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Cornelia Funke, eine Geschichtenerzählerin - Ein Kurzportrait

Cornelia Funke„...die Aufgabe einer Geschichtenerzählerin ist es, in
Worte zu fassen, was wir alle fühlen, fürchten, lieben...“

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Cornelia Funke, eine Geschichtenerzählerin
Ein Kurzportrait

Cornelia Funke wurde am 10.12.1958 in Dorsten, Nordrhein- Westfalen geboren. Nach dem Abitur zog sie nach Hamburg, machte eine Ausbildung zur Diplompädagogin. Sie arbeitete drei Jahre als Erzieherin, studierte nebenher Buchillustration an der Fachhochschule Hamburg. Später in den 80ziger Jahren begann sie zu schreiben. Seit Mitte Mai 2005 lebt Cornelia Funke mit ihren Kindern Anna Lena, Ben und ihrem Ehemann Rolf in Los Angeles, USA. Rolf Funke starb am 4.März 2006.

 

Bei der Verleihung des BundesverdienstkreuzesZu Cornelia Funkes wichtigsten Werken gehören Drachenreiter 1997, Igraine Ohnefurcht 1998, die Romane um die Mädchen-Bande Die Wilden Hühner, Herr der Diebe 2000, die Tinten-Trilogie 2003 - 2007 und Reckless, Steinernes Fleisch 2010. Die Autorin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit der Corinne 2001 für Herr der Diebe und dem Phantastikpreis der Stadt Wetzlar 2004 für Tintenherz. Die Deutschen wählten Tintenherz auf Platz 11 ihrer hundert beliebtesten Bücher. 2008 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
„...Und wenn ich von Kindern, Eltern, Lehrern oder Bibliothekarinnen höre, dass meine Geschichten ihr Leben bereichern, dass Kinder plötzlich anfangen zu lesen...dann ist das natürlich eine Art Einfluss, über den ich sehr glücklich bin...“(2)
2002 schaffte Cornelia Funke den Sprung auf den englischen Buchmarkt.

Sie ließ ihren Herrn der Diebe auf eigene Kosten übersetzen. Der Chickenhouse Verleger Barry Cunningham, Entdecker von Joanne K. Rowling, veröffentlicht The Thief Lord. Der internationale Durchbruch erfolgte 2003 mit Inkheart. Der erste Teil der Tintentrilogie wurde von Hollywood erfolgreich verfilmt. Zum ewigen Vergleich mit Joanne K. Rowling sagte Funke: „Nein es stört mich überhaupt nicht. Ich nehme es als ein Kompliment mit der erfolgreichsten Geschichtenerzählerin der Welt verglichen zu werden.“(3)
Zu den Lieblingsautoren der Schriftstellerin gehören T.H. White, William Blake, Rudyard Kipling, Charles Dickens, William Shakespeare und George R.R. Martin.
„Ein Buch ist eine Gelegenheit,“ sagt Funke, „sich mit dem auseinander zusetzen, was uns allen Angst macht und in die Dunkelheit hineinzugehen, ohne Gefahr für Leib und Leben.“(4)
Drachenreiter1997 erschien Drachenreiter, wie alle ihre Bücher im Cecilie Dressler Verlag, Hamburg: Die Drachen sind selten geworden in unserer Welt. Die Menschen haben sie vergessen. Die letzten leben in einem versteckten Tal in Schottland. Eines Tages bringt Ratte die schlechte Nachricht, das die Menschen das Tal fluten wollen. Die Drachen müssen sich eine neue Bleibe suchen. Aber wo können sie hin? Der uralte Schieferbart erinnert sich an die sagenhafte Heimat aller Drachen, den Saum des Himmels. Doch wo muss man ihn suchen? Lung, einer der jüngsten Drachen, macht sich auf den Weg. Die Koboldin Schwefelfell begleitet ihn. Hamburg ist ihr erstes Ziel. Denn dort verkauft ihnen die weiße Ratte Gilbert Grauschwanz eine Karte. Sie erklärt ihnen, dass der Saum des Himmels das größte Gebirge der Welt ist und im Himalaja zu finden sei. Der Waisenjunge Ben schließt sich Lung und Schwefelfell an, nachdem er den Drachen vor den Menschen versteckt hatte. Aber die drei werden verfolgt von einer sagenhaften Gestalt, dem goldenen Drachen Nesselbrand, geschaffen von einem Alchimisten einzig zu dem Zweck die silbernen Drachen zu töten. Er kann zwar nicht fliegen, aber mit Hilfe des Wassers reisen.

