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AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA

Kino mit Ingo

AVATAR –
AUFBRUCH NACH PANDORA

Pandora, ein Mond mit einer erdähnlichen Umgebung, der den riesigen Gasplaneten Polyphemus im Alpha Centauri-A Sonnensystem umkreist ist 14,4 Lichtjahre von der Erde entfernt. Als sich herausstellt, das Pandora reiche Unbotainium-Vorräte besitzt, beginnt ein Rennen dieses so kostbare Mineral auf dem Planeten abzubauen. Unobtainium gibt es in unserem Sonnensystem nicht und dieser Stoff ist die Lösung für die Energieprobleme, die auf der Erde seit dem 20. Jahrhundert existieren.

AVATAR Development Administration (RDA) investiert Millionen um dieses Mineral in der fernen Welt abbauen zu können.

Jahr 2154, dreißig Jahre nachdem der Abbau auf Pandora begann haben die Übergriffe der Menschen auf die Welt der einheimischen Na’vis zu großen Spannungen auf den Planeten geführt und die Zeichen stehen auf Krieg.

Durch den Tod seines Zwillingsbruders gerät Jake Sully (Sam Worthington), einem ehemaligen Marine, der an den Rollstuhl gefesselt ist, mitten hinein in diesen aufgeheizten Konflikt. Er kommt nach Pandora als neues Mitglied des Avatar-Programms. Mit seinem Einsatz wollen die Wissenschaftler versuchen, ein „Brücke des Vertrauens“ zu den Na’vis aufzubauen. Sie sind der Meinung, dass man dieses Ziel eher erreicht, wenn die von Menschen gesteuerten Avatare sich im Äußeren den Na’vis anpassen.
Diese Avatare sind gentechnisch entwickelte Hybride, die menschliche DNS und die DNS der Ureinwohner von Pandora, der Na’vi, in sich tragen.

Doch Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang), der Sicherheitschef der Menschenkolonie will Jake dazu benutzen, die lokalen Clans der Na’vi zu infiltrieren um dadurch zu erfahren, wie man die Na’vi kontrollieren und besiegen kann.

Quaritch ist der Kommandant der Secops, einer private Sicherheitsarmee die Hell’s Gate gegen Pandoras gefährliche Raubtiere, aber auch gegen gefährliche Na’vi verteidigen soll. Sie sind eine heruntergekommene, aber gut bewaffnete Truppe, die über schwere Flugkörper und große AMP-Kampf-Anzüge verfügt.

In der Hülle seines Avatars wiedergeboren, kann Jake wieder laufen. Sein Auftrag erfordert es, die Na’vi zu infiltrieren, denn sie sind ein Haupthindernis bei der Förderung des wertvollen Erzes.

Als aber eine Na’vi Frau mit dem Namen Neytiri (Zoe Saldana) Jakes Leben rettet, verändert das alles. Jake wird von ihrem Stamm aufgenommen, lernt nach vielen Prüfungen und Abenteuern, einer von ihnen zu werden.

Sigourney Weaver und Sam Worthington Während sich die Beziehung zwischen Jake und seiner anfangs unwilligen Lehrerin Neytiri vertieft, lernt Jake, die Lebensweise der Na’vi zu respektieren und nimmt schließlich einen Platz in ihrer Mitte ein. Bald wird er mit der letzten ultimativen Prüfung konfrontiert werden, wenn er die Na’vi in eine epische Schlacht führt, die das Schicksal einer ganzen Welt entscheiden wird.

„Ich wollte ein bekanntes Abenteuer in einer unbekannten Umgebung erzählen und ich wählte die klassische Geschichte eines Neulings in einem fremden Land und in einer fremden Kultur auf einem außerirdischen Planeten. Im Grunde hat die Geschichte einen klassischen Aufbau, aber wir haben einige Überraschungen und Wendungen für den Zuschauer in der Hinterhand.
Ich habe immer von einem Film wie diesem geträumt, seit ich ein Kind war und Schundcomics las oder im Matheunterricht hinter meinem aufgeschlagenen Lehrbuch Kreaturen und Aliens zeichnete. Ich träumte von einer anderen Welt, voller großer Gefahren und voller Schönheit. Mit AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA hatte ich jetzt endlich die Möglichkeit so eine Geschichte zu erzählen.“  (1)

„AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA“ folgt den Spuren der Reise seines Helden Jake Sully -  eines den Rollstuhl gefesselten Ex-Marines. Als Jake rekrutiert wird und sich mit der Reise zum Mond Pandora einer enormen Herausforderung stellen soll, deren Einzelheiten er anfangs nicht einmal kennt, zögert er kaum. Seine Behinderung, seine Abgeklärtheit und sein Mut machen Jake zu einer Figur, die sofort vertraut wirkt, mit der man sich identifizieren kann.

„Er ist ein Mann wie jeder andere, dessen Gefühlswelt das Publikum sofort versteht (2) 

Jake wurde von der Resource Development Agency (RDA) rekrutiert um seinen verstorbenen, genetisch identischen Zwillingsbruder, der als Wissenschaftler bei RDA arbeitete, zu ersetzen. .
Jake ist kein Wissenschaftler, aber sein genetischer Code qualifiziert ihn als Einzigen, die Agency in ihren Absichten zu unterstützen. Im Rahmen dieses als AVTR bekannten Programms wurde seine DNS mit der eines Na’vi, eines Ureinwohners des Monds, gekreuzt.
So wurde ein Hybrid aus Mensch und Na’vi geschaffen: Ein Avatar. Nach dem viel zu frühen Tod seines Bruders besaß nur Jake die notwendige genetische Voraussetzung, um das kostenintensive Programm zu retten und den ehemaligen Avatar seines Bruders, der nun Jakes biologische Hülle ist, zu steuern.
Mit dem neuen Körper seines Avatars bekommt Jake eine neue Aufgabe, wird mit neuen Herausforderungen und einem Abenteuer konfrontiert, das ihn an seine Grenzen und darüber hinaus führen wird.

„Pandora bietet Jake die Chance, sich selbst zu finden, sein ganzes Potenzial zu verwirklichen und zu verstehen, dass er durch die Entscheidungen, die er trifft, ein besserer Mensch, ein besserer Mann werden kann.“ (3)

Nachdem man sich über Monate Schauspieler in den USA und in Europa angesehen hatte, informierte Simkin Cameron, dass sie einen geeigneten Kandidaten gefunden hätte ... in Australien. Die die Filmemacher boten SAM WORTHINGTON  ein Vorsprechen an. Doch der Schauspieler war anfangs skeptisch, schließlich war über das geheim gehaltene Projekt und über die Figur von Jake zum damaligen Zeitpunkt nur sehr wenig bekannt.

