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SAGA 3: John Jakes - Auf der Suche nach Khurdisan

S.A.G.A.S.A.G.A. Folge 3:
John Jakes - Auf der Suche nach Khurdisan

Die amerikanischen Fantasy-Autoren Lin Carter, L. Sprague de Camp und John Jakes gründeten in den 1960er Jahren eine lockere Autorenvereinigung unter dem Namen „Swordsmen and Sorcerers' Guild of America“ (SAGA). Als weitere Mitglieder kamen bald Poul Anderson, Fritz Leiber, Michael Moorcock, Andre Norton und Jack Vance dazu. Die auf Deutsch erschienenen Fantasywerke dieser Autorengruppe werden in der vorliegenden Artikelserie vorgestellt.

John JakesJohn Jakes (geb. 1932) ist ein amerikanischer Autor, der lange nebenberuflich schrieb und in der SF-und Fantasy-Szene hauptsächlich durch seine Geschichten um Brak den Barbaren bekannt wurde. In den siebziger und achtziger Jahren verfasste er mit der Serie über die Familie Kent sowie der Love and War-Trilogie, welche als Fackeln im Sturm erfolgreich verfilmt wurde, historische Romane über die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, welche zu Bestsellern wurden. Der Erfolg dieser Romane veranlasste Jakes, sich komplett aus der SF- und Fantasy-Szene zurückzuziehen.

SAGABrak der Barbar stammt aus dem hohen Norden und wurde von seinem Stamm verstoßen, weil er den Göttern nicht die notwendige Ehrerbietung entgegenbrachte. Nachdem ihm ein alter Schamane berichtet, dass sich tief drunten im Süden das Goldene Khurdisan befindet, ein Land voller Zauber und Wunder, erwacht in Brak die Sehnsucht, dieses Land zu sehen. Der flachshaarige Barbar mit dem Zopf und dem Schwanz an seinem Löwenfell macht sich auf den Weg, bewaffnet mit seinem Breitschwert, und lässt sich von keiner Gefahr aufhalten, sein Ziel zu erreichen. Als Brak die Stadt Kambda Kai betritt, wird er von Anhängern des Gottes Yob-Haggoth (wahrscheinlich ein Cousin von H. P. Lovecrafts Yog-Sothoth) gefangengenommen. Das Heiligtum des Schreckens, ein Tempel mit einer Statue des Dämons, soll für ihn als Ungläubigen sowie einen Anhänger des Finsteren Gottes und einen Priester des Nestorianerordens der Ort des Opfers für Yob-Haggoth sein. Bei der Opferzeremonie gelingt es Brak aber, sich aus dem geistigen Bann des dämonischen Hohepriesters Septegundus, unter dessen Haut winzige Menschen in ewiger Qual krabbeln, und seiner Tochter Ariane zu befreien und die beiden zur Hölle zu schicken.

Nach diesem Abenteuer gelangt Brak nach Todt, wo er gefangengenommen und versklavt wird, um in den königlichen Minen zu schuften. Bei einem Ausbruchsversuch stürzt der Barbar durch eine sich öffnende Wand in die Tiefe. Dort spiegelt sich ein Flammengesicht in seinem Breitschwert. Es ist ein brennender Greis, der sich in ewiger Agonie windet und nicht sterben kann. Denn er wurde genauso wie der rechtmäßige Herrscher des Landes von der Prinzessin Vian verhext, die von Brak bei ihrem mörderischen Picknick überrascht wird. Die Prinzessin hetzt ihren Höllenhund auf ihn, ein sechsbeiniges Ungeheuer. Brak tötet den Hund und überlässt die Prinzessin den anderen ausgebrochenen Gefangen, die mittlerweile nach unten gekommen sind und sich auf sie stürzen.

Brak nimmt seinen Weg wieder auf und reitet ins Gebiet des Königs Tazim. Der Barbar schließt sich einer Delegation des Königs an, die seine Tochter Prinzessin Jarmin zu ihrer Hochzeit bringen soll. Tazim wird vom Zauberer Ankhma Ra erpresst, ihm die Mitgift zu übergeben. Der Magier hat Das Seidentuch Schaitans als Waffe zur Verfügung, das Menschen erwürgt und ihnen das Herz aus dem Brustkorb reißt. Brak muss sich des Hauerfischs erwehren, eines Monstrums, das einen Teich in der Burg Ankhma Ras bewohnt. Im Kampf gegen Brak wird der überhebliche Zauberer Opfer seiner eigenen Waffen. Die böse Prinzessin, die insgeheim mit Ankhma Ra verbündet war, wird von ihrem eigenen Vater gerichtet.

Bei einem Sandsturm verirrt sich Brak in die Ruinenstadt Chambalor und wird dort von einer Sandqualle angegriffen und vergiftet. Der Händler Zama Khan rettet ihn mit einem Gegengift, verlangt aber als Gegenleistung von Brak, in eine Schatzkammer einzubrechen. Chambalor ist eine verwunschene Stadt, denn die früheren Bewohner sind jetzt Geister im Stein, nachdem sie vor vielen Jahren vom Zauberer Septegundus verwunschen worden waren. Beim Eindringen in die Schatzkammer tötet Brak den wahnsinnig gewordenen Händler. Die Tontafeln, auf denen die Beschwörungen stehen, mit denen die Schatztruhe geöffnet werden kann, fallen zu Boden und zerbrechen. Dadurch finden die in den Säulen der Stadt gefangenen Seelen ihre Erlösung. Brak reitet mit der Tochter Zama Khans, die über die wahnsinnige Gier ihres Vaters entsetzt war, fort.

