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Preston, Douglas: Credo - Das letzte Geheimnis

Douglas Preston - Das letzte GeheimnisCredo – Das letzte Geheimnis
(Blasphemy)
von Douglas Preston
aus dem Amerikanischen von Katharina Volk
Droemer Hardcover
erschienen: Sommer 2008 (Deutschland), 2008 (USA)
586 Seiten, 16.95 €
ISBN: 978-3-426-19798-1
DroemerKnaur

Wissenschaft und Religion sind heutzutage längst keine Vorstellungen mehr, die sich gegenseitig ausschließen. Viele Wissenschaftler glauben an die Existenz eines Gottes, und viele religiöse Würdenträger zeigen sich aufgeschlossen gegenüber den Erkenntnissen moderner Forschung. Doch so schön sich dies auch anhören mag: Immer wieder erweist sich das Zusammentreffen von Religion und Wissenschaft als äußerst explosives Gemisch, insbesondere dann, wenn die Extremformen dieser Denkrichtungen, strenge Wissenschaftsgläubigkeit einerseits und religiöser Fanatismus andererseits, aufeinander prallen.

Wie extrem die Folgen eines derartigen Zusammenpralls sein können, zeigt der amerikanische Bestsellerautor Douglas Preston in Credo, seinem neusten Thriller.

Das Buch

In einem abgeschirmten Labor in der Wüste von Arizona untersuchen einige der brillantesten Wissenschaftler der USA unter der Leitung des Nobelpreisträgers Gregory Hazelius die Urknalltheorie. Zu diesem Zweck wurde Isabella errichtet, ein gewaltiger Teilchenbeschleuniger, mit dessen Hilfe das Rätsel um die Entstehung des Universums gelöst werden soll.

Doch etwas geht schief, und Isabella gerät außer Kontrolle. Noch ehe die Wissenschaftler auf die ungewöhnlichen Messdaten, die sie erhalten, reagieren können, empfangen sie eine Botschaft aus dem Inneren des Teilchenbeschleunigers - was eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Handelt es sich dabei um das Werk eines genialen Hackers oder sollte es gar gelungen sein, eine Verbindung zu Gott herzustellen?

Einen Monat später. Als die zuständigen Behörden lange Zeit keine Fortschrittsmeldungen mehr vom Isabella-Projekt auf den Tisch bekommen, schicken sie den ehemaligen CIA-Agenten Wyman Ford undercover in die Forschungsstation. Was er hier entdeckt, sprengt beinahe seine Vorstellungskraft.

Doch Ford ist nicht der Einzige, der von den außergewöhnlichen Vorgängen in der Wüste Arizonas erfährt. Schon bald gerät das Projekt ins Visier einiger radikaler, erzkonservativer Christen. Was als Protest gegen die vermeintlich schändlichen Experimente der Wissenschaft beginnt, löst bald eine Lawine aus, die unzählige Menschen mit in den Abgrund reißen wird...


Kritik

Wow!

Viel besser und treffender kann ich die Erfahrungen, die ich bei der Lektüre von Douglas Prestons neustem Werk gemacht habe, kaum ausdrücken. Was der Amerikaner seinen Lesern hier bietet... Wow!

Doch langsam, immer schön der Reihe nach, eins nach dem anderen.

Credo ist ein mitreißender Mix aus Wissenschafts- und Religionsthriller, der die besten Elemente aus beiden Genres miteinander vereint und dadurch einen Mix schafft, wie er verstörender und explosiver nicht sein könnte. Preston nimmt seine Leser mit auf eine Achterbahnfahrt, die sie so schnell nicht mehr vergessen werden.

Es sind wirklich schwere Geschütze, die Preston hier auffährt; der Stoff, der hier geboten wird, ist schwer zu verdauen und immer wieder hart an der Grenze des Vorstellbaren. Was da in Folge eines wissenschaftlichen Experiments und religiösem Fanatismus geschieht, erscheint auf den ersten Blick übertrieben und an den Haaren herbeigezogen. Eine derartige Eskalation und ein solcher Ausbruch an Hass, Verblendung und Gewalt (auf beiden Seiten, wohlgemerkt!), das kann doch nur auf dem Mist eines Autors gewachsen sein, mit dem die Fantasie mal wieder durchgegangen ist. Oder?

Doch man braucht nur mal die Nachrichten zu schauen, und schon wird einem klar, dass das Schreckensszenario, das Preston hier entwirft, gar nicht so unrealistisch anmutet, wie es zunächst den Anschein hat. Schnell wird einem bewusst, dass die Heftigkeit, mit der der Streit zwischen Religion und Wissenschaft in Credo abläuft, nicht halb so haarsträubend ist, wie man vermuten könnte.

Nichtsdestotrotz muss man erst mal schlucken und benötigt ein wenig Zeit, um das Buch auf sich wirken zu lassen und alle Geschehnisse so zu akzeptieren, wie sie präsentiert werden. Doch hat man dies erst mal geschafft, dann darf man sich auf einen der erschreckendsten und aufwühlendsten Thriller der letzten Jahre freuen.

Credo ist düster, brutal, rasant und enorm spannend. Eine Wendung jagt die nächste, und die Story, die zunächst recht simpel und vorhersehbar zu sein scheint, erweist sich immer mehr als vollkommen unberechenbar. Mit jedem neuen Kapitel taucht der Leser tiefer ein in eine Welt aus Lügen, Hass und blindem Fanatismus, und je weiter man liest, umso weniger ist man bereit, den Roman vor dem großen Finale wieder aus der Hand zu legen.

Dieses ist eine echte Überraschung im positiven Sinn. In keiner Weise klischeehaft oder vorhersehbar führt es die Handlung konsequent zu einem überzeugenden Abschluss, der den Leser äußerst nachdenklich zurück lässt.

Keine Frage, mit Credo ist Douglas Preston der ganz große Wurf gelungen. Nicht, dass es nicht den ein oder anderen Kritikpunkt gäbe; so wirken die Protagonisten des Buches allesamt reichlich stereotyp, und das Beziehungsgeflecht zwischen den Personen ist recht simpel gestrickt. All dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Credo der mit Abstand aufwühlendste und verstörendste Thriller ist, den ich in letzter Zeit gelesen habe (und das sind einige, wie jeder bestätigen kann, der meine Rezis auf dem Zauberspiegel kennt).

Credo ist eines der faszinierendsten, packendsten Bücher der letzten Zeit. Wen der ewige Zwist zwischen Wissenschaft und Religion leicht aufregt, der sollte wohl besser seine Finger von dem Buch lassen; das, was Preston zum Besten gibt, ist ziemlich heftig und kann schnell für einen hohen Blutdruck sorgen. Wer allerdings einmal einen wirklich aufregenden und bis zum (bitteren?) Ende hin ungemein spannenden Thriller lesen will, der liegt mit Credo goldrichtig. Fans von Prestons Werken Codex und Canyon, den Romanen Thunderhead und Mount Dragon, die der Amerikaner mit seinem Co-Autor Lincoln Child geschrieben hat, sowie von Uwe Schomburgs Der Babylon-Code dürften ebenfalls gefallen an dem Thriller finden.

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