„Ich erhielt einen Anruf wegen dieses Vorsprechens, aber ich erfuhr nichts  über das Drehbuch, nicht einmal, wer den Film inszenieren würde. Ich dachte nur, ‚wieder ein Fall von absoluter Zeitverschwendung’. Eine Woche später folgte ein weiterer Anruf...mit den Worten ‚Hör mal, Jim Cameron möchte, dass du nach L.A. fliegst, um für ihn vorzusprechen.’ Und ich antwortete nur: ‚Okay, aber für welchen Film denn?’“ (4)

Jakes erste Begegnung mit einem einheimischen Na’vi auf Pandora ist schicksalhaft. Sie hat unerwartete emotionale Folgen und führt zu Action und Abenteuer, bei dem höchster Einsatz auf dem Spiel steht. Während Jake den üppigen Regenwald des Monds erforscht, wird er von einem der tödlichsten Tiere dieses Lebensraums attackiert.
Den Tod unmittelbar vor Augen, wird Jake von Neytiri gerettet, einer furchtlosen und schönen Jägerin, die dem Omaticaya Clan angehört. Dieses Aufeinandertreffen ist aufgeladen mit starken Gefühlen, negativen wie positiven und letztendlich mit einer Verbindung zwischen beiden, die keiner vorhersehen konnte.
Obwohl viele der Darsteller, auch Worthington selbst, sich einem körperlichen Training unterziehen und auch den Umgang mit Waffen üben mussten, interessierte sich Worthington mehr für die mentale Vorbereitung, um Jake spielen zu können.

„Ich wollte kein übliches Drill- und Trainingscamp. Jeder kann Liegestützen machen. Ich aber wollte andere Marines treffen, verbrachte Zeit mit Jims Bruder John David, der selbst bei den Marines gewesen war. Ich wollte verstehen, wie die Marines die Welt sehen und wie ihr Training sie so weit bringen kann, dass sie glauben, unbesiegbar zu sein.“  (5)

Neytiris erster Eindruck von Jake ist kein guter, tatsächlich empfindet sie ziemliche Verachtung für ihn. Sogar in der Hülle eines Avatars steht Jake in den Augen Neytiris für den mit Brandrodung rücksichtslos realisierten Tagebau, der die Existenz Pandoras bedroht. Um Jakes Leben zu retten, musste sie Viperwölfe töten – bösartige Biester, trotzdem aber integrale Bestandteile des Ökosystems des Planeten, dem sich die Na’vi stark verbunden fühlen.

„Wie alle Na’vi versteht Neytiri menschliches Verhalten, die Methoden und den Zweck menschlicher Grausamkeit nicht. Unverständlich ist den Na’vi auch, wie schlecht die Menschen die Umwelt behandeln, die den Na’vi heilig ist.“  (6)

Neytiri ist ein weiterer Beweis für Camerons Interesse, starke Frauenfiguren zu erschaffen. Sie folgt damit den Spuren ikonischer, von Cameron kreierter Heldinnen wie Ellen Ripley aus ALIENS („Aliens - Die Rückkehr“, 1986), gespielt von Sigourney Weaver, die mit ihrer Darstellung zur Vorlage für später folgende Actionheldinnen wurde und über 20 Jahre nach diesem filmischen Meilenstein in AVATAR -  AUFBRUCH NACH PANDORA wieder mit James Cameron zusammenarbeitet. Neytiri voraus gingen aber auch Sarah Connor aus THE TERMINATOR („Terminator“, 1984) und TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY („Terminator 2 - Tag der Abrechnung“, 1991), Rose DeWitt Bukater aus TITANIC („Titanic“, 1997), Lindsay Brigman aus THE ABYSS („Abyss“, 1989) und Helen Tasker aus TRUE LIES („True Lies“, 1994).

Keine der dieser Frauenfiguren kann darauf reduziert werden, das romantische Interesse des Protagonisten erweckt zu haben. Dieser großen Tradition folgt auch Neytiri, in der sich Stärke, Anmut, Athletik, Schönheit, Sexualität, Verletzlichkeit und Klarheit in den Gefühlen verbinden.

„Körperlich war Neytiri meine bisher anspruchsvollste Rolle. Noch vor Beginn der Dreharbeiten habe ich monatelang trainiert, um mir Anmut und Kraft dieser Figur aneignen zu können. Ich wollte meinen Körper völlig in den Dienst einer Figur stellen - und das ermöglichte mir AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA in erstaunlicher Weise. Wie reagierte Saldana auf Neytiris digital realisierte Figur? „Ich habe mich bei Jim bedankt. Sie war sexy und wie aus einem Guss, groß und schlank. Und darstellerisch war sie ganz ich!“  (7)

Saldanas Trainingsprogramm vor Beginn der Dreharbeiten umfasste Reiten, Kampfsport, Bogenschießen sowie das Studium und Training von Körperbewegungen. Darüber hinaus reiste sie mit anderen Hauptdarstellern des Films und Cameron nach Hawaii, wo der Regisseur natürliche Bedingungen vorfand, wie er sie sich für Pandora vorgestellt hatte.

Als die Darsteller und Filmemacher in Los Angeles auf dem Studioset eintrafen, wo das Performance-Capture-Verfahren schließlich zum Einsatz kam (das Set nannten die Filmemacher ‚The Volume’), war Saldana dankbar dafür, das Hawaii-Abenteuer mitgemacht zu haben.

„Auf dieser minimalistischen Bühne, auf der es keine Sets gab, mussten wir so tun, als wären im Schlamm, im Wasser, in der Feuchtigkeit, in den Bäumen und Erhöhungen Pandoras und was sonst noch zu diesem Planeten gehörte.
Durch unseren Aufenthalt in Hawaii hatten wir eine Vorstellung entwickelt, auf die wir uns beziehen konnten, wenn wir auf der virtuellen Bühne irgendeine Handlung simulieren mussten.
“
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Eine andere Frau in Jakes neuem Leben auf Pandora ist die Wissenschaftlerin Grace Augustine, gespielt von SIGOURNEY WEAVER, die das Avatar-Programm leitet. Grace, eine studierte Biologin, lebt seit fünfzehn Jahren auf Pandora. Sie hat die Erde seit langer Zeit verlassen, weil es auf dem ökologisch verwüsteten blauen Planeten längst keine Pflanzen oder Bäume mehr gibt, die sie erforschen könnte.
Auf Pandora wechselt Grace hin und her zwischen ihrer wissenschaftlichen Arbeit in Hell’s Gate, der Basisstation der Menschen, und ihren Untersuchungen vor Ort, als Avatar im Regenwald von Pandora.

