Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

HORROR EXPERT 10 – Der Axtmörder

Horror ExpertDer Axtmörder

Erber und Luther – zwei Namen, die aus der Geschichte der phantastischen Literatur in Deutschland nicht wegzudenken sind und noch heute Anlass zur Kontroverse bieten. Die Reihe »Horror expert« war Vorreiter auf dem Taschenbuchmarkt und machte den interessierten Leser mit einem Genre bekannt, das hierzulande erst in den Anfängen steckte.

Das lohnt einen näheren Blick auf eine ziemlich in Vergessenheit geratene Reihe.

Der AxtmörderDer Axtmörder
von Hugo Paul
Horror expert Nr. 10
Übersetzt von Unbekannt
1971
Luther Verlag
Was passiert?
Amerika, im tiefen Süden vor dem Bürgerkrieg. Nachdem Lutheraner Perchman mitansehen muss, wie ein Plantagenbesitzer einen Schwarzen zu Tode peitscht, macht er sich mit einem Häuflein friedlicher Gleichgesinnter in den Westen auf, um ein besseres Leben zu finden. 1870 gründet er in Kansas das Städtchen Sesame. Er nimmt einen zehnjährigen, traumatisierten und taubstummen Kiowa auf. Sieben Jahre später findet sein Freund Nearing ihn und seine Familie zerstückelt mit der Axt auf, der Kiowa ist verschwunden. Die aufgebrachte Stadt hält den Jungen für den Mörder, jagt ihn und hängt ihn auf. Nearing wird danach der erste Bürgermeister.

Neunzig Jahre später steht die Ruine des Perchman-Hauses noch immer auf dem Hügel über der Stadt. Bürgermeister Novak, 52, Republikaner, Witwer und reichster Farmer der Gegend, freut sich auf die Rückkehr seiner Tochter Marilyn. Die hat gerade eine gescheiterte Schauspielkarriere hinter sich. Nach ihrem Versagen auf der Bühne wollte der Produzent sie als Geliebte behalten, woraufhin Marilyn abhaut.

Als Kind wurde Marilyn von einem Besuch im Perchman-Haus traumatisiert, das ihr jetzt noch Albträume bereitet. Sie ist auch nicht begeistert, den Journalisten Ken Adler wiederzusehen, in den sie mal verschossen war. Die treue in die Jahre gekommene Haushälterin Bessie Nordlinger, die insgeheim in den Witwer Novak verliebt ist, freut sich riesig über Marilyns Rückkehr. Aber das Wiedersehen wird ihr von einem Zwischenfall in der Küche vergällt. Sie erlebt, wie eine Ratte, die nur aus dem Perchman-Haus kommen kann – in Sesame gibt es sonst kein Ungeziefer - , in die Wurstschneidemaschine gerät und zersäbelt wird, was dann von einer zweiten Ratte gefressen wird. Bessie ist nicht zimperlich, aber das ist eklig.

Während des Stadtfestes kommt es zu einer Mondfinsternis. In diesem Moment betritt ein in Schwarz gekleideter kleinwüchsiger Fremder die Stadt und stellt sich als Dr. Greentree vor. Er hat kurz zuvor die nie gefundene Mordaxt von damals ausgegraben – was natürlich keiner weiß – und nimmt den Bürgermeister zur Seite. Er bezeichnet sich als Okkultist und beweist Novak, dass er viele Geheimnisse der Bürger kennt. Er behauptet, das Schicksal habe ihn hergeführt, und er wolle die Sterbenden heilen. Er will das Perchman-Haus kaufen. Eingeschüchtert willigt der Bürgermeister ein.

Die an Brustkrebs sterbende Mrs. Williamson besteht sehr zum Unmut des Stadtarztes Dr. Brant darauf, den neuen Arzt zu sehen. Brant besucht den geheimnisvollen Fremden, der ihn zuerst mit seinem Wissen über Brants persönliche Geheimnisse aus dem Gleichgewicht bringt und dann dazu hypnotisiert, seine Praxis aufzugeben und Greentree das Feld zu überlassen. Greentree heilt Mrs. Williamson.

Kurz darauf geschehen unerhörte Dinge. Ein Junge wird überfahren und ist so gut wie tot, aber Dr. Greentree nimmt ihn mit in sein Haus und heilt ihn anscheinend über Nacht. Ein Arbeiter wird von einem Stier durchbohrt, und Dr. Greentree heilt ihn ebenfalls. Journalist Adler interviewt den unheimlichen Mann. Dr. Greentree behauptet, nach Sesame gekommen zu sein, um eine Mission zu erfüllen. Adler ist nicht erfreut, als er später erfährt, dass Greentree sich auch an Marilyn herangemacht und ihr irgendwelche Flausen in den Kopf gesetzt hat.

