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... Bernhard Kempen über Perry & Atlan, sein Schaffen und eine Nominierung

Bernhard Kempen... Bernhard Kempen ...
... über Perry & Atlan, sein Schaffen und eine Nominierung

In einer perfekten Welt hätten der Autor Bernhard Kempen und ich uns in einem Gartenrestaurant getroffen und das Interview bei ein paar Gläsern Frischgebrautem gehalten, während über uns die Sonne ihren Arsch abgeschienen hätte. Da dies keine perfekte Welt ist, mussten wir uns mit dem Internet zufrieden geben.Hier der zweite Teil des Interviews (den ersten findet ihr hier). Dabei ging es in erster Linie um den Beitrag, der bei FanPro (Februar 2011) erschien ist: Atlan – Das Flexion (Sternensplitter 2/3).
Zauberspiegel: Wie bist Du persönlich mit dem Ergebnis zufrieden?
Bernhard Kempen: Diesmal bin ich selber mit dem Ergebnis rundum zufrieden! Viel mehr als beim Extra 10, wo es einige Sachen gab, die ich hätte besser machen können. Leider hat damals die Zeit nicht gereicht, diese Schwächen auszubessern. Im „Flexion“ ist alles drin, was mich schon immer an PR fasziniert hat – und sogar noch ein bisschen mehr! So muss es ja auch sein: Als Autor sollte man die Bücher schreiben, die man selber gerne lesen würde.

Zauberspiegel: Aha ... was hättest du am Extra 10 besser machen können?
Bernhard Kempen: Ich hätte zum Beispiel ein bisschen mehr darauf eingehen können, dass die SOL zum Zeitpunkt der Handlung eigentich aus dem letzten Loch pfeift. Die Idee kam mir, als Rainer Castor dagegen protestierte, die SOL im Extra 10 auftauchen lassen, weil sie nach der Rückkehr aus Hangay ganz dringend zur Generalüberholung in die Werft müsse. Ich dachte nur: Super! Da es um die Mom’Serimer geht, bleibt Perry gar nichts anderes übrig, als mit der SOL loszufliegen. Schlecht für ihn, aber gut für den Autor, weil sich ungeahnte Möglichkeiten ergeben, die Spannung zu steigern, wenn das Raumschiff jederzeit den Geist aufgeben könnte. Möglichkeiten, die ich leider nur angerissen habe ...

Zauberspiegel: Wie war das Feedback des Verlags?
Bernhard Kempen: „Das Flexion“ habe ich sozusagen im Alleingang durchgezogen, weil ich mir ziemlich sicher war, dass meine Ideen funktionieren. Vom Verlag kam dann nur noch ein „Gut gemacht!“. Beim Extra 10 war ich mir wesentlich unsicherer, unter anderem weil sich das Exposé nicht 1:1 umsetzen ließ. Damals habe ich mehrmals meinen Zwischenstand an Klaus Frick geschickt, von dem sehr viele Vorschläge kamen, wie ich bestimmte Sachen anders machen sollte. Die recht lange Vorgeschichte hätte ich am liebsten chronologisch erzählt, aber Klaus meinte, dass ich die „Gegenwartsebene“ mit Perrys ersten Auftritt unbedingt vorziehen muss. Also habe ich den Ablauf stärker verschachtelt und die Vorgeschichte eher in Form von Rückblenden erzählt. Auch bei der Nebenhandlung mit den zwei Jungs, die die Aurenspürer suchen, war ich mir zunächst nicht sicher, ob das so geht. Erst nachdem Klaus meinen ersten Entwurf kritisiert hatte, wusste ich, wie ich diesen Erzählstrang halbwegs überzeugend durchziehen kann. Komischerweise hatte ich mit dem „Flexion“ überhaupt keine derartigen Schwierigkeiten. Ich war mir völlig sicher, dass meine etwas „gewagteren“ Passagen funktionieren werden. Zum Beispiel die Geschichte mit dem Swimming-Pool. Ein bisschen durchgeknallt, also typisch Kempen, aber eine gute Idee, die Fremdartigkeit des Flexion anschaulich rüberzubringen – zumindest meiner bescheidenen Ansicht nach.

