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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 28

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (28. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 55 aus dem Mai 1975.

Viel Spaß beim Lesen...

 

Am 7. Mai 1975 hat Ernst Vlcek das Dämonenkiller-Exposé 55 für sein Alter-Ego Paul Wolf geschrieben.

55WENN ICH MR. HYDE BIN
ICH, MISTER HYDE
Dämonenkiller 55
Schauplatz:
Zeit: Anfang Januar (wie Band 54, keineswegs danach)
Autor: Vlcek-Wolf

Titelbild: Mann, wie man sich Mr. Hyde vorstellt mit Umhang, Zylinder, in den geballten Fäusten Stock mit Silberknauf - er hat ein böses, affenartiges Gesicht.
!!Titelbildfoto geht mit Manu an Verlag!!

Vorbemerkungen:
Der DK muß immer wieder auch klassischen Horror im modernen Thriller-Stil bringen - und ich kann nicht verleugnen, daß mir der psychologische Romantic-Horror lieber ist, als jedes Monster-Smash. Aber wir müssen eben für jeden etwas bringen - und es muß auch erwähnt werden, daß die Themen für den Dk aufgrund der vorliegenden Titelbilder ausgewählt werden. Wir haben noch welche mit Urweltungeheuer Riesenkrake und einem Yeti im Hochgebirge. Aber Nachschub ist unterwegs, und so hoffe ich, daß wir in der Themenwahl bald nicht mehr so beschnitten sind.
In Exposé 54 wurde ausgesagt, daß Coco allein nach Griechenland gefahren ist, weil Dorian sich um einen anderen Fall kümmert. Das tut er nicht wagen irgendeiner Dringlichkeitsstufe, sondern aus rein menschlichen Motiven, aus Mitleid mit einem Wesen, das, ohnehin vom Schicksal schwer geprüft, noch von aller Welt mit Füßen getreten wird. Es ist die Rede von Mike "Cleanhead" Hyde, etwas über zwanzig, an die 2 m groß, ein schwerer Brocken, Hände wie ein Holzfäller und so tollpatschig wie die eines Babys, er hat einen Spitzkopf, d.h. das Kinn läuft spitz zu, während der Schädel nach oben auseinanderläuft, also mehr ein Schädel wie eine auf die Spitze gestellte Pyramide.
Und wie sein Spitzname schon andeutet, ist er kahlköpfig. Seine Glatze ist vernarbt.
Mike ist grenzdebil, wenn nicht mehr - aber harmlos, gutmütig. Und gerade das führt dazu, daß er von den Kindern der Umgebung verspottet wird. Sein Glück ist, daß er manchmal gar nicht begreift, was sie ihm in ihrer kindlichen Grausamkeit antun. Wenn der Spott zu eindeutig wird und er ihn verspürt, dann kränkt ihn das tief. Und er weint in der Einsamkeit seiner Kammer.
Aber nicht nur die Kinder sind grausam zu ihm, noch mehr vielleicht sogar deren Eltern, die ihren Kindern schon von kleinauf einblauen: "Bist du nicht artig und brav, dann holt dich Cleanhead." Und sie halten ihre Kinder von Mike fern, gehen ihm selbst aus dem Weg usw.
Er lebt mit seiner Tante Anna in einem Fachwerkhaus in der Nähe von London in einem idyllischen Dörfchen. Tante Anna heißt mit Nachnamen Prelutsky. Sie versucht, gut zu Mike zu sein, aber sie leidet darunter, daß sie seinetwegen von der Gesellschaft ausgestoßen ist. Sie achtet darauf, daß Mike immer im Hause bleibt, hält ihn ängstlich versteckt. Die beiden sind vor fünfzehn Jahren hergezogen -und damals sah es noch so aus, daß Mike integriert werden könnte. Doch mit zunehmendem Alter zeigte es sich, daß er eben anders als die anderen ist. Anna hat überall herumerzählt, daß sie aus Wales kommen und daß Mikes Eltern bei einem Autounfall umkamen. Es wird sich aber zeigen, daß das nicht stimmt - Anna hat guten Grund, die Wahrheit zu verschweigen, denn sie hat gehofft, daß sie hier, wo niemand die Hintergründe kennt, ein neues Leben beginnen können.
Aber die Schatten der Vergangenheit werden auch bald in diesem verträumten Dorf wieder lebendig.
Das Dorf heißt Greenfield, liegt an der Stadtgrenze zu London, an der A 11, Essex, im Epping Forest.
Der Roman könnte episodenweise in Ich-Form erzählt werden, und zwar mal aus der Warte des bösen Ichs, dann wieder aus der des guten.

