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Die Gestrandeten - »Schlomos« zweiundzwanzigste Kolumne

Ren Dhark & das Weltall Die Gestrandeten
»Schlomos« zweiundzwanzigste Kolumne

Achtung! Diese Kolumne enthält Spoiler zu Ren Dhark Weg ins Weltall 64 “Im Auftrag der INSTANZ”

Die Geschichte um Amy, Shanton und Doorn ist eine klassische Robinsonade, ein Thema das ich ganz besonders mag, da es sofort die Phantasie anregt, man – zumindest ich – sofort in die Story eintaucht und mitdenkt, sich die Frage stellt:


Rückkehr zum Ort der MachtWie würde ich in der Situation handeln?

Mich fasziniert die Art der Erzählung, seit ich in den 60er Jahren die BBC Serie “Robinson Crusoe”, damals noch in Schwarzweiß gesehen hatte. Das hatte bei mir unter anderem zwei Effekte: Zum einen war mir klar, dass ich mich NIE mit Jura befassen werde – die “Vorlesung”, die Robinson, bevor er zur See fuhr, genossen hatte, war mehr als nur abschreckend – und zum anderen hab ich damals angefangen, mich für Survival zu interessieren, gehe seit dieser Zeit nicht mehr ohne Kompass und Survivalkit aus dem Haus. Genauer gesagt, ich lege beides nur ab, wenn ich mich unter die Dusche stelle. Und die ist an einem sicheren Ort im Keller neben dem Labor. Meine ersten Survivalkits hießen übrigens “Oisdrinn” (oder, von Bayrisch nach Deutsch übersetzt: “Alles drin”). Deshalb war ich auch etwas verblüfft, als sich herausstellte, dass Shanton – und die beiden anderen genauso – etwas derartiges nicht am Körper trugen. Nun, Shanton hatte zumindest eine Minimalausrüstung bei sich. Aber andererseits würde es vermutlich die Spannung nicht gerade steigern, wenn unsere Freunde perfekt mit Allem (einschließlich dem Dativ) ausgestattet wären. Die Einschränkung ist das Salz in der Geschichte.

Kurze Mampfpause: Meine Schwester hat Forellen gebraten. Megalechts!

Tass Kaff, Kippe.

Weiter:

Nachdem die Drei im letzten Band auf eine Gruppe “Schlaukazaan” getroffen sind, wandelt sich die Robinsonade in eine Art Gullivers Reisen. Mal sehen, in welche Richtung das genau geht. Spannung steigt!

1Seite 185: Kapitel 13 von Jan Gardemann
Den 3 “Verwilderten” - so werden sie beschrieben – stehen 4 bewaffnete Schlaukazaan gegenüber und unsere Freunde wissen nicht so recht, wie sie sich verhalten sollen. Die Beschreibung der Schlaukazaan kennen wir bereits aus dem vorigen Band, ist aber so richtig schön exotisch. Wenn ich etwas mehr Zeit hätte, würd ich glatt einen zeichnen.

Da die Drei keinen Translator dabei haben, überlegen sie, wie sie mit den Planetariern kommunizieren können. Als Amy sie auf Worgun anspricht, stellt sich heraus, dass sie die Sprache gut beherrschen. Sie heißen Sarrack, der Planet Schommdah – was bei mir sofort “Schon da” assoziiert hat. Die 4 sind Kazaan Jäger, die Stadt unterhalb der Klippe heißt Malioz, aber dort wohnen sie nicht, sonderm im Dorf Taliol. Sie heißen Korakion, Flapion, Zarchia und Tronklia. (Den Namensendungen nach tippe ich mal auf 2 Männer und 2 Frauen) Sie erzählen, dass ihr Volk interstellaren Handel betreibt, was Doorn sehr wundert, da er noch nie von den Sarrack gehört hat. Er vermutet, dass sie entweder sehr weit von Sol entfernt in der Milchstraße sind, oder sogar in einer anderen Galaxis.

Worgun ist den Sarrack nur als Handelssprache bekannt, von den Worgun haben sie noch nie gehört. Ebenso ist ist ihnen Moyla, wie die Erde auf Worgun heißt, unbekannt. Jedenfalls werden sie im Abstand von rund 100 Jahren von Humanoiden besucht, vor denen sie ordentlich Respekt haben, und mit denen verwechseln sie die Terraner. Kann ganz praktisch sein...

Dann brechen sie auf zum Dorf der 4 Jäger.

Jetzt schnell ein Butterbrot (mit hartgekochtem Ei und Schnittlauch)

Tass Kaff, Kippe

Seite 202: Kapitel 14:
Das Dorf besteht aus wenigen kleinen Gebäuden und einer hell erleuchteten Kuppel im Zentrum. Es geht ausgesprochen betriebsam zu. Dann treffen sie auf Obasion, den Plantagenleiter, und der lässt alle etwa 300 Sarrack antreten und sie berichten detailliert, was in diesem Jahr auf ihrer Plantage gearbeitet wurde. Klingt wie ein Rapport.