„Grace versucht, eine Brücke des Vertrauens zu den Na’vi aufzubauen, wird in diesem Bestreben aber immer wieder sabotiert von den Soldaten der Basis, einer militärischen Spezialeinheit, genannt sec ops. Grace liebt Pandora und die Na’vi von ganzem Herzen, hofft, dass sie Volk und Planet irgendwie vor den Kräften der industrialisierten Erde schützen kann.“ (9)

Von Jakes Ankunft auf Pandora und seiner Teilnahme an dem Avatar-Program ist Grace alles andere als begeistert. In ihren Augen ist er nicht nur schlecht vorbereitet, sondern völlig unqualifiziert, um Mitglied eines Teams aus Elitewissenschaftlern zu werden.
Doch Grace wird ihre Einstellung zu Jake überdenken und verändern, als er seine neue Chefin durch sein schnelles Verständnis des Programms beeindruckt und eine wachsende Zuneigung und Achtung gegenüber den Na’vi entwickelt.

Der Mann, den Augustine absolut unausstehlich findet, ist Colonel Miles Quaritch STEPHEN LANG, Sicherheitschef der Erdbasis auf Pandora. Quaritchs Auftrag ist an den der Resource Development Agency gebunden. Er lautet, Pandora nach wertvollen Mineralien abzusuchen und sie zu fördern, nicht Herz und Verstand der Na’vi zu erobern. Er verachtet das Programm, denn dieses läuft seinem Auftrag zuwider, der lautet, die Menschen, die auf Pandora leben und arbeiten, zu beschützen.

„Mir gefiel an Quaritch sein Gefühl, einen Auftrag erfüllen zu müssen, und seine Disziplin. An der Front ist er ein fähiger Anführer, niemand stellt diese Qualitäten in Frage.  Sicher ist er kein Heuchler“, führt Lang aus. „Quaritch verstellt sich nie, macht niemandem etwas vor.
Quaritch berührte mich sehr, gerade mit dem, was ihm fehlte, dass nämlich seine Seele so chaotisch und heruntergekommen war. Es ist einfach traurig, dass er sich in einem echten Garten Eden befindet, er aber unfähig ist, das zu begreifen. Viele Menschen, die die Härte und das Leid des Kriegs kennen, werden ihn verstehen können.
“
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Trudy Chacon, gespielt von MICHELLE RODRIGUEZ, ist eine weitere kompetente und starke Figur, die in Hell’s Gate stationiert ist. Als Hubschrauberpilotin hat sie die Aufgabe, Menschen und Avatare von der Basis aus zu Schlüsselpunkten auf Pandora zu fliegen. Im Unterschied zu Quaritch ist Trudy aber cool, gelassen und ganz sicher nicht militärisch.

Weitere Schlüsselrollen in AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA übernehmen JOEL DAVID MOORE als Wissenschaftler Norm Spelling, CCH POUNDER  als Mo’at, die Matriarchin der Na’vi, die bei ihrem Volk wegen ihrer Autorität und ihrer Würde großen Respekt genießt.
WES STUDI ist als Na’vi-Stammesführer Eytukan zu sehen – ein ernster Mann mit großer Präsenz, der für die Na’vi sorgt und Schaden von ihnen abzuwenden versucht. LAZ ALONSO spielt Tsu’Tey, der als sein Nachfolger die Na’vi einmal anführen soll, als bester Jäger des Stammes gilt und Jake auf dessen Reise durch Pandora ständig herausfordert.

Wie auch viele andere Aspekte von AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA ist die Sprache der Na’vi eine Kombination aus etwas völlig Neuem und dem Vertrauten.
Bereits früh in der Vorbereitung teilte Cameron Frommer die Töne mit, die er sich für die Na’vi vorgestellt hatte. Daraus entwickelte Frommer,  Professur an der ‚University of Southern California‘ dann eine lingustische Palette.
Ergebnis dieser komplexen Arbeit war die Entwicklung von mehr als eintausend Worten, einer spezifischen Struktur und Grammatik. All das mussten sich die Schauspieler mit Geschick und Schnelligkeit aneignen. Sie arbeiteten auch eng mit Dialektcoach Carla Meyer für die Feinabstimmung des Dialekts der erfundenen Sprache zusammen.

Die lingustischen Herausforderungen an Sam Worthington waren noch deutlich  größer, weil der gebürtige Australier nicht nur eine neue Sprache, sondern auch einen amerikanischen Akzent erlernen musste.

 „Es kam mir so vor, als müsste ich zwei Sprachen lernen. Und eines kann ich sagen: die Sprache der Na’vi war leichter zu lernen als der amerikanische Akzent! Mindestens zwei Stunden täglich arbeitete ich an beiden. Ich schlüsselte die Sprache phonetisch auf, damit es sich nicht anhörte, als spräche ich durch Gaze.“  (11)

Zoë Saldana und Laz Alonso, die beide fließend Spanisch sprechen, taten sich leichter im Erlernen der Na’vi-Sprache und verließen die Dreharbeiten zu AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA vielleicht als die einzigen dreisprachigen Schauspieler auf der Welt, die fließend Na’vi beherrschten. Den meisten Spaß mit dem erfundenen Dialekt hatte aber wohl die Filmcrew, die sich bestimmte Na’vi- Wörter aneignete, um sich gegenseitig aufzuziehen. Einer ihrer Favoriten war dabei skowng, das Na’vi-Wort für „Schwachkopf“.

Tanzunterricht und Bewegungsstudien waren weitere Hilfsmittel für die Schauspieler, noch tiefer in ihre Figuren vorzudringen. Lula Washington, Choreografin der Na’vi-Tänze und im echten Leben künstlerische Leiterin des Lula Washington Dance Theater, erzählt, dass die Ureinwohner von Pandora feiern, indem sie tanzen.
Die Tänzer von Washingtons Dance Theater wurden als Mitglieder des Omaticaya Clans ein Teil des Casts und ihre anmutigen und wilden Tanzbewegungen kann man während des gesamten Films bewundern.
Terry Notary hatte die Aufgabe, Bewegungsabläufe zu entwickeln, die sowohl von Urvölkern wie auch von Großkatzen und Primaten beeinflusst wurden. 

Michelle Rodriguez Die Schauspieler arbeiteten unermüdlich daran, diese körperlichen, sprachlichen und emotionalen Nuancen, die von elementarer Bedeutung für ihre Figuren und Camerons Vision waren, in ihre Darstellungen zu integrieren, während Cameron entschlossen war, all das auch in den digitalen Inkarnationen der Schauspieler sichtbar zu machen.

Worthington und die anderen Darsteller empfanden es als befreiend, auf der nackten, „The Volume“ genannten Bühne zu arbeiten, während sie die speziellen Anzüge und Kopfapparaturen trugen, die für Performance Capture nötig waren.