Auf einem Schlachtfeld findet der Barbar einen gewaltigen Schild, den er mitnimmt und hat dann eine Begegnung mit dem Geist einer schönen Frau. Er zieht weiter zur Stadt Phrixos, wo er gefangengenommen wird. Er wird anstelle des bei der Schlacht gefallenen Prinzen Nicor, dessen Leichnam nicht gefunden werden konnte, ausersehen, zusammen mit der ebenfalls ums Leben gekommenen Königin Joenna den Weg in die Unterwelt anzutreten. Das Schiff der Seelen mit dem Leichnam von Joenna und dem für die Bestattung geschminkten Brak ist bereits auf dem Fluss unterwegs zu einem gewaltigen Wasserfall, als der Barbar aus der Bewusstlosigkeit erwacht. Doch Prinzessin Rhea, die als Nachfolgerin ihrer Schwester die Herrschaft antreten soll, hilft ihm, sich zu befreien. Brak überführt den Tigerlord Hel als den Mörder Nicors. Die Geister Nicors und Joennas ziehen den Mörder in das Jenseits hinüber. Brak hilft Rhea, die Herrschaft über ihr Volk anzutreten und verlässt die trauernde Königin, die ihn gerne an ihrer Seite gehabt hätte, um seinen Weg nach Khurdisan fortzusetzen.

SAGAAuf seinem weiteren Weg hat Brak eine Begegnung mit dem Eremiten Ambrose, einem Nestorianer, der die meiste Zeit in schlafender Meditation verbringt, und rettet dann eine junge Frau, die von einem riesigen Teufelswurm bedroht wird. Nach der Rettungsaktion muss er feststellen, dass sein Pferd tot ist, von einem Raubtier zerrissen. Hundegestank erfüllt die Umgebung des Kavaders. Brak muss zu Fuß weiterziehen und begegnet in einer Karawanserei Nordica Feuerhaar, einer unheimlich wirkenden Frau, die einen riesigen Hund mit sich führt. Brak wird klar, dass der Hund sein Pferd getötet haben muss und greift ihn an. Der Hund ist aber mit Drachenhaut ausgestattet und daher fast unverwundbar. Der Barbar gerät in die Gefangenschaft der Frau, der Tochter eines Alchimisten, der das Geheimnis der Transmutation von Blei in Gold entdeckt hat. Nordica versucht Brak zu verführen. Er bleibt aber standhaft, denn er entdeckt, dass sie vom unterblichen Geist Arianes besessen ist, der Tochter des Dämonenpriesters Septegundus, und somit eine Tochter der Hölle geworden ist. Nordica hat Brak und drei weitere Opfer dafür vorgesehen, im Ritual der vier Winde ihre Lebensenergie für die Golderzeugung hergeben zu müssen. Aber Brak gelingt es, eine Geistesverbindung mit dem Felseremiten Ambrose aufzunehmen, der die Kraft des Namenlosen Gottes gegen Yob-Haggoth herbeiruft. Die Burg Nordicas fällt in Trümmer und die Frau wird vom Höllenhund zerfleischt, bevor auch dieser von den herabfallenden Steinen erschlagen wird. Der Geist der Höllentochter Ariane erhebt sich aber aus dem zerfetzten Körper, genauso wie der ihres grausamen Vaters Septegundus. Denn ihr Geist kann nicht getötet werden, solange ihr Gott lebt. Mit der Drohung IRGENDWO WARTE ICH AUF DICH! verwehen die Geister, aber sie werden erneut auferstehen und Brak mit ihrer Rache verfolgen.

SAGAIn Klein-Tyros wird der Abenteurer von der königlichen Wache festgenommen. Prinzessin Marjana, deren königlicher Vater im Sterben liegt, benötigt einen starken Mann, der in die Ruinen von Groß-Tyros vordringt. Diese haben sich nach einem Erdbeben wieder aus der See gehoben. Dort soll Brak Marjanas jüngere Schwester, Das Mädchen im Meerstein, befreien, die durch den Fluch eines Zauberers im Edelstein in ewigem Schlaf eingeschlossen ist. Brak dringt in die Ruinenstadt vor und entdeckt den Meerstein mit der gefangenen Prinzessin. Beim Versuch, sie zu befreien, wird er von den Höllenarmen attackiert, einem krakenartigen Monster. Nachdem Brak mit seinem Breitschwert den Kraken besiegt hat, wird er von Pfeilen umschwirrt. Diese entpuppen sich als von Marjana abgefeuert, die in Wirklichkeit die jüngere Schwester ist und die Thronübernahme der rechtmäßigen Thronfolgerin verhindern wollte. Das Krakenmonster zieht aber mit seinen letzten Zuckungen Marjana in die Tiefe und so kann Brak die rechtmäßige Königin Mardela zu ihrer Thronübernahme in Sicherheit bringen.

