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Marlos - die jährlichen Treffen einer Großfamilie (4)

Marlos - die jährlichen Treffen einer GroßfamilieMarlos - Die jährlichen Treffen einer Großfamilie (3)
1991 Wien

Zwischen 1978 und 1998 fanden insgesamt 21 Marlostreffen des DSFC statt.

In einer Serie möchte ich Highlights dieser Treffen in Auszügen präsentieren und alte Conberichte in teils eigener Interpretation wiedergeben.

Sozusagen als Homage an die gute alte Zeit.


Die Zeit um den Sommer 1991 scheint eine Ewigkeit zurück zu liegen, und doch ist alles noch so greifbar nahe und plastisch vor meinem geistigen Auge, als hätte ich die Tage in Wien erst kürzlich erlebt.
 
Es war die Zeit in der Marlos immer noch eine feststehende Größe im Fandom war, als sich Serien wie John Sinclair, Dämonen-Land und Professor Zamorra noch wacker auf dem Heftromanmarkt hielten, und es war die Zeit in der die Nostaligiker unter den Fans noch nicht ganz ausgestorben waren.

So trug es sich zu, dass ich im Juli 1991 wieder eine Schar von Marlosbürgern zum alljährlichen Marlostreffen zusammenfanden. Ich selbst war nach einem Jahre Pause wieder dabei, und durfte diesmal den Conbericht verfassen.

Nach Dietikon 1989, war zum zweiten Mal das Ausland der Schauplatz dieses Treffens. Und Wien schien wie geschaffen. Eine Romanstadt, in der es zu damaliger Zeit noch mehr Antiquariate gab, als hierzulande. Das fand man schon manchmal so lange gesuchtes Prachtstück unter einem Stapel unscheinbarer Heftchen in einem ebenso unscheinbaren Lädchen. Einige unkten sogar, das Wien, das Mekka der Heftromanfans sei.

Als ich am Freitag Mittag am Wiener Bahnhof ankam, ich hatte immerhin, an die 800 Bahnkilometer hinter mir, erinnerte ich mich spontan an einen Heftroman von Jürgen Grasmück, nämlich an "Marotsch, der Vampirkiller". Jürgen hatte hin und wieder eine Romanhandlung in dieser Stadt angesiedelt. Eine kleine Liebeserklärung des Autors an diese schöne Stadt, die ich damals zum allerersten Mal besuchte.

Zunächst versuchte ich mein Hotel zu finden. Das ging relativ schnell. 1991 funktionierte das übrigens ohne Routenplaner, Internet und so weiter, wesentlich besser und schneller als heute, wo ein die vielen Hilfsmittel eher verwirren, als wirklich helfen.
 
Die Zeit bis zum abendlichen Treffen vertrieb ich mir mir mit dem Umherstreunen in den Gassen und Kneipen des Viertels in dem ich untergebracht war.

Dabei geriet ich in eine seltsame Kneipe. Der unmissverständliche Brand nach einem Glas Bier trieb mich in jene Spelunke, in der es mehr Hunde gab, als Menschen. Ständig schwänzelte mir ein Vierbeiner um die Beinen herum, hier und da bellte es, und die Herrchen und Frauchen plapperten angeregt mit dem Wirt. Alle diese Leute schienen mir keine besondere Beachtung zu schenken, und überliesen mich meinem Bier - und den Hunden.

Zur besten Abendbrotzeit traf ich einige Marlosbürger in einem Pub, dessen Inneres einer Tropfsteinhöhle glich. Und nach mehreren Bieren, mein Durst war längst gestillt, fiel ich nach Mitternacht, halbtot ins Bett.

Der Durst war am nächsten Morgen wieder da, und zwar noch schlimmer als am Vortag. Hinzu kam ein Brummschädel, wie ich ihn in meinem bis dahin jungen Leben, noch nie erlebt zu haben glaubte.

Während der heißen prasselnden Dusche, die mich angenehm wärmte, schoß mir die Erkenntnis durch den Kopf, das das Wiener Bier, in jeder Hinsicht gewöhnungsbedürftig ist.

Am Nachmittag traf sich die Marlosschar in einem reservierten Lokal. Der Organisator Christian Marzi, offenbarte uns, das der Wirt seine Räumlichkeiten anderweitig nutzen möchte, und wir doch ausweichen sollten. Es käme eine Hochzeitsgesellschaft, und die bräuchten den Platz.

Ich muss erwähnen, das ich von 1987 bis 1998 an insgesamt 11 Marlostreffen teilgenommen habe, aber soetwas unverschämtes ist mir nie untergekommen. Offensichtlich hielt der Wirt die Hochzeit für die besser zahlende Kundschaft.

Jedenfalls fanden wir eine Ausweichmöglichkeit und waren auch ganz zufrieden damit. Das Treffen war ein Erlebnis und neben Jürgen Grasmück fanden auch noch andere Autoren zu uns. Peter Krassa und Kurt Luif, der u.a. beim Dämonenkiller mitschrieb.

Das Wiener Treffen zählte zu den schönsten für mich. Viele andere waren auch schön, keines erreichte nach 1991 jedoch mehr die Klasse des Wiener Treffens.

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