Dann führt Obasion die “Besucher” herum, und bald ist auch ein Gebäude für sie hergerichtet und sehr zur Freude Shantons soll es gleich eine Mahlzeit geben...

Das Haus ist recht luxuriös eingerichtet, es gibt jede Menge zu Essen und sogar so etwas Ähnliches wie Betten. Obasion fragt ganz vorsichtig nach, ob die Besucher morgen wieder abreisen wollen, was unsere Freunde bejaen, da sie nach Malioz wollen.

Der Aufbau der Wohnung sagt einiges aus über die Soziologie der Sarrack, die Diskussion der drei Terraner solltet ihr aber selbst lesen. Ist echt informativ!

Doorn und Shanton haben sich eine Strategie zurecht gelegt, damit sie in der Stadt nicht allzu sehr auffallen. Aber die wird uns (noch) nicht verraten. Dann gehen sie pennen.

Seite 220: Kapitel 15
Am nächsten Morgen wird Shanton von einem Roboter geweckt und ein Sarrack lässt gerade Frühstück auf den Tisch stellen. Ihre Klamotten wurden nicht als Müll entsorgt, wie ich zuerst vermutet hatte, sondern gewaschen! (Hm, dürfte auch echt nötig gewesen sein. Wenn ich da an meine Expeditionen denke... Als ich einmal zurück kam, rannte mir mir mein Hund schwanzwedelnd entgegen, stoppte dann, schnupperte und flüchtete jaulend. Ließ sich erst wieder sehen, nachdem ich mit dem Gartenschlauch geduscht hatte...)

Schluck Kaff, Kippe.

Shanton macht ein paar Fotos von den versammelten Sarrack, damit man ihm später auch glauben wird, was er so alles erlebt hat. DAS ist cool. Würd ich genau so machen. Korakion soll die Drei mit einem Frachtschweber in die Stadt bringen. Aus irgend einem Grund ist seine Gurka, das einzige Kleidungsstück der Sarrack, eine Art von Schal, gestutzt. Wurde er degradiert? Weil er die “Besucher” ins Dorf gebracht hat?

Ah, Doorn vermutet das auch. Ist aber auch wirklich sehr offensichtlich. Indirekt bestätigt das der Sarrack. Sie wollen zum Raumhafen, um möglichst schnell von diesem Planeten weg zu kommen.

Auf dem Raumhafen parken mehrere Kugelraumer, ein paar Raketenraumschiffe und ein verbeulter Monolith. Der gehört den Florandinern, die Raketen den Hallalor. Ein Kugelraumer der Sarrack fliegt gerade ab, zu den Tarakoniden (analysiert mal den Namen! Ist cool!). Die Tarakoniden rauchen die Protzblätter... Megastark!

Korakion setzt unsere Freunde zwischen den Lagerhallen ab, bittet sie, wenig Aufsehen zu machen, damit niemand mitbekommt, dass er die Besucher nach Malioz gebracht hat. Alles klar! Dann tauchen sie unter und wollen als nächstes zum Verwaltungsgebäude.

Seite 231: Kapitel 16
Auf ihrem Fußmarsch merken sie, dass ihnen die Sarrack aus dem Weg gehen. Shanton beschließt, dass sie ein Fahrzeug brauchen, um nicht die ganze lange Strecke zum Verwaltungsgebäude laufen zu müssen. Doorn erinnert die anderen daran, sich unbedingt an ihren “Beschluss” zu halten. Bin ja gespannt, was sie sich ausgedacht haben...

Vor einem der Kugelraumer treffen sie Dorandia, den Kommandanten. Doorn blafft ihn an, dass sie seine Arbeit kontrollieren wollen, aber der wiegelt ab, weil sein Schiff gleich starten wird. Es soll nach Lorah, dem Heimatplaneten der Hallalor (Cooler Name! Kenn ich aus dem Supermarkt, da gibts (endlich!) ein solches Regal...), aber sein Schiff ist ausgebucht. Null Platz. Und den Namen dieser Galaxis kennt er auch nicht. Sie ist eben nur “Die Galaxis”. Zumindest kann er einen Raumhafenmitarbeiter überzeugen, die Besucher mit einem Gleiter zum Verwaltungsgebäude zu bringen.

Dort treffen sie auf Ibanion, den Leiter des Raumhafens. Und der weiß, wie diese Galaxis heißt: Voktar. Mehr aber auch nicht. Zumindest vermutet er, dass der Astronomie Professor der Universität mehr weiß, und stellt ihnen einen Gleiter mit Chauffeur bereit.

WOW! Der Sozialstaat der Sarrack hat was! Leute, das müsst ihr unbedingt lesen. Megastark! Mir gefiel es schon immer, dass bei Ren Dhark die unmöglichsten politischen und sozialen Systeme durchgespielt werden, aber das hier ist echt ein positive Utopie. (Hey, ich weiß, eine Utopie ist immer positiv, im Gegensatz zu einer Dystopie, oder einer nichtssagenden Atopie, aber hier muss das wirklich extra betont werden, weil es wirklich echt megastark ist. Da können wir uns eine Scheibe abschneiden.)