„Man fragt sich ob man mental in der Lage sein wird, auf die graue, nüchterne [Performance Capture] Bühne zu schauen und dann eine riesige Schlange oder üppigen Regenwald sehen zu können. ‚The Volume’ ist ein absolut trister Ort. Aber dank Jims Inszenierung, dem Performance-Capture-Verfahren und der virtuellen Kamera nimmt etwas Großartiges seinen Anfang. Man beginnt, diese Tiere und diese unglaubliche Umgebung wirklich zu sehen. Man dringt so tief in diese Welt vor, dass man beginnt, Pandora vor Augen zu haben, es zu riechen, zu hören und auch zu fühlen.“ (12)

Szenenfoto Einen weiteren revolutionären technischen Fortschritt stellte die VIRTUELLE KAMERA  dar. Sie sorgte nicht nur dafür, dass für die digitale Animation Regisseur und Darstellung von zentraler Bedeutung wurden, sondern erschuf auch ein neues Paradigma für die Produktion. Sie erlaubte es Cameron zum ersten Mal überhaupt, die ‚digitale Version’ eines Schauspielers und die digitalen Schauplätze zum gleichen Zeitpunkt in der Kamera sehen zu können, während er mit den Schauspielern in ‚The Volume’ arbeitete.
Die virtuelle Kamera ermöglichte es James Cameron Schauspieler in einer Unmittelbarkeit zu inszenieren, wie das zuvor nicht möglich war. Gleichzeitig bekommen auch die Darsteller ein viel besseres Gefühl für ihre digitalen Figuren, denn sie können die digitale Szene und die digitale Szenerie nahezu sofort sehen, anstatt Monate warten zu müssen, bis die Effekt-Firmen lange nach Ende der Dreharbeiten die fertigen Sequenzen liefern.
Die bereits in der Kamera sichtbaren Digitalbilder besaßen in etwa die Auflösung eines Videogames. Nachdem Cameron eine bestimmte Szene gefilmt und geschnitten hatte, wurde sie dann Weta Digital übergeben. Dort arbeitete man dann monatelang daran, fertige, hochauflösende Bilder zu erschaffen. Tatsächlich wurde also jede Einstellung zweimal kreiert. Zunächst von Cameron auf einer Studiobühne, dann von den Mitarbeitern von Weta, die in monatelanger Feinarbeit die Einstellung fertig stellten.
Die virtuelle Kamera, die aussieht wie eine Mischung aus Lenkrad und Videogame Controller, ist eigentlich überhaupt keine Kamera, denn sie nimmt nichts auf. Stattdessen ahmt sie eine Kamera nach, während sie mit digitalen Bildern „eingespeist“ wird, die eine Gruppe hochmoderner Computer liefert, die die digitale Bühne, The Volume, umsäumen. Auf einem kleinen Bildschirm auf der Apparatur sind dann die digitalen Bilder der Umwelt und der Figuren zu sehen, die diese Computer einspeisen.

„Lange, nachdem die Schauspieler das Studio verlassen hatten, saß ich immer noch in ‚The Volume’, drehte mit der virtuellen Kamera notwendige Zusatzeinstellungen für jede Szene. Allein durch das Abspielen einer Einstellung kann ich das Ganze aus verschiedenen Perspektiven sehen, kann sogar bis zu einem gewissen Grad die Position der Schauspieler verändern. Wir können das Licht damit neu setzen, alles Mögliche damit machen.“  (13)

Ein weiteres technisch innovatives Werkzeug in Camerons filmischem „Instrumentarium“ war die SIMUL-CAM, die in Echtzeit digitale Figuren und Schauplätze in den Realdreh integrierte. Im Prinzip ermöglicht es diese Technologie, mit einer normalen fotografischen Kamera so umzugehen wie mit einer virtuellen, wenn sie das virtuelle Produktionsinstrumentarium über die Realproduktion legt.

„Jim konnte auf einem realen Set drehen, im Kamerasucher aber digitale Figuren und Schauplätze sehen, die real nicht existierten. Das ermöglichte es ihm, diese Szene mit der gleichen Sensibilität zu drehen wie eine real inszenierte.“  (14)

Attacke Cameron wollte bei der Erschaffung seiner Außerirdischen kein Makeup benutzen. Aliens mit menschlichen Zügen werden seit Jahrzehnten von Schauspielern gespielt, von den B-Movies der 50iger Jahre bis hin zu TV-Ablegern von STAR TREK und anderen Science-Fiction-Filmen und Formaten.
Jede Art und Methode Gummi auf das Gesicht eines Schauspielers zu applizieren ist versucht worden und es zeigte sich schnell, wie eingeschränkt dieses Verfahren ist. Die Größe der Augen und der Augenabstand können nicht verändert werden. Man kann weder die Körperproportionen ändern noch die Gesamtgröße eines Charakters. Eine Gummimaske beschränkt die Darstellungsmöglichkeiten der Schauspieler und wirkt wie eine Barriere zwischen dem Schauspieler und der Kamera.
Die perfomance capture Methode hat diese negativen Aspekte nicht. Obwohl die CG-Figuren den Schauspielern ähneln, sind ihre Proportionen ganz grundsätzlich anders.
Dank des PERFORMANCE-CAPTURE-VERFAHRENS  kommen all diese negativen Aspekte nicht zum Tragen. Obwohl die digitalen Charaktere in AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA den Schauspielern, die sie verkörpern, ähneln, unterscheiden sie sich doch in ihren grundsätzlichen Proportionen.
Die Augen der Na’vi sind im Durchmesser zweimal so groß wie menschliche Augen und liegen auch weiter auseinander. Die Na’vi sind wesentlich schlanker als Menschen, haben längere Hälse, unterschiedliche Knochen- und Muskelstrukturen, darunter auch Hände mit nur drei Fingern, das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal.
Als digitale Figuren können die Na’vi und die Avatare viel größer als Menschen sein. Blaues Make-up hätte die Haut abgedunkelt, aber mit Hilfe von Computeranimation kann man den Figuren eine lichtdurchlässige Haut geben, die sich wie menschliche Haut verhält, wenn die Pigmente auf der Hautoberfläche nicht den roten Schimmer des darunter fließenden Bluts verdecken, beispielsweise, wenn starkes Sonnenlicht die Ohren der Figuren von hinten beleuchtet. Die Verbindung dieser Feinheiten ermöglicht es, scheinbar lebendige Kreaturen zu erschaffen.

