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Das Wetter für morgen: Wie hätten Sie's denn gern?

1Das Wetter für morgen:
Wie hätten Sie's denn gern?

Auf Perry Rhodans Erde ist die Beherrschung des Wetters schon seit dem späten 22. Jahrhundert Realität; in PR-Action 36 „Sonnendämmerung“ wird darauf kurz eingegangen. Die Kontrolle über das Wetter liegt bei NATHAN. In PR 296 erläutert Kurt Mahr, dass die Einwohner einer Region über das gewünschte Wetter demokratisch abstimmen und dabei die Interessen von Tourismus und Landwirtschaft gegeneinander abwiegen.


SonnendämmerungUnd natürlich sind verheerende Stürme ebenso abgeschafft wie monatelange Dürreperioden.

Klingt alles wunderbar. Und auf den Mutterwelten so großer Zivilisationen wie Drorah und Arkon hatte man Jahrtausende oder sogar Jahrzehntausende Zeit, um die Technik zu optimieren.

In PR 1147 erschien 1983 die Risszeichnung eines Wetterkontrollsatelliten von Gregor Sedlag.

Aber wie soll man sich das vorstellen?

Das Arche Noah PrinzipRoland Emmerichs dritte Regiearbeit war der Film „Das Arche-Noah-Prinzip“ im Jahr 1984. Dort wird das Wetter von einer Raumstation aus beeinflusst, die mit Mikrowellenstrahlung Wasser verdampft. Damit ließen sich lokal Hochdruckgebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit erzeugen, und Wetter besteht nun mal aus Ausgleichsvorgängen zwischen Gebieten mit höherem und tieferem Luftdruck. Der Einsatz der Mittel der Raumstation zur Verschleierung einer militärischen Operation im Mittleren Osten löst im Film allerdings den verfrühten Beginn der Monsunregenzeit in Indien und damit verheerende Überschwemmungen aus. Zur Kontrolle des Wetters gehört also doch etwas mehr als die Erschaffung von Hochdruckgebieten. Nur … wie erzeugt der ambitionierte Wetterarchitekt oder Klimaingenieur ein Tiefdruckgebiet? Das überfordert selbst den größten Staubsauger, den man sich denken könnte.

Man müsste die Luft kühlen. Das ist aber einer der anspruchsvollsten Tricks, die es gibt. Wärme entsteht bei so ziemlich jeder Umwandlung von Energie in eine andere Form, aber wie soll man sie wieder loswerden?

Viele physikalische Effekte sind umkehrbar. Ein thermoelektrisches Element kann aus einer Temperaturdifferenz elektrische Energie gewinnen oder bei Zufuhr elektrischer Energie eine Temperaturdifferenz bewirken. In diesem Fall spricht man von Peltier-Elementen; sie haben zwar einen ziemlich geringen Wirkungsgrad, aber sie funktionieren.

Die Herrin der SonneEs gibt sogar einen noch eigenartigeren Weg der Kühlung: mit Laserstrahlen!

Wärme ist Bewegungsenergie von Molekülen. Bei Gasen und Flüssigkeiten leuchtet das unmittelbar ein – von der Brownschen Bewegung werden die meisten schon mal im Physikunterricht gehört haben. Man kann nun die Wärmebewegung eines Moleküls verringern, wenn ein Laserstrahl aus der entgegengesetzten Richtung dieses Molekül trifft und einen Teil seiner Bewegungsenergie neutralisiert. Das ist freilich ein Verfahren für Laborbedingungen - mit der uns zur Verfügung stehenden Technik jedenfalls. Möglicherweise werden wir eines schönen Tages also wirklich Raumstationen und Satelliten in der Umlaufbahn sehen, die unser Wetter steuern.

Ob wir das tun sollten - das ist eine andere Frage. Aber es wäre ja schon eine Menge gewonnen, wenn Wirbelstürme abgelenkt und in Gebiete umgeleitet werden könnten, in denen ihre zerstörerische Energie sich austoben kann, ohne Millionenstädte zu verwüsten ...

Kommentare  

#1 Laurin 2015-07-07 18:12
Das ganze mutet natürlich phantastisch an und im Moment wo man an ziemlich heißen Tagen sich nicht mal mehr bewegen mag und eher nach Abkühlung sucht, mag die Steuerung des Wetters eine perfekte Sache sein. Auch wenn man an die Zerstörungen denkt, die wetterbedingt eintreten können möchte man der Zukunft wohl gerne in Sachen Wetter vorgreifen wollen. So wie Mensch sich aber im Moment und wohl auch in absehbarer Zukunft verhält, sollten wir eher froh sein, dass niemand kontrollierend in das Wetter eingreifen kann. Denn es wäre zu verlockend, dass Wetter als effektive Waffe einzusetzen.
#2 AARN MUNRO 2015-07-08 12:52
Selbst NATHAN, die Hyperinpotronik, die das Wetter ja amgeblich steuert, könnte die nichtlinearen Gleichungen der deterministisch - chaotischen Hydrodynamik der Atmosphäre selbst in (Hyper)-Echtzeit nur schwer berechnen, weil nicht voraussagbare Konvergenzpunkte in den Berechnungen auftauchen, die eine mathematisch exakte Vorhersage aufgrund des berüchtigten "Schmetterlingseffektes" eben erratisch unkontrollierbar machen. Eine exakte Wissenschaft kann das Wettermachen deshalb nie sein, weil es hier zu viele fließende Parameter gibt, die miteinander gekoppelt, sich fortlaufend verändern...ein brisantes dynamisches labiles (Nicht)-Gleichgewicht. Wie Schulze Hoppe den Wind vergißt, würde selbst NATHAN nicht alle Aspekte erfassen können...das wird dann mit dem "Hyper..." , dem Deus-Ex-Machinae des Perryversums erklärt....grins
#3 AARN MUNRO 2015-07-08 12:54
Erinnere mal: sehr schönes Comic von Mortimer & Blake zu diesem Thema...nicht nur der Arche-Noah-Prinzip-Film...fand ich damals sehr spannend, den Comic...
#4 AARN MUNRO 2015-07-08 12:55
Ich will ja hier kein Fass aufmachen, aber bekannt sind ja z.B. die Versuche des US-Militärs mithilfe von elektrischen Prozessen Wettermanipulationen vorzunehmen (Alaska damals)...

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