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DAMONA KING - Eine Einführung

Damona KIngDAMONA KING

Am 3. April 1979 startete der Bastei-Verlag mit „DAMONA KING“ eine neue und für damalige Verhältnisse etwas ungewöhnliche Serie. Ungewöhnlich deshalb, weil  diese Horror-Serie zum einen eine weibliche Protagonistin hatte, und zum anderen, weil sie eine Mischung aus Horror und Fantasy war, wobei im Verlauf der Serie die Fantasy einen immer höheren Stellenwert einnahm. Der Autor von Band 1 „DER SCHWARZE ENGEL“ war kein Geringerer als JASON DARK, der die Figur der Damona King auch erfand und einen durchaus guten Einstand in die Serie bot. Der Erfinder der Serie kehrte mit dem Jubiläumsband 50 „Das Hotel der Toten“ dann noch einmal zur Serie zurück.
 
Ein Interview aus dem Jahr 2015 von Horst von Allwörden mit Ryder Delgado gibt es hier.
UPDATE Juni 2025: Neue Informationen und ein neues Interview mit Ryder Delgado gibt es hier.


Der schwarze Engel„DAMONA KING“ besaß allerdings von Anfang an einige Mankos, die der Serie nicht gerade zugute kamen. Die vielen Einzelromane wichen qualitativ sehr voneinander ab, erreichten meistens gerade mal Mittelmaß und brachten sowohl die Serie als auch die Figur der Damona King nicht wirklich weiter und voran.

Zudem hatte man als Leser immer irgendwie das Gefühl, dass für die Serie kein richtiges Konzept vorlag. Und so wirkten dann auch viele Romane der Serie in der Anfangsphase: lustlos und einfach drauflosgeschrieben.

Aber auch die Titelbilder waren zu Beginn der Serie nicht gerade das Gelbe vom Ei. Sie waren zum größten Teil ziemlich schlecht und scheußlich anzusehen und wirkten eher abschreckend. Positive Ausnahmen waren u. a. die Titelbilder von Band 1 und von Band 10.

Fähre in die Unterwelt Mit Band 10 startete das „LEXIKON DER MAGIE“, das mit folgenden Worten eingeführt wurde:
„Liebe Gruselfreunde, mit diesem Band beginnen wir endlich das sicherlich schon längst erwartete und erhoffte LEXIKON DER MAGIE. Gerade Sie als eifrige Leser der Grusel-Serien des BASTEI-Verlages, wissen, daß der Bereich der Magie ein weitgespanntes Feld ist, in dem es eine Vielzahl von Begriffen gibt, deren Erklärung von allgemeinem Interesse ist.
Natürlich mußte die Redaktion unter dieser Masse von Material eine gewisse Auswahl treffen. Wir hoffen, daß unsere Auswahl Ihren Erwartungen gerecht wird und möchten noch darauf hinweisen, daß wir für Vorschläge von Ihrer Seite stets aufgeschlossen sind. Sollten Sie also Fragen oder Informationen zu Bereichen der Magie haben, so erwarten wir Ihre Leserpost. Spezielle Anfragen werden auch persönlich beantwortet.
“
(Damona King  #10: Fähre in die Unterwelt, Seite 35, Bergisch Gladbach, 7. August 1979)

WerbeanzeigeZu Anfang schrieben die Autoren HANS-WOLF SOMMER unter dem Pseudonym VERNON GRAVES sowie W. K. GIESA (ab Band 8) unter H. P. USHER bzw. MIKE SHADOW an der Serie mit. Durch Giesa kam MANFRED WEINLAND zur Serie. Beide Autoren schrieben unter Giesas neuem Pseudonym MIKE SHADOW einige Romane zusammen.

Das Pseudonym H. P. USHER wechselte danach zu den beiden Autoren JÖRG KUHNERT und WILFRIED A. HARY, die zusammen mit THEODOR DOMBROWSKI als BORIS CORMAC zur Serie gestoßen waren. Um das Ganze noch etwas verwirrender werden zu lassen schrieb auch ROLAND ROSENBAUER unter dem Pseudonym MIKE SHADOW an der Serie mit.