Cameron suchte nach einem Weg, die Erschaffung außerirdischen Lebens ins 21. Jahrhundert zu führen. Als er 1995 die rasenden Fortschritte in der Erschaffung  digitaler Charaktere sah, glaubte er, dass sein in einer anderen Welt angesiedeltes Traumprojekt vielleicht realisiert werden könnte.
Als Cameron sich 2005 wieder dem Projekt zuwandte, schien es so, als stünde der notwendige technologische Durchbruch unmittelbar bevor. Damals allerdings gab es noch Bedenken, dass die Charaktere vielleicht nicht ganz real wirken würden, dass der störende Aspekt der „toten Augen“, Augen also, die nicht lebendig wirkten, auch hier zum Tragen kommen würde - wie schon in den ersten Filmen, die mit dem Performance-Capture-Verfahren gearbeitet hatten.
Camerons Team wollte weit über die Ergebnisse dieser frühen Versuche hinausgehen, denn die Figuren sollten absolut lebensecht wirken. Um das zu erreichen, wurde ein neues „gesichts- und bildbezogenes Performance-Capture-System“ entwickelt. Man verwendete eine Kamera, die über eine Apparatur am Kopf getragen wurde, um auch die kleinsten mimischen Nuancen auf den Gesichtern der Schauspieler einfangen zu können.

Kampfbereit Beim MOTION-CAPTURE-VERFAHREN bringt man reflektierende Marker auf den Gesichtern der Schauspieler an, um mimischen Ausdruck einfangen zu können. Für AVATAR -AUFBRUCH NACH PANDORA aber ging man andere Wege.
Die Schauspieler trugen spezielle Kopfapparaturen, Football-Helmen nicht unähnlich. Daran wurde eine kleine Kamera angebracht. Diese Vorrichtung war auf die Gesichter der Schauspieler ausgerichtet, so konnte die Kamera mimischen Ausdruck und Muskelbewegungen so detailliert aufnehmen, wie das zuvor nie möglich gewesen war. Am wichtigsten war aber, dass die Kamera Augenbewegungen aufnehmen konnte, wozu frühere Systeme nicht in der Lage gewesen waren.
Mit Hilfe der Kopfapparaturen konnte man den Gesichtsausdruck der Schauspieler so klar und präzise wie nie zuvor einfangen. Und weil dieses System unabhängig von den Motion-Capture-Kameras der Vergangenheit operierte, wurden letztere nur für die Aufzeichnung von Körperbewegungen eingesetzt.
So konnte man sich damit viel weiter von den Schauspielern entfernen. Dies wiederum ermöglichte es dem Team von „AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA“, das Capture-Verfahren in einem viel größeren Studioraum, genannt „Volume“, als je zuvor einzusetzen. Bei „AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA“ war dieser sechsmal so groß wie frühere „Volume“ - Versionen. Hier konnten nun echte galoppierende Pferde, Stunts mit komplizierten Draht- und Kabelsystemen, ja sogar Luftkämpfe zwischen Flugzeugen und fliegenden Kreaturen erfasst werden. Damit waren die revolutionären Kopfapparaturen nicht nur der Schlüssel für die kleinsten Gefühlsnuancen der Charaktere, sondern auch für die größten und spektakulärsten Szenen des Films.

Eine weitere Innovation, die speziell für „AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA“ entwickelte virtuelle Kamera, erlaubte es Cameron, Sequenzen in digital kreierten Welten so zu drehen, als befände er sich auf einem Studioset in Hollywood.
Durch diese virtuelle Kamera sah der Regisseur nicht Zoë Saldana, sondern Neytiri, die von ihr gespielte, über drei Meter große und blauhäutige Figur. An Stelle von Sam Worthington und Sigourney Weaver sah er ihre riesigen blauen Avatare, komplett mit Schwänzen und großen goldenen Augen.
Und anstelle des nüchternen grauen Raums, der sich ihm mit „The Volume“ darbot, sah er den üppigen Regenwald von Pandora, oder vielleicht die schwebenden Hallelujah Berge oder eben Hell’s Gate, die Siedlung der Menschen.

Nachdem die Details ausgearbeitet worden waren und man sich darüber einig war, wie man die Darstellungen der Schauspieler genau erfassen wollte, suchte man im nächsten Schritt die Unterstützung von WETA DIGITAL, der in Neuseeland ansässigen Oscar®-gekrönten Top-Effektschmiede von Peter Jackson.
Es waren die von Weta erschaffenen bahnbrechenden fotorealistischen Charaktere wie Gollum in THE LORD OF THE RINGS II: THE TWO TOWERS („Der Herr der Ringe-Die zwei Türme“, 2002) und THE LORD OF THE RINGS III: THE RETURN OF THE KING („Der Herr der Ringe- Die Rückkehr des Königs“, 2003) oder auch der völlig lebensecht wirkende King Kong, die Cameron glauben ließen, dass man die Na’vi mit Leben erfüllen könnte.
Von Beginn an war es für Cameron von entscheidender Bedeutung, dass jedes Detail der Darstellungen der Schauspieler auch in ihren digitalen Stellvertretern auf der Leinwand zu sehen sein musste. Weta versicherte ihm, dass ein Team von Animatoren von absolutem Weltruf es zu seiner Mission machen würde, die Darstellungen der Schauspieler zu 100 Prozent auf ihre Na’vi-Figuren oder Avatare zu übertragen.
Dazu war es nötig, dass Daten mit höchster Präzision in dem Moment aufgezeichnet werden mussten, in dem eine Szene gespielt wurde. Und es erforderte auch, dass das Team von Animatoren über ein Jahr lang an der Entwicklung der Apparaturen arbeitete, die es den digitalen Charakteren ermöglichten, sich in ihren Gefühlen genauso auszudrücken wie die Schauspieler, deren Darstellungen sie spiegelten.

Sigourney Weaver und James Cameron bei der Premiere Da die gesamte Handlung von AVATAR auf Pandora spielt, sei es in der Basis der Menschen am Hell’s Gate oder draußen in der Wildnis des Regenwaldes, musste jeder einzelne Gegenstand, der ins Bild der Kameras geriet oder mittels Computergrafik erzeugt wurde, von Anfang an entworfen werden.
Parallel zur Entwicklung der Technik dauerte der Designprozess zwei Jahre, bevor die Dreharbeiten begannen. Die Filmemacher engagierten ein Team von Weltklassekünstlern, um jede Figur, jede Kreatur, jede Pflanze, jedes Kostüm, jede Waffe, jedes Vehikel und jede Umgebung in AVATAR zu entwerfen. Sie erschufen nicht nur eine Kultur sondern zwei: Die hoch technisierte menschliche Kolonie mit all ihren Vehikeln und Waffen, und die Gesellschaft der Na’vi.
So wie Cameron es auch schon mit den Charakteren getan hatte erschuf er Pandora so, dass es erkennbar blieb, ohne seine exotischen, nie zuvor erlebten Eigenschaften zu verlieren. Es ist eine Welt, die das Klassische und das Vertraute verbindet.