SAGAAuf der Hochebene von Logol, wo der Totenwind durch die Wüste heult, rettet Bark ein junges Zwillingspaar vor dem Angriff eines riesigen Vogels. Die beiden stellen sich als das aus ihrer Heimat Jovis vertriebene Prinzenpaar Ky und Kya vor. Eine vorbeiziehende Karawane unter ihrem Leiter, dem einbeinigen Kaufmann Hadrios, nimmt die drei Wanderer auf. Doch eine blinde Seherin, die mit der Karawane reist, prophezeiht, dass ein Fremder die Menschen in die Finsternis führen und das Grauen herabbringen wird. Brak wird deswegen misstrauisch beäugt. Am nächsten Tag ist die Frau tot. Sie trägt Das Mal der Dämonen an der Schulter, ihr Blut ist ausgesaugt und die Knochen sind aus dem Körper gepresst. Beim Überqueren eines Flusses wird die Karawane von den Reitern von Quran angegriffen. Die Zwillinge scheuen das Wasser und lassen sich hindurchtragen. Brak erkennt, dass sie jene Dämonen sind, welche die Seheren getötet haben und kämpft mit letzter Kraft gegen sie. Bruder Pol von den Nestorianern, ein Mitglied der Karawane, rettet Brak vor dem Tod. Die bereits geschwächte Karawane wird von den Quran-Reitern, die statt des zweiten Auges ein Juwel in einer Augenhöhle haben, gefangengenommen und in ihre Juwelenstadt geführt. Der Barbar wird in den Kerker geworfen, bricht aber aus und versucht verzweifelt, Verbündete gegen die Blutesser zu finden, die bereits den König und die Königin zu Sklaven ihrer dämonischen Kräfte gemacht und mit dem Mal der Dämonen gezeichnet haben. Nur der riesige Kämpfer Steinauge steht ihm bei, als er den ausgesaugten Körper seines Königs sieht, und wütet wie ein Berserker unter den Gezeichneten. Brak bricht das Holzbein des Händlers Hadrios ab, berührt damit das vom getöteten Bruder Pol zurückgelassene Kreuz und stößt den Pflock in die Körper der Zwillinge, deren Körper in einem Ascheregen vergehen. Nur schwarzer Schleim bleibt zurück, der nach ewiger Verdammnis stinkt. Die Juwelenstadt brennt. Brak, Hadrios und dessen Tochter Helane, welche als Einzige der zum Untergang verdammten Karawane entkommen sind, ziehen dem ursprünglichen Karawanenziel Samerind entgegen.

Einmal noch blickte der Barbar zurück. Die Überlebenden aus der Juwelenstadt blickten ihnen nach. Der Krieger mit der leeren Augenhöhle und der nicht weniger leeren Scheide machte das Zeichen gegen den bösen Blick. Dann zogen auch sie, ihre Bündel hinter sich herschleifend, weiter.
Die Gestalten des Barbaren, des Mädchens und des alten Mannesverloren sich in der Ferne und verschwanden in dem Wall grauer Wolken, wo der Totenwind toste. Rauch und Wind tanzten über Logos Wüste.

Zitiert aus: John Jakes: Das Mal der Dämonen. Rastatt 1975, Terra Fantasy 7

In Samerind erholt sich Brak einige Zeit im Hause von Hadrios von seinen Wunden, reitet aber weiter, denn er möchte nicht der Versuchung der schönen Helane nachgeben, sondern seine Reise in Richtung des verlockenden Khurdisan fortsetzen. Doch Sklavenjäger lauern ihm auf und er wird auf dem Sklavenmarkt versteigert. Eine seltsame Frau ersteigert ihn, die Edle Miranda. Sie verspricht Brak die Freiheit, wenn er für sie eine Aufgabe ausführt. Er soll einen Schatz aus der Burgruine bergen, die einmal der Palast ihres Vaters war. Doch dieser ist jetzt der Palast der Dämonen, in dem die durch einen Zauber unerlösten Seelen von Opfern ihres Vaters hausen, welche diesen in den Selbstmord getrieben hatten. Bruder Benedik von den Nestorianern will die beiden aufhalten, als sie zur Ruine reiten, aber Miranda vertreibt ihn mit der Peitsche. In der großen Halle des Schlosses sind große Blutflecken an der Wand, die Überreste der Verdammten, die sich zu Dunstschleiern materialisieren und Bark angreifen. Doch der Barbar trotzt ihnen, erinnert sich an die Kräft des Kreuzes und schneidet kreuzförmige Muster in die Wand. Die verdammten Seelen verwehen ins Nichts. Miranda wird getötet, als die Bevölkerung der Stadt die Schätze plündert und Brak reist weiter.

Zuerst lacht der flachshaarige Barbar, als er einen Jünger des Ziegenhirten Nestorianus kopfüber von einem Baum hängen sieht. Aber als er bemerkt, dass es sich um einen Höllenbaum handelt, der den Priester in seinen Schlund zieht, befreit er den Unglücklichen aus seiner Zwangslage. Bruder Hektor erweist sich nicht gerade als dankbar. Trotzdem zieht Brak gemeinsam mit Hektor und der jungen Shana, die auf der Flucht vor dem sie begehrenden Zauberer Pol ist, weiter. Die Reisenden finden Obdach in einer Holzfällerhütte, die sich aber als Falle des Zauberers erweist. Dieser zieht aus einer Truhe ein Tuch und steigt mit Shana hinein. Dort drinnen ist Der Garten des Zauberers, der für Fremde lebensgefährlich ist. Der für einen Nestorianer untypische Hektor verbündet sich mit Pol, beide kommen aber durch Braks Waffen um, der ihnen in den Garten nachgestiegen ist und eine Vergewaltigung des Mädchens verhindert. Pols Miniaturwelt bricht zusammen, Brak und Shana können sich gerade noch zurück in die äußere Welt retten. Obwohl die beiden sich auf ihrer weiteren Reise körperlich näherkommen, übergibt Brak sie doch ihren Verwandten und setzt seinen Weg fort.