Alles entwirrte sich glückicherweise ab Mitte der 50er-Bände, als bis auf MARTIN EISELE als RYDER DELGADO und HANS WOLF SOMMER als VERNON GRAVES alle anderen Autoren die Serie verließen und mit Band 64 WOLFGANG HOHLBEIN zur Serie stieß, der unter HENRY WOLF von nun an die Serie zum größten Teil prägte. Von nun an war „DAMONA KING“ etwas zyklischer aufgebaut, zudem kamen Zwei- und Mehrteiler hinzu.

Im Kerker der BestienAm 20. März 1983 wurde mit Band 107 „IM KERKER DER BESTIEN“, geschrieben von Martin Eisele, die Serie „DAMONA KING“ allerdings eingestellt.

Doch damit war noch lange nicht das Ende der Serie gekommen. Denn bereits vier Wochen später, genauer gesagt am 19. April 1983, wurde „DAMONA KING“ mit dem Roman „DER FLUCH DER SAN MARINO“ (GK # 501) in der Reihe „GESPENSTER KRIMI“ fortgesetzt und dort als Unterserie integriert. Verfasser des Romans war Wolfgang Hohlbein, der  unter dem Pseudonym HENRY WOLF weitere Romane verfasste. Neben Hohlbein schrieb Martin Eisele abwechselnd mit ihm die Damona King-Romane in der Gespenster Krimi–Reihe.  Ab Band 545 „DAMONA UND DER LEICHENHÄNDLER“ war Hohlbein (bis auf eine Ausnahme) alleiniger Autor der „DAMONA KING“-Romane, der auch einige Romane unter Ryder Delgado verfasste.

Der Bote des Satans

Nach insgesamt 22 DAMONA KING–Romanen kam allerdings mit Veröffentlichung des GK-Romans 585 „IM TEMPEL DER SCHATTEN“ am 27. November 1984 das endgültige Aus für „DAMONA KING“. Doch auch für die Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ war die Zeit gekommen, da sie am 16. April 1985 ebenfalls eingestellt wurde.

Einige der ersten DAMONA KING–Romane wurde viele Jahre später in der John Sinclair–Neuauflage „JOHN SINCLAIR SPECIAL“ veröffentlicht. Band 1 der Serie erschien zudem nach langen Verhandlungen mit Jason Dark schließlich doch noch als Neuauflage in der Reihe „DÄMONENLAND“.

 

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Kommentare  

#1 Gabriel 2011-04-02 16:33
Was das "Prägen" der Serie betrifft, sehe ich das etwas anders: Martin Eisele war seit seinem ersten Band darum bemüht, der Serie einen vernünftigen Unterbau zu verpassen. Wiederkehrende Gegner, fortlaufende Handlungsfäden - alles, was für mich Damona King lesenswert machte. Die Romane von Wolfgang Hohlbein hingegen nahmen fast nie Bezug auf diesen "Eisele-Kosmos", was für mich als Leser schon sehr ärgerlich war. Dass seine Romane als wichtiger für die Serie bewertet werden, kann ich nicht nachvollziehen. Sie waren zunächst nichts anderes als "Einzelromane" wie zu Beginn der Serie. Der Fantasytouch in der Gespensterkrimi-Fortsetzung ist ebenfalls nur Hohlbein geschuldet, der damit nun einen eigenen Erzählstrang zu entwickeln begann. Das hatte aber mit Eiseles Damona King nichts mehr gemeinsam. Gerade noch hatte Eisele versucht, sie durch den Tod Ihres Partners von einer reagierenden Kämpferin zu einer harten, agierenden Jägerin zu machen, da driftete die Serie auch schon in seichtes Fantasygewässer. Nix gegen Wolfgang Hohlbein, aber bei Damona King war er nun wirklich nicht die treibende Kraft.

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