Anfangsepisode:
Mikes Alptraum: Er sieht wie als Zuschauer, obwohl er damals erst fünf Jahre war, wie seine Eltern unter Messern, die aus der Dunkelheit kommen, den Tod finden. Und er ist der Überzeugung, daß er in weiterem Sinne für die Dolchstöße verantwortlich ist. Und übergangslos begeht er in seinem Traum die nächste Bluttat. Lord Marbuel (nach dem gleichnamigen Kinderteufel), der sein Gönner ist und dem er dankbar sein müßte, stirbt auch durch seine Hand auf grausame Weise. Das böse Ich triumphiert, nun hat es über seinen Meister, der es Grausamkeit und alles Böse gelehrt hat, triumphiert, hat ihn übertroffen. Nun gehört der Marbuel-Besitz ihm, er kann über Leben und Tod bestimmen...
Der Traum verblaßt. Mike findet sich in seinem Bett. Ein Eindruck aus dem Traum hallt noch in ihm nach: Als sei bei einem Begräbnis seine Persönlichkeit geteilt worden - in ein gutes, aber debiles und in ein böses Ich, das zum Tyrann über die Menschheit werden soll und das gute Ich in den Wahnsinn treiben wird.
Vor dem Fenster erklingen helle Kinderstimmen, rufen: Clean­head, Cleanhead fang uns doch oder so. Mütter scheuchen ihre Kinder nach Hause. Mike schluchzt, fällt seiner Tante, die nach ihm schauen kommt, in die Arme und sagt, daß er seine Eltern und Lord Marbuel getötet habe - und danach noch viele, viele andere.
Die betroffene Tante tröstet ihn damit, daß das alles nur ein böser Traum gewesen sei. Sie versucht es vor Mike zu verbergen, aber sie ist verzweifelt, weiß nicht mehr ein noch aus. Und es sieht so aus, als würden sie in Greenfield nicht mehr lange bleiben können. Die anderen Leute werden immer unerträglicher zu ihnen - irgend etwas Schreckliches liegt in der Luft.

