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KAMPF DER TITANEN

Kino mit Ingo

KAMPF DER TITANEN

Perseus (SAM WORTHINGTON) ist als Gott geboren, aber als Mensch aufgewachsen. Ohnmächtig muss er erleben, wie seine Familie dem Rachegott Hades (Ralph Fiennes), dem Herrn der Unterwelt, zum Opfer fällt.
Weil er nun nichts mehr zu verlieren hat, erklärt Perseus sich zu dem tollkühnen Versuch bereit, Hades zu überwinden, bevor dieser den Götterkönig Zeus (Liam Neeson) entmachtet und die Erde ins Höllenchaos stürzt.


Ein Plakat Auf gefährlichen Pfaden führt Perseus eine Gruppe unerschrockener Krieger in die verbotenen Welten. An seiner Seite kämpft der erfahrene Soldat Draco (Mads Mikkelsen), der den trotzigen Perseus immer wieder ermutigt, seine gottgegebenen Fähigkeiten einzusetzen.
Dabei müssen sie sich gegen infernalische Dämonen und fürchterliche Monster wehren, doch eine Chance auf Erfolg haben sie nur, wenn Perseus seine göttliche Kraft akzeptiert, der Vorsehung trotzt und sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.

Perseus, der Held des Films, hat gerade seine Familie verloren und fühlt sich zwischen zwei Welten hin- und hergerissen: In der Menschenwelt ist er aufgewachsen, während viele glauben, dass er eigentlich in die Welt der Götter gehört. SAM WORTHINGTON spielt den Halbgott als Zauderer, der sein Geburtsrecht als Sohn des Zeus weder nutzen noch überhaupt zur Kenntnis nehmen will.

„Der Darsteller des Perseus muss zwei Eigenschaften mitbringen, die man selten in einer Person vereint findet: ein großes Herz und einen starken Körper“, stellt Sam ist einer der im positiven Sinne explosivsten Schauspieler, die ich kenne, aber noch wichtiger war mir, was wir mithilfe dieser Figur ausdrücken wollen: Er zeigt Perseus als starken, entschlossenen, aber auch Fragen stellenden Helden – genau das, was ich von dieser Rolle erwarte.“ (1)

Perseus (Sam Worthington)

Perseus’ Unabhängigkeit kommt bei seinem leiblichen Vater, dem Götterkönig Zeus, gar nicht gut an: Zeus meint, dass Perseus Hilfe braucht und darum bitten sollte. Zeus ist es gewohnt, von seiner Schöpfung – den Menschen – widerspruchslos geliebt zu werden. Deshalb weiß er jetzt nicht so recht, wie er mit der bröckelnden Verehrungsbereitschaft und den zunehmenden Aufständen umgehen soll.

„Im Gegensatz zu den anderen Götter liebt Zeus die Menschen ganz besonders. Er hat sie erschaffen und gerät in einen Zwiespalt, denn weil er sie liebt, will er sie nicht mit all seiner Macht strafen und ganze Armeen vernichten. Er hat sich also clevere Methoden einfallen lassen, um sie zum Gehorsam zu zwingen … aber die Zeiten ändern sich  (2)

In dieser Situation hilft es gar nicht, dass sein Bruder Hades, Herrscher über die Unterwelt, Druck auf Zeus ausübt, denn er möchte das Problem auf seine Art regeln. Der renommierte Schauspieler LIAM NEESON, der die Rolle des in Bedrängnis geratenen Königs der Olympier übernimmt

„Vor Äonen haben Zeus, Hades und ihr Bruder Poseidon die Herrschaft über das Universum von ihren Eltern, den Titanen, übernommen. Zeus herrscht über den Himmel, Poseidon über das Meer, und mit einem Trick sorgte Zeus dafür, dass Hades die Herrschaft über die Unterwelt übernahm. Hades sieht jetzt seine Chance für Vergeltung gekommen und versucht Zeus dazu zu bringen, einen Krieg mit den Menschen zu beginnen. Zeus lässt sich zunächst von Hades’ brüderlichen Bitten täuschen und glaubt, dass Hades Recht haben könnte … vielleicht sollte man der Menschheit wirklich eine Lektion erteilen.“ (3)