Adler soll zum hundertsten Jahrestag des Perchman-Massakers einen Artikel schreiben. Außerdem soll er die Stadtzeitung übernehmen, da der Verleger in den Ruhestand will. Dann könnte er Marilyn heiraten. Durch Zufall stößt er auf ein Sachbuch, in dem die Morde eines Axtmörders beschrieben werden. In den 1660er zerstückelte Jürgen Grünwald im Schwarzwald zig Menschen, bevor man ihn aufs Rad spannte. Adler folgert messerscharf, dass Grünwald mit Greentree identisch sein muss. Ein Geist?

Der kleine Mann hat sich gerade Marylin geschnappt. Adler kann nichts gegen ihn ausrichten. Greentree ist gegen Revolverkugeln immun. Er will am Jahrestag des Massakers mit der gefundenen Axt die Heuchler in der Stadt töten. Einst meuchelte Nearing, der angeblich die Ermordeten fand, die Familie in einem Anfall von Schlafwandlertum und lynchte später den unschuldigen Indianerjungen. Greentree ist eine Art übernatürlicher Rächer.

Adler kann nichts gegen ihn ausrichten, aber dann kommt Dr. Brant im Auto an. Brant hat sich von seinem Bann befreit und schleudert mittels Kühler Greentree auf ein am Boden liegendes Holzrad von Anno Dunnemals. Da Grünwald einst auf dem Rad starb, muss nun auch Greentree auf dem Rad sterben. Die Leute, die er wieder zum Leben erweckt hat, sterben auch wieder. Happy End.

Orgy IsleWorum geht es?
Hugo Paul alias Hugo Paul Little ist in Wirklichkeit der Amerikaner Paul Hugo Litwinsky (1915-1987), der die übliche Vielzahl an Jobs vom Lehrer bis zum Werbemanager hatte, bevor er sich hauptberuflich der Schreiberei widmete. Litwinsky war ein anerkannter Schachexperte, der Sachbücher über das Spiel verfasste und für die "Chess Review" arbeitete, außerdem schrieb er Weinkritiken und Kochkritiken für das "Hospitality Magazine". Musikjournalist war er auch.

Davon abgesehen verfaßte er angeblich um die 700 Taschenbücher in allen möglichen Genres. Der größte Teil seines Werkes erschien unter Pseudonymen wie Dr. Guenter Klow, A DeGranamour, Dr. Gerda Mundinger oder Paul Harding, Ph.d.. Das sind dann Bücher mit so schönen Titeln wie "Woman who seduce Boys" (Frauen, die junge Burschen verführen), "The Art of Caning" (Die Kunst des Rohrstocks), "Woman who seduce Girls" (Frauen, die junge Mädchen verführen) und "The Anal Altar" (was wohl nicht übersetzt werden muss), um ein paar der gesitteteren Titel zu nennen, die heutzutage nicht sofort an den Staatsanwalt denken lassen.

Little schrieb in den 60ern und 70ern für alle pornografischen Verlage der USA, wie für Reuben Sturman aus Cleveland, dessen World Wide News Corporation diverse Buchreihen produzierte. Oder William Hamling mit seinen Verlagen wie Greenleaf. Für die Verleger war das ein durchaus riskantes Geschäft, da es im Visier von Hoovers FBI stand, das der Pornografie – und den häufig linksgerichteten Autoren (was in Amerika halt so als links galt und gilt) – den Kampf angesagt hatte.

Orgy IsleWilliam Hamling war zuvor der Chefredakteur des SF-Magazins "Amazing" gewesen, bevor er mit "Imagination" sein eigenes SF-Magazin herausbrachte. Später konzentrierte er sich auf jene erotischen Taschenbücher, deren Gattung man heute liebevoll-ironisch "Sleaze" nennt. Er traf eine Geschäftsvereinbarung mit der Literaturagentur von Scott Meredith, der neben der Vermittlung von respektablen Werken dann lukrative Softpornos in Auftrag gab. Anfang der 60er zahlte Meredith seinen Autoren wie Robert Silverberg, Lawrence Block, Robert Westlake oder Evan Hunter für einen dieser Romane ihren Anteil von 800 bis 1000 Dollar und später sogar 1200 Dollar für ein in einer Woche schnell runtergeschriebenes Büchlein; er stellte dem Verlag 2000 Dollar in Rechnung. Neckische Cover und so vielsprechende Titel wie "A Girl called Honey", "69 Barrow Street", "Sin Circuit" oder "Satan was a Lesbian" waren besser als der Inhalt, denn die Autoren hatten strenge inhaltliche Vorgaben. Verboten waren laut Robert Silverberg, der insgesamt 150 dieser Taschenbücher schrieb, Obszönitäten – also Worte wie "Fuck" - oder die genaue Darstellung sexueller Aktivitäten.

