Blutiges - Unheimliches - Splatter (25. September 2010)

Blutiges - Unheimliches - SplatterBlutiges - Unheimliches - Splatter
25. September 2010

Jede Woche sehe ich mir DVDs für den Zauberspiegel an. Das ist oft eine Freude, manchmal eine Qual. Jede Woche ist Gutes, Durchschnittliches und Schlechtes dabei. Aber ich halte eisern durch, um das Material dann zu rezensieren. Jede  Woche nun sammele ich meine Besprechungen und Beobachtungen in dieser Rezensionskolumne. Ich wünsche viel Vergnügen und hoffe den einen oder anderen nützlichen Hinweis zu geben.

 

 The Morgue - Endstation Tod
(The Morgue)
mit Bill Cobbs, Lisa Crilley, Chris Devlin, Heather Donahue, Googy Gress, Taylor Lipman, Brady Matthews, Fred Ochs, Brandon Quinn, Michael Raye, Sammy Sheik, Chris Torres
Regie: Halder Gomes / Gerson Sanginitto
Drehbuch: Najla Ann Al-Doori
Kamera: Jack Anderson
Musik: Perry La Marca
FSK 16
USA / 2008

Margo Dey, ein lebenslustiges junges Mädchen, verbringt ihre Nächte damit die Leichenhalle des örtlichen Friedhofs zu reinigen. Die sonst übliche Stille des Ortes wird eines Nachts gestört, als plötzlich fünf Fremde dort auftauchen, deren Schicksal eng mit dem von Margo verbunden ist. Gefangen zwischen Leben und Tod versuchen die sechs zufällig zusammen getroffenen ihrem endgültigen Ende zu entgehen. Doch in der Leichenhalle geschehen merkwürdige Dinge und nichts ist mehr wie es scheint. Leben die Toten oder sind die Lebenden bereits tot?

 

"The Morgue" ist eine Mixtur aus Mystery-und Horror/Thriller, die vom Geschichtsaufbau her doch starke Anleihen von Filmen wie "Dead End" oder "Reeker" erkennen lässt. Dabei sollte man allerdings anmerken, das der Film zu keiner Zeit die Qualität der genannten Filme erreicht und doch größtenteils vielmehr wie ein lauer Aufguss daherkommt. Vor allem Kenner der Szene dürften hier eher gelangweilt werden, denn wenn man die genannten Filme schon kennt, dann kann der am Ende offenbarte Überraschungseffekt der vorliegenden Geschichte keinesfalls zünden. Das ist aber auch ohne Vorkenntnisse schon äusserst schwierig, denn zu offensichtlich ist doch das stattfindende Geschehen, so das man recht schnell dahinterkommt, in welche Richtung der Hase läuft. Das ist aber längst nicht das einzige offensichtliche Manko der Story, denn bei einem Film dieser Art erwartet man doch eigentlich eine sehr dichte-und mysteriöse Atmosphäre, doch gerade diese will hier zu keiner Zeit so richtig aufkommen. Zwar gibt es einige ganz atmosphärische Momente zu verzeichnen, die allerdings viel zu selten auftreten, was das Sehvergnügen doch sichtlich beeinträchtigt.

Durch die auftretende Durchschaubarkeit des Szenarios will sich auch kein wirklich konstanter Spannungsbogen aufbauen, es sind zwar einige durchaus gute Ansätze vorhanden, doch immer wenn man der meinung ist, das endlich einmal eine konstante Dichte entsteht, fällt die Spannung gleich wieder in sich zusammen, was man mit der Zeit sogar als etwas nervend empfinden kann. Mit etwas mehr Innovation und etwas mehr Liebe zum Detail hätten die Macher sicherlich Abhilfe schaffen können, doch anscheinend waren die Regisseure Halder Gomes und Gerson Sanginitto so sehr darauf erpicht "The Morgue" den oben genannten Genre-Vertretern anzugleichen, das sie damit im Endeffekt genau das Gegenteil erreicht haben, denn ihrem Werk fehlt es dann doch ganz einfach an Originalität und Innovation, was letztendlich absolut tödlich für die Geschichte war.