SAGAIn der kleinen Hafenstadt der Mirkaner wird Brak wie viele andere Opfer eines Überfalls durch die Gorden und als Galeerensklave an eine Ruderbank gekettet. Deas Schiff geht im Kampf gegen die Flotte des Königs Rodar unter, wobei sich in diesem Kampf sich die Gorden der Dienste einer Hexe und die Rodarer eines Zauberers bedienen. Brak kann sich schwerverwundet an Land retten, wird bewusstlos aufgefunden und im Haus des Lords Phonicios, des Gildenmeisters der Kaufleute, von dessen Tochter Saria gesundgepflegt. Als Dank bietet er Phonicios seine Dienste an. Diese sind auch dringend notwendig, denn Phonicios' eifersüchtiger Rivale Huz al Hussayn, der mit der Gordenhexe Ilona verbündet ist, trachtet ihm nach dem Leben und entführt Saria. Brak vereitelt vorerst Pläne von Huz, welcher dem Schwert von Brak vorerst entkommt, später aber im Zweikampf gegen Brak unterliegt. Eine Streitmacht der Gorden greift die Stadt ein und schlägt eine Bresche in die Stadtmauer. Die Verteidiger schöpfen Hoffnung, als Die Götzen erwachen, denn die riesige Statue ihre Gottes Jaal erwacht zum Leben und stampft durch die Straßen. Doch die Götzenstatue wendet sich gegen die eigenen Leute, bringt sie reihenweise um, denn sie wird von der Hexe Ilona gelenkt. In höchster Not dringt Brak ins Innere der zweiten Götterstatue Ashtir vor, die hohl ist und durch die Kraft von Flaschenzügen bewegt werden kann. Es kommt zum Aufeinandertreffen der beiden Statuen, die beide am Ende ins Meer stürzen, wobei die Hexe von einem Bruchstück erschlagen wird. Brak kann sich retten, Rodar ist frei. Der Göttertempel wird von den Stadtbewohnern niedergerissen und der zurückgekehrte König schlägt die Gorden in die Flucht. Brak folgt weiter seinem Traum.

Der Fluch der Dürre sucht seit Monaten das Reich von König Magnus heim. Auch der Hofzauberer Ool findet kein Mittel gegen die Wetterkatastrophe. Brak wird von den Soldaten des Königs gefangen und vor ihn gebracht. Der verzweifelte König fordert ihn in seiner Not auf, binnen zweier Tage für Regen zu sorgen. Brak hat zuerst keine Ahnung, was er tun kann, beschließt aber, den Hofzauberer bei seinen Versuchen zu beobachten, den Regen herbeizuzaubern. Dabei entdeckt er, dass die magischen Beschwörungen von Ool Schwindel sind und dieser in Wirklichkeit die Ursache für das Übel ist, denn er hat Wind und Wetter in einer Glasflasche gefangen. Brak tötet Ool, indem er die Glasflasche nach ihm wirft. Der Regen folgt unmittelbar mit Blitz und Donnerkrachen. Magnus ist Brak zwar dankbar und lässt ihm die Ketten wie versprochen abnehmen, hat ihn aber trotzdem betrogen, denn er presst ihn in seinen Dienst.

SAGAAm Abgrund der Welt liegen die Rauchberge, dahinter liegt nur mehr unbekanntes Land. In sie reitet Brak auf der Flucht vor den Soldaten des Königs Magnus, aus dessen Dienst er nach einem Jahr endlich desertieren konnte. Er rettet das Mädchen Nari vor Steinen, die sich teilen, einen zähneblitzenden Rachen offenbaren und die Menschen beißen. Nari ist auf der Flucht vor Lord Garr und dem Zauberer Valonikus, die sie haben wollen, denn auf ihrem Rücken ist eine Schatzkarte gemalt, die dem Finder des Schatzes unermesslichen Reichtum sichern würde. Die beiden werden von den Verfolgern gefangen, die Nari mitnehmen, während Brak durch einen Zauber von Valonikus wie gelähmt liegenbleibt. Statt hilflos zu erfrieren, befreit sich der Barbar aus dem Bann und nimmt die Verfolgung auf. Es gelingt ihm, die Bösewichte einzuholen und den Zauberer trotz eines Spiegelzaubers, mit denen Valonikus ihn mit Schattengestalten seiner selbst angreift, zu töten. Nari tötet Garr mit dem Dolch, aber sie ist durch die Folter wahnsinnig geworden und stürzt in den Abgrund. Dort wohin sie gestürzt ist, liegt der Schatz, aber Brak ist nicht daran interessiert und reitet durch den Bergpass der Freiheit entgegen.

Jakes schrieb einmal, dass er bereits wusste, ob und auf welche Art Brak Khurdisan erreichen würde. Die dazugehörige Geschichte Die Schlacht um die Welt (The Battle for the World) haben wir aber niemals gesehen. Ein einseitiges Exposé dazu ist in einem verschlossenen Kuvert für den Nachlass von Jakes vorgesehen. Ist das aber nicht egal? Denn wie bei vielen anderen Geschichten ist der Weg interessanter als das Ziel. Was hätten wir lesen können? „Und er erreichte endlich die Stadt mit ihren himmelstrebenden Minaretten und golden glänzenden Kuppeln und kämpfte in der letzten Schlacht an der Seite der Nestorianer gegen die Anhänger des Finsteren Gottes, der nach seiner endgültigen Niederlage hinaus in die ewige Finsternis gestoßen wurde. Der frühere Barbar ließ sich nieder, nahm eine schöne junge Prinzessin zur Gemahlin und wurde Ahnherr eines großen Herrschergeschlechts ...“

Der christlich anmutende Nestorianerorden, der den Namenlosen Gott anbetet und dessen Erkennungszeichen das Nestoriamuskreuz mit vier gleich langen Schenkeln ist, erinnert auch an die Bruderschaft des Universums aus E-C. Tubbs Earl Dumarest-Serie. Die Parallelen dieser beiden Serien sind bei aller Unterschiedlichkeit des Settings noch zahlreicher: Da ist ein einsamer Wolf, der unbeirrt seinem Lebensziel entgegenstrebt, keine Gefahren fürchtend und eine Reihe von toten Angreifern und geliebten Frauen auf seinem Weg zurücklassend. Dazu als Gegenspieler die Anhänger des Finsteren Gottes/die Cyber, die den Protagonisten mit ihrem Hass verfolgen, sowie die Nestorianer/die Bruderschaft des Universums. Der Protagonist ist selbst nicht gläubig, hat aber Sympathien für die jeweiligen Ordensbrüder und arbeitet mit ihnen immer wieder zusammen. Beim Schreiben dieses Absatzes kam ich dann noch drauf, dass mir mein Unterbewusstsein eingegeben hatte, den beiden Artikeln sogar den gleichen Titel zu geben: Auf der Suche nach der Erde bzw. nach Khurdisan.

