Anne Frank-Verfilmung nun in der ARD

1Was dem ZDF misslingt, gelingt dem Ersten: Ein Film zum 70. Todestag des jüdischen Mädchens. Für den Mainzer Sender dürfte die Nachricht unangenehm sein.

Für das ZDF dürfte es eine peinliche Angelegenheit sein. Nachdem der Mainzer Sender vor zwei Wochen seine Pläne aufgeben musste, das Leben von Anne Frank zusammen mit dem Produzenten Oliver Berben zu verfilmen, kündigt die ARD nun für Anfang 2015 ein Doku-Drama über das jüdische Mädchen an, das im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorben ist.


Die Beziehung von Vater und Tochter steht im Mittelpunkt

Das Drama soll die Beziehung von Vater Otto Frank und seiner Tochter in den Mittelpunkt stellen, teilte das Erste am Donnerstag mit.

Die Erzählung werde sich eng an die Vorlage des berühmten Tagebuchs halten. Das Drehbuch stammt von Hannah und Raymond Ley („Eine mörderische Entscheidung“, „Die Kinder von Blankenese“), Raymond Ley übernimmt auch die Regie. Die Hauptdarstellerin wird derzeit in Frankfurt und Berlin gecastet.

„Wir begrüßen es, dass es in einem öffentlich-rechtlichen Sender aus Deutschland anlässlich des 70. Todestags von Anne Frank eine ernsthafte Auseinandersetzung zu dem Thema auf der Basis von Quellentexten und Archiven mit einem modernen Ansatz gibt“, sagte Yves Kugelmann, Stiftungsratsmitglied des in Zürich ansässigen Anne Frank Fonds, der als weltweiter Universalerbe der Familie von Otto Frank eingesetzt worden ist. Der Fonds, der die Rechte am Tagebuch und anderem Archivmaterial hält, war irritiert und verärgert darüber, dass Berben und das ZDF einen Film über Frank planten, ohne die Rechte vorher angefragt zu haben. Um weiteren Ärger mit dem Fonds zu vermeiden, hatte das ZDF die Pläne dann aufgegeben.

Produziert wird der ARD-Film von der AVE, die exklusiv über die Verfilmungsrechte am Tagebuch der Anne Frank verfügt und gleichzeitig an einem internationalen Kinofilm über Anne Frank und ihre Familie arbeitet. Federführender Sender ist der Hessische Rundfunk, beteiligt sein wird auch der RBB.

Bild: Logo Das Erste aus der Wikipedia

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