„Wir wollten, dass die Tiere und die Pflanzen nicht wie die von der Erde wirkten, und zwar gerade so, dass sie einen an eine andere Welt erinnern, aber gleichzeitig zugänglich bleiben.“ (15)

Bäume, die mehr als 300 Meter hoch sind und Berge, die irgendwie im Fließen begriffen sind gehören zu den Landschaften, die schon durch ihre bloße Vorstellung und ihren Anblick Ehrfurcht hervorrufen – deren Design aber aus uns wohlbekannten Strukturen stammt.

„James Cameron erschuf nicht nur und drehte nicht nur einen Film, der in einer weit entfernten Welt spielte. Nein, es schien so, als wäre er tatsächlich auch dort gewesen, als hätte er umfangreiche Notizen angefertigt und nach seiner Rückkehr jedes auf Papier absorbierte Detail dann auf Film übertragen.“  (16)

Genau diesen Eindruck hinterließ der weltbekannte Filmemacher bei den Leitern seiner Abteilungen, bei der Crew und eigentlich jedem, der an AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA mitarbeitete.
Im Team mit vielen der besten Künstler der Branche überwachte Cameron die Designkonzepte, die virtuellen Designs und Sets wie auch die realen Sets. Er überprüfte jedes Designdetail des Films – jede Kreatur, jeden Grashalm, jeden Baum oder Berg, jedes Fahrzeug und alle Kostüme.

Cameron, Stromberg, Carter und ihre Teams stellten sich regelmäßig eine Schlüsselfrage: „Funktioniert das [Design] auch?“ Ziel der Filmemacher war es, die Zuschauer dazu zu bringen, sich dem Fantastischen hinzugeben, das wiederzuerkennen, sich mit dem zu identifizieren, was sie auf der Leinwand sahen.
Jake kommt in Hell’s Gate an, einer von Menschen geführten Militärbasis und Wissenschaftsstation, einer von Menschenhand geschaffenen Narbe inmitten dieser unberührten Insel. Er entdeckt bald, dass es außerhalb von Hell’s Gate einen Regenwald mit üppiger exotischer Fauna und Flora und voller gefährlicher Wildtiere gibt. Cameron beschreibt Pandora als „Garten Eden mit Zähnen und Klauen.

Es gibt viele Na’vi-Clans auf Pandora, der mit dem Jake es zu tun bekommt ist der Omaticaya Clan, der seit mehr als zehntausend Jahren im Inneren eines über 300 Meter hohen Baumriesen lebt. Das Dorf der Omaticayas besteht aus den unterschiedlichen Schichten der inneren Struktur des Baumes.
Die soziale Hierarchie ist klar definiert, mit Eytukan, dem ‚Olo eyctan’ als Clanführer an der Spitze. Eytukan ist Neytiris Vater und teilt sich die Macht mit ihrer Mutter Mo’at. Zum Clan gehört auch noch Tus’tey, ein starker, junger, stolzer Jäger, der die Macht eines Tages übernehmen soll und dem Neytiri versprochen wurde.

Zu den vielen Wundern Pandoras gehört auch das neurale Netzwerk dieser Welt, das alles pflanzliche und tierische Leben miteinander verbindet. Dieses dem menschlichen Nervensystem ähnliche Netzwerk ermöglicht es jeder Lebensform auf Pandora, als eine einzelne Einheit zu funktionieren.
Zentrum dieses Netzwerks und damit Herz und Kopf dieses Mondes ist eine riesige, knorrige, uralte Weide. Sie ist der Mittelpunkt der Na’vi-Kultur, Ausdehnung ihres Lebensblutes und ein Platz der Erneuerung und des Wissens.
Dieser Baum der Seelen befindet sich in Pandoras Zentrum in einem ungeheuer kräftigen Magnet Feld, dem Flux Vortex. Vor Urzeiten erschuf dieses unsichtbare Feld eine ungewöhnliche geologische Formation aus steinernen Regenbögen, die sich über einem tiefen Krater bildeten. In der Mitte dieses Kraters befindet sich der Baum des Lebens.

Inmitten dieser unglaublichen Umgebung lebt eine Vielzahl von Kreaturen, von denen viele das AVATAR-Inhouse-Design-Team unter der Leitung von Neville Page entwarf, andere wurden von John Rosengrants Team im Stan Winston Studio erstellt.
Zu den furchterregendsten Wesen zählt der Thanator.

„Der Thanator  könnte einen T-Rex fressen und sich das Alien zum Nachtisch gönnen. Es ist ein Panther direkt aus der Hölle.“ Außerdem gibt es die Viperwolfes – Wölfe, die Cameron als Haarlose Kreaturen beschreibt, deren glänzende Haut wie übereinanderliegende, sich überlappende Panzerplatten aussieht. Doch am abschreckendsten sind die Pfoten, die wie ledrige schwarze Hände aussehen.“ (17)

Eine wichtige animalische Figur auf Jakes Reise ist der Banshee, eine Kreatur mit riesigen Flügeln. Einem Ritual der Na’vi folgend, muss Jake auf einem Banshee reiten, um in der Gemeinschaft der Na’vi eine Führungsrolle einnehmen zu können. Das damit verbundene Risiko erhöht sich für ihn zusätzlich, weil das Tier, das seinen Reiter töten will, genau der Banshee ist, den er zähmen und reiten muss.

Pandoras Pferde, die Direhorses, ähneln, wie der Name bereits andeutet, den Rössern auf unserem Planeten. Doch das Stan Winston Studio und Cameron schmückten das Vorbild mit einigen wichtigen Ergänzungen aus.

Das Ergebnis beschreibt Cameron als „sechsbeiniges außerirdisches Arbeitspferd mit Falter-ähnlichen Fühlern und federartigen Spitzen. Weitere Beispiele aus Pandoras vielfältiger Menagerie sind der Hirsch-ähnliche Hexapede, der wilde Hammerhead Titanothere, ein Nashorn-ähnliches Monster mit üblen Verhaltensweisen und einem Kopf wie ein Schmiedehammer, und der Leonopteryx, ein großer, scharlachrot, gelb und schwarz gestreifter Jäger der Lüfte, dessen Flügel eine Spannweite von 18 Meter haben. Eine kleinere und sanftere Spezies von Pandora ist der Quallen-artige Woodsprite, der sich dank seines seidigen Siliziumdioxid elegant flatternd durch die Nachtluft bewegt.
Von den Na’vi wird er‚ Atokirina’ genannt und ist ein Geschöpf des heiligen ‚Utraya Mokri“, des Baumes der Stimmen, und damit ein wichtiger Teil der „Seele“ des Regenwaldes. Als ein Woodsprite auf Jake landet, sieht Neytiri darin ein wichtiges Zeichen und die Dinge nehmen eine unerwartete Wendung.

