Terminator Woman

Terminator WomanTerminator Woman

Inspector Julie Perrish und Sergeant Jay Handlin aus L.A. haben den Gangster Marsala nach Afrika gebracht, damit er gegen den Drogenboss und Frauenhändler Gatlee aussagt. Und der hat mit Marsala noch eine Rechnung offen, weil er ihm eine Ladung Schmuggel-Gold gestohlen hat. Um Marsala freizupressen, läßt Gatlee Julie entführen. Seine attraktive Komplizin Myra hat er auf Jay angesetzt. Aber die spielt falsch und will das Gold selbst besitzen. Die beiden Cops aber kann man eh nicht stoppen.


Wenn man dieses Werk aus den 90er Jahren einmal mit den heutigen Maßstäben diverser Martial Arts Filme vergleicht, dann ist es doch ziemlich erstaunlich, welche Wandlung sich in dieser Film-Gattung vollzogen hat. Bekommt man doch mittlerweile so hochklassige Filme wie beispielsweise "Ong Bak" oder "Ip Man" geboten, die insbesondere durch ihre äusserst hochklassigen Kampf-Choreogrfien zu überzeugen wissen, waren die Werke der damaligen Zeit doch erheblich anders gestrickt. Dies macht sich allein schon in der erzählten Geschichte bemerkbar, die an inhaltlicher Substanz nun wirklich schwerlich zu unterbieten ist und nicht mehr als eine vollkommen ausgedünnte Rahmenhandlung darstellt. Der Focus ist vielmehr auf ziemlich belanglose Prügelszenen gerichtet, die noch nicht einmal besonders gut in Szene gesetzt wurden und streckenweise sogar einen leicht ungelenken Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Man sollte also im Bezug auf die beinhalteten Kämpfe auf keinen Fall den hohen Qualitätsstandard vieler heutiger Filme erwarten, denn dieser wird noch nicht einmal ansatzweise erreicht. Und so ist es auch nicht besonders verwunderlich, das die enthaltenen Kämpfe phasenweise extrem künstlich und irgendwie gestellt auf einen wirken, zudem ist das Kampfgeschehen zumeist sehr abgehackt inszeniert, so das überhaupt keine flüssige Choreografie zu erkennen ist.

Waren echte Action-Freaks eventuell zur damaligen Zeit noch Feuer und Flamme für Filme wie "Terminator Woman", so muss man doch aus heutiger Sicht ganz eindeutig feststellen, das hier nicht mehr als absolut dumpfe Kampfsportkost geboten wird, der man im Prinzip nicht gerade viel abgewinnen kann. Das bezieht sich gleichzeitig auch auf die vorhandenen Charaktere, die allesamt fast konturlos dargestellt werden und ausserdem auch noch aalglatt und gesichtslos wirken. Insbesondere bei den beiden Hauptfiguren Julie und Jay (Jerry Trimble und Karen Sheperd) wird ganz deutlich, das man damals mehr Wert auf die Optik als auf andere Dinge gelegt hat, präsentiert sich doch ein Polizisten-Duo, das anscheinend frisch aus einem Mode-Journal entsprungen ist. Darstellerische Überzeugungskraft oder schauspielerisches Können im Allgemeinen war hier offensichtlich nicht sonderlich gefragt, denn anders ist das eher schlechte Schauspiel kaum zu erklären. Dieses offensichtliche Manko bezieht sich jedoch nicht nur auf die beiden Hauptdarsteller, denn ganz generell fällt die gesamte Darsteller-Riege nicht durch sonderlich gute Leistungen auf.

Ganz böse schlägt dem Zuschauer aber der vorhandene Humor auf den Magen, erscheint dieser doch vollkommen gekünstelt und seltsam verkrampft. Da wird insbesondere in den vorhandenen Dialogen eine extrem erzwungene Coolness zur Schau gestellt, die vor etlichen Jahren eventuell zeitgemäß war, aber mittlerweile viel eher als Störfaktor angesehen werden kann. Richtig nervig ist der Umgang der beiden Polizisten untereinander, der schon äusserst kitschige und aufgesetzte Züge erkennen lässt. So wird innerhalb kürzester Zeit aus offen zur Schau gestellten Abneigung immer mehr Symphatie, die zum Ende sogar in einer Knutscherei endet, die dem inszenierten geschehen die absolute Krone aufsetzt. So unglaubwürdig wie die Beziehung der Beiden wirkt auch die gesamte Geschichte, die doch streckenweise wie an den Haaren herbeigezogen daherkommt. Sicherlich muss ein Film dieser Art nicht zwangsweise inhaltlichen Tiefgang beinhalten, aber ein wenig Logik in den Abläufen wäre doch schon angebracht. Stattdessen werden aber lediglich vollkommen unlogische Verhaltensweisen sämtlicher Akteure präsentiert, die selbst für einen Film den man hauptsächlich nach seinem Unterhaltungsfaktor beurteilen sollte, zuviel des Guten sind und den Zuschauer mit zunehmender laufzeit einfach nur noch nerven.

Insgesamt gesehen kann man diesem Relikt der 90er Jahre lediglich einen maximal mittelmäßigen Unterhaltungswert bescheinigen, zudem die deutsche DVD auch noch der Schere zum Opfer gefallen ist, was man in den meisten Fällen auch noch ziemlich deutlich erkennen kann. Denn die von Haus aus nur mittelmäßigen Kampfszenen wirken zumeist wie aneinandergereihte Video-Clips, bei denen Teile vom Inhalt entfernt wurden, wodurch das Filmvergnügen also zusätzlich noch stark beeinträchtigt wird. Lediglich ganz eingefleischte Martial Art Fans könnten hier auf ihre Kosten kommen, obwohl ich mir selbst das nur schwer vorstellen kann. Es mag eine Zeit gegeben haben, in der Filme dieser "Klasse" begeistern konnten, doch scheint diese soweit zurückzuliegen, das man sich kaum daran erinnern kann. Letztendlich handelt es sich um eher niveaulose Prügel-Unterhaltung, die mit schlechten Darstellern besetzt ist und inhaltlich herzlich wenig zu bieten hat, so das eine Sichtung dieses Werkes nicht unbedingt erforderlich ist.


Fazit: Regisseur Michel Qissi, der auch gleichzeitig als Schauspieler mitwirkt, hat mit "Terminator Woman" nicht gerade ein Highlight geschaffen und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, seiner Geschichte zu wenig Konturen verliehen zu haben. Zudem verfügt die Geschichte noch nicht einmal über einen gesteigerten Unterhaltungswert, so das man keinesfalls eine echte Empfehlung aussprechen kann.


Informationen zum Film

Darsteller: Jerry Trimble, Karen Sheperd, Michel Qissi, Ashley Hayden, Ted Le Plat, Siphiwe Mlangeni, Len Sparrowhawk, Kimberleigh Stark, Graham Clarke, Nikade Ribane, Justin Byleveld, Kiki Architto, Dudley Du Plessis, Robert Davies
Regie: Michel Qissi
Drehbuch: Jeanette Agaronoff / John S. Soet
Kamera: Vincent G. Cox
Musik: Bruce Cassidy
FSK 18
USA / 1992


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