SAGAIn meiner persönlichen Wertung von fünf der bekanntesten barbarischen Fantasy-Schwertkämpfer nimmt Brak den mittleren Platz hinter Conan und Fafhrd ein. Die Schlussplätze bleiben für Thongor und Kothar übrig. Robert E. Howards Conan belegt den Spitzenplatz, weil er einfach der Archetyp ist und Howard es über die meist simple Handlung hinaus verstand, mit seiner kraftvollen Sprache und dem für einen Pulpautor außergewöhnlich liebevoll und detailliert ausgearbeiteten Hintergrund des Hyborischen Zeitalters, den er auch mit einem langen Artikel der Öffentlichkeit präsentierte, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Fafhrd aus Fritz Leibers Nehwon-Zyklus, den wir in der übernächsten Folge dieser Artikelserie detailliert betrachten, ist eine ganz andere Kategorie von Held, denn die feine Ironie des Autors kommt immer wieder zum Vorschein. Lin Carters Thongor und ganz besonders Kothar von Gardner F. Fox, dessen Abenteuer auf Deutsch in fünf Folgen in Terra Fantasy erschienen, sind allerdings wirklich nur ein Abklatsch des Originalbarbaren Conan. Brak wurde von mehreren Kritikern ebenfalls als bloße Conan-Kopie betrachtet, aber es steckt mehr dahinter. Dieser Barbar ist zwar in seinem Denken einfach gestrickt, hat aber moralische Prinzipien, die er auch in Todesgefahr nicht ablegt. Es ist ihm einfach nicht egal, was er tut. Dazu kommt die schriftstellerische Begabung des Autors, die sich in einigen Szenen zeigt, in denen er die düstere Atmosphäre dieser „Para Terra“ beeindruckend schildert. Für mich ist es kein Wunder, dass Jakes später zum Bestsellerautor wurde. Die Beschreibung Braks mit Zopf und Löwenfell stammt aus dem von Vernon Kramer gemalten Titelbild des Magazins Fantastic im Mai 1963, in dem die erste Brak-Story Devils in the Walls erschien. Jakes griff diese originelle Beschreibung auf und verwendete sie für die weiteren Brak-Erzählungen.

Die Beschreibung der einzelnen Geschichten ist hier in handlungschronologischer Reihenfolge dargestellt. Zum Zeitpunkt des Erscheinens der deutschen Ausgabe in Terra Fantasy gab es noch keine amerikanische Gesamtausgabe aller Brak-Storys. Schiff der Seelen, der erste Band der Serie, war der erste Band der Taschenbuchreihe Terra Fantasy, die von 1974 bis 1982 mit insgesamt 94 Bänden erschien und bei vielen Fantasyfreunden bis heute Kultstatus genießt. Herausgeber Hugh Walker, der auch mit den eigenen Romanen um die Spielewelt Magira in der Reihe vertreten war, verstand es, mit seiner Auswahl und seinen informativen Vorwörtern das damals im deutschsprachigen Raum noch neue Genre dem Leser näherzubringen und viele Freunde dafür zu gewinnen. Dazu kam, dass sich Walker bemühte, trotz der Umfangsbeschränkung auf 144 bzw. 160 Seiten die diversen Serien möglichst vollständig zu bringen, indem er Bände neu zusammenstellte, Kurzgeschichten in Anthologien verschob und auch auf anderswo (sogar bei der Konkurrenz) erschienene Titel hinwies. Eine einmalige Vorgehensweise für eine Billig-Taschenbuchreihe! Dies war übrigens auch bei der Brak-Serie der Fall. In der Endphase der Reihe (beginnend mit Prinz von Poseidonis von L. Sprague de Camp, Band 71) wurde die Reihe endlich auf variable Länge umgestellt. Das Heyne Lexikon der Science Fiction Literatur, das ich bereits an anderer Stelle wegen seiner (bis heute unerreichten) umfassenden Darstellung der auf Deutsch erschienenen SF-Literatur (und ansatzweise auch des Fantasy-Genres) gelobt, allerdings wegen äußerst subjektiver Beurteilungen heftig kritisiert habe, urteilte über Terra Fantasy und seinen Herausgeber wie folgt:

Verlagsinterne und äußere Determinanten schränken freilich seine Aktionsfreiheit ein, so daß der Leser dieser Reihe auf manchen klassischen Fantasyroman wohl vergeblich warten wird. Statt dessen erschien bisher ein auf breiteste Unterhaltung angelegtes Actionprogramm, das sich auf Autoren wie John Jakes, Robert E. Howard und Andre Norton stützte. Die blutige Version der Fantasy, die Sword & Sorcery, wird großgeschrieben, während es schon zweier Bände bedarf, um einen Klassiker wie Abraham Merrits THE SHIP OF ISHTAR zu publizieren.

