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... Steve Jones über den Start aus einem Guss, »Justifiers« im Comic und transparenten Kontakt

ohne Foto... Steve Jones
... über den Start aus einem Guss, »Justifiers« im Comic und transparenten Kontakt

Markus Heitz' »Justifiers«-Universum schickt sich an, wirklich jedes Medium zu erobern. Über die Pläne für Romane, die Taschenbuchreihe und das Rollenspiel haben wir hier auf dem Zauberspiegel ja schon einiges berichtet. Diesmal wenden wir und seiner anderen Form des Geschichtenerzählens zu: dem Comic.

Steve Jones von New Ground Publishing, jenem Verlag, der verantwortlich für die Comic-Umsetzung des Rollenspiel-Universums ist, stellte sich trotz eines reichlich vollgepackten Terminkalenders den Fragen des Zauberspiegels und verriet uns erste Details über den kommenden »Collectors«-Comic. Was genau SF-Fans erwartet, könnt Ihr im Folgenden nachlesen.

Zauberspiegel: Fangen wir mit einigen allgemeinen Dingen an: Können Sie uns etwas über sich und über New Ground Publishing erzählen?
Steve Jones: Über mich gibt es nicht so viel spannende Sachen zu erzählen, aber die New Ground Publishing GmbH ist ein Online Verlag, welcher 2 Ziele verfolgt: Tolle Comics, Mangas und Kreativ-Ratgeber verlegen und neue digitale Vertriebswege entwickeln. Dabei sind wir genauso viele Verlagsmenschen wie Softwareentwickler und Designer im Haus. Jede unsere Veröffentlichung ist immer auch digital auf unseren Plattformen und Shops wie comicstars.de, für das iPhone/iPad, für eBook Reader und in naher Zukunft auch für Spielekonsolen erhältlich. Wir verfolgen ein paar sehr innovative Konzepte zum Thema „Verlagswelt im 21. Jahrhundert“.

Zauberspiegel: Welchen Bezug haben Sie persönlich zu Rollenspielen im Allgemeinen und zu »Justifiers« im Besonderen?
Steve Jones: Ich war selber schon seit frühen Jahren Rollenspieler. Mit 16 hatten sich alle Rollenspieler unseres Dorfes nahe Hannover zusammengefunden und wir spielten eigentlich alles mal: DSA, »Shadowrun«, »Vampire The Masquerade«. Sehr schnell sind wir dann aber auch ins LARP eingestiegen, waren jahrelang unterwegs und haben selber einige größere Conventions organisiert.
Mit Justifiers an sich bin ich nie zuvor in Berührung gekommen. Ich kann mich aber schon SciFi-Fan nennen. Und nachdem ich das Privileg hatte mich für die Comicadaption in »Collectors« einzulesen, kann ich nur sagen, dass das Setting und die Story von »Justifiers« genau mein Ding sind.

Zauberspiegel: Wie ist es zur Zusammenarbeit zwischen Markus Heitz und Ihrem Verlagshaus gekommen?
Steve Jones: Einige Bücher von Herrn Heitz werden ja bereits seit Jahren erfolgreich in unserem Mutterhaus, dem Droemer/Knaur Verlag verlegt. Als wir letztes Jahr Deutschlands höchst dotierten Comicwettbewerb durchführten, brauchten wir also jemand, der Storys bewerten kann, und da wollten wir uns mit nicht weniger als dem Besten abgeben. Der Kontakt wurde dann vom Mutterverlag hergestellt und schon nach kurzer Zeit erkannte man gewisse Gemeinsamkeiten und das Potential in einer gemeinsamen Zusammenarbeit.

Zauberspiegel: Kommen wir zum Comic an sich. Dieser ist ja Teil eines recht umfangreichen Projekts, das mit einem Rollenspiel, Romanen, und, und, und einhergeht. Wie verordnen Sie in diesem Zusammenhang den Stellenwert des Comicalbums?
Steve Jones: Die Alben, es werden 3 alleine für »Collectors«, sind wirklich kein kleines Projekt. 6 Mitarbeiter sind nur mit der Produktion der Comicadaption betreut: Zeichner, Koloristen, Szeneristen, Setzer/Layouter, Produktionsleiter, Assistenz ... Wir reden also schon von einer großen Comicproduktion, die hier in Deutschland entsteht. Und natürlich sind wir uns auch der Herausforderung und Verantwortung bewusst, hier einen visuellen Stil für das Großprojekt »Justifiers« zu entwickeln, welcher auch über das Comic hinaus Bestand haben kann.