Haupthandlung:
In der Jugendstilvilla. Dorian entschließt sich, nicht die Gescheh­nisse um den Nefer-Amun-Kult nachzugehen, sondern sich um Mike Hyde zu kümmern, der wegen Mordverdachtes in Untersuchungshaft sitzt.
Dorian hat Mike Hyde Ende November zufällig kennengelernt. Auf der Rückfahrt nach London hatte Dorian auf der A 11 eine Reifenpanne. Während des Radwechsels bemerkt er beim Wald ein Mädchen und einen hünenhaften Burschen, der irgendwie unbeholfen wirkt. Plötzlich tauchen vier weitere Burschen auf und machen ihm Vorwürfe: Lisa, das Mädchen, mit dem einer von ihnen geht, sei von ihm (es ist Mike Hyde) belästigt worden. Mike beteuert seine Unschuld.
Sie schimpfen ihn Cleanhead, schicken sich an, ihn zu verprügeln. Da zögert Dorian nicht länger und schreitet ein. Das Mädchen und die vier Rowdys verschwinden. Dorian weiß, daß die den Debilen in eine Falle gelockt haben. Er bietet Mike Hyde an, ihn nach Hause zu fahren, was dieser annimmt. Während der Fahrt macht der Debile ein eigenartiges Geständnis: Die Jungs hätten schon recht gehabt, er hätte eine Abreibung und noch schlimmeres verdient. Denn wenn ihn der unstillbare Drang überkommt, werde er zum Mörder und Sittlichkeitsstrolch. Dorian liefert ihn beim Haus seiner Tante in Greenfield ab.
Dorian hat diesen Vorfall beinahe vergessen, als er vierzehn Tage später mit Coco ein Restaurant aufsucht. In dem Lokal fällt ihm ein Mann mit affenartigem, brutalen Gesicht auf, der mit einem Mädchen am Tisch sitzt. Beide kommen ihm bekannt vor. Zuerst denkt Dorian aber, daß er nur den Mann von irgendwo her kennt. Dorian geht auf die Toilette. Plötzlich taucht der Brutale auf. Er stänkert Dorian an, sagt abfällig, daß er sich wohl sehr edel vor­komme, weil er Mike vor Prügel bewahrt hätte. Aber er könne schon auf Mike aufpassen, und jeder, der sich einmischt, bekommt eine Abreibung. Und der Brutale geht mit dem Stock auf Dorian los. Dabei blitzt aber Dorians Gnostische Gemme unter dem Hemd hervor, und der Brutale nimmt fluchtartig Reißaus.
Als Dorian Minuten später ins Lokal zurückkommt, weiß er, woher er das Mädchen kennt. Es ist dasselbe, das dem debilen Mike Hyde in Epping Forest so übel mitgespielt hat. Aber der Brutale und sie sind verschwunden. Coco sagt, daß sie einiges Aufsehen verursacht haben, denn der Brutale habe das Mädchen förmlich fortge­zerrt. Plötzlich ein Tumult auf der Straße. Stimmen verlangen, daß man den Mörder verfolgt. Dorian eilt hinaus, dort liegt Lisa blut­überströmt in der Gosse. Der Brutale hat sie mit dem Stock erschla­gen und dabei gebrüllt: Das ist dafür, was du Mike antatst.
Dorian fährt mit der verblüfften Coco sofort nach Greenfield, läutet Mikes Tante aus dem Schlaf, die beteuert, daß Mike schon schläft. Doch der stürzt durch die Hintertür voll angekleidet und aufgelöst ins Haus und schreit, daß er Lisa umgebracht habe, bezichtigt sich, ein blutrünstiges Scheusal zu sein.
Wie kann Mike von Lisas Tod wissen, wenn er nicht dabei war?
Mike wurde auch tatsächlich verhaftet und von den Zeitungen als "Monster von Greenfield" genannt - und in Anlehnung an Stevensons Figur Mr. Hyde". Mike hat in der Untersuchungshaft noch weitere Morde zugegeben, über die er viele Details wußte, aber man hat ihm nicht geglaubt, war überzeugt, daß er alles nur aus Geltungs­sucht tat. Da die Augenzeugen, die den Mörder Lisas aus nächster Nähe sahen, bestreiten, daß Mike es gewesen sein kann, wird er enthaftet. Die Psychiater bezeugen ihm Harmlosigkeit, deshalb wird er auch nicht in eine geschlossene Anstalt eingeliefert, obwohl das die Bewohner von Greenfield verlangen. Wider jede Vernunft fürchten sie sich vor Mike.
Dorian fährt nach Greenfield hinaus, um Mike und seiner Tante Hilfe anzubieten. Die leidgeprüfte Frau könnte welche brauchen. Das Haus wird von den Dorfbewohnern belagert, die mit Steinen nach den Fenstern werfen, die Hauswände bekritzeln und gegen Mike -"Mr. Hyde" - eine wahre Hexenjagd veranstalten. Tante Anna möchte aber von hier nicht fort, nicht schon wieder woanders hinziehen müssen. Als Dorian da einhakt, schweigt sie verbissen.
Aber Mike mischt sich ein. Er ist irgendwie verändert, verlangt von seiner Tante, daß sie Dorian sage, warum sie ständig nach kurzer Zeit woanders hinziehen müßten - weil er seine Eltern und Lord Marbuel ermordet habe. Das spreche sich herum.
Anna sagt, daß er wirres Zeug rede, weil wieder einmal seiner Anfälle bevorstehe und bringt ihn auf sein Zimmer. Dorian kommt noch einmal darauf zu sprechen, daß sie auf seine Hilfe rechnen könne, und schickt sich an, mit dem Wagen abzufahren. Da ist ihm, als sehe er bei den Bäumen Mike - und Dorian nimmt die Verfolgung auf.

