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Vampira 11 - Hinter den Spiegeln

Hinter den SpegelHinter den Spegeln
Vampira 11
von Adrian Doyle

Spiegel haben ja etwas Faszinierendes an sich. Vorausgesetzt man hält sie schön sauber, scheinen sie einen Blick in eine spiegelverkehrte, parallele Welt zu ermöglichen. Für uns sind Spiegel eigentlich etwas Normales und doch ranken sich einige Geschichten und eine Menge Aberglauben um dieses simple Teil.

Für eine Vampirin mag ein Spiegel jedoch schon fast eine Offenbarung sein, denn eigentlich dürften Vampire im allgemeinen überhaupt kein Spiegelbild haben. Für ein Geschöpf der Nacht also etwas überaus Phantastisches, sich selbst sehen zu können. Da ist die Neugierde verständlich, feststellen zu wollen, ob man sein Spiegelbild auch berühren kann.


Auch Lilith Eden ist fasziniert von ihrem Spiegelbild, will es berühren, anfassen und - taucht ein in eine andere Welt. Eine Welt, in der alles etwas anders ist, eben spiegelverkehrt. Eine Welt, in der das, was einstmals gut war, nunmehr böse ist! So verlässt Lilith Eden die erschreckende Zwischenwelt, in der das Städtchen Llandrinwyth eine Stadt der Toten ist, und wandelt nun in Llandrinwyth, wie es ehemals war, nachdem der Geistliche Owain Glyndwr den Fehler beging, die rote Hexe mit den Schwefelaugen zu unterschätzen und aus Leichtsinn den weiteren Fehler beging, den Lilienkelch an seine Lippen zu setzen.

Weil alles spiegelverkehrt ist, begreift Lilith zuerst nicht die grausame Reaktion ihres Symbionten, der das Blut eines Menschen nimmt und ihn damit zum Tode verurteilt. Denn eigentlich ernährt sich doch der Symbiont nur vom schwarzen Blut der Vampire. Und wer ist Rerraf Reh Resnu, der in der scheinbar verlassenen Kirche haust und alle Guten des Dorfes jagt, um dem Bösen zu huldigen. Ich geb hier mal einen kleinen Tipp, man kann etwas auch spiegelverkehrt schreiben bzw. etwas (wie es Dämonen gerne tun) von hinten nach vorne aussprechen! Und noch etwas gibt Lilith Rätsel auf: Warum erkennt der alte Morddred sie und betitelt sie sogar als Hexe, bzw. trachtet insgeheim sogar nach ihrem Leben?
Und unendlich erschüttert fand er anstatt der Hexe Horrygs Weib, wie es nackend inmitten der Höhlenbehausung über dem in Stücke gerissenen Kadaver der schwarzen Stute kauerte. Das Gesicht der Amme war entstellt und blutbesudelt. Als sie den Ankömmlingen mit schiefem Grinsen entgegenblickte, hielt sie einen Fetzen rohen Fleisches mit beiden Händen an den Mund gedrückt und saugte genussvoll daran...
 (Vampira Band 11 /Seite 22)
Auch Rerraf Reh Resnu scheint Lilith Eden erkannt zu haben oder zumindest mehr über sie zu wissen. Denn seine Macht reicht weit und auch in die Zwischenwelt der Toten. Dort bemächtigt er sich des Geistes der zurück gebliebenen Beth MacKinsey, die unbehelligt von den lebenden Leichen und unter Rerraf Reh Resnu's dämonischem Bann beginnt, alle Spiegel zu zerschlagen, die es Lilith ermöglichen würden, zurück in ihre Welt zu entkommen. Denn eine Triebfeder von Rerraf Reh Resnu ist Rache und sein Opfer ist niemand anderes als Lilith Eden.
Dann zerrte sie den Ohnmächtigen an den Haaren aus dem Karren und schleuderte ihn mit einer vielfach geübten Drehung so zu Boden, dass sein Genick wie ein brechender Zweig knackte. Tot, ohne die Chance, jemals die Freuden und Gnaden einer Dienerkreatur zu erfahren, blieb er am Wegrand liegen. Die Schwefeläugige indes stieg mit dem Säugling in den Karren und übernahm die Zügel. Die Peitsche brauchte sie nicht. Ihr Wille war zwingender als eine Peitsche es je hätte sein können.
 (Vampira Band 11 / Seite 60)
Mit Spannung hatte ich ja bereits nach dem letzten Roman DAS DORF DER TOTEN auf diesen Roman gewartet. Sollte er doch den weiteren Verlauf der Handlung liefern. Auch Tom, der Junge mit dem Körper eines alten Mannes, spielt eine, wenn auch nicht tragende Rolle an der Seite von Beth. Und wie schon im letzten Roman spielten die Rückblicke zu den vergangenen Ereignissen in Llandrinwyth von 1728 eine wesentliche Rolle, warfen Fragen auf und steigerten die Spannung beachtlich. Ohne diese Rückblicke wäre ein wesentliches Geheimnis um Lilith Eden's Herkunft schlicht kaum möglich, und doch gelingt es hier, die fehlenden Teile des Rätsels bis zum Schluss quasi dem Leser vorzuenthalten, um den Spannungsbogen immer weiter in die höhe zu treiben. Als Einheit gesehen sind die Romane DAS DORF DER TOTEN und HINTER DEN SPIEGELN die wohl bisher beste Story in der kurzen Laufzeit.