Zitiert aus: Alpers; Fuchs; Hahn; Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur Band 2. München 1980, Heyne Allgemeine Reihe 7112

Die Beschreibung der eigenen SF- und Fantasy-Reihe des Heyne Verlages sah dagegen so aus:

… aber man stieg auch rechtzeitig in die Fantasy ein und sicherte sich Zyklen wie Conan von Howard und Nachfolgern, die Schwerter-Serie von Leiber, Gor von Norman und Scorpio/Antares von Akers, Deryni und Camber von Katherine Kurtz, Amber von Zelazny, Elric von Moorcock, …

Zitiert aus: Alpers; Fuchs; Hahn; Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur Band 2. München 1980, Heyne Allgemeine Reihe 7112

Wie bitte? Was bei der Konkurrenz „die blutige Version der Fantasy“ ist, das ist bei einem selbst „sicherte sich rechtzeitig“? Tatsächlich war Heyne der erste deutsche Verlag, der mit der Conan-Serie über den Archetyp aller prähistorischen Schlagetots in einer Taschenbuchreihe in die Fantasy einstieg. Und falls jemand damit argumentieren möchte, dass dies noch in der Ära von G. M. Schelwokat war (der jahrzehntelang die Pabel-Moewig-SF-Reihen und darunter auch Perry Rhodan als Lektor betreute), so muss dem entgegengehalten werden, dass die Conan-Serie unter der Herausgeberschaft von Wolfgang Jeschke bei Heyne neu aufgelegt und sogar bis auf über fünfzig Bände ausgebaut wurde. Und der unerreichte Sündenfall des Heyne Verlages war die Gor-Serie. Die vom amerikanischen Autoren John Norman (d. i. John Frederick Lange) verfassten Abenteuer des Erdenmenschen Tarl Cabot auf dem von der Erde aus gesehen auf der gleichen Umlaufbahn befindlichen, aber genau hinter der Sonne stehenden und damit unsichtbaren Planeten Gor, begannen eher unspektakulär als stark von E. R. Burroughs beeinflusste Planetenabenteuer. Aber sukzessive entwickelte sich diese Serie in eine immer unerträglicher werdende Richtung, in der es für junge Frauen die höchste Erfüllung bedeutet, versklavt und von Männern sexuell ausgebeutet zu werden. Mir ist ein Rätsel, dass man bei Heyne diesen menschenverachtenden Schrott – teilweise trotz Indizierung – immer wieder mit neuen Romanen fortführte. Wie konnte der sonst hoch geachtete Wolfgang Jeschke das unter dem Namen seiner Herausgeberschaft jahrelang tolerieren? Ich selbst habe ab Anfang der siebziger Jahre so gut wie alles gelesen und gesammelt, was an Fantasy in deutschsprachigen Ausgaben erschienen ist, beginnend mit den Schwerter- und Conan-Büchern. Mit den Fantasy-Komplettsammeln habe ich aufgehört, weil es in den achtziger Jahren aufgrund der anschwellenden Flut der Neuerscheinungen nicht mehr möglich war alles zu lesen, vor allem aber, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, diesen Gor-Dreck weiterhin zu kaufen.

SAGAZurück zu Jakes. Mit seinem Roman Tolle Tage in Atlantis schlug der Autor eine ganz andere Seite als in seinen Brak-Geschichten auf. Humorvolles hatte man von ihm vorher noch nicht erblickt. Mit Staunen lesen wir die Tagebuchaufzeichnungen Hoptors des Weinhändlers, dessen Gewerbe in Wirklichkeit von ganz anderer Art ist, nämlich der hochwichtigen Aufgabe, jedem Hilfesuchenden die Richtige für seine einsamen Nächte zu beschaffen. Bei einer Lieferung seines besten Rotweins kommt er in Kamalitäten, weil ein Rad seines Karrens bricht und die rothaarige Aphrodisia aus dem Fass herauspurzelt. Das Mädchen wird von den Soldaten wegen Prostitution verhaftet, ihr Zuhälter kann fliehen. Aphrodisia soll auf dem Sklavenmarkt zugunsten des Geldbeutels von General Pytho versteigert werden. Hoptor steigert mit, denn er will sie zurückhaben, gerät aber mit dem Barbaren Conax von Chimärien aneinander, der in Atlantis gestrandet ist und nach vierzehn Tagen ohne Frau bereits an großen körperlichen Nöten leidet. Die Auseinandersetzung führt zur Verhaftung der Kontrahenten, die vor dem Richterstuhl des Königs Geriastikus gezerrt werden. Beim folgenden Aufruhr verurteilt der greise König alle zur sofortigen Exekution, denn sein künstliches Porzellangebiss hat bei der Balgerei vor dem Thron Schaden genommen. Hoptor versucht, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und eine Begnadigung zu erwirken, indem er der an Mangel an Streicheleinheiten leidenden Königin Voluptia den Barbaren zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse andienen lässt. Der Plan gelingt beinahe, aber die Liebesnacht wird durch eine Invasion der außerirdischen Zorophim gestört, die dringend für ihre Zivilisation neue Vorräte des Heiligen Kraftstoffes benötigen. Hoptor und Conax werden von ihnen gefangen. Hoptor erkennt, dass es sich beim Heiligen Kraftstoff um Rotwein handelt. Durch Mitnahme der Rebstöcke sind die Zorophim gerettet. Allerdings müssen alle Atlanter inklusive Conax und seiner Barbaren zu ihrem Planeten auswandern, denn die Insel geht unter und die Zorophim wünschen nicht, dass die Information über ihre Existenz zu den anderen Erdbewohnern gelangt.