Zudem sind auch die agierenden Darsteller nicht gerade dazu prädestiniert, den Zuschauer mit authentischen leistungen für sich zu gewinnen, auch kristallisiert sich kein Charakter heraus, der viele Symphatiepunkte sammeln könnte. Sämtliche Figuren wirken eher blass und absolut austauschbar, es gibt keinerlei etwas tiefergehende Charakterzeichnungen was letztendlich dazu führt, das sämtliche Figuren eher anonym bleiben und man kaum eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Das ganze Szenario wirkt ebenso wie der Schauplatz der Leichenhalle extrem kalt und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das man auch selbst eher emotionslos vor dem Bildschirm sitzt und dem geschehen folgt, das sich dort abspielt.

Im Normalfall bin ich ein bekennender Fan von Filmen dieser machart, doch dieses Werk konnte mich nicht wirklich überzeugen. Wenn man "Reeker" oder "Dead End" noch nicht kennt, dann könnte "The Morgue" vielleicht sogar etwas besser abschneiden, weswegen er im Prinzip auch nur Leuten zu empfehlen ist, die noch keinen Film mit ähnlich gelagerter Thematik gesehen haben. Doch selbst diesen Leuten sollte man viel eher die anderen genannten Beiträge ans Herz legen, die in Sachen Innovation und Originalität weitaus höher angesiedelt sind und somit auch für ein wirklich tolles Film-Vergnügen garantieren.

Fazit: "The Morgue" ist sicherlich nicht der schlechteste Vertreter seiner Art, kann aber im Endeffekt nicht wirklich überzeugen. Stellenweise gute Ansätze wurden nicht konsequent herausgearbeitet, viel lieber hat man sich bei anderen Genre-Kollegen bedient, anstatt eigene Ideen einfließen zu lassen. So darf man sich letztendlich auch nicht darüber beschweren, das dieser Film im Endeffekt ein zusammengeklauter Versuch eines Horror-Thrillers ist, den man sich zwar ruhig einmal anschauen kann, der aber keinen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen wird.

 

 Ebola Syndrom
(Yibula bing du)
mit Anthony Wong Chau-Sang, Yeung Ming Wan, Fui-On Shing, Wong Tsui-ling, Miu-Ying Chan, Meng Lo, Edward Corbett, Lori Shannon, Michael Tam, Bobby Yip
Regie: Herman Yau
Drehbuch: Ting Chau
Kamera: Gok Bing Tsui
Musik: Maik Chang Hung
Ungeprüft
Hongkong / 1996

Kai ist in Hongkong in einem Restaurant angestellt. Als er jedoch von seinem Boss beim Geschlechtsverkehr mit dessen Frau gestört wird, sieht Kai nur einen Ausweg: er tötet die beiden bestialisch, doch die kleine Tochter kann entkommen. Kai flüchtet darauf nach Afrika, wo er wieder einen Job in einem Restaurant annimmt. Als er mit seinem Chef in ein Eingeborenendorf fährt, um dort Schweine zu kaufen, vergewaltigt Kai nebenbei eine Eingeborene. Was er aber nicht weiss: die Frau hat den Virus Ebola. Kai steckt sich natürlich an, merkt aber vorläufig noch nichts. Plötzlich wird er dann krank, wird aber schnell wieder gesund, da er einer der wenigen Menschen ist, die immun gegen das Virus sind. Als er mal wieder beim ficken mit der Frau des Chefs erwischt wird, tötet er beide und verarbeitet sie zu Fleischbällchen, welche er im Restaurant verkauft. Alle Leute, die diese essen, stecken sich automatisch auch mit Ebola an. Das Virus verbreitet sich schnell. Als Kai wegen Mord gesucht wird, reist er wieder nach Hongkong zurück. Doch dort sucht ihn die Polizei auch schon mit Unterstützung der Tochter seines früheren Arbeitgebers...

Zynisch, schwarzhumorig, makaber, kompromislos, hart und eklig, all diese Begriffe treffen auf das Werk von herman Yau zu, so das man eigentlich von der ersten Minute an weiss, das man es hier nicht mit einem seichten Kaffeekränzchen zu tun bekommt. Vielmehr ist "Ebola Syndrom" ein Film, der in allererster Linie von seinem grandiosen Hauptcharakter Kai (Anthony Wong Chau-Sang) und dessen herausragendem Schauspiel bestimmt wird. Die Darstellung eines Mannes, der wirklich zu 100 % nur an sich selbst denkt und dem alle anderen Menschen scheinbar vollkommen egal sind wird hier so eindrucksvoll in den Vordergrund gerückt, das die Figur einem phasenweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Der Begriff Rücksichtslosigkeit erhält hier eine vollkommen neue Dimension, so das man einen egoistischen menschen im Prinzip vollkommen neu erfinden muss. Wenn man es nicht besser wüsste, dann müsste man schon fast zwangsläufig davon ausgehen, das Wong sich hier selbst spielt, so eindrucksvoll und authentisch wirkt sein Schauspiel, das einem stellenweise schon richtig unter die Haut fährt.