Oscar®-Preisträger RICHARD TAYLOR und sein Team vom Weta Workshop entwarfen Requisiten und Waffen für die Na’vi und die schwer bewaffneten Soldaten der Resource Development Agency.
Der bekannte Künstler TY RUBEN ELLINGSON  designte viele der Fahrzeuge der in Hell’s Gate stationierten Militärtruppen. Sie spielen eine entscheidene Rolle im dritten Akt des Films, in einer epischen Schlacht zwischen Maschine und Banshee, zwischen abgehärteten Soldaten und den Kriegern der Na’vi.

Ein spezieller Anzug, genannt AMP Suit (Abkürzung für „Amplified Mobility Platform“), „amplifiziert“ oder verstärkt die Bewegungen der menschlichen Träger. Die AMP Suits wie auch die Soldaten, die ihn tragen, werden vom C-21 Dragon Gunship befördert, die vielleicht tödlichste Luftkampfwaffe der Resource Development Agency. Der riesige Hubschrauber hat viele Schutzdächer und ähnelt einem Raubinsekt. Fast gleichwertig in der Zerstörungskraft ist das AT-99 Scorpion Gunship, ein Militärflugzeug, das mit hoher Geschwindigkeit und größter Wendigkeit attackieren kann.
Und schließlich gibt es noch den Tilt Runner, ein Flugzeug, das vertikal starten und landen kann – von entscheidender Bedeutung auf einem Planeten, auf dem es keine Landebahnen gibt. Obwohl die militärischen Luftwaffenflugzeuge in AVATAR – AUF BRUCH NACH PANDORA mit futuristischer Drehflügelkraft funktionieren, sollten sie auch den Hueys der Vietnam-Ära ähneln und damit dem Publikum eine starken realistischen Eindruck vermitteln.

Das größte Transportmittel in AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA ist die ISV Venture Star, ein interstellares Raumschiff, über einen Kilometer lang, das die Angestellten der Agency, und damit auch Jake, nach Pandora fliegt.
Die Maschinen erreichen zwar die siebenfache Lichtgeschwindigkeit, trotzdem dauert die Reise nach Pandora fast sechs Jahre. In dieser Zeit sind die Passagiere in einer kryogenischen  Lösung eingefroren. Um den Planeten aus dem Orbit zu erreichen, besteigen die Neulinge den Valkyrie TAV, ein Gefährt, das entfernt dem Space Shuttle ähnelt.

Die Kostüme, die MAYES C. RUBEO und DEBORAH L. SCOTT  entwarfen, ermöglichen einen weiteren Zugang zur Kultur der Na’vi. Obwohl viele der Kostüme und Accessoires von digitalen Figuren getragen werden, entstanden sie real, aus echten Materialien, damit man die feinen Details der Textiltexturen, die Webstile und die Durchsichtigkeit der Juwelen besser kommunizieren konnte. Zweckmäßig und bequem musste die Kleidung der Na’vi sein, das waren die entscheidenden Kriterien. Damit sollten Anmut und Schönheit der Ureinwohner Pandoras widergespiegelt werden.

Cast und RegisseurKameramann MAURO FIORE konzentrierte sich in seiner Arbeit darauf, den schmutzigen Look des Industriekomplexes von Hell’s Gate zu kreieren.

„Es war unbedingt nötig, dass die Performance-Capture-Bilder und das, was ich live und real drehen konnte, im Film optisch eine Einheit bildeten.“ (18)

Fiore war vom 3D Fusion Camera System begeistert und nach intensiven Tests mit diesem System konnte er seine Kameraaufgaben mit großer Präzision lösen. Die entstandenen Bilder passten nahtlos zur Arbeit von WETA DIGITAL und ILM.
Die meisten der Live-Action-Szenen von AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA wurden in Wellington, in Neuseeland gedreht, wo riesige Sets errichtet wurden. Was für eine unglaubliche Aufgabe mit diesem Vorhaben verbunden war, zeigt sich darin, dass das Produktionsteam eine gewaltige Substruktur mit über 150 Auftragnehmern entwickelte, um die Sets bauen zu können.
Dazu zählt der Link Room, in dem sich das Sarkophag-ähnliche Verbindungselement befindet, mit dem das menschliche Bewusstsein auf den Avatarkörper übertragen werden kann. Wie auch das Bio-Lab, eine wissenschaftliche Einrichtung, in der die Amnio-Tanks stehen.
Darin schweben die Avatar-Körper, die in der fünfjährigen Reise von der Erde nach Pandora biologisch erwachsen geworden sind. Schließlich gibt es noch das OPs Center, das zentrale Nervensystem der Hell’s Gate Basis, und den Militärstützpunkt Armor Bay, dort sind die AMP Suits und die Hubschrauber untergebracht.

Egal, welche Schauplätze und Welten AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA besucht, immer ist es dank James Cameron eine allumfassende Erfahrung, die dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, als würde er selbst die Abenteuer der Figuren erleben. Cameron und Landau haben sich seit langem für das 3-D-Kino eingesetzt und unermüdlich daran gearbeitet, um mit 3-D die Qualitäten von Film, das völlige Abtauchen in eine andere Welt, noch zu verstärken.
Beide aber legen Wert auf die Feststellung, dass AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA auch in 2-D ein solches Erlebnis bieten und auch in vielen Kinos zweidimensional aufgeführt werden soll.

„Jim und ich haben daran gearbeitet, unsere Leidenschaft für 3-D mit anderen zu teilen, mit dem Vertrieb von Filmen, auf Ausstellungen und mit Zuschauern auf der ganzen Welt. Wir spüren, dass es bereits eine 3-D-Renaissance gibt. Wir leben dreidimensional, warum also nicht auch Filme auf gleiche Art erleben. Unabhängig davon aber, ob man nun den Film in 2-D oder 3-D sehen wird, wird man immer das Gefühl haben, als würde man sich in einer weit entfernten Welt befinden und sich unter deren Bewohnern bewegen.“  (19)

Viele ältere 3-D-Filme benutzten das dreidimensionale Format als „Gag“, als Effekt, der auch als solcher erkannt werden sollte. So warf man auf der Leinwand Objekte in Richtung Zuschauer, ordnete Charaktere oder Requisiten so an, dass es aussah, als ragten sie von der Leinwand direkt ins Kino hinein. Cameron aber sieht in 3-D ein Fenster in eine Welt, in der sich das Format in der Handlung auflöst, ohne die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken.

In der Vorbereitung von „AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA“ arbeitete Cameron an einem neuen digitalen 3-D-Kamerasystem. Dieses entwickelte er zusammen mit seinem Partner Vince Pace von Pace Technologies und sie griffen dabei auf Technologie von Sony und Fujinon zurück.
Bevor aber „AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA“ realisiert werden konnte, war es Camerons Ziel, mit dieser neuen digitalen 3-D-Kamera das Erlebnis Tiefseeforschung mit beispiellos klaren Bildern einem weltweiten Publikum zurückzubringen.