Zauberspiegel: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit bei der Herstellung des Comics zwischen Ihrem Verlag und Markus Heitz? Wie sind die Aufgaben verteilt, und wie kann ich mir den Ablauf von der ersten Idee bis zum vollständigen Album vorstellen?
Steve Jones: Die Zusammenarbeit mit Herrn Heitz ist stets kreativ und angenehm. Das hört sich gerade nach einem Satz im Arbeitszeugnis an ... Also anders gesagt findet eigentlich fortwährend ein transparenter Kontakt mit Herrn Heitz statt. Sobald wir Inhalte oder Ideen haben, wird Herr Heitz mit einbezogen. Wir tauschen uns dann aus und lassen die Antworten in die weitere Arbeit einfließen. Es ist wichtig das alle Produkte aus dem »Justifiers«-Setting aus einem Guss sind, besonders beim Start.
Für »Collectors«, der Comic-Romanadaption, ist der Produktionsweg zum größten Teil bereits vorgeschrieben. Der Szenerist arbeitet gerade den Roman in eine Art „Regieanweisung“ für den Zeichner um. Der Zeichner macht dann Skizzen, welche vom Produktionsleiter mit Herrn Heitz abgestimmt werden. Die abgesegneten Skizzen werden „geINKT“, also mit Tusche oder Tinte finalisiert. Danach kommt die Koloration und die Seite ist fast fertig: Der Layouter setzt noch die Seite und fügt Blasentexte ein. Das kann je nach Inhalt mehrere Tage pro Seite dauern.

Zauberspiegel: Können Sie mir schon erste Informationen zum Comic an sich geben? Also etwa in Bezug auf Zeichner, Erscheinungsform, Erscheinungsdatum, Erscheinungsrhythmus (für den Fall, dass eine Reihe geplant ist) und ähnliches?
Steve Jones: Einiges habe ich ja bereits verraten. Zum Beispiel, dass es 3 Comicalben für die Romanadaption von »Collectors« geben soll. Und dass diese auf jeden Fall auch digital verfügbar sein werden. Das Erscheinen des ersten Bandes ist bereits in diesem Jahr geplant.

Zauberspiegel: Abgesehen davon, dass der Comic im »Justifiers«-Universum spielen wird: Inwiefern wird er unabhängig von anderen Produkten aus Markus Heitz' Spielekosmos sein, inwiefern wird er in Bezug zu anderen Produkten stehen?
Steve Jones: Die Illustrationen und visuellen Konzepte, die in der Comicproduktion entstehen, können natürlich vielfältig genutzt werden. Ob zu den Rollenspielbüchern, Merchandise oder als Vorlage für eine Hollywood-Produktion 2015, kann ich noch nicht endgültig bestätigen (Letzteres ist rein spekulativ und ist reines Wunschdenken von mir.). Ich denke, dass »Justifiers« dadurch viel an Tiefe gewinnt. Die Produkte rund um diese wirklich spannende Welt greifen alle ineinander und die grafischen Elemente zur Wiedererkennung aller »Justifiers«-Produkte helfen dabei, sich schnell in diese Welt einzuleben. Vielleicht ist es gerade diese Homogenität, die die Zusammenarbeit mit Herrn Heitz und anderen Produzenten aus dem »Justifiers«-Universum so spannend macht.
Neben der derzeitigen Romanadaption lassen wir aber auch gerade Konzepte für gänzlich neue Geschichten aus dem »Justifiers«-Universum entwickeln. Wir haben die Möglichkeit einige Aspekte zu beleuchten, die sich visuell besser erzählen lassen. Ein Beispiel ist die schiere Größere von riesigen Raumstationen: Schwer zu beschreiben im Buch, im Comic eine Seite. Mit den aktuellen Stilmitteln lassen sich auch schnelle Bewegungen, Action, Explosionen, Zweikämpfe spannend als Comic umsetzen. Wir sind heute, was die Bildsprache angeht, viel näher an Hollywood dran als noch vor 20 Jahren.

Zauberspiegel: Gibt es schon Planungen über den kommenden Comic hinaus, und falls ja, wie sehen diese, sofern schon etwas darüber gesagt werden kann, aus?
Steve Jones: Wir lassen gerade Konzepte für neue, exklusive Storys aus dem »Justifiers«-Universum erstellen. Es gibt wirklich unendlich viele Geschichten, die sich dort zutragen können, aber trotzdem wird »Justifiers« immer das gewisse Besondere haben, welches es auch klar von Anderen unterscheidet. An dieser Stelle sei vielleicht auch bemerkt, dass wir neue Zeichner und Koloristen für die Arbeit am »Collectors«-Universum suchen!

Zauberspiegel
: Vielen Dank, Herr Jones, für Ihre Zeit und Ihre Antworten!

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