"Ebola Syndrom" ist ein Film, der vollkommen abseits jeglichen Mainstreams anzusiedeln ist und insbesondere zartbesaitete Gemüter sollten sich ganz genau überlegen, ob es sinnvoll ist, sich dieses Werk anzusehen, das doch über einen sehr beachtlichen Härtegrad verfügt, der sich aber längst nicht nur durch visuelle Eindrücke offenbart. Vielmehr hat es Regisseur Herman Yau nahezu perfekt verstanden, eine mehr als gelungen Kombination aus visueller Härte und der Härte, die sich im Kopf des Zuschauers entfaltet, zu erschaffen. Hinzu kommt eine gehörige Anzahl wirklich ekliger Szenen, so das Leute mit einem empfindlichen magen besser einen großen Bogen um diesen Film machen sollten. Manch ein Gorehound mag vom vorhandenen Härtegrad eventuell sogar etwas enttäuscht sein, denn werden viele Passagen doch eher im Ansatz gezeigt, wobei sich dann die wahre Härte in der Vorstellung des betrachters entfaltet. Dies geschieht allerdings auf eine so brachiale Art, das man sich größtenteils eines sehr beklemmenden gefühls kaum erwehren kann, das fast zwangsläufig in einem aufsteigt.

Das dabei auch immer wieder aufsteigende Ekelgefühl äussert sich insbesondere in den Passagen des Filmes, die automatisch an einen Film wie "The Untold Story" erinnern, denn auch hier werden Menschen getötet und zu Fleisch verarbeitet, das dann später in einem restaurant den Gästen in Form von Hamburgern serviert wird. Gerade bei diesen Passagen kann das psychische Element der Geschichte greifen, denn entsteht doch schon ein flaues Gefühl im Magen des Zuschauers, wenn man sich vorstellt, was diese Menschen gerade essen. Hinzu kommt die tatsache, das die Hamburger zudem noch als Überträger des Ebola-Virus dienen und man kann sich denken, das die Anzahl der Todesopfer nicht gerade gering ist. das alles interessiert Kai aber herzlich wenig, denn selbst zu dem Zeitpunkt als ihm bewust wird, das er mit dem Ebola-Virus infiziert ist und so einen absolut tödlichen Überträger darstellt, denkt er nur an sich selbst. Statt verzweifelt zu sein, kommt ihm nichts anderes in den Sinn, als möglichst viele Menschen auch zu infizieren, was die zynische Seite seines Charakters noch einmal ganz besonders in den Vordergrund rückt.

Letztendlich ist "Ebola Syndrom" ganz sicher ein Film, der nicht für zarte Gemüter geeignet ist. Besonders gut hat mir der Aspekt gefallen, das Herman Yau es nicht darauf angelegt hat, den Film in eine sinnbefreite Gewaltorgie ausarten zu lassen, sondern die schon erwähnte Mischung aus visueller Härte und der Härte zu erschaffen, die im Kopf stattfindet. Das daraus entstehende Endprodukt ist an brachialer Gewalt schwer zu toppen und hinterlässt einen sehr beklemmenden und nachhaltigen Eindruck, dessen man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Hinzu kommt die exzellente Grundstimmung des Filmes, die herrlich versifft und dreckig erscheint. Und selbst in einer so schonungslos dargestellten Geschichte wie hier ist dann auch noch Platz für jede Menge erstklassigen und tiefschwarzen Humor, der in den meisten Einstellungen ganz vortrefflich zum Ausdruck kommt und dem Geschehen eine ganz besondere Note verleiht. Untermalt wird das Geschehen dann auch noch von einem erstklassigen Score, der insbesondere die bedrohliche Atmosphäre noch mehr hervorhebt, so das man insgesamt von einem erstklassigen Film-Erlebnis sprechen kann, das man nicht so schnell vergessen wird.