Aus der Warte des bösen Ichs weitererzählen. Es sieht Dorian ins Haus kommen. Die Gedanken aufzeigen, die dem dämonischen Ich durch den Kopf gehen. Es beschimpft Hunter bei sich, will Mike selbst beschützen.
Das dämonische Ich wird es den verhaßten Dorfbewohnern schon zeigen, die sich gegenüber dem schwachen Mike so stark fehlen.
Das dämonische Ich bezeichnet sich selbst als Mr. Hyde. Mr. Hyde schleicht sich durch das Dorf, auf der Suche nach einem Opfer. Da ist Mr. Quimbleys Haus, dieser scheinheilige Spießbürger wettert am meisten gegen Mike. Er muß sterben. Und Mr. Hyde stürzt sich auf ihn, sagt ihm, warum er zu sterben hat und vollbringt die Tat.

Dorian hört die Todesschreie. Und da kommt ihm auch schon der erschütterte Mike entgegen. Mike sagt, daß er Mr. Quimbleys Tod verhindern wollte, doch das Böse in ihm sei stärker gewesen.
Dorian bringt Mike unbemerkt ins Haus. Wenn er von der auf­gebrachten Menge im Freien angetroffen worden wäre, dann hätte man ihn vielleicht gelyncht.
Zurück in der Jugendstilvilla verlangt Dorian von Sullivan, daß er alles über die Hydes und einen Lord Marbuel in Erfahrung bringen soll. Dann bekommt er einen Anruf von Mr. Hyde, der ihm das gleiche Schicksal androht wie Mr. Quimbley, wenn er sich noch mal um Mike kümmert. Dorian schlägt eine Aussprache vor, Hyde soll in die Jugendstilvilla kommen, doch Hyde sagt, Dorian wiese sehr wohl, daß das unmöglich sei und auch die Gründe kenne – er spielt darauf an, daß die Villa durch Dämonenbanner abgesichert ist.
Über eine Familie Hyde kann Sullivan nichts herausfinden -wahrscheinlich ist es ein falscher Name. Aber über dem Lord Marbuel spuckt der Computer einiges aus. Er hat in Schottland oben ein Schloß, das in dem Verdacht steht, ein Dämonennest zu sein. Das Marbuel-Wappen zeigt einen Löwen mit magischen Symbolen drum­herum. Im Who  is Who steht nichts über dieses Geschlecht, was auch bezeichnend ist. Mr. Hyde könnte also mit Lord Marbuel identisch sein – aber in welcher Beziehung steht er mit dem debilen Mike? Dämonen fürchten Geistesgestörte im allgemeinen.

