Ronco. Der Geächtete - Band 7: Die Desperados von Deadlock
Ronco. Der Geächtete
Band 7: Die Desperados von Deadlock
Pirate will mit seiner Bande einen Zug überfallen. In den Spelunken der Stadt Deadlock sammelt er weitere Männer um sich, um die Schlagkraft seiner Truppe zu erhöhen. Er beteiligt den zwielichtigen Town Marshal Jessup an seinem Vorhaben, damit der Arm des Gesetzes ihm nicht in die Quere kommt.
Am Vortag des Überfalls fällt ihnen im Saloon ein Fremder auf, in dem sie einen Texas Ranger vermuten. Sie legen eine Leiche in das Hotelzimmer des Fremden und Jessup kann ihn wegen Mordverdacht in eine Zelle sperren.
Bei dem Fremden handelt es sich um Ronco, der nur versehentlich in die Stadt geraten ist. Es gelingt Ronco, Pirate und Jessup davon zu überzeugen, dass er selbst steckbrieflich gesucht wird und er wird in die Bande aufgenommen.
Ronco versucht, den Überfall zu verhindern. Unterstützung erhält er von dem Phantom Mascara, das nach wie vor in der Gegend sein Unwesen treibt und auch auch sein Freund Manuel Vilasar kann sich in die Bande einschmuggeln.
Nach dem letzten Band verfasst Frank Glaser auch den siebten Roman von Ronco, der mit den gleichen Schwächen wie sein Vorgänger zu kämpfen hat.
Zunächst offenbart sich dem Leser ein Auftakt, wie er sie aus unzähligen Publikationen kennt. Der einsame Held kommt in eine unbekannte Stadt und gerät dort unter die Räder einiger Schurken, die er am Ende besiegt. So weit alles gut, denn Glaser schafft es durchaus eine unterhaltsame Geschichte zu konstruieren und sie zu erzählen. Es gelingt ihm vor allen, die einzelnen Szenen sehr bildhaft zu erzählen und der Leser bekommt den Eindruck, als würde er neben den Protagonisten stehen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Szenen, in denen der eingesperrte Ronco den Town Marshal davon überzeugen kann, dass er kein Ranger ist.
Der Leser mag vermuten, dass er mit dem vorliegenden Roman eine Story serviert bekommt, die der Autor in einer anderen Serie wiederverwerten kann. Dieses Vorgehen ist lange Zeit üblich, denn so kann der Autor mit seiner Geschichte weiteres Geld verdienen. Ronco wird dann einfach umbenannt und der Roman kann in einer anderen Serie erscheinen.
Zur Mitte hin wird der Roman dann doch noch zu einem Ronco-Roman, denn mit Mascara und Vilasar webt Glaser zwei Charaktere in die Story ein, die der Leser bereits aus Ronco kennt. Genau hier setzt allerdings das Problem ein, denn die Figuren treffen aufgrund einer Reihe von Zufällen zusammen, die allesamt unglaubwürdig und konstruiert wirken.
Vilasar ist auf der Suche nach Ronco und ausgerechnet in Deadlock treffen sie aufeinander. Die Lage der fiktiven Stadt ist nicht näher beschrieben, sie scheint aber im mittleren Westen zu liegen. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass ein zufälliges Treffen der beiden in dieser weitläufigen Gegend doch sehr unwahrscheinlich ist. Außerdem stellt sich die Frage, warum Vilasar überhaupt auf der Suche nach Ronco ist. Am Ende des letzten Bandes waren die beiden noch zusammen. Der Autor müsste es wissen, denn er hat beide Bände geschrieben.
Vilasar hat einige amüsante Momente, als er von Pirate in die Bande aufgenommen wird. Ansonsten trägt er nichts weiter zur Story bei. Er ist einfach nur da. Wahrscheinlich wollte Glaser nur einige Elemente der ersten Bände von Werner Gronwald einbauen.
Als Ronco des Mordes bezichtigt wird, lernt er kurz zuvor die Klavierspielerin Greta kennen. Nach seiner Gefangennahme erfährt sie von ihrem Vater, wo sich das Phantom Mascara aufhält. Sie reitet in sein Versteck und der eilt Ronco zur Hilfe.
Puh, so viel Zufälle und wilde Handlungsmomente müssen erst einmal verarbeitet werden. Heftromanserien stellen dem Leser oftmals ein Trivialkonzept hin, das der Leser annehmen kann oder nicht. Das ist auch gar nicht das Problem, aber zumindest sollte die Geschichte einer inneren Login folgen und die Charaktere sollten folgerichtig handeln.
Nach den ersten zerstückelten Heften kann sich der Leser über einen zusammenhängenden Roman freuen. Die grundlegende Story verharrt auf einem mittleren Niveau und durch die Ansammlung der zahlreichen Zufälle bleibt im Ergebnis ein unterdurchschnittlicher Roman zurück. Der Leser wartet weiter auf einen guten Ronco-Roman.
04/2026



