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Derrick und seine Fälle: Folge 96 - Hausmusik

Derrick und seine FälleFolge 96
Hausmusik

Oberinspektor Derrick blättert im Ausweis des Toten: Dettmers, Berthold - 28 Jahre alt. Wie Derrick zunächst annimmt, ist er vor einer halben Stunde an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben. Doch dann meldet sich überraschend ein Zeuge, der gesehen haben will, wie der junge Mann beim Überqueren der Straße von einem PKW verfolgt und anschließend zu Boden geschleudert wurde. Glatter Mord, wie der Zeuge betont, denn die Absicht des Fahrers, Dettmers zu überfahren, war unverkennbar. Danach sei der Wagen mit hoher Geschwindigkeit und abgeschaltetem Licht davongerast. Derrick ist überrascht von dem Luxus, den sich der Tote hatte leisten können. Als er gerade dabei ist, sich etwas eingehender in der Wohnung umzusehen, läutet das Telefon. Nur kurz erkundigt sich eine Frau nach Dettmers' Befinden. Eine sofortige Überprüfung ihrer Personalien verläuft negativ. Die Frau hatte sich unter falschem Namen gemeldet. (1)

SzenenfotoWieder versucht man mit falschen Indizien den Zuschauer in die Irre zu führen. Zum Teil gelingt das ganz gut. Doch dann wird schnell klar, dass Dettmers' Komplize nicht der Mörder ist. Zum Ende hin ist die Auflösung auch nicht mehr wirklich überraschend. Der Vater höchstselbst war es, der seinen Sohn, den Krebsschaden in seiner Familie, ins Jenseits beförderte.

Dabei wird ein höchst detailliertes Psychogramm einer zerstörten Famile gezeigt. Und die Folgen des Drogenkonsums werden erneut lehrstückhaft aufgezeigt.
Wenn Reineckers Drogenapelle auch meistens misslingen, hier wurde es geschafft, glaubwürdig zu sein. Das lag daran, dass die Spannung überwog und aus der Folge mehr ein Krimi als ein Drama wurde.

Wolfgang Reichmann spielt mal nicht den Bösewicht der alten Schule, sondern einen Mörder mit Herz und Verstand. Einer, dem die Vaterfigur abhandengekommen ist und einer, der mit der Ermordung seines Sohnes nur jemanden aus dem Leben entfernt hat, den er schon längst verloren hatte. Sky du Mont als König der Minirollen spielt hier erneut die Leiche.
 
 
Stab: Horst Tappert, Fritz Wepper, Willy Schäfer, Wolfgang Reichmann, Ute Willing, Till Topf, Sky du Mont, Dirk Galuba, Franziska Bronnen, Doris Schade und andere

Buch: Herbert Reinecker Titelmusik: Les Humphries Musik: Eugen Thomas Produzent: Helmut Ringelmann Regie: Alfred Weidenmann Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Erstausstrahlung: 17.09.1982 (ZDF)

Diese Folge ist enthalten auf Die Derrick Collector´s Box Vol. 6
MORE Home Entertainment GmbH & Co. KG 2009



(1) Quelle: ZDF

Kommentare  

#1 Ann C. 2011-07-22 17:32
Hi! Nur mal eine Frage: Wie hiess das klassische Musikstück, das die Familie da in den Rückblenden immer spielt?
Ich kenn die Melodie, aber ich komm einfach nicht drauf und im Web hab ich nirgends Angaben dazu gefunden.
Für Antworten sag ich schon mal im Voraus vielen Dank.
#2 G. Walt 2011-07-23 07:49
Im Derrick Blog gibt es die Angabe von zwei Titeln:

Musica da camera - Italien
Un faux frère - Frankreich

Ob das wirklich die gesuchten Songs weiß ich allerdings nicht. Der Link: derrick-fan.blogspot.com/2009/09/episode-96.html
#3 Harantor 2011-07-23 09:36
Das sind die jeweiligen Titel der Folge in Italien und Frankreich ... Ich kenn die Folge nicht. Kann also zur Musik nix sagen...
#4 G. Walt 2011-07-23 16:13
dann weiß ich leider auch nicht weiter.
#5 Ann C. 2011-07-23 20:06
Hi an alle und vielen Dank für Eure schnellen Reaktionen.
Aber ich hab schliesslich doch selbst nach dem Try-and-error-Prinzip bei Youtube das Stück gefunden. Rein musikalisch konnte man das Stück ja ohnehin recht gut eingrenzen auf Mozart, Schubert oder Liszt und die beiden letzteren waren es dann auch.
Es ist "Die Forelle" von Schubert in einer Bearbeitung von Liszt.
#6 G. Walt 2011-07-24 16:33
Gratulation. Die Derrick-Fans sind um eine Erfahrung reicher.
#7 Ann C. 2011-07-26 10:07
Woll, woll!

Und um eine Erfahrung reicher zu werden, will was heissen bei der normalen, moralinsauren Reinecker-Seichtigkeit.

Deswegen war ja auch die Eingrenzung der Komponisten nicht so schwierig.
Schliesslich konnte man ja,
-abgesehen v.d.Charakteristik der Musik selbst-
nicht davon ausgehen, daß bei Derrick mit irgendwelchen überanspruchsvollen Komponisten wie z.B.Buxtehude oder Pachelbel aufgewartet wird.

Da ist jede Bildung wertvoll,
... und wenns die Einbildung ist,
wie noch meine liebe Mutter zu sagen pflegte, husthust.
;-)))
#8 Gelegenheitsseher 2013-04-06 17:58
Für mich klingt die Musik nach einer Variation von Schuberts "Forelle"
#9 G. Walt 2013-04-06 20:08
zitiere Gelegenheitsseher:
Für mich klingt die Musik nach einer Variation von Schuberts "Forelle"



wie schon von Ann C. festgestellt
#10 Savas Gürcebe 2016-10-13 18:11
Starke Folge! Ich bin sicher das Berthold Dettmers
noch erkannt hat das sein Vater hinterm Steuer
saß.Was Der wohl noch in den letzten drei Sekunden
seines Lebens gedacht hat als der Wagen ihn
erfasste ?

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