Hades nutzt diese Trauer seines Bruders über die schwindende Ergebenheit der Menschen aus und überzeugt Zeus, dass er die Menschen jetzt in Furcht und Schrecken versetzen muss – mit dem Argument, dass die Furcht sie dazu bringen wird, Zeus wieder anzubeten. Und dadurch wird Zeus’ Macht über sie wieder wachsen.
In Wirklichkeit stärkt aber die menschliche Furcht nur Hades, nicht Zeus. Der berühmte Schauspieler RALPH FIENNES spielt den intriganten Unterweltherrscher, der unbedingt seinen rechtmäßigen Platz im Himmel einnehmen will.

„Hades erscheint auf dem Olymp in der gewaltigen Marmorhalle hoch in den Wolken und erkennt, was ihm dort unten unter den Verdammten und Toten so lange entgangen ist. Und Mitleid gehört wahrlich nicht zu seinen Eigenschaften. Er ist von Zeus betrogen worden und meint, dass jetzt er selbst am Zuge ist. Also begibt er sich nach Argos und demonstriert seinen Zorn, seine Macht über die Menschen. Er fordert das Opfer, das schließlich zu Perseus’ Mission führt.“  (4)

Tatsächlich fordert Hades ein schweres Opfer – das Leben von Andromeda, der Prinzessin von Argos: Sie soll seinem monströsen Nachkommen, dem Kraken, während der kommenden Sonnenfinsternis zum Fraß vorgeworfen werden. ALEXA DAVALOS spielt die verdammte Königstochter, eine liebevolle und gutmütige junge Frau, die ihr Leben opfern will, wenn dadurch das Volk von Argos verschont bleibt.

„Andromeda ist durchaus dickköpfig und aufmüpfig. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr verletzlich. Sie wehrt sich gegen ihr Schicksal, gegen das aristokratische Blut ihrer Familie, sie geht ihren eigenen Weg, und sie versteht ihr Volk viel besser als ihre Eltern.“  (5)

Obwohl Andromeda sich opfern will, ist Perseus nicht bereit, sie kampflos aufzugeben – dies gibt den Anstoß zu seiner heldenhaften Mission. Begleitet wird Perseus von Io, die eng mit seinem Schicksal verbunden ist und wie eine Art Schutzengel über ihn wacht. Die Schauspielerin GEMMA ARTERTON  spielt diese mystische Begleiterin, die weder Mensch noch Göttin ist, aber Perseus auf seiner Reise nicht von der Seite weicht.

„Ich habe ‚Kampf der Titanten‘ als Kind bestimmt 50-mal gesehen. Als ich erfuhr, dass ich in der neuen Version mitspielen darf, war ich ganz aus dem Häuschen. Ich blieb äußerlich ganz locker, habe aber sofort meine Mutter und meine Schwester angerufen.“  (6)

Ironischerweise kommt ihre Rolle im Originalfilm gar nicht vor.

„Das fand ich sogar noch spannender, weil ich zwar mitwirken, aber eine mir neue und unbekannte Rolle gestalten durfte.“  (7)

Draco (Mads Mikkelsen)

Während Andromedas bedrohtes Leben den Anstoß zu Perseus’ Reise gibt und Io ihn als göttliche Gefährtin begleitet, ist der desillusionierte Soldat Draco (MADS MIKKELSEN) der Erste, der zum Schwert greift, um Perseus zu helfen. Er wird der Mentor des halsstarrigen Halbgotts – er unterrichtet ihn unterwegs in der Kunst des Schwertkampfs und in Strategie.

