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Comes, Edgar - Das Römer-Kochbuch

Comes, Edgar - Das Römer-KochbuchDas Römer-Kochbuch
von Edgar Comes

Wenn es um Geschichte geht, um das Verstehen und das Darstellen derselben, kommt man um eine Auseinandersetzung mit dem Bereich Essen / Ernährung nicht herum. Schließlich ist Essen als elementares Bedürfnis des Menschen nicht aus unserem Leben wegzudenken.

Entsprechend interessant sind Kochbücher, die sich mit historischen Themen beschäftigen.  Das Römerkochbuch ist eines davon. Es versucht die Brücke zu schlagen zwischen dem schier endlosen Kochtrend in Deutschland und echtem Interesse an römischer Küche.


Schon beim Öffnen des Buches stolperte ich: die Inneseite des Buchdeckels ist von einem doppelseitigen Foto eines römischen Soldaten bedeckt, der ... von einem Bären umarmt wird?!? Es dauert - jedes Mal wenn ich mir das Foto erneut ansehe - einen Moment, bis mir wieder klar wird, dass der Mann ein Bärenfell umgebunden hat, den Kopf des Tieres mit weit aufgerissenem Mail direkt über seinem Kopf.

Das Buch beginnt mit einigen einführenden Artikeln zum Tagesablauf in römischen Zeiten, Einrichtung und Funktionsweisen der Küche und ihrer Instrumente dort, sowie den damals vorhandenen und bekannten Rohstoffen.

Die Beschreibung der Liquamen, einer Fischsauce (auch Garum genannt), raubte mir dann schlagartig das erste Interesse. Die Herstellung dieser Sauce, die als "Maggi der Römerzeit" bezeichnet wird, ist nichts anderes als vergammelter, gesalzener Fisch, den man in der Sonne einfach stehen lässt. Edgar Comes, der Autor des Buches, stellt dann jedoch fest, dass Liquamen im Wesentlichen nichts anderes sei als die asiatische Fischsauce. Dies machte die Herstellung nicht weniger ... ungewohnt, aber machte mir klar, dass ich das schon gegessen hatte - einfach nur unter einem anderen Namen.

Danach machte ich mich an das Lesen der Rezepte. Ich bin kein wirklicher Fan oder Kenner der römischen Geschichte, das machte die Einordnung der historischen Authentizität zunächst nicht leicht. Freunde und Bekannte allerdings, die sich der römischen Kultur besser auskennen, bestätigten, dass "das schon gut hinkommt". Zu den Rezepten nennt der Autor die jeweilige historische Quelle, die außerdem eine Nachprüfung - so man daran gesteigertes Interesse haben sollte - möglich macht. 

Sowohl Auswahl als auch Präsentation der Rezepte macht deutlich, dass es nicht um die Luxusküche der römischen High-Society ging, die man "so kennt" (ich sage nur "Lerchenzungen"  oder Giraffenhälse), sondern um Alltagsküche, die damals wie heute realistisch in der Bevölkerung essbar und kochbar war.

Rezepte wie Linsen mit Kastanien, Tisanam (Gerstengrütze) oder Numidisches Huhn (sehr empfehlenswert) machten Appetit - optisch wie in den Zubereitungshinweisen.

Echte Leckerbissen sind die vielen Fotos im Buch, vor allem die fotografierten Gerichte, die einfach wunderschön gestaltet sind und unglaublich Lust auf Nachkochen machen (gerade weil sie nicht Fakes aus Plastik und Isolierschaum sind - sondern tatsächliche Lebensmittel - und weil sie in der Präsentation so angenehm "normal" sind).

Für Fans der römischen Geschichte, die Lust haben es einfach mal zu versuchen, ist dies ein einfach empfehlenswertes Buch!

Das Römer-Kochbuch
von Edgar Comes
Gebundene Ausgabe
128 Seiten, EUR 14,95
Erstauflage November 2008
ISBN-13: 978-3867380287
Felix AG

 

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