Fazit:  "Ebola Syndrom" ist wirklich ein sehr hartes und beklemmendes Stück Film, das nicht spurlos an einem vorbeigeht. Hier wird man mit Cat III Kino der allerersten Güte konfrontiert, das extrem brutal und schonungslos über einen hineinbricht. Die hier gewonnenen Eindrücke sind durchaus dazu in der Lage, den Zuschauer richtig zu schocken, stimmen aber auf der anderen Seite auch nachdenklich und erzeugen dabei eine Sichtweise über den Begriff Egoismus, den man in dieser ausgeprägten Form vielleicht noch nicht gesehen hat.

 

 Cannibals
(Welcome to the Jungle)
mit D. Kevin Epps, Sandy Gardiner, Callard Harris, John Leonetti, Clifton Morris, Rich Morris, Jeran Pascascio, Nick Richey, Del Roy, Veronica Sywak, Darren Thomas
Regie: Jonathan Hensleigh
Drehbuch: Jonathan Hensleigh
Kamera: Jonathan Hensleigh / John Leonetti
Musik: Keine Informationen
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Zwei junge Pärchen machen sich in Papua Neuguinea auf die Suche nach dem verschollenen Rockefeller- Erben Michael Rockelfeller. Angeblich ist er dort lebend gesichtet worden und die Belohnung, die die Familie ausgesetzt hat, ist auch nicht schlecht. Im Dschungel von Papua Neuguinea treffen die vier allerdings nicht auf den vermissten Rockelfeller, sondern geraten in die Fänge von Cannibalen, welchen sie auf brutale Weise zum Opfer fallen....

 

Aufgrund der Inhaltsangabe kann man durchaus die Hoffnung hegen, es hier mit einer recht interessanten Geschichte zu tun zu bekommen, doch schon nach relativ kurzer Zeit fällt auf, das diese Hoffnung vielmehr trügerischer Natur ist, da das dargebotene Szenario an Langeweile schwerlich zu überbieten ist. Denn der Versuch, hier Filme wie "Blair Witch Project" und "Cannibal Holocaust" aufeinanderprallen zu lassen, kann als durchaus misslungen angesehen werden, wobei es noch nicht einmal als besonders störend erscheint, das die Geschichte aus Sicht einer Hand-Cam erzählt wird, denn mittlerweile gibt es ja genügend Filme, die auf diese Art und Weise gedreht wurden. Vielmehr stört doch die Tatsache, das die Kannibalen-Thematik erst in den letzten gut 15 Minuten zum tragen kommt und zudem die etwas härteren Passagen nur schwer zu erkennen sind.

In den ersten gut 60 Minuten hingegen wird man mit einem äusserst sinnbefreiten Geschehen gequält, das hauptsächlich die Streitereien der vier Jugendlichen untereinander zeigt, was einem mit der Zeit doch ziemlich auf die Nerven geht. Dazu zählen auch die teilweise extrem dümmlichen Dialoge, in denen Dinge wie Alkohol und Drogen im Mittelpunkt stehen. Es ist wirklich schon sehr erstaunlich, wie man in einem angeblichen Kannibalenfilm eine geschlagene Stunde mit absoluten Nebensächlichkeiten vergeudet, die beim Zuschauer schon die Frage aufkommen lassen, ob es nicht sinnvoller wäre, die DVD wieder aus dem Player zu entfernen und sich einen wirklich lohnenswerten Film anzuschauen. Ganz generell konnte ich solchen Filmen noch nie viel abgewinnen, aber das, was sich einem hier offenbart, ist eigentlich schon eine Frechheit. Da soll eine Story gerade durch die Drehart mit einer Hand-Kamera viel mehr Authenzität und Glaubwürdigkeit vermitteln und dann wird der Betrachter mit Jugendlichen konfrontiert, die phasenweise so absurde Verhaltensweisen an den Tag legen, das einem die Haare zu Berge stehen.