Definitiv nicht zur Brak-Serie gehört die Kurzgeschichte Wenn die Dämonen kommen (And the Monsters Walk), obwohl der Titel der Geschichte suggerieren könnte, dass es sich um eine alternative Titelgebung von Die Götzen erwachen (When the Idols Walked) handelt. In dieser Erzählung entdeckt ein Seemann an Bord eines Schiffes eine gefährliche Fracht, denn in Särgen sind monsterartige Lebewesen versteckt, die dann in England ihr Unwesen treiben. Ihr Ziel ist es, die Herrschaft über die westliche Welt zu übernehmen. Ein Schundfetzen aus der untersten Schublade der Zeit des Kalten Krieges, den man nur als Jugendsünde des einundzwanzigjährigen Autors charakterisieren kann. Wenn man Robert E. Howards Geschichte Skull Face gelesen hat, wird einem klar, dass Jakes nicht nur beim Thema barbarischer Schwertkämpfer vom großen Pulpautor beeinflusst war.

Aufgrund der Überschaubarkeit des Werks von Jakes im phantastischen Bereich sei hier im Gegensatz zu den anderen Artikeln dieser Serie auch noch eine Übersicht über seine in Deutsch erschienenen SF-Werke erlaubt, wobei nur eines davon über Durchschnittskost hinausragt. Zwei dieser Romane erschienen in Terra-Heftreihen, weitere zwei als Bastei Taschenbücher.

SAGADer Halbmensch, 1971 als Terra Nova-Heft herausgekommen, war die erste deutsche Übersetzung eines Werkes von Jakes, für das ihm aber noch kaum Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Andreas Law ist ein Mischling zwischen einer Omqu, einer der vogelähnlichen Bewohner des Planeten Holoz, und einem Terraner. Obwohl er einem Erdmenschen das Leben rettet und den Verletzten in die Station des irdischen Kolonialkorps bringt, wird er dort als Bastard beschimpft und angegriffen. Andreas wehrt sich unbewusst mit seiner besonderen PSI-Fähigkeit des Projizierens, worauf der Angreifer stirbt. Der Halbmensch wird verhaftet. Der ihn verhörende Offizier gehört einer Geheimorganisation an, welche die sich anbahnende Union zwischen Omqu und Terranern verhindern will, und erkennt das Potential von Andreas, als Waffe eingesetzt werden. Andreas wird unter Drogen gesetzt und zu PSI-Attentaten gezwungen, die den Omqu in die Schuhe geschoben werden können, weil diese sich durch für Menschen unverständliche Gedankenkräfte untereinander verständigen. Nach über einem Jahr gelingt es Andreas, aus der Gewalt der Geheimorganisation mit Hilfe des Mädchens Bet zu entfliehen und zu seinem Planeten zurückzukehren. Inzwischen ist der Konflikt eskaliert und der Halbmensch gerät zwischen die Fronten. Kopf der Geheimorganisation ist der Unternehmer Baron, der selber Vater eines zweiten Mischlings ist, nämlich von Bet, und einen tödlichen Hass gegen die Omqu entwickelt hat. Es gelingt Andreas mit seinen PSI-Kräften, die Organisation auffliegen zu lassen. Er und Bet suchen eine gemeinsame Heimat und lassen sich auf einem abgelegenen Planeten nieder.

Das Tor zur anderen Zeit ist ein Zeitreiseroman, der seine Spannung aus Zeitparadoxa bezieht. Departement 239-T ist ein Projekt, das unter strengster Geheimhaltung steht und direkt vom Weißen Haus gelenkt wird. Unter dem Nobelpreisträger Victor Linstrum wurde ein Gate entwickelt, das Reisen in die Vergangenheit und Zukunft ermöglicht. Zu Forschungszwecken wurden bereits Wissenschaftler in die Vergangenheit geschickt mit der strikten Auflage, nur zu beobachten, um keine Paradoxe hervorzurufen. Die Reise in die Zukunft bleibt aus Sicherheitsgründen verboten. Donald Koop (nein: nicht Trump), ein junger Mitarbeiter des Teams, der sich politisch radikalisiert hat, reist aber in die jüngste Vergangenheit und ermordet den Präsidenten, den er wegen dessen Friedensinitiativen hasst. Seine Kollegen haben plötzlich zwei Sätze von Erinnerungen im Kopf und erkennen, dass ein Paradoxon hervorgerufen worden ist. Koop flüchtet vor seiner Festnahme zweitausend Jahre weit in die Zukunft. Auf der Verfolgungsjagd nach ihm finden die Institutskollegen heraus, dass es eine katastrophale Entwicklung gegeben hat und die Menschheit kurz vor dem Aussterben steht. Nachdem sie Koop aufspüren und er bei der Auseinandersetzung getötet wird, wollen sie die Entwicklung rückgängig machen und verhindern in der Vergangenheit, dass der Präsident ermordet wird. Dabei kommt Koop quasi ein zweites Mal ums Leben. Die Kontrollreise in die Zukunftswelt ergibt aber, dass sich nichts verändert hat. Es ist also ein anderer Eingriff in die Zukunft notwendig, um das Weiterbestehen der Menschheit zu ermöglichen. Der Krieg zwischen Ost und West Ende des 21. Jahrhunderts, in dem eine Superwaffe den Großteil der Menscheit ausgerottet hat, muss verhindert werden ...

Als Sean auf der Erde Hilfe für die von einer Invasion vom Saturn bedrohte Marskolonie sucht, muss er feststellen, dass sich niemand für die Probleme der Marsianier interessiert. Die Erde ist tief in ihre eigenen Probleme verstrickt und steht kurz vor einem Krieg zwischen dem West- und dem Ostblock. Für Sean sieht es so aus, als dass die Erdbewohner samt und sonders einen Dachschaden hätten. Verzweifelt versucht er, zu höheren Kreisen vorzudringen, um Hilfe zu bekommen, aber alles ist anders, als es zuerst ausgesehen hat. Es gibt Keine Rettung für den Mars! Die Marsianer ziehen unverrichteter Dinge von dannen. Satire?