Gerade die Rückblenden machten mir dabei den meisten Spaß und hielten mich gefangen wie Ähnliches im Hardcover DER SCHATTENFRESSER von Christian Montillon und Oliver Fröhlich (Zamorra Band 32/Zaubermond-Verlag). Solches gelingt aber auch nur, wenn der Autor oder die Autoren es verstehen, den Leser auf diese Zeitreisen mitzunehmen und dieser nicht das Gefühl bekommt, hier nun zusammenhangslose Geschichten präsentiert zu bekommen. Ein Festhalten an einem roten Faden, der sich durch alle zeitlichen Ebenen zieht, empfinde ich dabei als unheimlich wichtig und dies gelingt dem Autor Ardrian Doyle (Manfred Weinland) in diesen Romanen perfekt. Alles was man hierzu also sagen kann, ist ein "weiter so", und ich werde der absolut größte Fan (Upps...wissen wir ja wie sowas endet, ich sage nur MYSERY). Aber gut, Scherzkeks zurück in die Dose, Adrian Doyle heißt ja nicht Paul Sheldon.

Was bleibt sonst noch zu sagen? Okay, das Cover mag ungewöhnlich sein, aber schön ist es doch und passt wie die Faust aufs Auge bei diesem Roman. Besser hätte man es also gar nicht machen können. Das gilt übrigens auch für die Innenillustration, die in jedem Roman ein Blickfang ist. Ach ja, der Selbstmord-Vampir findet noch mal eine kurze Erwähnung, ich konnte mir ein verschmitztes Grinsen auch hier wieder nicht verkneifen.

Und weil es so schön ist mit den Geschichten um Spiegel im allgemeinen und wir ja bis zum nächsten Vampira noch warten müssen, hier eine kleine von mir erlebte Geschichte: Beim Blättern in einem Möbelkatalog sah ich einen schönen Kleiderschrank mit Spiegeltüren. Als ich dies anmerkte, dass er mir gefiel, bekam ich zur Antwort - Spiegel gehören nicht in ein Schlafzimmer und schon gar nicht in Richtung der dort Schlafenden gerichtet. Auf meine Frage hin, wie diese Meinung nun zustande komme, bekam ich mit ernster Mine gesagt, dass aus dem Spiegel negative (sprich böse) Energie auf die schlafenden Personen überginge und zu verstärkten Alpträumen führen würde. Gleichsam beeinträchtigen diese Energien wohl auch das gesundheitliche Wohlbefinden. Na ja, ich habe dann den Katalog wieder zu gemacht. Dass ich es für einen hübschen Kick beim Sexualleben hielt, habe ich aufgrund dieser Antwort dann auch besser für mich behalten. Wer weiß, was ich da für eine Antwort erhalten hätte. Aber nun genug vor den Spiegeln herumgehüpft, wir sehen uns hier an gleicher Stelle wieder, wenn es dann bei VAMPIRA heißt:
FREAKS

... und dabei möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier niemanden persönlich als solchen so bezeichnen will. Man weiß ja nie!


Hinter den Spiegeln
Vampira 11
von Adrian Doyle
65 Seiten/1,60 €
Bastei Verlag
 

Kommentare  

#1 Kerstin 2011-09-25 18:10
An der Sache mit den schädlichen Spiegeln im Schlafzimmer ist schon was dran, wenn sich dort geomantische oder elektromagnetische Störzonen befinden. Die können sich unter Umständen durch einen Spiegel tatsächlich verstärken. Der Spiegel löst die nicht aus, sondern reflektiert die nur und könnte sie auf die Weise auf den Schlafenden wefen.