Die Reise des Drachen Lung, der Koboldin Schwefelfell und des Jungen Ben, des wieder geborenen legendären Drachenreiters, ist lang. Sie begegnen so illustren Personen wie Barnabas Wiesengrund, Professor der Archäologie, Spezialgebiet Phantastische Erscheinungen aller Art oder dem Homunkulus Fliegenbein oder der Drachenforscherin Subaida Ghalib. Auch zahlreiche Fabelwesen wie der Vogel Rock, der Basilisk und die Steinzwerge kreuzen den gefahrvollen Weg der Reisenden.
„...Ja, ich glaube, dass nichts mehr inspiriert und Kraft gibt als die Natur.“(5)
2003 erschien der erste Teil der Tintentrilogie Tintenherz: Das Mädchen Meggie lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem Haus voller Bücher und Geheimnisse. Vor Jahren verschwand ihre Mutter, und ihr Vater, genannt Mo oder Zauberzunge, liest ihr aus keinem Buch mehr vor, ganz gleich, wie viel Meggie auch bettelt.
Die Tintentrilogie
In einer unheimlichen Nacht taucht ein Mann namens Staubfinger bei Meggie und Mo auf. Er erzählt ihrem Vater vom bösen Capricorn, und Mo reist direkt am nächsten Tag mit seiner Tochter nach Süden, um den Schergen Capricorns zu entkommen. Sie fliehen in ein noch größeres Haus mit noch mehr Büchern, zu ihrer Verwandten Elenor. Doch die Schatten folgen ihnen und finden sie. Die Vergangenheit holt Mo ein, er wird entführt. Meggie und Elenor bleiben verzweifelt zurück. Wird es ihnen gelingen Mo zu retten? Und kann Mo wirklich Kraft seiner Stimme Wesen aus Tinte aus den Büchern in die reale Welt lesen?

In dem Buch „Tintenherz“ scheinen sich die Antworten zu befinden. Überhaupt dreht sich alles um dieses eine Buch, das Capricorn so unbedingt besitzen will. Doch Mo hat das Buch nicht bei sich als er entführt wird. Es befindet sich in der Obhut seiner Tochter und damit gerät Meggie in tödliche Gefahr.

Cornelia Funkes Schreibstil besticht mit zauberhaften, passenden Bildern den Leser, die Tinte auf dem Papier zu vergessen und ganz und gar in eine andere, phantastische Welt voller Rätsel und Wunder einzutauchen.

InkheartAuch wenn der Roman logische Schwächen hat, ist man sofort bereit der Autorin zu vergeben, schenkt sie dem Leser doch Blumen aus Feuer, Nächte aus Samt, zart gliedrige Feen, überzeugende Charaktere und eine Spannung, die besonders im ersten Teil zu einem magischen Band wird, das den Leser in und durch die wunderbare Geschichte zieht.
Mit diesem Werk hat Cornelia Funke bewiesen, das sie einer J.K. Rowling ebenbürtig ist, und zu den weltweit besten Geschichtenerzählern der Phantastik gehört.

Tintenherz wurde von der Autorin, wie die meisten ihrer Bücher, selbst illustriert. Mit ihrem ganz eigenen verspielten Zeichenstil, gibt sie den Figuren ein Gesicht. Text und Illustrationen ergänzen sich hier auf wunderbare Weise.

Ebenso wie „Harry Potter“ und „Die unendliche Geschichte“ liegt mit Tintenherz ein Buch vor, das die Kraft hat, junge und ältere Leser mit seiner Phantasie und Ausdrucksfreude zu begeistern.

Zitate:
(1)- (5): Interview Cornelia Funke

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