Um bei dem ganzen dann auch noch eine 18er Freigabe zu rechtfertigen, werden in den letzten paar Minuten noch schnell ein paar Szenen beigefügt, in denen man ein bisschen Blut sieht, denn mehr hat dieses Werk wirklich nicht zu bieten. Die wenigen anderen Szenen zeigen die Härte lediglich ansatzweise, doch wirkliche Splatter / Gore Effekte gibt es überhaupt nicht zu begutachten. Wer also einen echt harten Beitrag erwartet, der sollte besser die Finger von diesem Schund lassen, der eigentlich durch gar nichts überzeugen kann. Lediglich die aufkommende Dschungel-Atmosphäre ist als kleines Highlight anzusehen und kommt gut zur Geltung, doch das war es dann auch schon. So etwas wie echte Spannung will zu keiner Zeit aufkommen, ehrlich gesagt konnte ich in dieser Beziehung noch nicht einmal gelungene Ansätze erkennen, vielleicht waren diese aber auch zu gut versteckt. Auch die Darsteller haben nicht unbedingt dazu beigetragen, den Film etwas besser zu bewerten, denn das dargebotene Schauspiel empfand ich persönlich als vollkommen misslungen, die Charaktere wirkten nebenbei vollkommen plump und dümmlich, was sich insbesondere in den Dialogen und den Verhaltensweisen der Figuren äussert.

So kann man letztendlich festhalten, das dieses Werk nun wirklich nicht zu denen zählt, die man gesehen haben sollte. Eine Stunde gähnende Langeweile, in der man lediglich mit belanglosen Wortwechseln gequält wird und ein paar ansatzweise härtere Szenen, die auch nichts mehr rausreissen können, das ist einfach viel zu wenig für einen wirklich sehenswerten Film. Dennoch bin ich mir sehr sicher, das selbst dieser Schund seine Fan-Gemeinde finden wird, was allerdings äusserst schwer nachzuvollziehen wäre, da "Cannibals" rein gar nichts zu bieten hat und noch nicht einmal einen gewissen Unterhaltungswert aufweisen kann.

Fazit: Dieser Kannibalenfilm ist wirklich die pure Zeitverschwendung und hat bis auf eine ordentliche Atmosphäre ansonsten nichts zu bieten, was ihn in irgendeiner Form sehenswert machen würde. Dümmliche Darsteller, keinerlei Spannung und größtenteils vollkommen sinnbefreite Dialoge sind die Aushängeschilder für einen Beitrag, den die Welt nicht braucht.

 

 Behind the Mask
(Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon)
mit Nathan Baesel, Angela Goethals, Robert Englund, Scott Wilson, Zelda Rubinstein, Bridgett Newton, Kate Lang Johnson, Ben Pace, Britain Spellings, Hart Turner, Krissy Carlson, Travis Zariwny, Teo Gomez, Matt Bolt, Jenafer Brown
Regie: Scott Glosseman
Drehbuch: Scott Glosseman / David J. Stieve
Kamera: Jaron Presant
Musik: Gordy Haab
Keine Jugendfreigabe
USA / 2006

Jeder braucht Vorbilder, und Leslie Vernon hat gleich mehrere: Michael Meyers, Jason Vorhees und Freddy Krüger. Alle drei berühmte Massenmörder und Psychopathen. Leslie will ihr Erbe antreten und als psychopathischer Killer Unsterblichkeit erreichen. Helfen sollen ihm dabei die junge Journalistin Taylor und ihre Filmcrew, die seine Mordnacht live mit der Kamera begleiten sollen. Sorgfältig dokumentiert Taylor die Vorbereitungen für die mörderische Tat: Von der Auswahl des Opfers bis hin zum Tatort. Doch in der entscheidenden Nacht hält Leslie einige blutige Überraschungen bereit...

 

Es ist wahrlich nicht leicht, das Werk von Regisseur Scott Glosseman richtig und fair zu beurteilen, denn lässt einen der Film doch mit ziemlich zwiespältigen Gefühlen zurück. Ist es einerseits eine durchaus nette Grundidee, hier den Slasherfilm in der Machart einer Pseudo-Dokumentation zu präsentieren, in der sich eine Geschichte offenbart, die in einer fiktiven Welt spielt, in der Serienmörder wie M. Myers, J. Voorhees und Freddy Krueger wirklich gelebt haben und für unseren Titelhelden als Vorbilder gelten, denen er unbedingt nacheifern will. So sollte man den Film auch vielmehr mit einem Augenzwinkern sehen, denn es ist doch eher als unrealistisch einzustufen, das ein Reporter-Team den angehenden Serienmörder Leslie Vernon bei den Vorbereitungen zu seiner ersten Bluttat begleitet und dabei seinen Plan in allen Einzelheiten von ihm erfährt, wobei alles mit einer Video-Kamera dokumentiert wird.

