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... Dennis Rohling über den Hörplanet, Prophezeiungen und Live-Auftritte

Dennis Rohling … ... Dennis Rohling ...
... über den Hörplanet, Prophezeiungen und Live-Auftritte

Dennis Rohling - Er ist der Mann hinter dem Label Hörplanet. Serien wie Lady Bedfort und Edgar Allan Wallace hat er aus der Taufe gehoben. Zu Anfang noch ein kleines semiprofessionelles Label, hat sich Hörplanet schnell gemausert, und sich einen Namen gemacht. Hörplanet steht mittlerweile für qualitativ anspruchsvolle Produktionen. Und doch hat es jetzt drei Serien erwischt, von denen sich Hörplanet trennt. Im Interview lesen wir mehr darüber.
Zauberspiegel: Hörplanet hat letzte Woche verkündet einige Serien einzustellen. Wie kam es dazu?
Dennis Rohling: Wir haben Verkaufszahlen gewälzt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die nun vorübergehend eingestellten Serien aktuell keine Daseinsberechtigung mehr haben, da sie keine wirtschaftlichen Verkaufszahlen haben. Wir hatten das Glück, das wir lange Zeit sehr idealistisch produzieren konnten. Wir machen ja seit 2003 auf halbwegs professionellem Niveau Hörspiele, bzw. damals fing es an, ernsthafter betrieben zu werden. Aber richtig Geld bekamen wir erst ab Mitte 2007 dafür. Davor waren es eher Peanuts. Doch diese 4 Jahre, in denen wir keinen dicken Reibach gemacht haben, waren sehr gut für die künstlerische Entfaltung, da wir es ohnehin nicht gewohnt waren, gewisse Zahlen erreichen zu müssen.
Aber nun sind wir in 2009 und da müssen wir langsam mal ein bisschen Kapitalismus einfließen lassen. Sicher nicht so viel wie bei so manchem Major-Label, aber zumindest ein bisschen. Würden wir den Major-Maßstab ansetzen, würde es seit einigen Tagen gar keine Serien mehr geben und ich säße wieder im Callcenter und würde armen Bürgern Handyoptionen andrehen.

Zauberspiegel: Zumindest „Lady Bedfort“ erfreut sich ja offenbar großer Beliebtheit. Liegt es vielleicht daran, dass Serien mit unbekanntem Schema, wie „2114“ beim Publikum nicht so gut ankommen, wie Stoffe mit bekanntem Schema? Lady Bedford ist ja sowas wie klassischer Krimi und lehnt an „Miss Marple“ an. Die Horrorhelden folgen auch immer einem bekannten Schema.
Dennis Rohling: Woran das liegt, wissen wir nicht. "Lady Bedfort" war wohl einfach eine dieser Sachen, mit denen man dann doch mal Glück hat. Warum auch nicht, hatten wir sicher mal verdient Laughing

Zauberspiegel: Was zieht ihr aus dem Aus der Serien für eine Konsequenz, außer diese eingestellt zu haben? Macht ihr weniger, konzentriert Euch vielleicht nur auf „Lady Bedfort“, wählt Ihr eventuell andere Vertriebswege, oder plant ihr etwas völlig anderes?
Dennis Rohling: Die Konsequenzen SIND ja die Einstellungen.

Zauberspiegel: Wie siehst du den Hörspielmarkt persönlich in ein zwei Jahren?
Dennis Rohling: Ich finde dieses öffentliche Zukunftsdeuteln in diesem Maße eher blöd. Ich werde hier gewiss nicht prophezeien, wer wann nicht mehr da ist.

Zauberspiegel: Sind es die kleinen Label, die am meisten zu kämpfen haben am Markt?
Dennis Rohling: Keine Ahnung, ich kenne nur uns intern.

Zauberspiegel: Im August gibt es Edgar Wallace live. Damit folgt ihr den Drei??? Sowie Kommissar Dobranski auf die Bühne. Lebt ein Hörspiellabel mittlerweile auch von Liveauftritten ihrer Serien?
Dennis Rohling: Genau genommen ist es nicht Wallace, mit dem wir folgen, sondern war es Lady Bedfort vor 1 1/2 Wochen.
Es schmeichelt natürlich schon, wenn wir mit Auftritt 1 fast doppelt so viel Zuschauer reißen wie so ein vermeintliches Schlachtross wie Dobranski.
So ein Liveauftritt bringt bei ausverkauftem Haus so gerade die Kosten wieder rein. Man muss ja für die Sprecher Hotels bezahlen und Anfahrten. Und essen wollen die meist auch was. Insofern ist das nix, was wirklich lohnenswert ist.

Zauberspiegel: Liveauftritte bedürfen immer einer langen Vorausplanung. Kannst du dennoch sagen, ob da in Zukunft noch mehr von Eurer Seite geplant ist?
Dennis Rohling: Das Gute für Osnabrück ist, dass ich als Ausrichter dieses Events einfach eine große Leidenschaft für Bühnenarbeit habe. Zuletzt spielte ich in einem großen Stück im Jahr 2004. Danach waren "Bretter die die Welt bedeuten" eingeschlafen. Aber ich habe am 18. April 2009 gemerkt, wie wunderschön es wieder war, direkt vor dem Publikum zu spielen und es zu begeistern. Das möchte ich natürlich gerne so lange wie möglich weiter machen, denn davon haben wir alle was. Das Publikum UND ich Laughing

Zauberspiegel: Und in Punkto neue Serien? Traut Ihr Euch da bald wieder an etwas heran?
Dennis Rohling: Mal schauen. Still sitzend wird man uns sicher nie erleben. Aber da müssen wir in Ruhe schauen.

Zauberspiegel: Kannst du mir noch etwas zur Präsentation von Hörspielserien im Geschäft sagen. Woran hapert es da deiner Meinung nach? Und gibt es wirklich Hörspiele-Impuls-Käufer, oder sind alles Stammhörer, die sowieso über das Internet bestellen?
Dennis Rohling: Wie bereits überall nachzulesen ist, bin ich der Meinung, dass es aktuell einfach zu viele Veröffentlichungen gibt. Darin geht nahezu ALLES unter, erst recht die Sachen, die kein eigenes Fach bekommen und erst geringe Folgenzahlen haben. in so einer Masse kann man gar nicht auf die Verkaufszahlen kommen, die man monatlich braucht, um den hohen Standard zu finanzieren. Und wer sich umschaut, wird sehen, dass mittlerweile einige Label antreten und versuchen, mit Preisen um die 10 Euro die ganze Sache aufzufangen. Das ist für uns der gänzlich falsche Weg, denn man kann sicher auf lange Sicht keine Kunden halten, die nach und nach immer weniger Geld in der Tasche haben, wenn man sich nen schönen Einzelpreis genehmigen will.

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