Umblenden ins Haus der Anna Prelutaky. Dort erscheint der Bürgermeister und bittet sie, Mike doch in eine Anstalt einweisen zu lassen, dann hätten alle Dorfbewohner endlich ihre Ruhe. Davon will Anna aber nichts wissen. Lieber würde sie mit Mike von hier fortgehen. Dagegen hätte der Bürgermeister auch nichts. Sie jagt ihn aus dem Haus. Mike kommt die Treppe herunter, sagt, der Bürgermeister werde eines gewaltsamen Todes sterben, er wisse es. Seine Tante ist nahe eines Nervenzusammbruches. Sie flößt Mike Tee mit einem Schlafmittel ein – und hofft, daß dann nichts passiert. Sie weiß selbst nicht mehr, ob sie ihn für schuldig oder sie ihn für schuldig oder unschuldig halten soll.
Der Bürgermeister kommt aus dem Pub, wo er sich mit den Bürgern beratschlagte, was in Sachen Mike zu tun sei, nach Hause.
Als er die Tür öffnet, sieht er zuerst seine Frau erhängt vom Türstock baumelt. Bevor er einen Laut von sich geben kann, legt sich eine kräftige Hand, wie die eines Holzfällers, um seinen Mund. Es ist Mr. Hyde. Ah, sie wollen Mike aus der Stadt jagen, aber das lasse ich nicht zu, ich werde ihn beschützen und mir alle vornehmen, die Mike quälen, dann damit quälen sie auch mich, sprudelt es aus dem brutalen Mund im Affengesicht. Und Mr. Hyde hebt den Stock, um den Bürgermeister damit zu knütteln.

In der Jugendstilvilla. Sullivan hat Erfolg gehabt, da über die Hydes nichts zu erfahren war, hat er über Anna Prelutsky Er­kundigungen eingeholt. Sie ist eine Polin, mit ihrer Schwester nach England gekommen, gleich nach dem Krieg. Ihre Schwester hat dann geheiratet und zwar - jetzt wird es interessant - in ein Dorf, das in der Nähe des Marbuel-Schlosses liegt. Dorian schaltet sofort einen Detektiv ein, der nach Schottland hinauffahren und an Ort und Stelle Erkundigungen einziehen soll. Es handelt sich um Fred Archer, der auch schon in Band 46 vorkam.
Da ruft Mikes Tante an. Sie bittet Dorian, schnell zu kommen, denn nach dem Tod des Bürgermeisters seien die Dorfbewohner fest entschlossen, Mike zu lynchen.

Nach Greenfield umblenden. Die Leute rotten sich um das Haus zusammen, die Massenhysterie zeigen. Mikes Tante versucht das Haus so gut es geht zu verteidigen, holt sogar eine Schrotflinte hervor, aber sie wird überrannt. Die Menge holt sich Mike, der schluchzend und wie in Trance im Bett liegt und von alledem nichts zu merken scheint. Als er etwas zu sich kommt, gesteht er den Mord an dem Bürgermeister und Mr. Quimbley ein, erzählt unter Tränen Einzelheiten, sieht ein, daß er den Strick verdient hat.
Gerade als er aufgeknüpft werden soll, treffen Dorian und Sul­livan ein. Sein (ungültiger) Secret Service-Ausweis wirkt. Sie befreien Mike, der aber für die Taten des "Mr. Hyde" bestraft werden möchte. Sie bringen ihn ungeschoren ins Haus, tragen seiner Tante auf, schnell alles Nötige zusammenzupacken, denn wer weiß, wie lange die Meute Ruhe gibt. Jetzt hat sie nichts dagegen, für kurze Zeit in Dorians Reihenhaus zu übersiedeln.
Beim Packen fällt ein Fotoalbum zu Boden. Dorian hebt es auf. Dabei fällt ihm ein Zeitungsfoto in die Hände, des an den Köpfen zusammengewachsene siamesische Zwillinge zeigt. Mikes Tante sagt mit bebenden Lippen, das Foto habe sie nur so aus einer Zeitung herausgeschnitten. Dorian gibt es ihr aber nicht zurück.
Mike hat den Augenblick genutzt, als Sullivan, der auf ihn ein Auge haben sollte, abgelenkt wurde, um davonzulaufen.

Aus der Warte des bösen Ichs schildern. Er will Rache an den Dorfbewohnern, zündet Auto und Häuser an und findet Spaß daran, sich von den Dorfbewohnern jagen zu lassen und sie zum Narren zu halten. Da kommt Dorians Wagen heran, bleibt neben dem Flüchtenden stehen. Dorian will ihn ins Auto zerren. Tante Anna kreischt. Mr. Hyde aber entwickelt unheimliche Kräfte, reißt sich los und schwört Dorian dafür Rache, daß er sich schon wieder um Mike gekümmert hat. Dorian nimmt die Verfolgung auf, findet dann Mike völlig groggy auf einer Lichtung. Mike sagt, daß er versucht hat, gegen das Böse anzukämpfen, doch unterlegen ist.