Zauberspiegel: Hattest Du Mitspracherecht beim Motiv des Covers? Oder ging das ohne Dein Dazutun?
Bernhard Kempen: Sabine Kropp wies mich schon bei der allerersten Vorbesprechung darauf hin, dass ich Bescheid sagen soll, wenn ich eine Idee für ein mögliches Covermotiv habe. Als mir dann endlich etwas einfiel, hieß es allerdings, dass Arndt Drechsler schon einen ersten Entwurf eingereicht hatte, der bei allen Beteiligten (mich eingeschlossen!) große Begeisterung auslöste und dann letztlich auch verwendet wurde. Ich hätte gern Justician Khorolev auf dem Cover gehabt, weil er für mich zur heimlichen Hauptfigur des Romans geworden war, und im Hintergrund vielleicht eine schneeflockenartige Struktur. Aber Decaree mit dem Kristall ist auch sehr schön geworden. Das Bild hat mich dann sogar dazu inspiriert, den irisierenden „Tech-Suit“, den sie trägt, im Roman zu thematisieren ...

Zauberspiegel: Der Roman ist sehr kompliziert geworden, mit dem großen Zeitumfang, in dem er spielt: an die fünfzehn Jahre, worin die Zeitsplitter von den Ertrusern entdeckt und anschließend untersucht wurden. War es schwierig, Dich in das Geschehen hineinzudenken?
Bernhard Kempen: Ein bisschen kompliziert war es schon, weil ich ansonsten dazu neige, meine Geschichten sehr linear und chronologisch zu erzählen. Meistens mache ich das so, dass ich die einzelnen Handlungsstränge gesondert schreibe und anschließend aufteile und ineinanderschachtele. Wobei ich mich in diesem Fall recht genau an die Schachtelung gehalten habe, wie sie im Exposé vorgeschlagen war. Andererseits hat diese „Herausforderung“ dazu geführt, dass ich die Geschichte am Ende noch viel mehr verschachtelt habe als vorgesehen. Dass die Ertruser Erana und Moto im Mittelteil wieder auf Brox auftauchen, ist komplett meine Idee. Davon war im Exposé keine Rede ...

Zauberspiegel: Der erste Teil spielt mehrheitlich auf einem Planeten, (Brox) und Du musstest durch die halbe Galaxis kurven. War das alles vom Exposé vorgegeben, oder trägst Du daran auch „Schuld“?  Wink
Bernhard Kempen: In diesem Fall kann ich guten Gewissens jegliche „Schuld“ weit von mir weisen ... Wink Der große Handlungsrahmen war so vom Exposé vorgegeben. Aber ich finde es auch unterhaltsamer, wenn man mit mehreren Schauplätzen arbeiten kann. In der einen Szene steht Decaree ganz allein vor dem Badezimmerspiegel und macht sich sehr private Gedanken, und in der nächsten geht es um kilometergroße Kristallsplitter, die im Weltraum treiben und möglicherweise aus einem fremden Universum stammen. So muss es sein! Ein guter Roman sollte die ganze Komplexität des Lebens widerspiegeln!

Zauberspiegel: Ich störte mich etwas am jungen SolAb-Agenten, der mit knappen vierzig Lenzen bereits der beste Mann von Galbraith Deighton sein soll. War Justician Khorolev vom Expo vorgegeben oder Deine Erfindung?
Bernhard Kempen: Der Khorolev, wie er im „Flexion“ leibt und lebt, ist ungefähr zur Hälfte eine Thurner-Vorgabe und eine Kempen-Umsetzung. Ich habe ihn – mit Michaels Einverständnis – etwas „stärker“ gemacht, weil mich der Bursche von Anfang an ungemein fasziniert hat. So sehr, dass ich gerne noch mal was mit ihm anstellen würde ... Etwas Ähnliches habe ich schon mehrmals erlebt: Manche Nebenfiguren entwickeln plötzlich ein sehr markantes Charakterprofil und fordern sozusagen mehr Raum ein. Keine Ahnung, was für unbewusste Mechanismen dabei im Spiel sind. Ich staune immer wieder, wie lebendig meine Figuren werden können, wenn ich als Autor mit ihnen arbeite. Sie entwickeln ein Eigenleben und zwingen mich manchmal, ganze Szenen anders als ursprünglich geplant zu schreiben, weil sie mit bestimmten Dingen nicht einverstanden sind oder in bestimmten Situationen nicht so reagieren würden, wie ich mir das vorher ausgedacht hatte.
Aber wie kommst du darauf, dass jemand mit 39 Jahren zu jung für den harten Job eines Agenten sein könnte? Ich kenne das Argument, dass Terraner zum Handlungszeitpunkt 150 bis 200 Jahre alt werden, aber das muss ja nicht heißen, dass sie langsamer reifen. Die allgemeine Tendenz geht doch eher dahin, dass Menschen immer früher erwachsen werden. Noch vor wenigen Jahrzehnten war man erst mit 21 Jahren volljährig, und heute wird bereits überlegt, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in den nächsten paar Jahrtausenden wieder umkehrt. Mit 39 Jahren ist Khorolov topfit und hat fast zwei Jahrzehnte Berufserfahrung hinter sich!