So nett die Grundidee auch erscheint, so mittelmäßig gestaltet sich aber deren Umsetzung, denn das Geschehen plätschert doch größtenteils eher uninteressant vor sich hin und nimmt erst in den letzten Minuten der Geschichte etwas an Fahrt auf, so das auch ein wenig Tempo Einzug in die Erzählweise hält, was in der ersten Stunde so gar nicht der Fall ist. Nun sind hier zwar diverse Anlehnungen an Filme wie "Mann beisst Hund" oder "The last Horror Movie" sehr offensichtlich, doch kann "Behind the Mask" in keiner Phase auch nur annähernd an die Qualität und Klasse erwähnter Titel herankommen. Das liegt meiner Meinung nach in erster Linie an den Darstellern, die gerade in vorliegendem Werk äusserst dröge und teils sehr hölzern agieren, lediglich Nathan Baesel in der Rolle des Leslie Vernon kann hier einigermaßen überzeugen und steigert so den ansonsten eher niedrig angesiedelten Unterhaltungswert des Filmes. Alle anderen Schauspieler wirken doch eher sehr blass und jederzeit austauschbar.

Am meisten hat mich jedoch gestört, das zu keiner Zeit ein wirklich konstanter Spannungsbogen entsteht, da das Szenario doch äusserst vorhersehbar erscheint und keinerlei richtige Überraschungsmomente bereithält, obwohl dies ja auf der Rückseite des DVD-Covers angekündigt wird. Dabei ist das, was als Überraschung zum Ende der Geschichte angekündigt wird sehr leicht zu erahnen, so das der sogenannte Aha-Effekt im Endeffekt ausbleibt. Weiterhin kann man noch nicht einmal die sich entfaltende Atmosphäre als gelungen bezeichnen, da die beabsichtigte Bedrohlichkeit der Szenerie einfach nie da ist, was widerum daran liegt, das man den Story-Plot ganz einfach nicht richtig ernst nehmen kann. Es erscheint schlicht und ergreifend zu sehr an den Haaren herbeigezogen, das sich das junge Reporter-Team hier in aller Ruhe mit einem ehemaligen Serienkiller über dessen damalige Taten unterhält und dabei die Stimmung eines Kaffeekränzchens aufkommt. Ebenso verhält es sich mit der Dokumentation des Plans von Leslie Vernon, der minutiös aufgezeichnet wird. Als jedoch die Nacht gekommen ist, in der dieser Plan verwirklicht werden soll, sind die guten Leute wirklich überrascht davon, das Leslie nicht gespasst hat und das schlechte Gewissen erwacht in ihnen.

Es ist einfach etwas zuviel des Guten und so schwankt dieses Werk zwischen Pseudo-Horror-Komödie-und vollkommen absurder Inhalte, so das es extrem schwerfällt, den Film überhaupt einzuordnen. Von der Grundidee her sicher gut gemeint, mangelt es aber ganz eindeutig an der Umsetzung einer Geschichte, die weder Fisch noch Fleisch darstellt und zudem noch so manche langatmige Passage enthält, die selbst den reinen Unterhaltungswert noch stark beeinträchtigt. Doch der größte Witz überhaupt ist hier die 18er Freigabe, die jeder Beschreibung spottet, da Härtere Szenen im Prinzip mit der Lupe gesucht werden müssen und man selbst dann nur äusserst schwer fündig wird. Eine 16er Freigabe wäre mehr als ausreichend gewesen, doch so gibt es ganz sicher viele Leute, die mit vollkommen falschen Erwartungen an diesen Film herangehen und im Endeffekt absolut enttäuscht sein werden. Doch selbst mit einigen Splatter / Gore Szenen würde man das Gesamtbild nicht sonderlich aufwerten, da "Behind the Mask" als Gesamtpaket ganz einfach zu wenig überzeugend ist.

Fazit: Eine nette Grundidee ist noch längst keine Garantie für eine gelungene Umsetzung, dafür hat man mit "Behind the Mask" ein absolutes Paradebeispiel vor Augen. Es gehört einfach mehr dazu, als die Idee und ein einigermaßen überzeugender Hauptdarsteller, doch mehr ist nicht vorhanden. So muss man sich im Endeffekt mit einem Werk zufriedengeben, das an vielen Stellen eher unfreiwillig als gewollt komisch wirkt und in dem die satirischen Ansätze zumeist in sich steckenbleiben. Insgesamt gesehen handelt es sich um einen Film, den man sich zwar ruhig einmal anschauen kann, man aber auch nicht viel verpasst, wenn man ihn nicht gesehen hat.

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