeit hat etwas mit der Dekohärenz der Quantenmechanik zu tun, und – im Gegensatz zur landläufigen Meinung – kann man die Vergangenheit von der Gegenwart aus beeinflussen. Das geht sogar ganz einfach, ist in der Physik auch schon lange bekannt, ist aber (anscheinend) noch nicht in die populäre Folklore vorgedrungen. Wie funktioniert es? Stellt euch einen Doppelspalt vor, dahinter eine Elektronenquelle, davor einen Schirm. Schaltet man die Quelle ein, fliegen die Elektronen durch den Doppelspalt (und zwar jedes Elektron durch beide Spalte gleichzeitig) und bilden hinter dem Schirm ein Interferenzmuster. Wenn man an jedem Spalt eine Messvorrichtung anbringt, um zu sehen, durch welchen Spalt ein Elektron fliegt, stellt man fest, dass jedes Elektron nur durch einen Spalt fliegt und sich kein Interferenzmuster bildet, sondern zwei Flecken hinter den beiden Spalten entstehen. So. Das heißt, dass man das Verhalten der Elektronen in der Vergangenheit, also zu dem Zeitpunkt, als sie von der Quelle abgestrahlt wurden, beeinflusst hat. Cool, odr?

Tatsächlich gibt es nicht “die Vergangenheit”, sondern eine Vielzahl von Vergangenheiten, die alle möglichen Vorläufer der Gegenwart sind. Nur wenn man eine (Quanten-) Eigenschaft misst, wählt man eine dieser Vergangenheiten aus, versetzt diese eine Eigenschaft in Dekohärenz. Die Gesamtheit aller Vergangenheiten, die zur beobachteten Gegenwart führen, liegen in Superposition vor, was man als Wellenwahrscheinlichkeitsfunktion und Unschärfe kennt. Damit ist auch klar, was die Dekohärenz eigentlich ist: Die Auswahl einer dieser möglichen Vergangenheiten. Die “Zeit” hat damit so eine Art Sanduhrglasform, mit der Gegenwart als Flaschenhals in der Mitte, und nach oben und unten einem exponentiell wachsenden Durchmesser. (Hm, die Feldgleichungen dazu find ich anschaulicher...) Das Verrückte an der Zeit ist, dass man sie nur verstehen kann, wann man die Verschränkung quantisierbarer Zustände (Stichwort EPR) als zeitfrei interpretiert.

Übrigens muss es nicht unbedingt eine Messung sein, um Dekohärenz auszulösen. Es genügt auch, wenn in einem (unbeobachteten) physikalischen System ein Zustand nur dann eintreten kann, wenn nur eine (oder einige wenige) Vergangenheit(en) zu ihm führen. Der radioaktive Zerfall ist ein Beispiel dafür, (auch wenn da die QCD noch nicht weit genug ist, um es wirklich zu beschreiben...) die (praktisch permanente) Dekohärenz makroskopischer Objekte, speziell deren Lokalität, natürlich auch – nur führen hier praktisch alle Vergangenheiten zu genau diesem Zustand. Kurz gesagt, je größer ein Objekt ist (in der Bedeutung von: je mehr Teilchen und Verknüpfungen es enthält), umso kürzer ist die Zeit, die es in Kohärenz bleiben kann, bevor es durch eine wie auch immer geartete Wechselwirkung mit der Umgebung zur Dekohärenz gebracht wird. Man vergleiche das mit der Energieunschärfe. Da steckt ein ähnliches Grundprinzip dahinter.

Ja, jetzt dürfte euch klar sein, wieso mich Zeitreisegeschichten so tierisch amüsieren...

Au, bei YouTube laufen gerade die “Bikini Machines” von den Bambi Molesters. Cool! 2, nein 3 analoge Halluzinelle... Damit lass ich die Kolumne mal ausklingen, ist eh schon wieder länger geworden, als ich eigentlich geplant hatte. Hm.

So Leute, ihr seht, kaum ist bei mir der Stress und die Hektik vorbei – oder zumindest deutlich weniger als noch im Juni -, schon kann ich wieder halbwegs ausführliche (und sogar teilweise zusammenhängende!) Texte schreiben. Cool, odr?

Nachtrag: Misirlou hab ich ja schon erwähnt, Joe Fleisch ebenfalls. Aber die Jewrhythmics noch nicht. Also, wenn euch beides gefällt, ihr zudem auf Ren Dhark Titelbilder und auf Raumschiff Orion abfahrt, dann MÜSST ihr meine Lieblingsversion von Misirlou ansehen:

Jewrhythmics ft. Joe Fleisch - Misirlou : Wie ein RD Titelbild – rund! Und mit Raumpatrouille Orion Feeling!

Schalom,
Schlomo

Kommentare  

#1 Toni 2015-08-07 15:42
Manomannn...
Wieder schön aus den Gehirnwindungen gekratzt (Lach) und Ren Dhark gab es jetzt auch ein wenig mehr. Kam mir zumindest so vor.
Das mit der brennenden Kippe kenne ich auch. In der Raucherecke unserer Schule habe ich mir mal ein schönes Loch in den Parka gebrannt.
Und dann war da noch die brennende Pfeife :o , als die Bullen die Anlage bei Ingo D. konfiziert haben... lassen wir das lieber :lol:
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#2 Uwe Helmut Grave 2015-08-08 12:03
Lieber, lieber Schlomo, bitte, bitte bedauere jetzt nicht in jeder Deiner Kolumnen mein Ausscheiden bei Ren Dhark, verbunden mit der stillen Hoffnung auf eine Wiederkehr, sonst werde ich ganz traurig, traurig, traurig. Ich komme garantiert (!) nicht zurück, was für den Fortbestand der Serie auch gar nicht notwendig ist, denn Andreas und Nina machen ihre Sache sehr, sehr gut (und die beiden Veteranen Achim und Jan sowieso). Für mich hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen, und seit ich gesundheitlich aus dem Gröbsten raus bin, genieße ich den „Ruhestand“ ohne Termindruck und sonstige Nervereien jeden Tag aufs Neue.
Noch ein letztes Wort zu meinem letzten Beitrag, den Du in der Kolumne ansprichst: Ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken. Die Idee, eine NAVY-CIS-Variation in meinen RD-Strang einzubauen, stammte von Hajo, der sie in seinem letzten Telefonat mit mir erwähnte. Leider konnte er das Ganze nicht mehr selbst ausbauen, also reichte er das Konzept an seinen Nachfolger weiter, der den Staffelstab umgehend an mich abgab; ich entwickelte dann die verballhornten Namen (die Charaktere standen ja schon fest) und führte die in Band 53 begonnene Handlung in Band 54 noch ein bisschen fort, bis Achim Mehnert letztlich übernahm und alles zu einem guten Ende brachte. Es war also eine Teamarbeit, für die sich kein Einzelner rühmen sollte. - Die „Usch“ mit der komischen Frisur ist hingegen meine ureigene Erfindung, was auch auf die Murip zutrifft. Tschüss und weiterhin: Freude am Lesen!
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