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... Gabriele Libbach über Begegnungen auf der HÖRSPIEL, ein Jubiläum und Navigationsgeräte

Gabriele Libbach … ... Gabriele Libbach ...
... über Begegnungen auf der HÖRSPIEL, ein Jubiläum und Navigationsgeräte

Gabriele Libbach wurde 1957 in Hannover geboren. Bereits sehr früh begann sie ihre schauspielerische Tätigkeit mit Hörspielrollen. Berühmt wurde sie durch Commander Perkins, Hanni und Nanni sowie Black Beauty beim Label EUROPA. Unvergessen auch ihre Rollen in der Gruselserie (Folgen 8 und 9). Für die Computerspiele lieh sie Lara Croft ihre Stimme. Sie arbeitet heute vorwiegend für Synchronisationen. Zufällig traf ich Gabi Libbach auf der HÖRSPIEL 09, und wir haben ein Interview verabredet, welches nun vor Euch liegt.

Zauberspiegel
: Sie haben in den 80er Jahren in vielen bekannten Hörspielen mitgewirkt, ich nenne nur mal Commander Perkins und auch die H.G. Francis-Gruselserie. Werden Sie heute noch häufig darauf angesprochen?
Gabriele Libbach: Ja, häufig auf Commander Perkins. Aber auch auf die ganzen Mädchensachen wie Hanni und Nanni – ich war ja die Ur-Hanni und zarte 13 Jahre alt als wir diese Serie produzierten. Und natürlich Black Beauty. Ich habe ja auch die englische Fernsehserie Black Beauty damals mit synchronisieren dürfen, und zwar die Rolle der Vicky. Ich habe 15 Jahre später in London ein Theaterstück gesehen, wo die Darstellerin der Vicky (Judi Bowker) mitwirkte. Ich habe sie dann angesprochen und Ihr mitgeteilt „I´m your german voice“. Nur leider war sie wohl sehr müde nach der Doppelvorstellung, und so kam es nicht zu einem längeren Gespräch. Das war auch enttäuschend, denn gewissermaßen sprach ich sie auch als Fan an, der dann regelrecht abblitzte.

Zauberspiegel: Haben Sie noch die alten Hörspiele in Ihrer Sammlung, und hören Sie da noch rein?
Gabriele Libbach: Ja einige. Nicht alle, aber eben Exemplare von Commander Perkins und von den anderen EUROPA-Sachen, wie Hanni und Nanni und so weiter. Vieles sogar noch auf Vinyl.

Zauberspiegel: Wie stehen Sie heute zu den Aufnahmen von damals. Ist das aus heutiger Sicht okay, oder hören Sie das heute nicht so gern.
Gabriele Libbach: Nein, ich distanziere mich davon überhaupt nicht. Hören tue ich die Sachen zwar selten, aber ich verwahre sie gut. Das war damals eine aufregende Zeit. Das waren so die Anfänge, und just in diesem Monat Juli habe ich mein 40jähriges Berufsjubiläum.
Zauberspiegel: Bei der Gelegenheit: Herzlichen Glückwunsch
Gabriele Libbach: Danke. Das ist jetzt mir erst jetzt so richtig bewusst geworden, dass ich in dem Monat der ersten Mondlandung 1969, meine erste Synchronrolle angeboten bekam! Unvorstellbar, wie lange das her ist. Und auch schön, dass ich nach 40 Berufsjahren noch immer im Geschäft bin und weiterhin interessante und vielfältige Aufträge und Rollen bekomme.

Zauberspiegel: Nach den 80er Jahren haben Sie nicht mehr für das Tonstudio EUROPA gearbeitet. Warum?
Gabriele Libbach: Ich weiß es nicht. Abgelehnt habe ich nie. Aber eventuell hat man sich seitens des Studios auf andere Stimmen konzentriert. Ich habe jetzt auf der HÖRSPIEL Frau Körting nach vielen Jahren wieder getroffen. Es war ein sehr herzliches Wiedersehen und ich habe Ihr auch signalisiert, dass ich an einer Zusammenarbeit interessiert bin.
Andererseits habe ich mich ja auch in eine andere Richtung entwickelt, wie Synchronisation und die Beiträge für Magazinsendungen bzw. Reportagen und Features für den NDR.