„Draco ist Leibwächter der Prinzessin, ein ehemaliger Krieger, der sich zur Ruhe setzen will. Er weiß, dass man den Kraken nicht töten kann – als er diesen letzten Auftrag bekommt und Perseus begleiten soll, schmeckt ihm das also gar nicht. Aber aufgrund seiner Ausbildung ist er der geeignete Mann.“  (8)

Perseus, Draco und ihre Reisegefährten begegnen unter anderem Calibos, halb Mensch, halb Monster. Dabei handelt es sich um den ehemaligen König Acrisius, der sich in ein Monster verwandelt hat, als Zeus einen Blitz auf ihn schleuderte. Die Doppelrolle wird von dem erfahrenen Schauspieler Jason Flemyng gespielt.

„Ich kenne Jason seit Jahren – er ist ein hervorragender Schauspieler.Er wollte Calibos unbedingt darstellen – er hat früher bereits Jekyll und Hyde gespielt. Deshalb hielt ich ihn für diese Rolle perfekt geeignet.“  (9)

Neben den menschlichen Figuren treten in dem Mythos, der „KAMPF DER TITANEN“ zugrunde liegt, auch Fabelwesen und Monster auf – vom geflügelten Pegasus über die todbringende Medusa bis zu den Scorpiochs, gigantischen Skorpion-Monstern, und dem gewaltigsten Ungeheuer, dem fürchterlichen Kraken. Um diese Wesen auf die Leinwand zu bringen, war eine Kombination von realen und im Computer gestalteten Effekten erforderlich.

 „Wir haben es mit dem Olymp und dem Hades zu tun, also mit Himmel und Hölle, es gibt Götter und Monster – die Geschichte besteht weitgehend aus fantastischen Elementen. Das alles soll aber absolut fotorealistisch aussehen. Die Zuschauer sollen glauben, dass ein Pferd fliegt und dass es in dem realistischen Ambiente unseres Films wirklich Harpyien gibt.“ (10)

Beim Scorpioch-Kampf wurde zunächst bestimmt, wer an dieser gewaltigen Schlacht beteiligt ist. In Absprache mit dem Regisseur legte man fest, wie groß die Scorpiochs sind, nämlich zwischen acht und neun Metern von den Scheren bis zum Schwanz.
Das Spezialeffekte-Team wurde von dem für die Spezialeffekte und die Animatronik verantwortlichen NEIL CORBOULD geleitet, der als Teenager bereits an dem Originalfilm „Kampf der Titanen“ mitgewirkt hat. Damals brachte er Federn an der Eule Bubo an.
Jetzt baute das Team ein reales Skorpion-Modell in der gewünschten Originalgröße, um den Schauspielern einen sichtbaren „Partner“ für die Kampfsequenz an die Hand zu geben.

„An diesem Modell gehen die Spezialeffekte und die visuellen Effekte Hand in Hand. Nick entwarf im Computer einen fantastischen 3D-Skorpion, den wir als Vorlage für das real gebaute Modell benutzten.“ (11)

Animiert wurde das reale Monster mithilfe von Joysticks, mit denen die Experten des Teams die Bewegungen dirigieren konnten.

„Außerdem benutzten wir ein real gebautes Monster, das sich von A nach B bewegen konnte – wir setzten den Panzer des Scorpioch auf eine kardanische Aufhängung. Draco springt in dieser Szene auf den Rücken des Monsters und beginnt einen wilden Ritt, bei dem er reichlich herumgeschleudert wird.“  (12)

Das schwierigste Problem bei diesem Modell stellte das Tempo dar.