Zauberspiegel: Wie fühlt man sich, ein Buch in den Händen zu halten, das den eigenen Namen als Autor nennt? Ein alter Hut oder immer wieder ein tolles Gefühl?
Bernhard Kempen: Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn aus ein paar wirren Ideen und einer virtuellen Computerdatei schließlich etwas geworden ist, das man in den Händen halten kann. Noch besser fühlt es sich an, wenn die ersten Leserreaktionen kommen. Man hat etwas geschaffen, mit dem sich einige Leute tatsächlich intensiv auseinandergesetzt haben!
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich noch nicht so viele eigene Titel veröffentlicht habe. Als ich Übersetzung Nr. 110 in den Händen hielt, war das nicht mehr so aufregend wie zum Beispiel bei Nr. 10 oder 11. Keine Ahnung, ob man auch den 110. Heftroman als „alten Hut“ empfindet. Ich glaube eher, dass ein kreatives Produkt immer etwas ganz Besonderes sein wird.

Zauberspiegel:  Für mich macht Dein Buch fast den Eindruck eines Schlusses. Da fragt man sich, ob für Michelle Stern überhaupt noch was zu schreiben blieb?
Bernhard Kempen: Keine Sorge, Michael Marcus Thurner hat dafür gesorgt, dass alle drei Bände der Trilogie spannende Geschichten behandeln. Immerhin hat Decaree Farou am Ende meines Bandes ein Problem, das ihr in Band 3 mächtig zu schaffen macht. Außerdem gibt es da noch ein paar ungelöste Fragen, die bereits in Band 1 aufgeworfen wurden ...

Zauberspiegel: Du wurdest unter anderem bekannt mit erotischen Thrillern. In keinem der beiden Romane, die ich bereits von Dir gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass Du Dich in dieser Richtung ausleben konntest? Gab es keine Möglichkeit dazu oder trennst Du diese Ebenen strickt?
Bernhard Kempen: Es würde mich durchaus reizen, das Thema Erotik auch mal bei PR unterzubringen. Aber es wäre natürlich Unsinn, eine Sexszene nur um des Effekts willen einzubauen. PR ist eine Space Opera, eine Abenteuerserie, die im Weltraum spielt, und pornographische Szenen haben in diesem Genre nichts zu suchen. Es sei denn, man schildert eine Liebesbeziehung wie die zwischen Tek und Dao. Das passt, weil es pure Science Fiction ist, weil es um die Frage geht, was sich zwischen einem Terraner und einer Kartanin abspielen könnte. Etwas Ähnliches habe ich ja sogar im Extra 3 gemacht, als ich den Hyperraum-Sex der Inyodur beschrieben habe. Wie bringe ich die Ekstase eines sehr fremdartigen biologischen Vorgangs rüber, der auf menschliche Leser eigentlich gar nicht pornographisch wirken kann?
Andererseits hat es mir immer wieder großen Spaß gemacht, wenn Atlan (nicht nur im aktuellen TB, sondern auch schon in meinem ersten Atlan-Heft) eine hübsche Frau an seiner Seite hat, mit der er – laut Exposé-Vorgabe – eben nicht in die Kiste hüpfen soll. Also geht es darum, erotische Spannung aufzubauen, die sich aber aufgrund widriger Umstände nicht „entladen“ darf. Auch das ist für mich - gerade als Erotik-Autor - eine faszinierende Aufgabe!

