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Go West! - 24. Mai 2016

Go WestWieder in den ›Wilden Westen‹
24. Mai 2016

Jedes Jahr führe ich zwei kleine Reisegruppen durch den Westen der USA. Dazu lege ich in Facebook ein Reisetagebuch an, das auch im Zauberspiegel erscheinen soll. Es geht zu legendären Orten des Wilden Westen auf den Spuren von Cowboys, Indianern und eines spannenden Stücks Geschichte. -

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Die 119Mormonen und Eisenbahn
An diesem Sonntagvormittag gab es für meine Gruppe ein besonderes Erlebnis: Ich führte sie in den Tabernakel der Mormonen. An jedem Sonntag gibt es hier seit 87 Jahren ein großes Konzert des international berühmten Tabernakel-Chors. Seit 1929 wird dieses Konzert im Radio übertragen, und seit nunmehr rd. 70 Jahren live im amerikanischen Fernsehen, auf insgesamt mehr als 2.000 Radio- und Fernsehstationen.

Das halbstündige Live-Konzert, moderiert von einem der prominentesten TV-Sprecher der USA, ist jedesmal ein Highlight. Die ungemein eindrucksvolle Darbietung läßt sich mit Worten kaum beschreiben. Als Special Guests trat das Tenor-Trio "Gentri" auf. (Bild 040-042)

Von Salt Lake City aus fuhren wir Richtung Norden zum Promontory Point, dem „Golden Spike National Historic Monument“: An dieser Stelle in der Salzwüste von Utah wurde am 10. Mai 1869 die verkehrsmäßige Vereinigung der USA vollzogen. Hier wurde symbolisch der goldene Schienennagel eingeschlagen, als die Gleise von Union Pacific und Central Pacific vereinigt wurden. Es war der Beginn der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie der USA. Es war zugleich der Höhepunkt einer gigantischen Leistung von Tausenden von Eisenbahnarbeitern, die sich seit 1863 durch die Prärien und Plains kämpften und durch die Rocky Mountains sprengten. Die Zeit der "Hölle auf Rädern", wie die Bauperiode genannt wurde, als Hunderte von wilden Eisenbahnercamps aus dem Boden schossen - aus denen vielfach noch heute existierende respektable Städte wurden - war vorbei.

Bei der "Hochzeit der Schienen" fuhren die Lokomotiven "119" (Union Pacific) und "Jupiter" (Central Pacific) aufeinander zu. Ein Telegrafist sendete die Nachricht bis ins Weiße Haus in Washington: "Geschafft!"

Es war für die USA der Beginn eines neuen Zeitalters, und es war eines der bemerkenswertesten Ereignisse in der Geschichte der Eisenbahn.

Mit dieser Zeremonie in der Salzwüste von Utah begann der Versuch, die "Tyrannei der Entfernungen" - ein geflügeltes Wort in der amerikanischen Sprache - zu beherrschen. Atlantik und Pacific rückten enger zusammen. Ein ungeheurer wirtschaftlicher Aufschwung setzte ein, und die Besiedelung der westlichen Weiten gewann eine große Dynamik.

Die Vorführung der Dampflokomotive "119" ist noch immer spektakulär und läßt nostalgische Gefühle und ein Verständnis für die historische Realität aufkommen.

Gedenktafeln erinnern an die irischen Schwellenlegerteams, die für die Union Pacific arbeiteten, und an die chinesischen Bahnarbeiter, die für die Central Pacific schufteten. Unzählige verloren ihr Leben bei Arbeitsunfällen.
(Bild 043-050)

Vom Golden Spike aus ging es weiter nach Süden in die Mormonengemeinde Price, wo wir die Nacht verbringen.

 


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