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Hexenhammer - Hunters jugendfreier Bruder - Bd. 273/5 Der Schlaf des Todes

Hexenhammer - Hunters jugendfreier BruderBand 5 (Vampir Horror Roman 273)
Der Schlaf des Todes
von Neal Davenport (Kurt Luif)

Derek Hammer, der Hexenhammer, hat eine Vision, in der er in Belgien im Haus von Madame Lacombe zwei Skelette findet, während draußen ein Hubschrauber in Nähe eines Bunkers landet. Die Spur führt nach Brüssel und dem nahe liegenden Middelbourg. Hammer und Dr. Gulda reisen hin.


Hexenhammer - Hunters jugendfreier BruderUnd tatsächlich treibt in Brüssel der Hypnotiseur Cagliostro, mit dem Hammer bereits einen Zusammenstoß hatte, sein Unwesen. Er erpresst die Stadt. Er verlangt Millionen, ansonsten lässt er die ganze Stadt in Schlaf versinken. Und er liefert eine Probe seiner Macht, indem er Leute einschlafen und Polizisten sich wie sabbernde Irre verhalten lässt, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Das alles geschieht vor einer Horde Journalisten.

In Irland haben Vesta Banshee und Crofton "Red" Dunbar doch keine Lust, nach Bansheeloe zurückzukehren. Sie gehen erst einmal zum Pferderennen. Da werden sie von den Hexen von Bansheeloe gefunden. Bei den Frauen ist auch die dicke Xanthippe, Reds Frau. Als sich Vesta weigert, weiter Jagd auf Derek Hammer zu machen, wird sie von den Banshees verstoßen. Red soll gefoltert werden und dann sterben als Exempel, aber in ihrer Rage verstößt Xanthippe ihren Mann, und Vesta rettet ihn, indem sie ihn für sich beansprucht. Nun haben die Frauen aus Bansheeloe keine Macht mehr über ihn. Red ist frei. Die beiden beschließen, Derek Hammer zu suchen und ihm beim Kampf gegen Magus zu helfen.

Hammer und Gulda finden in Middelbourg schnell heraus, dass Cagliostro und Magus von dem Maklerehepaar Lacombe den Bunker gemietet haben. Mithilfe seiner Vision und weil er Magus und Cagliostro in dem Bunker praktischerweise belauschen kann, reimt sich Hammer zusammen, dass Cagliostros Erpressung in Brüssel nur ein Ablenkungsmanöver ist. Er will ganz Middelbourg mit Hypnose in Schlaf versetzen, damit Magus den Dämon im Hubschrauber unbemerkt einfliegen lassen und im Bunker unterbringen kann. Hammer will den Plan scheitern lassen, indem er das Bunkerinnere in Brand setzt. Mittlerweile sind Vesta und Red Dunbar zu ihm und Gulda gestoßen.

Kurz vor der Stunde X verwandeln sich die Lacombes innerhalb von Sekunden in Skelette. Hammer findet sie genau wie in der Vision, verwandelt sich in den brennenden Mann und prügelt sich mit Magus´ Handlangern herum, während Vesta die Bunkereinrichtung mit Benzin tränkt und anzündet. Cagliostro will Hexenhammer einen Sprung aus dem Turmfenster einsuggerieren, da seine Fähigkeiten aber an ihm abprallen, beeinflusst er sich selbst und springt in den Tod.

Magus und Lemuron fliegen wieder ab, da ihr Helfer tot ist und der Bunker brennt, während einige gesichtslose Handlanger aus der Hypnose erwachen und nach der Flucht ihres Herrn ebenfalls skelettieren. Am Ende hat Hammer den Hinweis auf einen Dr. Heyden, der ein Handlanger von Magus ist und in Brüssel sein Unwesen treibt.

DIE MEINUNG
Eine temporeiche Geschichte konnte Kurt Luif immer erzählen, selbst wenn der Plot eher sinnfrei ist. Und so ist das flüssig erzählt und kann mit ein paar stimmungsvollen Szenen punkten, ob es nun die Rennbahn ist – Luifs Spezialgebiet - oder die Skelettierung von Madame und Monsieur Lacombe. Auch die Konfrontation zwischen dem Hexenhammer und Cagliostro ist kompetent erzählt.

Inhaltlich gesehen ergibt Magus´ Meisterplan allerdings selbst bei wohlwollender Betrachtung keinen Sinn. Was ist in der Zwischenzeit mit Lemuron passiert? Wo war er seit Bd.1? Wird er seit Wochen durch Europa gekarrt? Magus hatte 20 Jahre Zeit, sich auf diesen Augenblick vorzubereiten. Zwar konnte er die größte Sammlung okkulter Nieten Europas um sich scharen, aber das mit der Logistik der Weltherrschaft hat er irgendwie falsch angefasst.

Da breitet also der Meisterhypnotiseur Cagliostro vor der versammelten Presse seinen Erpressungsversuch in aller Öffentlichkeit aus, was aber nur ein Test/Ablenkungsmanöver sein soll, damit er dann die Stadt Middelbourg in Schlaf versetzt. Um zu verhindern, dass jemand sieht, wie der Dämon Lemuron mit dem Hubschrauber eingeflogen wird, um in einem sehr öffentlichen Bunker einzuziehen. Doch, klingt völlig logisch und listig. Vermutlich hätte der Plan funktioniert, hätte man den Dämon nachts einfach im Laster angeliefert, aber das wäre zu einfach gewesen.

Warum das Ehepaar, das den Bunker vermietet, in Skelette verwandelt wird, bleibt mehr oder weniger offen. Vermutlich durch Lemurons Macht, weil sie Verräter sind. (Was Cagliostro und der Magus aber erst danach erfahren. Außerdem ist Lemuron zu diesem Zeitpunkt doch noch gar nicht in der Nähe.) Warum die namenlosen Handlanger nach ihrer Befreiung von Cagliostros Hypnose jedoch ebenfalls zu Staub zerfallen, ist nicht so ganz einsichtig. Aber am Ende macht es keinen Unterschied. Man darf einfach nicht über die Geschichte nachdenken.

Cagliostro stirbt so blass, wie er gelebt hat. Der Leser erfährt nichts über den mächtigsten Hypnotiseur der Welt, der eine ganze Stadt einschlafen lassen kann.

Immerhin findet die unsägliche Geschichte mit den Hexen von Bansheeloe erst einmal ihr Ende. Ansonsten folgt der Roman seinen Vorgängern. Flüssig erzählt ohne dramatische Höhepunkte. Es gibt ein paar zaghafte Gruselelemente und man folgt dem Konzept, die Serie zu einer Art Europagrusel zu machen, indem man die Helden durch die Nachbarländer schickt und auf Jet-Set-Lokalitäten verzichtet. Eben alles eine Nummer kleiner beim Hexenhammer.

Das ist wieder Softgrusel mit viel Herumgerenne und wenig spannendem Inhalt.

DAS TITELBILD
Ein stimmungsvolles Cover, das vermuten lässt, dass es als Inspiration für die Handlung diente.

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Der Schlaf des Todes

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