Das kannst du einem erfahrenen Rutengänger wie mir nun glauben oder es bleiben lassen.

Außerdem kann es störend sein, wenn man aus den Augenwinkeln jede der eigenen Bewegungen quasi als Fremdbewegung wahrnimmt.
#2 Laurin 2011-09-26 10:47
Jepp - Kerstin, so einen Rutengänger hatte meine Ex auch mal in die Wohnung geholt. Danach hingen Steinscheiben überall an den Wänden wegen so Kreuzpunkte, worauf er sagte, dass sich unsere Katzen auch erstmal danach seltsam benehmen würden, weil sie diese Kreuzpunkte ja suchen würden. Und der Schlaf sollte besser sein. Nun ja, was soll ich sagen, ich habe danach genauso gut wieder geschlafen wie vorher und die Katzen hat es auch nicht gestört, die suchten höchstens weiter nach Leckerchen. Und mal ehrlich, wenn man morgends aufwacht und als erstes einen netten Kerl sieht (sich selbst im Spiegel), dann ist der Tag doch schon halb gerettet. :-* :lol:
#3 Jonas Hoffmann 2011-09-26 19:21
also ich fand das ganze recht langatmig. Warum wusste der Pfarrer nix von dem "Brunnenspiegel"? Des Weiteren passt der Tom immer noch nicht ins Bild, der wurde mir "zu zufällig" da die Wiese hinab gerollt. Vielleicht wird das ja noch geklärt im nächsten Band. Aber insgesamt fand ich, dass die Storyline insgesamt nicht für einen Doppelband getaugt hat, da hätte es auch ein Roman getan, find ich.
#4 Laurin 2011-09-26 20:59
Das mit Tom sah ich jetzt wirklich nicht so eng und der Brunnenspiegel (versuch mal Wasser zu zerschlagen :D ), Gegenfrage, warum sollte er es wissen? Er bezog sich auf die Durchgänge die er wahrscheinlich kannte, und das waren eben Spiegel die in der Größe auch als Durchgang taugten. Ich seh da also keinen Grund mein Urteil zu revidieren - ich fand den Doppelband spitze.
#5 Jonas Hoffmann 2011-09-26 22:04
Brunnen ablassen
= zerschlagen
#6 Laurin 2011-09-27 07:22
Jepp, Jonas Hoffmann :lol: ;-) .
So kann man es auch machen, nur wie gesagt, kam Wasser in dem man sich spiegeln kann, in seinem Denken überhaupt vor? Manchmal fällt ja auch uns das naheliegenste nicht sofort oder überhaupt nicht ein. Und was ist dann mit großen Wasserfützen - weia, das artet echt in Arbeit aus. :lol:
#7 Jonas Hoffmann 2011-09-27 08:28
naja, der Riff Raff (oder so) war doch der Herr dieser Welt, er sollte also auch die Ausgänge kennen ;)
#8 Laurin 2011-09-27 10:30
Na ja, bei dem Alter des ehemalien Priester verbuch ich das mal unter fortschreitende Demenz. :lol: ;-)
#9 Kerstin 2011-09-30 17:05
@ Laurin:

Steinscheiben herumhängen lassen? Das einzige Gestein, das solche Störzonen abwehren kann, ist Diabas. Aber nicht als Scheiben, sondern als eine ordentliche Lage im Keller oder beim Neubau gleich im Fundament mit eingearbeitet.

Leider gibt es eine Menge Scharlatane, die unbedingt was verkaufen wollen. Es ist leicht, sich und andere mit den Ruten zu täuschen. Das ist nur was für charakterfeste Leute, die ergebnisoffen arbeiten und stetig für neue, unerwartete Erkenntnisse offen sind.

Eure Katzen waren offensichtlich klüger.
#10 Laurin 2011-09-30 23:11
Ja, Kerstin, die Katzen waren allemale schlauer, selbst als meine Ex-Frau und dem Schwiegerdrachen. :lol:
Mir war's ja egal, die dünn geschnittenen Steinscheiben mußte ich ja nicht zahlen, dass machte der Schwiegerdrachen schon, sonst hätt ich dem gezeigt, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. :-*

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