Die Erfahrungen, die Cameron beim Dreh dieser Filme machte, erweiterten nicht nur seine Vision für die dreidimensionale Präsentation von „AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA“, sie waren auch Inspiration für Licht- und Designelemente, die den Film unverkennbar machen sollten: In der Tiefe, auf dem Grund des Ozeans, war Cameron Zeuge des Phänomens, dass bestimmte Lebensformen inmitten endloser Düsternis buchstäblich in einem Licht erstrahlten, das nicht von dieser Welt schien. Diese „Biolumineszenz“ baute Cameron in Pandoras Umwelt ein, die in der Nacht durch dieses berührende Leuchten zum Leben erweckt wird.

Gruppenbild mit Damen Wie fast alles bei AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA war auch die Postproduktionsphase des Films absolut untypisch. Bei den meisten Filmen beginnt der Schnitt in der Postproduktion. Bei diesem Film aber begannen Cameron und seine Ko-Cutter Stephen Rivkin und John Refoua bereits in der Vorproduktionszeit, erste Sequenzen zu schneiden.
Eine wichtige Rolle in der Postproduktionsphase spielte die Musik von JAMES HORNER. Sie verbindet klassische sinfonische Elemente, die die epischen Actionszenen des Films vorantreiben, mit Tönen, die uns in eine andere Welt entführen. Dazu gehören Gesänge in der Na’vi-Sprache wie auch ungewöhnliche akustische und elektronische Klänge.
Als sich die Produktion von „AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA“ dem Ende näherte, wollte Cameron unbedingt seine Vision mit der Welt teilen. So stellte er ausgedehnte Szenenblöcke bei den wichtigsten Treffen von Kinobesitzern vor – national und international. Auch auf der Comic-Con, der riesigen Popkulturinsel, waren die Ausschnitte zu sehen. Zufrieden mit der Reaktion bei diesen Events tüftelte Cameron weiter am Schnitt des Films und prüfte die fertigen oder fast fertigen visuellen Effektsequenzen, die ihm täglich geschickt wurden.
Vor allem von Weta Digital, aber auch von anderen Effektfirmen wie ILM, Framestore, Prime Focus, Hybride und Hydraulix. All das, um AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA zu einem einmaligen Erlebnis für die Zuschauer zu machen

„Mir geht es wirklich darum, dem Zuschauer eine filmische Erfahrung zu bieten, die ihn völlig zufriedenstellt. Ich hoffe, dass alle Zuschauer hier beim Verlassen des Kinos sagen werden ‚Ich habe keinen Film gesehen, ich habe einen Film erlebt.“  (20)

RealD 3D steht für eine neue Generation von Entertainment. Die kristallklaren, leuchtenden hyper-realistischen Bilder sind so lebensecht, dass man das Gefühl bekommt, in den Film eingetreten zu sein. RealD 3D ermöglicht eine visuelle Tiefe, die den Zuschauer mitten hinein in das Geschehen stellt, ob man sich nun seinen Lieblingsfiguren anschließt oder Gegenständen ausweicht, die ins Kino zu fliegen scheinen. RealD hat auf dem Gebiet des modernen digitalen 3-D-Films Pionierarbeit geleistet und ist weltweit, mit über 9.000 Vertragsleinwänden, die am weitesten verbreitete 3-D-Kinotechnologie.
Wenn „“AVATAR-AUFBRUCH NACH PANDORA“ in die Kinos kommt, wird RealD auf über 4.500 Leinwänden in 48 Ländern installiert sein. Und im Gegensatz zu den alten Kartonbrillen sehen die Brillen von RealD 3D wie Sonnenbrillen aus. Sie lassen sich recyclen, sind so entworfen, dass sie jedem Kinogänger bequem passen - auch über Brillen gezogen, die man ohnehin tragen muss. Schauen Sie nicht nur einen Film, erleben Sie eine Dimension der Unterhaltung mit RealD 3D  

Avatar
 AVATAR

Regie: JAMES CAMERON
Drehbuch:
JAMES CAMERON
Produktion:
JAMES CAMERON und JON LANDAU
Ausführende Produzenten:
COLIN WILSON und LAETA KALOGRIDIS
Produktionsdesigner:
RICK CARTER, ROBERT STROMBERG
Kamera:
  MAURO FIORE, ASC
Schnitt:
STEPHEN RIVKIN, A.C.E, JOHN REFOUA, A.C.E., JAMES CAMERON, A.C.E.
Kostüme:
MAYES C. RUBEO und DEBORAH L. SCOTT
Visuelle Effekte:
JOE LETTEREI
Animationen:
RICHARD BANEHAM, ANDREW R. JONES
Musik:
  JAMES HORNER

BESETZUNG
Jake Sully:
SAM WORTHINGTON
Neytiri: ZOË SALDANA
Grace: SIGOURNEY WEAVER
Colonel Miles Quaritch: STEPHEN LANG
Trudy Chacon: MICHELLE RODRIGUEZ
Parker Selfridge: GIOVANNI RIBISI
Norm Spellman: JOEL DAVID MOORE
Moat: CCH POUNDER
Eytukan: WES STUDI
Tsu’tey: LAZ ALONSO

Kommentare  

#1 Larandil 2009-12-16 14:43
Dann bin ich eben ein Nietenzähler - aber Alpha Centauri ist 4,4 Lichtjahre von der Erde entfernt und nicht mehr als dreimal so viel.
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#2 Pisanelli 2010-01-03 17:01
War jetzt in dem Film drin und muss sagen, er entsprach genau meinen Erwartungen - eine gigantische Fantasywelt mit unglaublichen Bildern, der 3-D-Effekt ist vom Feinsten und der Detailreichtum der Bilder einfach nur erschlagend - in der Hinsicht super!
Aber die Story ist mehr als dünn... und das hat mir den Film zum Teil schon verleidet. Zudem hatte er - trotz der dünnen Story - richtige Längen. Also in der Hinsicht sollte Cameron irgendwie an sich arbeiten.
Für eine Premiere (mein erster 3-D-Film überhaupt) war es aber sicher nicht der schlechteste Film ;-)
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#3 Mainstream 2010-01-03 18:06
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Pisanelli, seh' zu das Du noch irgendwo OBEN in 3-D erwischt ! Unbedingt !
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#4 Pisanelli 2010-01-05 21:47
@mainstream: Okay, wenn es so dringend ist... ;-) Aber es stimmt schon, ich hätte mir 3-D nicht so cool vorgestellt...
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