Die Drei gehen erst mal Essen. Ist eh kostenlos.

Schluck Kaff, Kippe.

Nach dem Essen schlendern sie noch eine Weile durch den Konsumtempel, in dem auch das Restaurant untergebracht ist, und hören plötzlich Lärm aus einem Seitengang. Dort verprügeln 3 Sarrack einen weiteren, der am Boden liegt und einen seltsamen Gegenstand nicht freiwillig hergeben will. Die “Besucher” können den Kampf sofort durch ihre Anwesenheit beenden.

Die 4 Sarrack haben anscheinen einen Walkman geklaut und sich darum geprügelt. Da sie geflohen sind, nimmt Shanton das Gerät als “Andenken” mit.

Seite 246: Kapitel 17
Als sie an der Universität ankommen, ist diese bereits geschlossen, da die Vorlesungen nur Vormittags stattfinden. Hotels gibt es hier auch nicht. Aber sie finden eine versteckte Laube auf dem Campus. Da es noch früh am Abend ist und Shanton Hunger hat, gehen sie los um ein Restaurant zu suchen. Unterwegs erhaschen sie einen Blick in eine Sarrack Wohnung. Auch dort waren keine Kinder oder Jugendlichen zu sehen.

Tatsächlich finden sie ein Restaurant, das aber kaum besucht ist, und eine eigenartige, trostlose Atmosphäre ausstrahlt. Ha! Es ist eine Flüsterbar! Und Doorn bestellt einen Drink...

Ih-bah! Die saugen die vergorenen Innereien von Stabheuschrecken... Bah! Schauder!

Zumindest sind die Besucher der Flüsterkneipe sehr gesprächig, und wir erfahren so einigen über die Schattenseiten der Sarrack Gesellschaft. Und das ist echt heftig.

Seite 263: Kapitel 18
Doorn wacht etwas arg verkatert in der Laube auf, wo Amy und Shanton gerade ein reichhaltiges Frühstück einpressen. Als die Uni öffnet gehen sie zum Leiter der Astronomischen Fakultät, Traktalia. Und der hat echt keine Ahnung. Von nix. Aber er vermutet, dass die Corell mehr über Astronomie wissen. Aber dazu können sie nur am Raumhafen mehr erfahren. (Mir fällt gerade auf: Ich hab eine Bekannte, die Corell heißt. Ihres Zeichens eine “Räubertochter”)

Dort angekommen erfahren sie, dass die Sarrack den Kontakt zu den Corell schon lange abgebrochen haben. Aber der Kommandant stellt ihnen ein Raumschiff zur Verfügung. Ohne Besatzung. Aber mit einem Kugelrobot als Tutor, damit sie das Schiff selbst fliegen können. Alles, um sie endlich los zu werden.

Als sie mit “ihrem” Raumschiff starten, fliegt ein Ringraumer in das System der Sarrack ein, ruft unsere Freunde per Funk und fordert sie zur bedingungslosen Kapitulation auf.

Seite 272: Ende
Boah! Ein echt fieser Kliffhänger. Aber auf meinem Ren Dhark SUB liegen momentan 4 Bücher! Darunter latürnich auch die Fortsetzungen. Kann mir vorstellen, bis die Kolumne im Zauberspiegel erscheint, weiß ich längst, wie es weiter geht...

Zur Geschichte: Jan Gardemann erzählt ganz ruhig und unaufgeregt eine megaspannende Storry, einen echten Pageturner (musste unbedingt mein neu gelerntes Wort einbauen: “Pageturner”. Hätte ich dieses Wort schon vor 50 Jahren gekannt, hätten Ike und Tina bei mir nicht Tuner (wie das Teil vom Radio) geheißen, sondern hätten ihren richtigen Namen behalten dürfen. Hm.)

Aus der Robinsonade wurde eine “Gulliver Reise”, eine Reise in ein politisch/soziales System, das mir bei erster Betrachtung tierisch gut gefallen hatte, bis sich dann in der Flüsterkneipe herausgestellt hat, wie repressiv und menschen – äh, sarrackverachtend es wirklich ist. Diese Reisen in unbekannte Systeme, die schrittweise Erkenntnis, was dort abgeht, fasziniert vermutlich nicht erst seit Swift. Ich jedenfalls fahr total ab auf solche auf den Weltraum transponierten Seefahrergeschichten. Diesmal sogar ganz besonders: Bei mir im Hinterkopf lief teilweise eine “Fernsehfassung” des Romans im Stil des BBC Robinsons, komplett mit dem Sprecher aus dem Off und den starken, manchmal fast statischen Kameraeinstellungen. Kurz gesagt: Ich bin begeistert!

Schalom, Schlomo

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