Zauberspiegel: Welche Hörspiele machen Sie heute noch?
Gabriele Libbach: In diesem Bereich bekomme ich seltener Angebote, bis auf einen Kinder- und Jugendbuch-bzw. Hörspielverlag, für den ich eine Reihe von Hörbüchern für die ganz Kleinen vertont habe. Oder u.a. auch ein Hörbuch über Johann Sebastian Bach (eine Biographie).
Man nimmt die Angebote wie sie kommen, man kann keine Rollen einfordern, höchstens ablehnen.

Zauberspiegel: Gab oder gibt es für Sie eine Lieblingsrolle?
Gabriele Libbach: Zum Beispiel die Rolle der „Stella Bonasera“ in der Fernsehserie „CSI New York“, die ich seit 5 Jahren in Berlin synchronisiere. Die Darstellerin Melina Kanakaredes spielte bereits vor vielen Jahren in der Familienserie „Providence“ die Hauptrolle, seitdem bin ich sozusagen „Auflage“ für diese Schauspielerin – zumindest bei RTL und VOX.

Zauberspiegel: Für Nocturna-Entertainment steht demnächst auch ein Auftrag für Sie an. Wie ist Sven Schreivogel auf Sie aufmerksam geworden?
Gabriele Libbach: Ich habe am Infotisch der Firma gestanden, auf der HÖRSPIEL, und bin mit seinem Kollegen ins Gespräch gekommen. Dann wurden wir uns vorgestellt. Er kannte mich und meine Stimme – also er wusste mehr als ich. Sie müssen ja bedenken, dass man in 40 Jahren sehr viel macht. Da kann man sich an einzelne Sprechrollen nicht erinnern. Erstaunlich ist, dass unsere Fans alles im Kopf behalten. Es scheint also ein richtiges Hobby vieler Leute zu sein. Wenn ich ins Internet gehe, und schaue was unter meinem Namen alles steht, da staune ich. Ab und an, bekomme ich auch mal Fanpost, wie viele Kollegen. Es gibt aber auch sehr hartnäckige Fans, die regelrechten Telefonterror betreiben, was Gott sei Dank selten ist, aber sehr unangenehm werden kann.

Zauberspiegel: Sie haben für Mercedes die Texte für das Navigationsgerät gesprochen. Ist das eine aufwendige Sache?
Gabriele Libbach: Sehr aufwendig. Manchmal wird viele Tage nacheinander aufgenommen. Und dann ist immer höchste Konzentration gefragt. Da wird für die C-Klasse, A-Klasse usw. immer wieder neu aufgenommen.

Zauberspiegel: Wie ist man bei Mercedes auf Sie aufmerksam geworden?
Gabriele Libbach: Durch einen Studioleiter aus Hamburg, den ich schon sehr lange kenne, und mit dem ich schon viel für das Fernsehen gemacht habe, wie z.B. Bravo-TV. Der schlug mich seinerzeit vor. Also ich bin jetzt die aktuelle Stimme bei Mercedes, unter anderen. Wir sind mittlerweile nur noch Frauen. Bis auf die türkische Stimme, dass ist ein Mann.

Zauberspiegel: Ich stell mir auch immer die weibliche Stimme ein, weil ich sie angenehmer finde.
Gabriele Libbach: Das dachte man sich bei Mercedes wohl auch, denn die vornehmlich männlichen Mercedes-Fahrer bevorzugen Sprecherinnen.

Zauberspiegel: Wie muss man sich solche Aufnahmen vorstellen, sie sprechen doch sicher nicht tausende von Straßennamen ein?
Gabriele Libbach: Nein, keine Straßennamen. Hamburg allein hat, glaub ich 7000 Straßennamen. Ortschaften und Städte werden auch nur zum Teil eingesprochen. Für diese Straßennamen wird aus dem ganzen Material was ich eingesprochen habe, eine synthetische Stimme hergestellt. Man arbeitet da mit Lauten von mir. Kleiner als Silben oder Buchstaben.
Das geht dann sogar in Fremdsprachen. Und sie können meine Stimme daraus auch erkennen, denn es ist meine Stimme.

Zauberspiegel: Sie arbeiten heute viel für den NDR. Was genau machen Sie dort?
Gabriele Libbach: Ja, für das Fernsehen die Sendung „Menschen, Länder, Abenteuer“. Es geht da u.a. um Reiseberichte. Auch für den NDR-Naturfilm, dann „W wie Wissen“. Ich arbeite aber auch für den Hörfunk.

Zauberspiegel: Vielen Dank für das Interview, Frau Libbach.
Gabriele Libbach: Sehr gerne.

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