„Skorpione bewegen sich blitzschnell – dieses Tempo versuchen wir zu imitieren. Dabei müssen wir die Geschwindigkeit jedoch ein wenig drosseln. Nicht mal ein Stuntman hätte sich bei dem Tempo da oben halten können.“  (13)

Schon allein der Transport dieses gewaltigen Modells an den Drehort stellte eine schier unlösbare Aufgabe dar, denn der Schauplatz war ein Nationalpark auf Teneriffa, oben auf dem Teide, dem dritthöchsten Vulkan der Erde. Dabei mussten strenge Auflagen eingehalten werden. Das Team durfte mit den Fahrzeugen auf keinen Fall die vorhandene Piste in der Nähe des Drehorts verlassen.
Deshalb musste die gewaltige Scorpioch-Konstruktion zunächst so weit wie möglich per Lastwagen transportiert werden. Anschließend wurde es in Einzelteilen per Muskelkraft über die Felsen zum Set geschleppt. Vier Tage dauerte es, das mechanische Monster zusammenzusetzen – und dort musste es während der vier Drehtage unter freiem Himmel auch ausharren, inklusive der Computersteuerung und der Bedienungselemente. Das Team konnte nur beten, dass der Sturm es nachts nicht wegblasen würde.
Mithilfe von Computeranimationen und per Motion-Capture aufgenommenen Bildern gestaltete Davis’ Team außerdem auch die Medusa, den Kraken, die Harpyien, Pegasus und andere Fabelwesen. Im Gegensatz zu den bisherigen Darstellungen der Medusa besteht diesmal nicht nur ihr Haar aus Schlangen, sondern ihr Körper selbst ist halb Mensch, halb Schlange, und sie kann ihre unerwünschten Besucher mit List und blankem Stahl jagen. Durch digitale Effekte verwandelte sich das russische Supermodel NATALIA VODIANOVA in die buchstäblich mörderisch aussehende Gorgone.

Das wohl bedeutendste Fabelwesen in dieser Geschichte ist jedoch das fliegende Pferd Pegasus, ein wahrhaft majestätisches Tier. Zwei friesische Hengste – eine große, schwarze Pferderasse, die ursprünglich aus den Niederlanden stammt – übernahmen die Rolle: Hauptsächlich wurde Bonce als Pegasus eingesetzt, während der Stuntreiter auf Gallo saß.
Das Computerteam entwickelte ein komplexes System, indem man Markierungen auf den Pferden anbrachte und ihre Bewegungen mit Spezialkameras sehr sorgfältig aufzeichnete. Um den Eindruck zu vervollständigen, wurden die Schwingen später digital hinzugefügt.

Die Entwicklung des Kraken – des gefürchtetsten Monsters in Argos – erforderte etwa fünf Monate.

„Aaron Sims, der die Fabelwesen für uns entwarf, stimmte sich mit Louis, mir und dem Ausstattungsteam ab, bis wir mit dem Resultat allesamt zufrieden waren. Dann übernahmen die Leute von MPC (Moving Picture Company), um die Oberflächen zu gestalten etc. Das Wasser spielte dabei eine wichtige Rolle. Der Krake steigt aus dem Meer auf, also strömt eine Menge Wasser an ihm herab, aber andere Körperteile bleiben immer unter Wasser und rudern wild hin und her. Das war eine Mammutaufgabe.“ (14)

Szenenfoto Gedreht wurde auf Teneriffa, in Wales und Äthiopien – das Ergebnis waren spektakuläre Panoramen, auf denen sich die Computer-Experten anschließend austoben konnten.
Teneriffa bot dem Produktionsteam eine Vielzahl unterschiedlicher Schauplätze und einzigartige Möglichkeiten. Auch das Meer vor der Insel kam ins Bild, vor allem, wenn die Götter ihren Zorn an Argos auslassen. Perseus’ Familie kommt um, weil sie sich auf einem Fischerboot befindet. Das im Film verwendete Boot wurde in England gebaut und für den Dreh nach Teneriffa gebracht – doch als es zu Wasser gelassen wurde, sank es sofort. Es musste gehoben und erneut seefest gemacht werden, um dann ein weiteres Mal versenkt zu werden – diesmal aber laut Drehbuch.
Weitere kanarische Schauplätze fand das Filmteam auf Gran Canaria und Lanzarote, weil diese Inseln sehr unterschiedliche Landschaften bieten.