"Charaktere 'kamen' nicht – sie erreichten 'den Moment der Ekstase', berichtet Silverberg. "Männer hatten weder Schwänze noch Eier; sie hatten 'Lenden'. Beim Vorspiel wurde eine Brust berührt und 'eine Hand glitt an ihrem Körper hinunter'. Anal? So etwas existierte nicht. Dildos und andere Sexspielzeuge? Vergeßt es. Oralsex wurde angedeutet durch Sätze wie: 'Er küsste sie hier und da, dann küsste er sie dort.' Und so weiter." Also aus dem heutigen Blickwinkel harmloses Zeugs, aber 1961 reichte das, um dem amerikanischen Mann ein Kribbeln zu bescheren und für reißenden Absatz zu sorgen.

Die Verkäufe rechtfertigten das exorbitante Honorar – wenn man bedenkt, dass 1961 das jährliche Durchschnittseinkommen des Amerikaners 5315 Dollar betrug. Meredith schickte die Manuskripte, die in schwarzen Pappkartons geliefert wurden (normale Literatur wurde in graue Schachteln gesteckt), anonymisiert weiter an Hamling, der sie an seinen Chefredakteur Earl Kemp weiterreichte. Zu dessen wachsendem Unwillen, weil der der Ansicht war, auf dem Schreibtisch preiswerteres Material anderer Autoren liegen zu haben, das genausogut war. In einem Artikel 2002 bezeichnete Kemp, der wie Hamling und viele der Autoren aus der SF-Szene kam, das Meredith-System mit seinen 2000 Dollar pro Manuskript als schweren Diebstahl.

BizarreVerleger Hamling bekam schnell Ärger mit den Bundesbehörden und gab Unmengen für Gerichtskosten aus. Kemp erzählt die Anekdote, dass sie vom Büro nicht telefonieren konnten, weil die Leitung durch die diversen Abhöraktionen überlastet war. Monatelang stand ein Transporter der "Telefongesellschaft" in der Nähe des Verlages an einem Telefonmast, der deutlich als FBI-Wagen erkennbar war, da die Telefongesellschaft in der Zwischenzeit ihr Logo verändert hatte. Auch Robert Silverberg erzählt gern die Anekdote von seinem Besuch vom FBI 1966. Sein Name war bei einer der Scheinfirmen aufgetaucht, über die das Geld floss, und zwei Bundesagenten kamen zu Besuch. Silverberg zeigte ihnen seine respektablen Jugendbücher, die er zu der Zeit schrieb, was die Agents Cotton und Decker (kleiner Scherz) zufriedenstellte. Die Belege seiner Greenleaf-Books wie "Orgy Isle" bekamen sie nicht zu sehen.  

Am Ende landeten Hamling und Kemp dann doch im Gefängnis; verurteilt wurden sie aber nicht wegen der Publikation von obszönem Material, sondern weil sie ausgerechnet Nixons "President's Commission's Report on Obscenity" in einer "illustrierten" Ausgabe über den Postversand verkauften. Damit verstießen sie gegen Bundesgesetze.

DominatrixReuben Sturman betrachtete sich wie William Hamling und Larry Flynt vom "Hustler" als Vorreiter der Pressefreiheit. Allerdings bediente er einen etwas härteren Markt, wie Litwinskys Bücher über Spanking, Dominas, die Braut und das Muli in Tijuana und 50 Shades of blaue Flecken beredt zeigen. Neben diversen Vertrieben gehörte seinem verschachtelten und verschleierten Geschäftsimperium eine Kette von ca. 600 Erwachsenenbuchläden sprich Sex-Shops; dazu kamen diverse Tabloids, jene größtenteils völlig fiktiven Zeitungen wie "Truth" oder "The National Tattler" an der Supermarktkasse, für die eine Zeitlang SF-Autor Mike Resnick Mitte der 60er Jahre als Chefredakteur und Autor arbeitete.

Sturman war allerdings ein härteres Kaliber als Hamling. Trotz eines geschätzten Vermögens von 100 Millionen Dollar betrieb er Steuerhinterziehung und angeblich auch Geldwäsche für die Mafia. Am Ende landete er 1989 mit 65 Jahren für 10 Jahre im Gefängnis wegen Steuerhinterziehung. Der Versuch seines Anwalts, in einem anderen Verfahren einen Geschworenen zu bestechen, erhöhte die Strafe um weitere 19 Jahre. Es gibt die grandiose Anekdote, dass Sturman daraufhin seinen Anwalt verklagte, der das für die Bestechung geplante Geld größtenteils selbst eingesteckt hatte. Und er gewann. Zwar holte ihn das nicht aus dem Gefängnis raus, aber sein Anwalt landete ebenfalls in einer Zelle.