Im Reihenhaus angekommen, Mike schläft, verlangt Dorian von seiner Tante alles zu erfahren. Doch sie weigert sich noch immer. Sie glaubt nicht, daß sie dadurch Mike helfen könne, sie glaubt, daß Dorian nur beweisen will (vielleicht hält sie ihn für einen Sensationsreporter - Mystery Press!), daß Mike Mr. Hyde ist.

Aus der Warte des bösen Ichs.
So beginnen, wie Mike zu verspüren meint, daß er sich in Mr. Hyde verwandelt. Als solcher heuert er vier Schläger an. Diese lauern Dorian Hunter auf, als er das Reihenhaus verläßt, d.h. sie stoppen seinen Wagen in einer verlassenen Seitenstraße, schlagen ihn bewußtlos und bringen ihn auf ein Grundstück mit einem scheinbar verfallenen Haus. Darin hat sich Mr. Hyde häuslich eingerichtet, im Keller befindet sich eine Folterkammer.
Als Dorian auf die Streckbank geschnallt wird, wacht er durch die Schmerzen auf. Im Feuer wird von Mr. Hyde eine Zange glühend gemacht, mit der Dorian gerissen werden soll. Die Schläger, die mit solchen barbarischen Methoden nichts zu tun haben wollen, werden von Mr. Hyde durch Prügel gefügig gemacht - oder durch Folterandrohung.
An der einen Wand ist das Marbuel-Wappen. Dorian sagt Mr. Hyde auf den Kopf zu, daß er Lord Marbuel ist. Aber Mr. Hyde lacht satanisch.
Er sei nur ein Schüler von Lord Marbuel. Der Dämon habe ihm zu seiner Existenz verholfen, indem er ihn von den Toten wiederauf­erstehen ließ, und ihn dann die Künste der Schwarzen Magie gelehrt ebenso wie er ihn in die Geheimnisse des Bösen einweihte. Und schließlich habe er, Mr. Hyde seinen Meister übertroffen und das dadurch besiegelt, daß er Lord Marbuel tötete. Ich bin sein Schüler und sein Mörder, grausamer noch als er!
Da kommt Mr. Hyde mit der glühenden Zange. Die Schläger haben Dorian zuvor seiner Dämonenbanner entledigt. Doch eines konnten sie ihm nicht nehmen - seine Gesichtstätowierung. Und im Angesicht des Todes wird diese wirksam. Beim Anblick des magischen Stigmas in Dorians Gesicht, weicht Mr. Hyde schreiend zurück. Seine Helfer nutzen den Augenblick zur Flucht. Mr. Hyde will sie zurück­holen. Dorian, allein, versucht, sich von den Fesseln zu befreien.
Vergebens. Da erklingen wieder Schritte, kommen näher. Dorian denkt, daß ihm Mr. Hyde nun den Rest geben wird - aber da taucht Mike auf, befreit Dorian von seinen Fesseln, sagt, wie froh er sei, daß er endlich zu sich selbst zurückgefunden habe und Dorian nicht getötet habe.
Dorian ist skeptisch. Auf der Fahrt zum Reihenhaus zeigt er Mike das Foto mit den siamesischen Zwillingen, aber Mike kann darüber nichts sagen. Im Reihenhaus erreicht Dorian der Anruf von dem Detektiv Archer, der im schottischen Dorf, in das Annas Schwester geheiratet hat, Erkundigungen einholt. Archer weiß zu berichten, daß Annas Schwester siamesische Zwillinge bekommen hat, Michael und Edward. Sie wurden mit fünf Jahren operativ getrennt, Edward starb, Mike wurde von seiner Tante aufgenommen, als seine Eltern beieinem Autounfall starben. Der Tod ihrer Eltern ist aber recht mysteriös - als man ihre Leichen in dem Autowrack fand, wiesen sieVerletzungen wie von einem Ritualmord auf, wollen einige wissen. Ja, und Lord Marbuel hat die Operation finanziert.
Dorian gibt dem Detektiv den Auftrag, die Exhumierung des Grabes von Edward unter allen Umständen zu erreichen und ihm das Ergebnis sofort durchzugeben. Mikes Tante kann nun nicht mehr aus und teilt Dorian weitere Einzelheiten mit.
Dorian erhält in der folgenden Nacht den Anruf von Archer. Er mußte Leichenfledderer spielen, weil die Exhumierung nicht erlaubt wurde. Der versiegelte Sarg war leer.
Jetzt endlich sieht Dorian klar. Er sagt in Mikes Anwesenheit, daß er sofort in ihr Haus nach Greenfield müsse, um etwas zu holen, mit dem er Mr, Hyde endgültig vernichten könne. Und weg ist er.
Aus der Warte des bösen Ichs. Es hat mitgehört, was Dorian sagte, und nun hat es nichts eiligeres zu tun, als ebenfalls nach Greenfield zu fahren, um dem Dk den Fund, der zu seiner Vernichtung führen könnte, abzujagen und ihm gleichzeitig den Garaus zu machen.