„Insgesamt spielen die kanarischen Inseln in unserem Film eine sehr bedeutende und umfangreiche Rolle – mit den wenigen kleinen Inseln konnten wir einen ganzen Kontinent bebildern.“ (15)

Mit den Kliffs von Los Gigantes auf Teneriffa als Schauplatz für Argos traf das Team laut De La Noy „absolut ins Schwarze“. Dann zog das Team zu einer ganz anders gearteten Location nach Wales um, wo etliche entscheidende Sequenzen entstanden: der Eingang des Hades, Perseus’ Konfrontation mit Calibos, und die Außenaufnahmen mit den Reisegefährten bei den stygischen Hexen.

Obwohl große Teile des Films an zahlreichen realen Schauplätzen entstanden, ließen sich nicht alle Szenen dort drehen. Deshalb mussten die Sequenzen durch aufwändige Studiosets ergänzt werden. In den Londoner Shepperton Studios entstand der Schlupfwinkel der stygischen Hexen, der ätherische Sitz der Götter auf dem Olymp sowie Teile von Argos und seiner Basilika.
In den Pinewood Studios in Buckinghamshire bei London verwendete man ein Wasserbecken für die Unterwassersequenzen und unter anderem die Großaufnahmen der toten Seelen, die Charons Fähre über den Fluss Styx ziehen. In Longcross, einem ehemaligen militärischen Testgelände der britischen Regierung, das jetzt als Filmstudio und Testanlage für Autos dient, wurde die Stadt Argos aufgebaut.

„Argos hätten wir auch in einem Ort mit echten Mauern drehen können. Doch das Problem bestand darin, dass wir die Stadt zerstören – und am einfachsten zerstört man das, was man vorher selbst aufgebaut hat. Also errichteten wir eine große Stadt auf über 3600 Quadratmetern – und ich war echt begeistert, weil ich all das kaputt machen durfte. Ich kam mir vor wie ein Kind, das mit Legos spielt – in gewaltigem Maßstab.“  (16)

In Longcross befand sich auch Charons Fährboot, die Opferstätte für den Kraken, Königin Danaes Schlafgemach, das Waffenlager, die Katakomben, in denen sich Hades und Calibos treffen, und das Reich der Medusa, wo die ersten Szenen gefilmt wurden.

 „KAMPF DER TITANEN“ enthält viele aufwändige, groß angelegte Action-Sequenzen. Die Logistik der zahlreichen Kämpfe überließ Leterrier dem Stunt Supervisor PAUL JENNINGS. 

„Ein erstaunlicher Mann.Er stellte ein Team hervorragender Stuntleute zusammen und entwickelte fantastische Kampfchoreografien. Man kann ihm einfach auftragen, dass man einen Schwertkampf sehen möchte, wie es ihn noch nie gab – und genau das liefert er dann auch.“  (17)

Szenenfoto

Für den Film musste zudem ein umfangreiches Waffenarsenal zusammengestellt werden: 1600 Waffen wurden extra angefertigt. Die Schwerter gestaltete man aus verschiedenen Materialien – abhängig davon, wie sie beim Dreh eingesetzt werden sollten: aus Bronze, wenn sie besonders gut aussehen sollten, aus Aluminium, wenn sie möglichst leicht sein sollten, aus Gummi, um Verletzungen zu vermeiden, und manche wurden sogar aus Keks-Schaum angefertigt, weil der leicht zerbröckelt.

Der für die Waffen verantwortliche NICK KOMORNICKI  freute sich vor allem auf die Waffen für die türkischen Brüder Ozal und Kucuk, die zu Perseus’ Reisegruppe gehören. Ozal (Ashraf Barhom) trägt vier Dolche, ein Blasrohr mit Pfeilen, eine Steinschleuder, Pfeil und Bogen sowie einen Stein. Der Schauspieler wünschte sich noch mehr, doch das Arsenal war bereits so schwer, dass er es kaum gleichzeitig tragen konnte.

