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INSPECTOR BARNABY oder DAS PROBLEM MIT DEN NICHTGESENDETEN FOLGEN

BarnabyINSPECTOR BARNABY
oder: Das Problem mit den nicht gesendeten Folgen

Die Engländer und vermutlich auch viele andere europäischen Zuschauer haben einen Vorteil gegenüber den deutschen Fernsehzuschauern, denn sie bekommen „INSPECTOR BARNABY“ vermutlich komplett zu sehen.

Das ZDF griff dagegen bei dieser Krimi-Reihe auf ihr altbewährtes Vorgehen bei nicht selbst- oder bei nicht mitproduzierten Serien nur ein Paket mit einer bestimmten Anzahl von Folgen zu kaufen.


Das hat aber Folgen. Folgen nicht für die gelegentlichen Fans der Krimi-Reihe, sondern Folgen für die wirklichen Krimi- und Barnaby-Fans, die sich jede Episode in Spielfilmlänge anschauen und manchmal schon mal  stutzten und sich vermutlich dabei die Frage stellten, warum da plötzlich ein anderer Assistent an Chiefinspector Barnabys Seite war.

Daniel Casey

Sergeant Troy (Daniel Casey) stieg mit „THE GREEN MAN“ (Blut ist dicker) , enthalten in der Barnaby-Box Vol. 5, der ersten Folge der siebten Staffel, aus der Serie aus. Sein Nachfolger wurde Sergeant Scott (John Hopkins), der mit der Folge „BAD TINGS“ eigentlich sein Debüt gab, die aber bisher nicht im ZDF gelaufen ist. Dieses Schicksal ereilte auch die nächste Folge „The Fisher King“. Die erste Folge die der deutsche Zuschauer mit Sergeant Scott sah, war „SINS OF COMMISSION“ (Der Club der toten Autoren – ebenfalls enthalten in der Barnaby-Box, Vol. 5), die dritte mit John Hopkins als Sergeant Scott.
Der deutsche Barnaby-  und Krimi-Fan weiß somit gar nicht, wie der neue Sergeant zum Assistenten von  Barnaby geworden ist.  Zudem wurden von den insgesamt 14 Folgen mit Sergeant Scott bisher nur 5 Folge mit ihm in Deutschland, also im ZDF, gezeigt.

Einer der größten Reduzierungen musste dabei die achte Staffel von „INSPECTOR BARNABY“ über sich ergehen lassen. Denn von insgesamt 8 Folgen dieser Staffel, wurden beim ZDF nur zwei Folgen gesendet, die in der DVD-Box „BARNABY VOL. 6“ enthalten sind.

In “NACHTS, WENN DU ANGST HAST”  (Things that Go Bump in the Night) haben es Barnaby und Scott u. a. mit einer spiritistischen Kirche, die aber nicht so unschuldig ist, wie sie erscheint.

Während in dem Dorf Fletcher's Cross die Spiritistin Rosetta Price vor ihren Anhängern Kontakt mit dem Jenseits zelebriert, findet Janet Pennyman ihren Mann, den Begräbnisunternehmer Patrick, tot in seiner eigenen Aufbahrungshalle vor.
In dem wenig überzeugenden Versuch, einen Selbstmord vorzutäuschen, hat man Patrick zunächst mit einem Kerzenleuchter niedergeschlagen und ihm dann die Pulsadern aufgeschnitten. Im Dorf hält sich die Trauer über Pennymans Ableben in Grenzen, da er als notorischer Geizhals verschrieen war, finanziellen Verpflich-tungen nur unwillig nachkam und sich mit bereits mehr als einem Geschäfts-partner verkracht hatte.
Der Handwerker John Whittle behauptet sogar Pennyman habe Toten ihren Schmuck geraubt. Da geschehen sogar zwei weitere Morde. Die Spuren führen zur Totenbe-schwörerin Rosetta Price und in den Kreis ihrer Anhänger.

In „EREBEN ODER STERBEN?“  (Bantling Boy) haben es die beiden Ermittler mit einer dekadenten Adelsfamilie zu tun, deren wenige Mitglieder noch dazu nicht mehr so ganz auf der geistigen Höhe sind.

Der zweijährige Hengst Bantling Boy ist die große Hoffnung der Grafschaft Midsomer beim Causton Gold Cup. Das Pferd, das seinem Namen dem örtlichen Adelsgeschlecht der Bantlings verdankt, gehört einem Syndikat aus vier Personen: dem Erben des Hauses Bantling,
Bruce Hartley, dem Arzt Dr. Osgood, der Krankenschwester Joanna Craxton und dem ehemaligen Gärtner des Hauses Bantling, Trevor Machin. Der letzte Baron Bantling hatte dem Syndikat das vielversprechende Pferd vermacht, allerdings mit der Auflage, dass über einen Verkauf des Pferdes nur einstimmig entschieden werden könne.
Bantling Boy rechtfertigt die in ihn gesetzten Hoffnungen und gewinnt den Causton Gold Cup. Als der Millionär Sam Tate, der außerdem ein Auge auf Bruces Mutter Lady Hartley geworfen hat, im Syndikat eine halbe Million Pfund für Bantling Boy anbietet, sind zumindest Joanna Craxton und Trevor Machin sehr in Versuchung, das Angebot anzunehmen.
Dr. Osgood ist gegen einen Verkauf, ebenso wie Bruce Hartley, der sich so darüber erregt, dass es sogar zu Tätlichkeiten kommt. Als Bruce am nächsten Morgen erschlagen im Stall aufgefunden wird, fehlt es für Inspector Barnaby und Sergeant Scott nicht an Verdächtigen.