Achtung: Hier sei gleich die Erklärung vorweggenommen.
Der Dämon Marbuel wollte die operative Trennung der siamesischen Zwillinge erreichen, weil er wußte, daß Edward sterben würde. Als es geschah, erweckte er Edward durch Totenbeschwörung zum Leben. Während Mike normal aufwuchs, erzog Lord Marbuel Edward zum absolut Bösen. Zwischen den Zwillingen bestand aber immer noch eine geheimnisvolle Verbindung. Manchmal hörte der eine die Gedanken des anderen erlebte gleichsam Szenen aus dessen Leben. Deshalb sah Mike die Morde seines untoten Bruders, erlebte sie mit, hielt sie für die seinen - und sein labiler Geist hielt dieser Belastung nicht stand, wurde gestört.
Edward wiederum - Mr. Hyde - erlebte die Demütigungen mit, die sein Zwillingsbruder einstecken mußte. Er hielt das nicht aus, der die Inkarnation des bösen war und nur an die Gewalt glaubte, wie es ihn sein Meister Marbuel gelehrt. Und deshalb tötete er jene, die seinen Bruder demütigten. Er tat es nicht aus Mitleid, nein, dazu wäre er nicht fähig gewesen, sondern nur seinetwegen, damit er das nicht mit ansehen und nicht miterleben mußte.
Deshalb tötete er Lisa und alle anderen.
Der debile Mike wußte am Ende selbst nicht mehr, was er getan hat und was nicht. Von der Existenz seines Zwillingsbruders wußte er nicht. Noch etwas, durch die Erweckung Edwards von den Toten, mußten ihre Eltern bei einer Schwarzen Messe sterben. Und Mike erlebte es durch Edward mit - und deshalb fühlte er sich für ihre Mörder.
Der DK wiederum hat erkannt, daß Edward alles erfährt, was auch Mike weiß. Und deshalb hat er gesagt, daß er im Haus in Green­field eine Waffe gegen Mr. Hyde zu finden hoffe - er sagte es, nur um Mr. Hyde eine Falle zu stellen.
Nun aus der Warte des bösen Ichs schildern. Dar Leser kennt ja die Hintergründe noch nicht. Er soll sie im folgenden Dialog zwischen dem DK und Mr. Hyde erfahren. Dorian ist nicht wirklich in dem Haus. Er ließ einen Sender installieren und verschiedene Lautsprecher, so daß Hyde glauben muß, daß er ständig woanders ist. Dorian hat im Dorf auch das Gerücht ausgesprengt, daß Mike ins Haus seiner Tante zurückkommen wird. Die Greenfielder trinken sich bereits Mut für die Lynchjustiz an, rotten sich zusammen.
Aus sicherer Entfernung beobachtet der DK aus dem Wagen die Geschehnisse, während er das Gespräch mit Hyde führt. Dieser schleicht durch das Haus, in der Hoffnung, Dorian in die Krallen zu bekommen.
Da kommen die lynchwütigen Greenfielder zum Haus. Sie tragen Fackeln bei sich, verlangen, daß Hyde herauskommt, sonst werden sie das Haus brennen lassen, wie er ihre brennen ließ. Mr. Hyde weiß, daß er in der Falle ist. Als die Dorfbewohner seine Fratze hinter den Fenstern sehen, verlieren sie die Beherrschung, zünden das Haus an.
Dorian glaubt alles verloren, als Mike auftaucht. Er hat ja die Todesangst seines Bruders miterlebt und auch alles erfahren, was zur Sprache gekommen ist. Wie er den weiten Weg von der Abraham Road hierher geschafft hat, ist nebensächlich (Autostopp). Jedenfalls ist er gekommen, um seinen böses Ich, seinen Zwillingsbruder zu bestrafen, zu töten (Zwischeneinblendung?).
Mike weiß ja nicht, daß sein Zwillingsbruder ohnehin in der Falle ist. Und wenn die Dorfbewohner Mike sehen, lynchen sie ihn, weil sie ihn für das Scheusal halten.
Dorian erreicht Mike, versucht, ihn gewaltsam zurückzuhalten. Sie ringen miteinander, während das Haus hinter ihnen brennt. Und Mike gebärdet sich, als würde er brennen. Dann entspannt er sich - sein untoter Bruder hat in den Flammen seine ewige Ruhe gefunden.
Im Epilog aussagen, daß Mike nun keine Alpträume mehr haben wird, und vielleicht kann nun auch sein Geist genesen. Seine Tante wird nun mit ihm irgendwohin ziehen, wo niemand sie kennt - und sie werden wieder einen neuen Namen annehmen.