Bei der Kostümkonferenz zu „Kampf der Titanen“ bat Letterier die Kostümdesignerin LINDY HEMMING, beim Look für Perseus und seine Krieger aus Argos vor allem darauf zu achten, dass ihre Robustheit und Stärke zum Ausdruck kam – aber ihre Beine und Arme sollten bedeckt sein.

„Ich entwarf eine Reihe von Rüstungsvarianten, vor allem sehr widerstandsfähige Arm- und Beinschienen“, sagt Hemming. „Alle Rüstungsteile, ob aus Metall oder Leder, sollen so aussehen, als ob sie in den Kriegen vor Beginn unserer Geschichte schon oft benutzt worden sind. Die Kostüme mussten entsprechend gealtert und bemalt werden, und als wir die Metallteile modellieren ließen, achteten wir besonders auf Dellen und Scharten in den Gussteilen.“ (18)

Bei der Einkleidung der Götter auf dem Olymp legte Leterrier ebenso großen Wert darauf, dass die Götter und Göttinnen keine Toga trugen. Hemming berichtet, dass „er sie in Rüstung sehen wollte, weil sie sich im Krieg befinden – auf der Erde nehmen sie selbst am Kampf teil. Sie sollen übermenschlich aussehen.“
Deshalb entwarf Hemming für jeden Gott eine eigene Rüstung in Anlehnung an die Tiere oder Pflanzen, die ihnen in der Mythologie zugeordnet werden – Zeus ist beispielsweise „dem Adler gleich“.
Dann modellierte die Bildhauerin Emma Hanson eine lebensgroße Version des Entwurfs, von der Gussformen erstellt wurden, um sie in Metall gießen zu können. Alle Rüstungen sollten so aussehen, als ob sie aus verschiedenen Edelmetallen angefertigt wurden, außerdem sollten sie mithilfe der Computerexperten fast „von innen leuchten“.
Der von Neeson gespielte Zeus strahlt besonders königlich – als er in seinem fünf Meter langen Umhang am Set erschien, breitete sich eine ehrfürchtige Stille aus. Er fühlte sich darin allerdings äußerst unwohl, denn die Rüstung und das aus Metallschuppen bestehende Hemd waren derart schwer, dass die Zimmerleute ein spezielles Gerüst anfertigen mussten, auf das er sich lehnte, um das Gewicht besser verteilen zu können.
In Bezug auf Form und Farben der Kostüme studierte Hemming ausführlich die Geschichte des antiken Griechenlands und seiner Kleidung, wobei sie auch die außergewöhnlichen Schauplätze bedachte.

„Für die grob gewebten Umhänge der Soldaten wählte ich dramatisches, schmutziges, aus Pflanzenextrakten gewonnenes Krapprot und wunderschönes gebranntes Orange aus. Und der in der Wüste lebende Dschinn, der Perseus auf der Reise begleitet, trägt ein sehr kräftiges Indigo-Blau und viele afrikanische, von Hand bedruckte (in einem Pflanzensud gefärbte) Bògòlanfini-Stoffe.“ (19)

Szenenfoto Zu Leterriers Lieblingskostümen zählt der Look, den Hemming für Hades kreierte.

„Hades trägt seine Rüstung, seit er in die Unterwelt geschickt wurde, gleich nach der Schlacht mit den Titanen. Doch seine Rüstung ist korrodiert, vom Schwefel zerfressen, löst sich also in ihre Einzelteile auf, aber er trägt sie immer noch. In seinem Umhang verfangen sich die Schreie tausender Seelen. Er besteht aus reinem Rauch, Staub, Leid und Blut.“  (20)

Unter der Leitung von CONOR O’SULLIVAN ergänzte die Maskenabteilung den Look zahlreicher Figuren. Von etlichen Darstellern musste zunächst eine Gesichtsmaske angefertigt werden, darunter auch von Jason Flemyng, der jeden Morgen etwa drei Stunden geduldig ausharren musste, bis er sich in Calibos verwandelt hatte. Besonders viel Spaß machte es Flemyng, wenn er dann in der Calibos-Maske zum Set gefahren wurde: Oft bat er den Fahrer anzuhalten, dann rollte er das Fenster herunter und fragte Passanten nach dem Weg, nur um sich an ihren Reaktionen auf sein monströses Make-up zu freuen.

