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Paul Naschy - Seine Filme: EL VIGILANTE (SCHOOL KILLER)

Paul Naschy und seine FilmeEL VIGILANTE 
(SCHOOL KILLER)
DAS HORRORKABINETT DES SENOR MONSTRUO (TEIL 6)

2001 waren 10 Jahre ins Land gegangen, seit Paul Naschy einen Herzinfarkt erlitten hatte.1991 hing seine Karriere in einem echten Tief, aber die Tatsache, dass er noch einmal davon kommen durfte, verlieh ihm die nötige Stärke für einen neuen Anlauf. Ein paar seiner Kollegen hatten weniger Glück.


Unter ihnen war auch der ungeliebte Jose Maria Zabalza (siehe: „Die Daninsky-Chronicles: Teil 3), den manche Zeitgenossen auch gerne als „baskischen Ed Wood“ betitelten. Zabalza verstarb, fast vergessen, 1985, mit 57 Jahren an Krebs.

Leon Klimovsky, der mit Naschy immerhin sieben Filme drehen konnte, erlag am 8. April 1996 einem Herzleiden, und im Februar 2008 ereilte Klimovskys ehemaligen Produktionsassistenten, Carlos Aured, das gleiche Schicksal.

Alle drei waren ja bekanntlich Vertreter des klassischen Siebziger-B-Movies. Naschy, ebenfalls ein Relikt dieser Zeit, musste nach seiner Genesung endgültig erkennen, dass er sich den veränderten Bedingungen im Genre anpassen musste…

1974, ausgerechnet an Freitag dem 13., beschließen ein paar Schüler aus Monte Alto, ihren Schulabschluss in einer alten Schule zu feiern. Obwohl die baufällige Einrichtung seit dem Vorjahr geschlossen ist, gelingt es ihnen, die Räume zu betreten. Die Party kann beginnen, aber mit dem Feiern ist es bald vorbei, denn ein Killer geht um. Der will seinen eigenen Spass und richtet ein Blutbad an, dem offensichtlich niemand entkommt.

Die Kids26 Jahre später verbringen sechs Teenager ein Wochenende in dem verlassenen Gebäude und müssen feststellen, dass sie nicht die einzigen „Besucher“ sind. Bald geschehen merkwürdige, erschreckende Dinge…

Is klar eh, der Killer, diese fiese Möp, ist wieder da und geht seinen potentiellen Opfern natürlich an den Kragen. Und dann ist da noch Ramon, dessen Papi, seinerzeit, 1974, als einziger dem Gemetzel entkommen konnte.

Alleine der träge Titel ist Programm und macht klar, dass man von diesen Plots nicht allzu viel erwarten darf.

Carlos Gil, der Director dieser überflüssigen Slasherreprise, zeigt außerdem, wie tief ein Mensch in diesem Geschäft wirklich sinken kann. Der Kerl führt in seiner Biografie immerhin Namen wie Steven Spielberg an, bei dem er als Assistent für „Indiana Jones“ tätig war. Des Weiteren finden sich da Ray Harryhausen, John Sturges... und... und... und...

Naschy bei der ArbeiMit „Schoolkiller“ hat der arme Carlos dann auch richtig ins Klo gegriffen.

 Das Script von Blanco und Holgueras bedient sich dabei ungeniert im Repertoire des Teenie-Horrors. Neben Carpenters „Halloween“ (1978) wird so ziemlich alles abgegrast, was der findige Slasherfreund in den letzten Jahrzehnten genießen durfte. Ein bisschen „Friday the 13th“ (1979), etwas „Shining“ (1980)-Mistery und Beigaben aus dem ohnehin arg überschätzten „Blair Witch Projekt“ (1998).

Die Geschichte hat also einen ziemlichen Bart und ist nicht einmal für Naschy-Fans interessant. Der taucht ohnehin nur knappe 10 Minuten auf und soll dem Machwerk mit seiner Präsenz offensichtlich ein Publikum sichern.

Also, in die Tonne kloppen, das Ding, oder?

Weil im grandios bescheuerten Szenario die ganze Zeit Nacht sein soll, wäre eine vernünftige Ausleuchtung von Nöten gewesen, aber irgendein Trottel hat’s versaut und deshalb bleibt halt vieles schwer erkennbar.

Wer damit notgedrungen klar kommt, dem dürften die blödsinnigen Dialoge auf den Zeiger gehen. Einiges davon ist moderner, standardmäßiger Referenz- Shit aus anderen Horrormovies; die sogenannten Darsteller, deren Talente niemand wirklich berauschend finden kann, diskutieren irgendwelche Vorgänge zu Tode. Wir bekommen unzählige, beknackte Dialoge mit, wie z.B. diese:
Typ: „Ein Licht“….
Girlie: „Wie kann das sein, der Strom wurde abgeschaltet…“
Typ: „Es müsste eigentlich andauernd an sein…(oder so ähnlich…)“
Anderer Typ:„Aber, schau mal, die Leitungwurde durchtrennt….“
Typ: „Das ist nicht die Hauptleitung. Das Licht, das wir gesehen haben,
war ein anderes…“
Anderes Girlie: „Nein, schau, die Hauptleitung ist gestohlen worden…“
Typ: „Vielleicht war es ein Gas- oder batteriebetriebenes Licht..“
Girlie: „Nein, das Licht war definitiv von einer Stromquelle…“
So geht das immer weiter, aber selbstverständlich hat der Blödsinn damit noch kein Ende. Wo wären wir in solchen Momenten, ohne die fast schon notwendigen Zufälle.

Freilich gibt es keine Verbindung zur Außenwelt, weil das Telefon nicht funktioniert. Und einfach wegfahren? Aber, aber, da hat doch so ein Schweinehund die Räder zerstochen…!

Paul NaschyAch ja, Jordi, ein techno-versierter „Blair Witch-Fan“ mit Kamera im Hut, will hier sein eigenes „Blair Witchprojekt“ drehen. Wie neu das doch ist…

Einziger Lichtblick.., eine fast 30minütige Rückblende, mit der die Vorkommnisse aus den Siebzigern erklärt werden. Die Darsteller sehen in ihren Klamotten tatsächlich wie eine traditionelle 70er-Slasher-Truppe aus.

Auch das Filmmaterial wirkt älter und verfehlt damit seine Wirkung nicht.

Das war’s dann aber auch…

Die Gorehounds kommen natürlich auf ihre Kosten. Es gibt ein paar nette, fiese Splattereinlagen.

Unwichtig, witzlos. kaum der Rede wert, ein ziemlicher Dumpfbacken-Verschnitt.

Schade um Paule, der hier einfach nur verheizt wurde…

School Killer
EL VIGILANTE
(SCHOOL KILLER)
Spanien 2001

CAST:
Paul Naschy - El Vigilante/ Der Hausmeister
Carlos Fuentes - Ramon
Zoe Berriatua - Jordi
Olivia Molina - Maria
Elena Cardonico - Pam
 Carmen Morales - Sandra
Kwenya Carreira - Larry

Regie: Carlos Gil
Drehbuch: Tino Blanco. Mercedes Holgueras
Kamera: Fernando Arribas
Musik: David San Jose
Laufzeit: 90 Minuten (Deutsche Fassung)
Kein Einsatz in deutschen Kinos
DVD:”Marketing Film“
Video: „Kinowelt“


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