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Thomas Mühlbauer 2018-08-21 22:11
"Aber wir müssen eben für jeden etwas bringen - und es muß auch erwähnt werden, daß die Themen für den Dk aufgrund der vorliegenden Titelbilder ausgewählt werden. Wir haben noch welche mit Urweltungeheuer Riesenkrake und einem Yeti im Hochgebirge."

Es gab also auch im DK diesen Zwang, einen Roman nach einem beliebig angekauften Titelbild schreiben zu müssen. Somit ist die Existenz von Romanen wie Panik, Trip in die Unterwelt und In der Gewalt der Schneemenschen hinreichend erklärt. Man muss aber den Beteiligten zugestehen, dass sie das recht gekonnt, unterhaltsam und auch serientechnisch gut gelöst haben.
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#2 Schnabel 2018-08-24 15:33
So ganz stimmt es nicht. Kurt Luif und Ernst Vlcek haben sich aus einer Auswahl die Titelbilder aussuchen können. Sie hätten die Bilder auch nicht nehmen müssen...
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#3 Thomas Mühlbauer 2018-08-24 18:06
"...es muß auch erwähnt werden, daß die Themen für den Dk aufgrund der vorliegenden Titelbilder ausgewählt werden."

Wenn sie die Bilder zu den obengenannten Bänden abgelehnt hätten, hätten sie Romane nach anderen bereits angekauften Bildern verfassen müssen - das Fazit wäre also dasselbe. ;-)
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#4 Heiko Langhans 2018-08-24 23:42
... zumal der Bildankauf wohl nicht in ihren Händen lag.
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#5 Andreas Decker 2018-08-25 12:51
zitiere Thomas Mühlbauer:
Man muss aber den Beteiligten zugestehen, dass sie das recht gekonnt, unterhaltsam und auch serientechnisch gut gelöst haben.



Stimmt. Es hätte schlechtere Inspirationen geben können.
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