Für die stygischen Hexen wurden jeweils drei Versionen der Körpermasken und fünf Versionen der Kopfmasken angefertigt. Während des Drehs konnten sie praktisch gar nichts sehen. Um das eine ihnen verbliebene sehende Auge zu gestalten, waren 25 Prototypen erforderlich. Drei Versionen des endgültigen Entwurfs wurden angefertigt – ein Auge für die normalen Aufnahmen, ein robusteres, das man hin- und herwerfen konnte, und ein grünes als Orientierung für die Computereffekte.
Sheikh Suleiman, der Herr des hölzernen Dschinn, erforderte 40 Gesichtssets mit austauschbaren festen Elementen, 40 Hälse und 15 Paar animatronische Arme.

Kampf der Titanen

Clash of the Titans
USA 2009

Regie: LOUIS LETERRIER
Drehbuch: TRAVIS BEACHAM, PHIL HAY & MATT MANFREDI
Produzent: BASIL IWANYK, KEVIN DE LA NOY
Ausführende Produzenten: RICHARD D. ZANUCK, THOMAS TULL, JON JASHNI, WILLIAM FAY
Kamera: PETER MENZIES, JR., ACS
Produktionsdesign: MARTIN LAING
Schnitt: MARTIN WALSH, A.C.E., VINCENT TABAILLON
Kostümdesign: LINDY HEMMING
Musik: RAMIN DJAWADI
Leitung visuelle Effekte: NICK DAVIS
Leitung der Spezialeffekte und Animatronik: NEIL CORBOULD
Leitung der Maskeneffekte: CONOR O’SULLIVAN
Make-up und Frisuren: JENNY SHIRCORE

DARSTELLER
SAM WORTHINGTON als Perseus
GEMMA ARTERTON als Io
MADS MIKKELSEN als Draco
ALEXA DAVALOS als Andromeda
JASON FLEMYNG als Calibos/König Acrisius
RALPH FIENNES als Hades
LIAM NEESON als Zeus
POLLY WALKER als Hera
DANNY HUSTON als Poseidon

 KINOSTART: 8. April 2010

Im Verleih von Warner Bros. Pictures Germany

(1) Louis Leterrier
(2) Louis Leterrier
(3) Liam Neeson
(4) Ralph Fiennes
(5) Alexa Davalos
(6) Gemma Arterton
(7) Gemma Arterton
(8) Mads Mikkelsen
(9) Louis Leterrier
(10) Nick Davis
(11) Neil Corbould
(12) Nick Davis
(13) Neil Corbould
(14) Nick Davis
(15) Kevin de la Noy
(16) Louis Leterrier
(17) Louis Leterrier
(18) Lindy Hemming
(19) Lindy Hemming
(20) Louis Leterrier

 