Zauberspiegel: Kannst Du Dir vorstellen wieder als Buchautor an den Start zu gehen, oder ist Dir das Format des Heftromans sympathischer?
Bernhard Kempen: Sowohl als auch. Ja, ich schreibe gern Heftromane, weil die zwei Wochen, die ich dafür brauche, wie Urlaub von meiner sonstigen Arbeit sind. Aber auch das Taschenbuch hat mir wie gesagt großen Spaß gemacht, weil ich in diesem Format viel mehr in die Tiefe gehen konnte. Zum Glück schließt das eine das andere ja nicht aus ...

Zauberspiegel: Wie versiert bist Du im Rhodan-Kosmos?
Bernhard Kempen: Ich bin im Alter von 12 Jahren in die Serie eingestiegen und somit seit fast 40 Jahren dabei. In dieser Zeit habe ich schätzungsweise 80 Prozent der PR-Heftserie gelesen. Bei den Nebenserien ist der Prozentanteil deutlich kleiner, aber auch da habe ich immer wieder reingeschnuppert, so dass ich ein bisschen mitreden kann.

Zauberspiegel: War die Perrypedia hilfreich beim Schreiben?
Bernhard Kempen: Oh ja! Da haben die Mitarbeiter Tolles geleistet! Obwohl es natürlich immer noch große weiße Flecken auf der Landkarte der PR-Zukunft gibt ...

Zauberspiegel: Könntest Du Dir vorstellen, als Autor mehr mit dem Rhodan-Kosmos zu tun zu haben, vielleicht sogar in der Erstauflage mitzuschreiben?
Bernhard Kempen: Nachdem ich mich jetzt ein bisschen „eingeübt“ habe, sehe ich da eigentlich kein Problem ...

Zauberspiegel: Was ist Dir wichtiger: eigene Geschichten zu erfinden oder nach vorgegebener Handlung zu schreiben?
Bernhard Kempen: Beides hat seinen Reiz. Bei eigenen Geschichten kann ich mich hemmungslos austoben und muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Und wenn ich nach Exposé schreibe, macht es mir Spaß, die sachlich formulierten Vorgaben in spannende Handlung umzusetzen. Wenn sich Perry & Co. im Konferenzraum zur Einsatzbesprechung treffen, klingt das zunächst mal nicht besonders aufregend. Aber dann überlege ich mir, dass ich das vielleicht aus der Sicht von Decaree beschreiben sollte, die ziemlich geplättet ist, weil sie plötzlich drei unsterblichen Legenden gegenübersitzt. Und dann erlebt die Gute auch noch mit, wie sich Perry und Atlan in die Haare kriegen (wo im Exposé nur eine mögliche Meinungsverschiedenheit angedeutet war). Man kann sogar sagen, dass es eigentlich dann am spannendsten wird, wenn ich im Expo etwas lese und denke: Oh Gott, das funktioniert doch so gar nicht! Also ist es schon so, dass Schreiben um so mehr Spaß macht, je kreativer man dabei sein darf - oder muss.

Zauberspiegel: Was treibt Dich zum Schreiben? Die Berufung oder hin und wieder ein schlechtes Buch und dann der Gedanke „Das kann ich besser“, oder wie sieht das bei Dir aus?
Bernhard Kempen: Beides spielt eine Rolle. – He, ich bin Sternzeichen Zwilling! Das heißt, von mir kriegst du auf eine Entweder-Oder-Frage nur selten eine eindeutige Antwort! Wink – Natürlich habe ich meine Botschaften, die ich in literarischer Form unters Volk bringen möchte. Aber es kann auch passieren, dass ich irgendein Buch lese und sich aus einer Szene oder auch nur einem beiläufigen Halbsatz eine eigene Idee entwickelt. Die aber nicht zwangsläufig „besser“ sein muss, sondern vielleicht einfach nur „anders“. Was wäre, wenn man die ursprüngliche Idee mit einem anderen Element kombiniert, was zu einem sehr interessanten Konflikt führen würde ...?
Ich glaube, in erster Linie ist es diese Art von Spiel, was mich zum Schreiben treibt. Verrückte Ideen austüfteln, Zusammenhänge herstellen und schließlich ganze Welten zusammenbauen. Schreiben ist wie Lego-Spielen auf einem intellektuelleren Niveau. Das heißt, es macht mindestens genauso viel Spaß. Es ist ähnlich faszinierend wie einfach nur Lesen. Ein Leser ist zunächst nur ein Mitspieler, der sich vom Autor führen lässt. Aber ich glaube, dass jeder Leser auch mal weiterdenkt und sich überlegt, was wohl passiert wäre, wenn Person X in Szene Y anders reagiert hätte. In diesem Moment wird der Leser zum aktiven Spieler. Ein Autor geht noch ein paar Schritte weiter und schreibt das Ergebnis dieser Überlegungen nieder. Geschichten erzählen und anhören, ob nun erfundene oder tatsächlich erlebte, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Genauso verhält es sich mit dem Bedürfnis, solche Geschichten nachzuerzählen, auszuschmücken und weiterzuspinnen.

