Leaves of Grass

Leaves of GrassLeaves of Grass
(Leaves of Grass)
mit Edward Norton, Lucy DeVito, Kent Jude Bernard, Amelia Campbell, Tim Blake Nelson, Randal Reeder, Leo Fabian, Tina Parker, Susan Sarandon, Ty Burrell, Lee Wilkof, Melanie Lynskey, Josh Pais, Lisa Benavides, Jenna Podell
Regie: Tim Blake Nelson
Drehbuch: Tim Blake Nelson
Kamera: Roberto Schaefer
Musik: Jeff Danna
FSK 16
USA / 2009

Der Tod seines Bruders Brady führt den angesehenen Uni-Professor Bill Kincaid nach Jahren in seine verschlafene Heimatstadt in Oklahoma zurück. Dort angekommen staunt er nicht schlecht: sein Marihuana anbauender Hillbilly-Bruder ist quicklebendig. Schnell stellt sich das Ganze als Plan heraus, um den verschollenen Zwilling nach Hause zu locken: Bill soll für einen Tag Bradys Double spielen und ihm somit ein Alibi verschaffen, während Brady sich mit dem lokalen Drogenbaron Tug Rothbaum trifft. Leider läuft das Ganze nicht ganz reibungslos ab.

Regisseur Tim Blake Nelson, der übrigens zusätzlich noch in einer der Hauptrollen als Darsteller auftritt, hat mit Leaves of Grass einen wirklich gelungenen Genre-Mix abgeliefert, der dem Zuschauer ein äusserst kurzweiliges Filmvergnügen bereitet. Eine teils schon skurril anmutende Mixtur aus Drogen-Komödie, Krimi, Thriller und diversen Zügen einer Tragödie, die in erster Linie von ihrem berauschend agierenden Hauptdarsteller (Edward Norton) lebt, der hier in einer Doppelrolle zu sehen ist und diese mit einer Brillianz darstellt, wie sie wohl nur wenige andere Darsteller hinbekommen hätten. Seine Darstellung zweier charakterlich vollkommen gegensätzlicher Zwillingsbrüder ist dermaßen genial, das man eigentlich nur ins Schwärmen geraten kann. Man merkt in jeder Phase des Filmes, das ein echter Könner am Werk ist, der sich zudem noch in blendender Spiellaune befindet, was der Geschichte extrem zugute kommt.

Auch wenn die Geschichte an sich nicht unbedingt mit etlichen Höhepunkten gespickt ist und auch keinerlei Wirrungen oder Wendungen beinhaltet, lässt gerade das hier an den Tag gelegte Schauspiel das Gesamtwerk über den Tellerrand des Mittelmaßes hinwegschauen und kann trotz minimaler Langatmigkeit letztendlich überzeugen. Allerdings sollte man keinesfalls Hochspannung oder gar den echten Thrill erwarten, denn dafür ist die Story auch gar nicht ausgelegt. Vielmehr liegt ihre Stärke darin, das der Zuschauer mit mehreren Genres auf einmal konfrontiert wird und sich so an einem sehr unterhaltsamen Mix erfreuen kann, der besonders zum Ende hin äusserst tragische Züge annimmt, die man nicht zwangsläufig vorhersehen konnte.

Doch der absolute Höhepunkt ist wie schon kurz erwähnt Edward Norton, in dessem Schatten auch alle anderen Darsteller zu Statisten degradiert werden, auch wenn es an deren Darstellungen keinerlei Grund zur Beanstandung gibt. Jedoch sind Nortons Präsenz und die vollkommen unterschiedlichen Charaktere seiner Doppelrolle so übermächtig, das kaum Platz für andere Dinge vorhanden ist. Die Geschichte und alle anderen Figuren geraten dabei so sehr in den Hintergrund, das sie für den Betrachter lediglich als notwendiges Beiwerk dienen, der sich aber im Endeffekt fast ausschließlich auf das grandiose Schauspiel eines übermächtigen Hauptdarstellers focusiert, der alle Facetten seines Könnens in die Waagschale wirft, um diesem Werk ganz unweigerlich seinen Stempel aufzudrücken, was ihm auch sehr eindrucksvoll gelingt. So bringt er dann auch die enormen Unterschiede der beiden ungleichen Brüder perfekt zum Vorschein und verleiht beiden Personen dabei so unglaublich viel Symphatie, das man bei den tragischen Momenten der Ereignisse sogar wirklich etwas betroffen ist und das Gefühl verspürt, einen echten Freund verloren zu haben.

Schlußendlich ist "Leaves of Grass" eine streckenweise sehr witzige Komödie, in der feinster Wortwitz und teils skurrile Situationkomik nicht gerade selten in den Vordergrund treten, um schon im nächsten Moment mit einer ungewohnten Ernsthaftigkeit aufzuwarten, die zum Ende hin auch noch einen ordentlichen Anteil an Tragik erhält. So werden die Fawcetten der unterschiedlichsten Genres bedient die eine kaum für möglich gehaltene Vielseitigkeit entfalten. Getragen von einem absolut überragenden Edward Norton hinterlässt der Film einen doch sehr positiven Eindruck und lässt den Zuschauer mit einem recht befriedigendem Gefühl zurück.


Fazit: Ich weiss nicht, ob die vorliegende Geschichte mit einem anderen Hauptdarsteller den gleichen Eindruck hinterlassen hätte, denn handelt es sich doch eigentlich um eine Story ohne sonderliche Höhen und Tiefen. Die darstellerische Brillanz eines Edward Norton jedoch drückt dem Ganzen einen ganz besonderen Stempel auf und macht dieses Werk so absolut sehenswert. Ein Blick auf den Film lohnt sich jedenfalls allemal und insbesondere die Freunde erstklassigen Schauspiels werden hier voll auf ihre Kosten kommen.


Die DVD
Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 101 Minuten

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