Kommentare  

#1 G. Walt 2010-04-03 11:29
Auch für mich mal wieder eine Grund ins Kino zu gehen.
#2 suelidia 2010-04-05 22:02
Oh ja! Wir freuen uns auch schon auf dieses Kinoerlebnis.
Allerdings bleibt zu hoffen, dass nebenbei kurz mal dargestellt wird, warum der Hauptdarsteller in der Rolle des Perseus so stoppelkurze Haare wie ein Galeerensträfling hat ...
#3 Noir 2010-04-09 15:49
stoppelkurze Haare waren, entgegen den meisten Filmen, die bevorzugte Frisur von Kriegern in Armeen/Heeren in den meisten Epochen. Ziemlich schwer so jemand im Kampf an den Haaren zu ziehen :lol:
#4 G. Walt 2010-04-09 23:56
Gerade gesehen. Von 3-D habe ic wenig gemerkt, was aber an meinem Augenfehler liegen kann. Okay, war ganz spannend und aufregend.
#5 suelidia 2010-04-10 15:57
Hallo Noir,
langes Haar war gerade in der archaischen Zeit (vorklassisch) bei den Griechen sehr angesagt. Mit der Haarpracht hat man gewissermaßen "geprotzt" - ob offen oder mit Zöpfen. Es war auch ein Schönheitssymbol.
In dem Zusammenhang sei Samson erwähnt, der seine Kraft verlor, als ihm die Haar "abgeschnitten" wurden ;-)
Kann gut sein, dass bei Massenaufmärschen - eben z.B. beim Heer - Kurzhaar angesagt war, aber beim "Kriegeradel", der was auf sich hielt, nicht. Außerdem war volles Haar ein gutes Polster, wenn man einen Helm trug. Hinzu kommt, dass die Zeit, in der Kampf der Titanen offensichtlich spielt, nicht die Zeit der Massenkriegsführung war (es war hauptsächlich die Zeit der Einzelkämpfer - siehe griechische Sagenwelt)

Wenn man sich oberflächlich die Fotos zum Film ansieht, ist unschwer zu erkennen, dass offensichtlich die sonstigen wichtigen Kriegerrollen mit einer wundervollen Haarpracht versehen sind. Wie ist das damit zu vereinbaren, dass Perseus der Einzige zu sein scheint, der sich keine "wundervolle Haarpracht" stehen lässt? Daher bin ich wirklich gespannt, ob sie DAS irgendwie im Film noch erklären oder das mal wieder nur ein Zugeständnis an das weibliche (und zum Teil männliche) Publikum ist :lol:
#6 suelidia 2010-04-19 14:32
Jau, wir haben den Film gesten im Kino gesehen. Schönes kurzweiliges Remake. Die Andeutung an die mechanische Eule aus dem Originalfilm eine nette Idee. Die Skorpiochs, die Dschinn und der Pegasus sehen fantastisch aus. Nur ...
... seufz ... ja klar, es ist eine amerikanische Produktion. Deswegen muss man wohl darüber hinwegsehen, dass der Hauptdarsteller so kurzgeschoren wie ein US-Marine aussieht. Er muss der Lonesome-Rider sein, der nicht nur den Platz auf dem Olymp ablehnt, sondern zum Schluss auch die Königswürde, um "seinen" Weg zu gehen. Hach ja, und weil er sonst als etwas "seltsam" eingestuft werden könnte, zaubert ihm Zeus schnell noch mal Io herbei, damit er nicht so alleine ist.
Schade auch, dass der Fährmann wie ein Original-Cover von Iron Maiden aussieht und die Monsterkrake den Eindruck macht, als ob sie gerade aus dem Computerspiel Doom entstiegen ist. Gehen jetzt schon die Ideen für origineller aussehende Monster aus?

Alles in allem aber ist es eine schöne Produktion, der man das große Budget ansieht. Und wenn man über einige Punkte einfach hinwegsieht kann man den Film ganz entspannt genießen :-*
#7 Pisanelli 2010-04-19 14:45
Habe den Film noch nicht gesehen, will aber unbedingt noch rein!
Was die Haare betrifft: auch bei den alten Germanen galten lange Haare als Zeichen der Männlichkeit, Stärke und Zeichen der Auserwähltheit. Anführer und die Könige der späten Germanenzeit hatten stets lange Haare. Wurde der König abgesetzt oder entmachtet, wurden ihm zum Zeichen des Verlusts seiner Köngiswürde die Haare geschoren.
Bei den Kelten war es Tradition, sich die Haare für den Kampf zu spitzen Stacheln aufzustellen durch Wachs o.ä., dadurch wirkte man besonders bedrohlich. Es gibt Skulpturen, wo man diese Haartracht erkennen kann. Man sieht, sie hatten schon damals einen Sinn für Haargel ;-)

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