In der “BARNABY-BOX, Vol. 6“ sind zudem auch noch die beiden ersten Folgen der neunten Staffel enthalten. Mit „MELODIE DES TODES“ (Midsomer Rhapsody) wird darin die letzte Folge mit JOHN HOPKINS als Sergeant Scott präsentiert.

Vor zwanzig Jahren ist die Komponistin Joan Alder gestorben, nach einem wilden Leben. Noch immer strömen die Tantiemen für ihre Werke, insbesondere ihre "Midsomer Rhapsody", und ihre Manuskripte werden teuer gehandelt. Die Stadt richtet ihrer berühmten Tochter ein Museum ein, und im Kampf um ihren Nachlass wird sogar gemordet. Das erste Opfer ist ihr ehemaliger Musiklehrer.
In dessen Hinterlassenschaften findet sich Originalmanuskript von Joan, das ihre Freundin und Biographin, ein Historiker, ein Antiquar sowie ihr Schwager gern besitzen möchten. Der Historiker Owen Swinscoe und der Antiquar Harvey Crane werden ebenfalls ermordet.
Da präsentiert die Biographin Joans bis dahin unbekannte Tochter Sarah. Und Joans tot geglaubte Jugendliebe John Farrow taucht plötzlich auf und verkauft in seinen Geldnöten einen Liebesbrief von Joan. Wenn der echt sein sollte, dann das bis dahin als authentisch verehrte Manuskript der berühmten "Rhapsody" eine Fälschung. Ist dann der Fälscher auch der Mörder?
Barnaby bahnt sich seinen Weg durch die eitlen Kultur-Hüter mit ihren Feind-schaften, Fälschungen und Morden tief in die Vergangenheit der kleinen Stadt und stößt auf eine verblüffende Spur.

Jason HughesMit „FLUCH ÜBER WINYARD“ (The House in the Woods) gibt JASON HUGHES als DC Ben Jones sein Debüt, der vom uniformierten Beamten zu Barnabys Gehilfen mit Anzug und Krawatte avanciert. In dieser Folge erfährt man auch, warum Sergeant Jones gegangen ist. Er hat geheiratet und sich einen anderen Job gesucht.

Das junge Ehepaar Peter und Caroline Cave wird im Auto mit einer Klaviersaite erdrosselt, vor dem verfallenen, sagenumwobenen Cottage im Wald von Mid-somer, das die beiden kaufen wollten. Angeblich spukt es in diesem Haus, nachdem ein durchbohrtes Herz im Kamin gefunden wurde. Und doch gibt es mehrere Interessenten für das Haus. Liegt hier das Mordmotiv?
Inspector Barnaby wird bei diesem Fall unterstützt von Police Constable Ben Jones, der den ausgeschiedenen Detective Sergeant Scott ersetzt. Auch Barna-bys Ehefrau Joyce hilft ihm. Sie katalogisiert mit einer Gruppe von Umwelt-schützern die architektonisch wertvollen Bauwerke in der Umgebung, darunter auch das Cottage von Winyard. Dabei gerät sie in Lebensgefahr.
Barnaby erkennt, das tatsächlich etwas nicht stimmt, sowohl mit dem Verkäufer als auch mit dem Käufer des Hauses. Ein weiterer Mord geschieht, und wieder einmal wird der Gang der Ermittlungen zu einer Reise in die Vergangenheit.

Alle vier Folgen in Spielfilmlänge warten mit der einen oder anderen Überraschung auf, besonders was den gesuchten Mörder betrifft und bieten spannende Unterhaltung. Und seltsamerweise sind es meistens immer drei Opfer in jeder Folge, die darin ihr Leben lassen müssen.

Abschließend sei anzumerken, dass von den bisher 60 Folgen der ersten 10 Staffeln von “INSPECTOR BARNABY” nur 37 vom ZDF gesendet worden sind. 23 Folgen der Krimi-Reihe in Spielfilmlänge fristen somit nach wie vor das Dasein einer deutschen Nichtveröffentlichung. Man kann daher nur hoffen, dass diese Lücken irgendwann einmal sinnvoll und logisch geschlossen werden.

Inspector Barnaby, Vol 6.
Inspector Barnaby, Vol. 06
Originaltitel: Midsomer Murders
Darsteller: John Nettles, John Hopkins (als Sergeant Scott), Jason Hughes (als DC Jones)
England 2005

Daten zur DVD-Box:
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Spieldauer: 380 Minuten

 

 

© 2010 by Ingo Löchel
Bilder: Archiv des Autors

 

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