SAGADer interessanteste der auf Deutsch vorliegenden SF-Romane von Jakes ist zweifellos Im Banne des Feuervogels. Er beschreibt ein Amerika einige Jahrzehnte in der Zukunft, in dem sich eine mobile Subkultur entwickelt hat. Ihre Mitglieder leben und sterben auf Rädern, entweder in langen Wohnwägen oder in eigenen Autos. Sie verlassen nie die zu gigantischen Betonbändern ausgebauten Interstates und bremsen niemals auf weniger als 40 Meilen per Stunde herunter, denn das wäre tödlich für sie. Sie verehren den Texaco Feuervogel, der im Augenblick ihres Todes sichtbar wird. Es ist die Geschichte von Billy, einem Mitglied des Spoiler-Clans, welcher mit den Ramps in Feindschaft steht und mit ihnen illegale Wettrennen macht, bei denen es immer wieder tödliche Unfälle gibt. Nachdem Billy das Mädchen Rose Ann kennenlernt und sich in sie verliebt, wird er von Lee Remp herusgefordert, dessen Freundin Rose Ann ist. Billy gewinnt das Wettrennen, wobei Lee verkrüppelt wird, und nimmt Rose Ann zur Frau, wird aber nicht glücklich mit ihr. Monate später wird Billy von den Ramps zur Revanche herausgefordert. Ihr Champion Big Daddy tritt gegen Billy zum Wettrennen auf Leben und Tod an:

Der Twister schlitterte in die rechte Leitplanke, bog sie nach außen, durchbrach sie und ließ Billy frei in den Raum hinausschießen. Er flog durch die Dunkelheit, und es war ein weiches, elegantes, traumhaftes Schweben, jenseits allen Schmerzes. Höher, immer höher …
Er weinte und klammerte sich an das Steuer, das ein Teil von ihm war. Endlich fühlte er sich frei; ein merkwürdiger, kalter, nicht unangenehmer Gedanke bohrte sich in seinen Geist. Jetzt würde er endlich wissen, wie es war, wenn man anhielt.
Auf dem Weg hinab sah er den Feuervogel …

Zitiert aus: John Jakes: Im Banne des Feuervogels. Bergisch Gladbach 1976, Bastei Science Fiction 21076

Man kann den Roman als Dystopie oder als Satire betrachten.

Aufstand der Affen, dem als Auftragsarbeit verfassten Roman zum Film Eroberung vom Planet der Affen, habe ich bereits in Folge 29 meiner Artikelserie Flaggschiffe, Flottenkadetten und Flops einen Absatz gewidmet.


ausgewählte Bibliografie


Sternträumers Tops & FlopsÜbersicht aller Artikel:

14.09.2017: Lin Carter: Fantasy für Erwachsene?!
28.09.2017: L. Sprague de Camp: Mit spitzer Feder und Klinge
12.10.2017: John Jakes: Auf der Suche nach Khurdisan
26.10.2017: Poul Anderson: Der letzte Wikinger
09.11.2017: Fritz Leiber: Zwei Halunken im Nirgendwann
23.11.2017: Michael Moorcock: Der ewige Held im Multiversum
07.12.2017: Andre Norton: Herrin der Hexenwelt
21.12.2017: Jack Vance: Sterbende Erde und ältere Inseln

 

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-10-14 13:29
Wie immer ein schöner Artikel.

Ich habe mich mit Brak immer etwas schwer getan, es ist schon einfach gestrickt. Ich fand die Storys kompetent aber wenig mitreißend erzählt. Halt eine typische Howard-Kopie, die aber immerhin nicht mehr sein will. Das zur Nr.1 der Terra Fantasy zu machen, war insofern schon clever. Macht Lust auf mehr, überfordert das Publikum aber nicht.

Straßl hatte schon ein Händchen bei seiner Auswahl. Nur Fox' Kothar kam zu spät. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum er da ausgerechnet den Kothar genommen hat und nicht den Kyrik - Warlock Warrior. Die Serie des Autors war konzeptionell wenigstens etwas interessanter als das Conan-Abziehbild Kothar.
#2 Henry Stardreamer 2017-10-14 20:19
zitiere Andreas Decker:
Wie immer ein schöner Artikel.

Ich habe mich mit Brak immer etwas schwer getan, es ist schon einfach gestrickt. Ich fand die Storys kompetent aber wenig mitreißend erzählt. Halt eine typische Howard-Kopie, die aber immerhin nicht mehr sein will. Das zur Nr.1 der Terra Fantasy zu machen, war insofern schon clever. Macht Lust auf mehr, überfordert das Publikum aber nicht.

Straßl hatte schon ein Händchen bei seiner Auswahl. Nur Fox' Kothar kam zu spät. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum er da ausgerechnet den Kothar genommen hat und nicht den Kyrik - Warlock Warrior. Die Serie des Autors war konzeptionell wenigstens etwas interessanter als das Conan-Abziehbild Kothar.

Ich habe seinerzeit in einem Leserbrief an den Pabel Verlag Kothar wie folgt kritisiert:
"Nun noch einige Worte zu ihrer TERRA FANTASY-Reihe: Seit Beginn dieser Reihe haben Sie eigentlich größtenteils gute und interessante Fantasy gebracht. Der erste Fehlgriff ist Ihnen meiner Ansicht mit der KOTHAR-Seie passiert. Ein Held, dessen Gedankengänge sich meistens um Saufen, Fressen und Huren drehen, ist nicht barbarisch, sondern einfach total primitiv. Verglichen mit CONAN oder BRAK gibt KOTHAR sehr wenig her."
(Leserkontaktseite zu Mythor 24, 1980)

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