Forbes, David: The Words of Making - The Osserian Saga: Book 2

Forbes, David: The Words of Making - The Osserian Saga: Book 2The Words of Making
The Osserian Saga: Book 2
von David Forbes
EOS Fantasy
erschienen: 2007 (USA)
479 Seiten, ca. 6,00 €
ISBN: 978-0-06-082032-9

EOS

»The Words of Making« ist der zweite Band von David Forbes Fantasy-Epos »The Osserian Saga«. Der Handlung setzt etwa eineinhalb Jahre nach den Geschehnissen aus »The Amber Wizard« ein und schildert das weitere Schicksal von Gerin Atreyano, seines Zeichens Kronprinz des Königreichs Khedesh und letzter noch lebender Bernsteinmagier, sowie dessen Gefährten.
 
Das Maurelische Meer ist endlos. Das zumindest denken die Bewohner des Kontinents Osseria. Schon viele Expeditionen sind aufgebrochen, den Ozean zu erkunden, doch entweder sie kamen mit leeren Händen zurück oder aber sie verschwanden spurlos. Im Jahr 1306 zeigt sich aber, wie naiv die Annahme der Osserianer war.

Während eines Sturms gerät vor der Insel Gedsengard, die einige Meilen von der khedeshischen Küste entfernt liegt, ein gewaltiges Schiff unbekannter Herkunft in Seenot und sinkt. Nur wenige Passagiere überleben das Unglück, doch statt sich von den herbeieilenden Soldaten helfen zu lassen, attackieren sie diese durch den Einsatz monströser Raubtiere und verderblicher Magie. Ein heftiger Kampf entbrennt, den die Soldaten der Insel nur mit Mühe gewinnen.

Der einzige überlebende Angreifer erweist sich als Angehöriger der Havalqa, ein Volk, das jenseits des gewaltigen Meeres lebt. Getrieben von einer Vision ihrer Anführerin befinden sich die Havalqa auf einer heiligen Mission, die unter anderem die Eroberung und Unterwerfung Osserias vorsieht. Ein Unterfangen, das ihnen durchaus gelingen könnte, verfügen die Havalqa doch über die wohl gewaltigste Armee, die je den Boden Osserias betreten hat...

»The Words of Making« beginnt beeindruckend. Der Untergang des havalqanischen Schiffes, der Kampf zwischen den Soldaten Gedsengards und den brutalen Bestien, die Aussicht, dass demnächst eine Invasion ungeheuren Ausmaßes bevorsteht – zu Beginn bietet der Roman eigentlich alles, was eine phantastische Story braucht, um den geneigten Fan begeistert mitzureißen. Leider nutzt David Forbes die Möglichkeiten, die sich ihm hier bieten, nur in Ansätzen; nach dem starken Auftakt verliert der zweite Teil seiner Fantasyreihe merklich an Wucht.

Es scheint, als seien Forbes die guten Ideen und interessanten Ansätze, die den ersten Band der »Osserian Saga« sowie die Anfangssequenz des zweiten Buchs so faszinierend gemacht haben, recht bald ausgegangen. Handwerklich ist der Roman, wie schon sein Vorgänger, mehr als nur in Ordnung. Irgendwie hat man aber das Gefühl, Forbes sei beim Schreiben ein wenig die Lust ausgegangen. Es sind viele Kleinigkeiten, die zu diesem Eindruck beitragen.

Die Protagonisten des Romans wirken, trotz diverser charakterlicher und körperlicher Veränderungen, die sie durchmachen dürfen, merklich eindimensionaler als noch in »The Amber Wizard«. Handlungstechnisch gibt es jede Menge Action zu bestaunen; eine Vielzahl abwechslungsreich in Szene gesetzter Kämpfe sorgt dafür, dass dem Leser nur ja nicht langweilig wird. Es scheint aber so, als fehle den meisten Kampfszenen gewissermaßen das Herz. Zwar müssen die Helden andauernd aufs Neue um ihr Leben ringen, anders als im Vorgängerroman fiebert man aber bedeutend weniger mit Gerin und seinen Gefährten mit (was unter anderem auch daran liegt, dass es Forbes diesmal in Sachen Anzahl der Schlachten stark übertreibt).

Auch die Originalität, um die sich der Autor im ersten Band noch stark bemüht hat, lässt ein wenig zu wünschen übrig; deutlich häufiger greift er auf altbekannte Klischees zurück. Bestes Beispiel hierfür ist ein Kampf zu See. Während der kompletten Schiffsreise herrscht mehr oder weniger gutes Wetter, doch kaum geht das feindliche Boot längsseits, steht ein Sturm ins Haus, der den obligatorischen Kampf noch bedrohlicher machen soll.

Keine Frage, Forbes hat sich alle Mühe gegeben, sein Erstlingswerk zu übertreffen. Mehr Action, mehr Dramatik, völlig neue, schier unbesiegbar erscheinende Feinde - »The Words of Making« macht in so mancher Hinsicht ziemliche Steigerungen durch. Schade nur, dass dies nicht für den Gesamteindruck gilt, den das Buch hinterlässt. Forbes hätte sich lieber auf die Stärken von »The Amber Wizard« konzentrieren und diese konsequent weiterführen sollen, statt sich zu bemühen, eine noch größere und bombastischere Story zu erschaffen. Das wäre nicht nötig gewesen (und ist auch nur in Teilen wirklich gelungen).

»The Words of Making« ist ein durchschnittlicher Fantasyroman, der zwar zu unterhalten weiß, seinem Vorgänger aber nur zu Beginn wirklich das Wasser reichen kann. Was nicht bedeuten soll, das Buch wäre schlecht; etwas wirklich Besonderes, das man unbedingt gelesen haben sollte, ist er allerdings auch nicht. Wer aber ein Fan von Markus Heitz' »Ulldart«-Romanen ist, sollte sich Forbes Werk durchaus zu Gemüte führen.

2009 soll der dritte Teil der Saga erscheinen. Ich bin mal gespannt, ob Forbes mit diesem wieder an alte Größe anknüpfen kann.


Der Roman erscheint voraussichtlich im April 2009 unter dem Titel »Die Worte der Schöpfung« bei Blanvalet in deutscher Erstausgabe.

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