Zauberspiegel: Was kommt als nächstes für Dich?
Bernhard Kempen: Jetzt sind erst mal ein paar Übersetzungen dran. Nach Abgabe des ATLAN-Manuskripts habe ich den 1. Band einer SF-Trilogie von Brenda Cooper übersetzt, anschließend kam der neue Roman von John Scalzi, mit dem ich soeben fertig geworden bin (Stand Anfang Mai 2011). Als nächstes folgt ein Zombie-Thriller und im Sommer der 2. Band von Cooper. Und danach hätte ich tatsächlich wieder etwas Luft, um beispielsweise einen Perry Rhodan einzuschieben ... mal sehen, ob’s klappt!

Zauberspiegel: In PR 2598 steht, dass man Dich nominiert hat für die „beste Übersetzung zur SF ins Deutsche, erstmals erschienen 2010“. Herzliche Gratulation. Ein Werk, das während seiner Entstehung etwas besonderes fühlen ließ, oder war es ein Job wie jeder andere auch?
Bernhard Kempen: Danke! Ja, es freut mich sehr, dass „Metatropolis“ von John Scalzi für den Kurt-Lasswitz-Preis nominiert wurde. Diesen Autor schätze ich ganz besonders, und ich bin auch ein bisschen stolz, dass ich alle seine acht Bücher übersetzen durfte, die bisher auf Deutsch erschienen sind bzw. erscheinen werden. „Metatropolis“ ist eine Sammlung von Storys, die von verschiedenen Autoren geschrieben wurden und in einer „Shared World“ spielen. Es geht um eine sehr amerikanisch geprägte ökologische Zukunftsvision, die zum Teil ganz andere Schwerpunkte setzt als die deutsche Öko-Bewegung. Auf jeden Fall eine lesenswerte „Alternative zur Alternative“. Scalzi war bei diesem Buch „nur“ der Herausgeber und hat eine der fünf Geschichten verfasst. Die große Herausforderung für mich bestand nun darin, den stilistisch recht unterschiedlichen Originalbeiträgen gerecht zu werden. Wobei das im Grunde etwas völlig Selbstverständliches ist, da man sich als Übersetzer ständig auf neue Autoren und stilistische Eigenarten einstellen muss. Aber gerade in diesem Fall hoffe ich, dass eben keine „typische Kempen-Übersetzung“ daraus geworden ist.

Zauberspiegel: Gibt es eine Frage, die man Dir in einem Interview nie stellen sollte?
Bernhard Kempen: Eigentlich nicht. Schlimmstenfalls gibt es Fragen, die ich nicht beantworten möchte. Aber dann kann ich immer noch versuchen, mich um eine klare Antwort zu drücken ... Wink

Zauberspiegel: Hast Du noch etwas zu ergänzen, eine Frage, die man Dir noch nie gestellt hat aber deren Beantwortung Dir auf der Zunge brennt?
Bernhard Kempen: Wenn du keine weiteren Fragen hast, will ich dich auch nicht mit Geschichten nerven, die du vielleicht gar nicht hören willst!

Zauberspiegel: Ich danke sehr für die Zeit, die Du Dir für die Beantwortung unserer Fragen genommen hast. Bis zum nächsten Mal.
Bernhard Kempen: Es war mir ein Vergnügen! Immer wieder gern!

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