Sieben Weltwunder der Antike: Die Zeusstatue des Phidias

Die sieben WeltwunderSieben Weltwunder der Antike:
Die Zeusstatue des Phidias

Das Standbild des Zeus zu Olympia ist zu Recht ein Weltwunder der Antike. Der Ort Olympia liegt auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenlad und ist bekannt als der Austragungsort der antiken Olympischen Spiele. Die Spiele fanden von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. an diesem Ort statt. Die Spiele waren nicht nur ein sportlicher Wettkampf, auch die politische Bedeutung war nicht zu unterschätzen.


Durch die Teilnahme verpflichtete sich jedes Teilnehmervolk zu einem Waffenstillstand. Während der Spiele wurden auch Verhandlungen und Gespräche geführt, welche das Schicksal der Griechen manches Mal stark beeinflusst haben.

Abbildung des ZeusVon 479 bis 456 v. Chr. errichtete Libon von Elis den Zeustempel und schuf so ein zentrales Heiligtum auf dem Boden Olympias.

Am vierten Tag der Spiele versammelten sich die Athleten und die Zuschauer gleichermaßen, um ihrem Gott Zeus Opfer in Form von Tieren darzubringen. Der Tempel wurde aus Marmor gebaut, er war 28 Meter breit, 64 Meter lang und rund 20 Meter hoch. Mit diesen Maßen war er das höchste und größte Gebäude auf der peloponnesischen Halbinsel. Phidias, ein Bildhauer, stellte die Statue des Zeus im Jahr 456 v. Chr. fertig.

Der Grieche Pausanias war ein reisender Schriftsteller; er hat in seinen Schriften das Bauwerk Phidias' zwar ausführlich beschrieben, aber das Aussehen der Zeusstatue konnte trotz allem nur zum Teil basierend auf dieser Beschreibung rekonstruiert werden.

Ein Gerüst aus Eisen, Gips und Holz trug eine 12 Meter hohe Statue, die aus Gold, Elfenbein und Ebenholz errichtet wurde. Gegossenes farbiges Glas und Edelsteine wurden zur Verzierung genutzt. Der 12 Meter hohe Zeus wird als ein weiser, gütiger und alter Mann dargestellt. Er sitzt auf seinem Thron, welcher selbst auch rund 10 Meter misst, und hält die Insignien seiner Macht in den Händen. Diese waren sein Zepter in der linken Hand und in der rechten Hand die Siegesgöttin Nike.

Phidias nutzte somit dieselben Techniken, wie sie auch schon beim Bau der Athena Pathenos für die Akropolis verwendet wurden. Er achtete aber auch darauf, dass jeder Betrachter erfuhr, dass er, Phidias, diesen Zeus erschaffen hat. Zu den Füßen des Zeus wurde ein Schemlein aus Gold angebracht, eingraviert wurde der Satz: "Phidias, Chamides Sohn aus Athen, der hat mich geschaffen."

So sorgte er gleichermaßen dafür, dass nicht nur der Zeus weit über die Grenzen Griechenlands bekannt wurde, sondern auch der Name des Architekten. Viel genutzt hat es ihm nicht, denn kurz nach der Fertigstellung wurde er des Diebstahls an den Materialien beschuldigt und dafür hingerichtet.

 Der Tempel mit dem sitzenden Zeus galt bald als ein nationales Heiligtum, jene, die das Prachtstück nicht gesehen haben, galten als unglücklich, da dieser Prunk nicht beschrieben werden konnte. In einer olympischen Rede sagte Dion Chrysostomos: "Auch eine vernunftlose Kreatur musste der Anblick des Zeus erschüttern".

Der Zeus war das letzte Werk des Phidias. Der Architekt stellte den antiken Gott mit gerunzelten Augenbrauen dar. Dem antiken Glauben zufolge lenkte Zeus die Geschicke der Welt nämlich durch ein Heben oder Senken seiner Brauen. Mit einem Stirnrunzeln konnte er den Olymp erbeben lassen.

Der römische Kaiser Caligula versuchte im Jahr 40 n. Chr. die Statue nach Rom zu transportieren. Er scheiterte an diesem Mammutprojekt und beließ die Statue im Tempel.

Im vierten Jahrhundert, um 360 nach Christus, musste der Zeus aber doch umziehen; er wurde nach Konstantinopel gebracht und wurde 475 nach Christus ein Opfer der Flammen. In Olympia sind noch bis heute die Reste des nun verwaisten Tempels und die Ruinen der Werkstätten zu sehen. Anhand der erhaltenen Säulentrommeln lässt sich eine Vorstellung vermitteln, wie groß der gesamte Tempel gewesen sein muss. Auch eine Statue des Apoll von Olympia ist noch erhalten. Sie gehört zum Westgiebel des Tempels.

 Der Tempel selbst wurde bereits 522 durch ein Erdbeben stark beschädigt. Im Jahr 551 ließ ein weiteres Beben das Bauwerk endgültig einstürzen.

Nachdem Kaiser Theodosius II. die Olympischen Spiele als heidnisches Ritual bezeichnete und die Ausübung verboten hatte, geriet auch der Tempel mit der Statue in Vergessenheit. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entdeckten französische und britische Forscher die Sportstätte wieder. Ausgrabungen sorgten für weltweites Aufsehen, und so wurde um die Wette gegraben. Im 18. Jahrhundert begannen deutsche Archäologen mit groß angelegten Grabungen, diese verursachten wiederum ein solches Aufsehen, dass die Idee der Olympischen Spiele wiedergeboren wurde.


Text/Bildquellen
wikipedia.de
die-weltwunder-reisen.de
kristian-buesch.de
raetsel-der-menschheit.de

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