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Neues Futter für Dino-Fans - »65«

65Neues Futter für Dino-Fans
»65«

Der Astronaut Mills stürzt mit seinem Raumschiff auf einem mysteriösen Planeten ab.

Gemeinsam mit dem Mädchen Koa muss er sich nun gegen allerhand gefährliche Dinosaurier zur Wehr setzen und sich auf die abenteuerliche Suche nach einer nutzbaren Fluchtkapsel begeben, um dem Albtraum zu entrinnen. .

65 Dinosaurier auf der großen Leinwand blicken auf eine reichhaltige Geschichte zurück. Effekte-Guru Willis O’Brien sorgte mit „The Lost World“ (1925) für den ersten Auftritt eines Tyrannosaurus Rex und eines Triceratops. Seine Arbeit perfektionierte er mit dem T-Rex aus dem Klassiker „King Kong“ (1933). Die Stop-Motion-Technik blieb auch bei den Filmen von Ray Harryhausen stilprägend. Besonders der Mix aus Western und Dinofilm, welchen „The Valley of Gwangi“ (1969) aufbot, dürfte vielen in Erinnerung geblieben sein. Neben Stop-Motion gab es aber auch weniger geglückte Versuche, Dinosaurier auf der Kinoleinwand darzustellen. So wackelten Menschen in Gummikostümen durch die Gegend (The Land Unknown 1957“) oder man machte es gleich wie Bert I. Gordon in „King Dinosaur“ (1955) und filmte einfach handelsübliche Echsen und Leguane in Großaufnahme, um sie beim Laufen durch Miniaturlandschaften als Möchtegern-Dinosaurier darzustellen. Besser machten es schließlich die Gummisaurier in „Der Planet der Dinosaurier“ (1977) und den beiden „Caprona“-Filmen mit Doug McClure. In den 90er Jahren sorgte schließlich „Jurassic Park“ mit seiner Kombination aus animatronischen Puppen und CGI-Effekten für den ganz großen Saurier-Hype und ebnete den Weg für zahlreiche Trittbrettfahrer von zweifelhafter Qualität (wie etwa die sehr unterhaltsame Trash-Granate „Carnosaurus“ von Roger Corman, dem Low-Budget-Softsex-Streifen „Dinosaur Island“ von Fred Olen Ray und Jim Wynorski oder der mittlerweile zum Kult gewordenen Splatter-Comedy „Tammy and The T-Rex“). Seit den 2000 Jahren prägten vor allem die „Jurassic-Park“-Sequels und die „Jurassic World“-Filme das Bild von Dinosauriern im Kino, doch nach dem letztjährigen Ende der „Jurassic World“-Reihe sollten Dino-Fans nicht verzagen, denn mit dem Sci-Fi-Thriller „65“ gibt es neues Futter für Genre-Fans.

65Der Film unterläuft dabei konsequent etwaige Zuschauererwartungen in Hinblick auf die Action, denn wer sich auf ein Dino-Action-Gewitter im Stile der „Jurassic World“-Filme einstellt, dürfet nur enttäuscht werden. Der Fokus des Films liegt auf der Beziehung von Mills (dargestellt von Adam Driver, bekannt als Kylo Ren aus der „Star Wars“-Sequel-Trilogie) zu Koa und die Narration des Films nimmt sich viel Zeit für Dialoge und Charakterausarbeitung. Diese Stoßrichtung erweist sich aber nur als bedingt sinnvoll, da der Film durch diese Charakterzentrierung kaum einen wirklichen Spannungsbogen aufbauen kann und man als Zuseher eher der nächsten Dino-Attacke entgegenfiebert statt den beiden Figuren bei der Auslotung ihrer Beziehung zuzuhören. Wenn die Dinosaurier zuschlagen, tun sie das fast schon im Stile eines Slasher-Schurken: Die Attacken (gerne im Dunkeln oder aus dem Hinterhalt) sind wie Nadelstiche gesetzt und sehr intensiv inszeniert. Dieser Eindruck wird durch die gute Effektarbeit untermauert, welche sich nicht vor den groß budgetierten Dinosauriern aus den „Jurassic World“-Filmen zu verstecken braucht. Es wird eine angemessene Varianz an verschiedenen Dinosauriern aufgeboten, welche allesamt auf die oder andere Art eine Bedrohung für Mills und Koa darstellen. Neben Velociraptoren müssen sich die Protagonisten auch gegen prähistorische Krokodile (Deinosuchus), gigantische Flugsaurier (Quetzalcoatlus) und natürlich dem Tyrannosaurus Rex zur Wehr setzen. Besonders der finale Kampf gegen den Tyrannosaurus Rex ist sehr effektvoll inszeniert und entschädigt etwas für den vorangehenden Leerlauf des Films.

65Fazit:
Die Dino-Attacken sind einfallsreich und mit Anliehen am Slasher-Genre inszeniert und auch die Effektarbeit sowie die Darstellerleistungen des Films können sich definitiv sehen lassen. Leide trägt der Ansatz, die Geschichte sehr charakterzentriert zu entfalten nicht die erhofften Früchte, womit sich trotz der eigentlich knackigen Laufzeit von 90 Minuten doch einige unnötige Längen in den Film geschlichen haben und die Spannung immer wieder absackt.

65
mit Adam Driver, Ariana Greenblatt, Chloe Coleman
Regie: Scott Beck, Bryan Woods
Science-Fiction-Thriller
USA 2023

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