Bondage Fetish - Helpless PlaythingsSturman starb mit 73 im Gefängnis. Für seine Bewunderer war er ein Verteidiger der freien Rede, für das Justizministerium und Anti-Porn-Aktivisten der Kopf einer kriminellen Organisation.

Kenner des Genres bescheinigen Litwinsky ein Auge für historische Details und phantasievolle BDSM-Szenarien. Zumindest einer seiner Romane erschien auch in Deutschland. Kenneth Hardings "Der Liebeslümmel – ein Mann findet seine Bestimmung" (OT: "The Taming of a C-T", was soviel heißt wie: "Zähmung einer F-E") kam bei der Venus-Press 1972 auf den Markt. Die Little-Titel erzielen auf dem ausländischen Sammlermarkt immer noch Preise bis zu 100 Dollar, was aber auch an den Titelbildern liegt. Findet sich hier doch Material von heute angesehenen Künstlern wie Eric Stanton, der durch seine Fetisch-Kunst berühmt wurde.

Litwinskys Ausflug ins Horrorgenre ist allerdings weder bemerkenswert noch gut. Nach dem plakativen Einstieg muss sich der Leser durch 100 Seiten gemächliche Beschreibungen von Sesame und Charakterbildern seiner Bürger durchkämpfen, bis endlich der Schurke Dr. Greentree auftaucht. Der tut aber auch nicht viel Böses außer seinen Wunderheilungen. Die an den Haaren herbeigezogene weil schlecht vorbereitete Auflösung findet auf den letzten 20 Seiten statt. "Grünwald" ist "Greentree" strotzt nicht gerade vor Originalität (und müsste eigentlich "Greenwood" heißen, aber egal), die Auflösung mit dem aus der Stadtblibliothek (!) ausgeliehenen Sachbuch, in das Adler zufällig reinblättert, ist ebenfalls grenzwertig. Der Originaltitel "Master of the Undead" ist vollmundig; von wegen "Herr der Untoten", die richten keinen Schaden an.

Beyond IntercourseBei dem ganzen lahmen Unsinn kann man aber nicht einmal sagen, dass Litwinsky ein schlechter Erzähler wäre. Im Gegenteil. Viele Szenen schaffen durchaus gekonnt Atmosphäre, das Portrait der amerikanischen Kleinstadt, in der das Böse lauert, ist gelungen.

Aber das verblüffendste an diesem Roman aus dem Jahr 1968 ist das beständige Gefühl von Déjà-vu, das er beim Leser hervorruft. In seiner Struktur erinnert er frappierend an die frühen Stephen King-Romane. Man glaubt, sich nach "Salem's Lot" oder "Needful Things" verirrt zu haben. Nun hat sich King von den Besten inspirieren lassen, schon bei Shirley Jackson und ihrem "The Haunting of Hill House" steht das böse Haus auf dem Hügel. Trotzdem ist die Ähnlichkeit verblüffend. Jack Adler ist der typische King-Held, und Dr. Greentree erscheint wie das Modell von Leland Gaunt aus "Needful Things", der in die Kleinstadt kommt und die Sünden hinter der Fassade der ach so anständigen Bürger kennt. (Auch wenn die inspirierende Vorlage vermutlich eher Mr.Dark aus Ray Bradburys "Something Wicked This Way Comes" gewesen sein dürfte.)

Die Vielfalt der Versatzstücke ist erstaunlich. Da ist die Szene mit den Kindern, die als Mutprobe ins Spukhaus eindringen und dabei über das Wagenrad stolpern, das am Ende dem Bösen den Garaus macht, und der Dorfarzt mit der unrühmlichen Familiengeschichte. Das Ungeziefer aus dem bösen Haus, das die Küche heimsucht. Nicht zu vergessen Marylin, die einmal als Jugendliche das Perchman-Haus besucht und darum zeitlebens von Albträumen verfolgt wird. Hubie Marsten lässt grüßen. Das ist alles so sehr Stephen King-Land. Ob sich King ausgerechnet von diesem Roman hat beeinflussen lassen, man weiß es nicht. Andererseits dürfte er sich zu Beginn seines Schaffens gut auf diesem Gebiet ausgekannt haben, veröffentlichte er seine Kurzgeschichten doch in den zweitklassigen Herrenmagazinen wie "Cavalier" und dürfte auch mit Litwinskys Schaffen vertraut gewesen sein.

