In brightest day, in blackest night - Teil 139: Tales of the Green Lantern Corps
In brightest day, in blackest night
Teil 139: Tales of the Green Lantern Corps
Tales of the Green Lantern Corps ist eine Sub-Serie innerhalb der regulären Green-Lantern-Serie, die sich mit den Abenteuern verschiedenster Ringträger befasst. Der Fundus an Charakteren ist groß, denn jedem der 3600 Sektoren, in die das Universum unterteilt ist, steht eine Green Lantern vor und sorgt dort im Auftrag der Guardians für Recht und Ordnung. An der Schnittstelle dieser 3600 Sektoren befindet sich das Zentrum des Universums, wo sich der Planet Oa befindet. Auf Oa befindet sich die Central Battery aus der die persönlichen Laternen der Green Lanterns ihre Energie beziehen und an denen sie schließlich ihre Ringe aufladen.
Auf Oa befindet sich das Book of Oa, in dem die Einsätze sämtlicher Green Lanterns aufgezeichnet sind, die jemals stattgefunden haben. Dieses Annual hat eine geringe Rahmenhandlung, in der eine Green Lantern in dem Buch blättert. Erzählt werden kurze Episoden, wie sie in der Sub-Serie zu finden waren.
Seit Band 200 heißt die Serie The Green Lantern Corps und nicht mehr Hal Jordan allein ist auf der Erde stationiert. Die Sub-Serie erscheint seitdem nicht mehr und so erscheint mit dieser Ausgabe bereits das dritte Annual, in dem die Abenteuer von neuen und teils bizarren Lantern erzählt werden. Der Umfang der Episoden umfasst in etwa die der Sub-Serie.
Den Anfang machen Alan Moore und Bill Willingham, die mit „In blackest night“ eine Geschichte über Katma Tui erzählen. Sie wird von den Guardians auf eine Welt geschickt, um dort nach einer geeigneten neuen Green Lantern jenes Sektors zu suchen.
Sie trifft dort auf Rot Lop Fan, der als ein geeigneter Kandidat erscheint. Allerdings kann das fremdartige Wesen den Green Lantern Ring nicht nutzen, denn er ist blind und in seiner Sprache ist das Konzept von Licht und Farbe nicht vorhanden. Katma fordert ihn auf, mit seiner Willenskraft durch den Ring Töne zu erschaffen und so kann er den Ring dann doch nutzen. Dazu wandelt sie seine Uniform ab, die er in den letzten Panels trägt. Nicht das Zeichen des Corps prangt dort, sondern eine Glocke.
Alan Moore bringt eine kleine, humorvolle Story, in der Katma Tui eine praktikable Lösung für ein Problem findet. Das ist recht unterhaltsam geschrieben, allerdings mag sich die Geschichte nicht recht in Green Lantern einfügen. Eine neue Green Lantern wird von einem Ring erwählt, ggf. von den Guardians dazu ernannt. Es ist bisher kein Fall bekannt, in dem eine Lantern eine neue auswählt.
Zeichner Bill Willingham hat nun bereits einige Arbeiten für die Serie verfasst. Sein Stil festigt sich zu dieser Zeit bereits und die Seiten sind sehr fantasievoll und abwechslungsreich dargestellt.
In der nächsten Episode "Guardian Angel“ berichten Michael Carlin und Paris Cullins über Shingo-Wol, der in einen Bürgerkrieg eingreift. Die Kriegsparteien verbünden sich gegen die Green Lantern und der Konflikt ist beendet. Shingo-Wol überlebt die Kämpfe nicht und im Angesicht des Todes gaukelt sein Ring ihm eine Vision vor, in der er siegreich in das Universum hinausfliegt.
In der Geschichte sind zwei Themen enthalten, die gut aufeinander abgestimmt sind. Shingo-Wol vereinigt die Streithähne, in dem er den Unmut auf sich zieht. Der Krieg ist beendet, der mit Shingo-Wol sein letztes Opfer findet. Der Leser lernt eine weitere Funktion der Ringe kennen. Beim Zeitpunkt des Todes spielt er ihnen eine Vision vor, die ihn langsam in den Tod übergleiten lässt.
Die Geschichte ist unterhaltsam geschrieben, die Zeichnungen können mit der Qualität allerdings nicht mithalten. Hier und da flackern ein paar Einfälle in den Panels auf, die aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
In der dritten Folge „Worship“ wird eine Green Lantern wie ein Gott verehrt, nachdem sie Jahre zuvor einen planetaren Bürgerkrieg beendet hatte. Sie verlernt mit den Jahren, was es heißt eine Green Lantern zu sein und als dem Planeten die Vernichtung droht, müssen andere Lanterns die Gefahr abwenden.
Die Green Lantern schämt sich für ihre Passivität und will den Ring abgeben. Eine Frau tritt auf sie zu und fordert sie auf, weiterzumachen. Die Planetenbewohner haben ihre ruhmreichen Taten in der Vergangenheit nicht vergessen. Sie soll weiter auf dem Planeten verweilen nicht als Gott, sondern als Teil ihrer Gemeinschaft.
Kurt Busiek und Garcia Lopez erzählen diese kleine Episode über vergangenen Ruhm und den Willen zu verzeihen. Die Green Lantern ruht sich auf den Erfolgen der Vergangenheit aus und verlernt ihre Fähigkeiten. Als die Gefahr abgewendet ist, lassen die Planetenbewohner die Green Lantern nicht fallen. Sie nehmen sie in ihre Gemeinschaft als gleichwertigen Teil auf.
Die Qualität der Zeichnungen schwankt. An vielen Stellen sind die Layouts langweilig und grob gezeichnet. Sobald die Perspektive die Gesichter in den Mittelpunkt rückt, legt das Niveau zu und dem Zeichner gelingen einige gute Porträts. Nicht mehr, allerdings auch nicht weniger.
04/2026