Aber "Der Axtmörder" muss sich an seinem Erscheinungsdatum messen lassen und nicht an der literarischen Spurensuche. Für einen Horrorroman ist das eine unbefriedigende Lektüre, die erschaffene Mythologie des übernatürlichen Rächers bleibt oberflächlich bis enttäuschend. Die "Untoten" sind lachhaft, falls sie der Leser dank ihrer Inaktivität überhaupt als solche wahrnimmt, und für die Handlung völlig unerheblich. Da hätte man so viel mehr daraus machen können. Wieder ein obskurer Griff in Literaturagent Singers Schublade für den Luther Verlag.

Das Titelbild:
Herbert Papala. Was für ein Bild! Hier ist mehr Horror auf dem Titelbild als im ganzen Roman. Die Axt, die den Schädel sauber in zwei Hälften teilt, ist sehr naturalistisch und in fast schon liebevollem Detail dargestellt. Je weiter die Serie fortschreitet, umso mehr bleibt der Eindruck hängen, dass die Titelbildgestaltung dem Inhalt um Längen voraus ist und man Papala in eine Reihe mit Thole und Lonati stellen sollte.

Master of the UndeadDas Original
Master of the Undead
von Hugo Paul
221 Seiten
Lancer Books, 1968

Quellen:

  • Robert Silverberg: This is my FBI-Story, e*I*4, eFanzine, 2004

  • Robert Silverberg: My Life as a Pornographer, e*I*14, 2004

  • Mike Resnick: Me and the Kingpin, e*I*4, eFanzine, 2004

  • Earl Kemp: Have Typewriter; Will Whore for Food, e*I*2, eFanzine, 2002

  • VintageSleaze.com

 

Zum ersten ArtikelZur Übersicht

Kommentare  

#1 Altpapier 2018-01-01 14:15
Lieber Andreas, Deine Artikel sind immer Offenbarungen, so auch diese schöne Rubrik. Der Informationswert ist enorm, danke dafür! Wenn Du Dich durch diese Taschenbücher gearbeitet hast, wünschte ich, Du würdest Dir die noch viel seltsameren Erber-Grusel-Krimi-Hefte vornehmen, die ja nicht nur TB-Nachdrucke brachten, sondern auch Erstdrucke von mysteriösen deutschen Autoren wie Sven Ove Kassau und Menschen mit so wunderbaren Namen bzw. Pseudonymen wie B. Pfletschinger, T. Tavernese und Dr. Fürstauer. Wer könnte diese Rätsel lösen, wenn nicht Du?
Zitieren
#2 Andreas Decker 2018-01-01 18:10
Vielen Dank, Altpapier. Freut mich!

Ja, mit dem deutschen Autoren ist das so eine Sache. Reizvoll wäre das schon. Leider ist die Quellenlage schlecht. Während die ausländischen Autoren heutzutage gern Anekdoten ihrer Jugend erzählen und das Inhaltsverzeichnis einer Ausgabe von Weird Tales nur einen Klick entfernt ist, bleiben Leute wie T. Tavernese (ein klangvolles Pseudonym( ?)) das sprichwörtliche unbekannte Land.

Mal sehen, was sich ergibt :-)
Zitieren
#3 Toni 2018-01-02 18:59
Das war ja zum Teil echt krasses Zeugs. Die haben sich ja richtig was getraut (und noch gut damit verdient). 10 Jahre wegen Steuerhinterziehung und dann noch mal 19 wegen Bestechung. Die Amis kannten da keinen Spaß - zumindest wenn man nicht zu den "Guten" gehörte. Das waren echt spannend erzählte Hintergrund- Infos.
Zitieren
#4 Erlkönig 2018-01-02 20:58
Erneut ein schöner, informativer Artikel. Danke.

Das Anfangsszenario des Romans macht recht deutlich, daß Hugo sich mit Peitschen gut auskannte. :-)
Horror lag ihm wohl weniger.
Zitieren
#5 Matzekaether 2018-01-14 23:59
Schöner Artikel!
Eine kleine Ergänung zu Hamling. Er war offiziell nie Chefredakeur von Amazing Stories, sondern nur Vizechef (Managing Editor). aber in den Jahren 1949/50 waren die Chefs Palmer und Browne so desinteressiert, dass er praktisch den Job alleine machte. Interessant ist auch Hamlings Zeitschrift "Rogue", ein Konkurrenzblatt zum Playboy, in dem er viele SF-Texte unterbrachte und in der Robert Bloch eine eigene Kolumne hatte.
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles