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Paul Naschy - Seine Filme: LA REBELION DE LAS MUERTAS (REBELLION DER LEBENDEN LEICHEN)

Paul Naschy - Seine FilmeDiesmal:
LA REBELION DE LAS MUERTAS 
(REBELLION DER LEBENDEN LEICHEN)
DAS HORRORKABINETT DES SENOR MONSTRUO (TEIL 4)

Ältere Filme wurdn in den Siebzigern ja oft unter dubiosen Umständen wieder in die Kinos gebracht, und die deutschen Verleihfirmen versuchten wirklich alles, um uns, mit fast krimineller Energie, an der Nase herumzuführen.

So ließ der relativ kleine Verleih „Cinema Service“ 1974 „La Rebellion de las Muertas"(1972) folgerichtig als „Rebellion der lebenden Leichen“ starten.

Als dann, im Oktober 1974, bei uns „Der Exorzist" (1973) den Teufel austrieb, dachte man flugs um und konnte mit dem Titel „Die Beschwörung des Teufels“ noch einmal bescheidene Kasse machen.
Blutrausch der ZombiesUnd weil George Romeros „Zombie / Dawn of the Dead" (1978) auf deutschen Leinwänden rockte, kam der gleiche Streifen aus eben diesem Anlass wieder und versprach als „Blutrausch der Zombies“ einen weiteren Film über untote Menschenfresser.

Tatsächlich ist "La Rebelion...." eine Genremixtur, aber vor allem eben ein echter Naschy…

Weil Elvira Irving von schrecklichen Alpträumen geplagt wird, in denen Menschen eines gewaltsamen Todes sterben, bittet sie den indischen Guru Krisnaum psychologische Hilfe.
Inzwischen erweckt ein unheimlicher, Maskierter durch Voodoo-Rituale weibliche Leichen und lässt sie, als willenlose Werkzeuge, schreckliche Morde an Elviras Verwandtschaft begehen. Sie selber kann entkommen und flüchtet erneut auf den abgelegenen Landsitz Krisnas.
IhrFreund, der Schriftsteller Lawrence Radcliffe, vermutet eine Verbindung nach Indien, weil die Irvingsfrüher dort gelebt haben.
Tatsächlich steckt hinter den Untaten Krisnas jüngerer, entstellter Bruder Kantaka, der vor 20 Jahren nur knapp einen Brandanschlagdurch Elviras Angehörige überlebt hat…

Die kurze Inhaltsangabe lässt den Plot vielleicht besser aussehen, als er wirklich ist, denn leider krankt Klimovskys Eintopf aus Satanismus, Voodoo und „Giallo“ mal wieder an einem Script, das Grund zum Ablachen und Köpfe schütteln gibt.

Aber als Fan vom Senor Naschy sieht man ja gelegentlich über einiges hinweg, und ein schlechter Paule ist uns doch allemal viel lieber, als das Z-Film-Untalent Jess Franco.

„La Rebelion….“ ist wahrlich ein hastig herunter gekurbeltes Filmchen, bei dem uns nur ab und an vielleicht die Leistungen von Maskenbildner Miguel Sese aus dem Schlaf reissen könnten.

Bei Naschy hat Sese zumindest befriedigende Arbeit geleistet und lässt den glatt gebügelten indischen Guru recht gut mit seinem vernarbten, fanatischen Bruder Kantaka kontrastieren. Selbst das kreative Make-up des Gehörnten (ebenfalls Naschy), in einer Traumsequenz, bietet einen, wenn auch leicht komischen, Schauwert.

Der stämmige Spanier bewältigt diese dreigeteilte Aufgabe recht ordentlich und präsentiert sich weitaus besser, als der Rest seiner hölzernen Kollegen.

Und jetzt wollen wir freilich wissen, warum dieses Werk das Zeug zur absoluten Gurke hat.

Zunächst einmal soll sich der Film, wenigstens teilweise, in England abspielen und jubelt dem ahnungslos gläubigen Zuschauer ein paar eilig geschossene Originalaufnahmen unter.

Es kommt noch besser, ein Brillantine triefender Spanier gibt den Part des Scotland Yard-Inspektors und muss als Beweis dafür herhalten, dass sich Europäer einfach nicht so leicht zum Engländer faken lassen.

Wer darüber hinwegsehen kann, der will ja wenigstens ordentlich abgruseln, aber irgendwie stellt sich keine vernünftige Gänsehaut ein.

Da überspringen die munteren Untoten Grabsteine in Zeitlupe und ein nackertes Liebespärchen wird vom schwarz gekleidet, vermummten Schlitzer aufgespießt.

Alles schön und gut, aber eine beknackte Ausleuchtung, unpassender Soundtrack und die phantasielose Regie ersticken jede Chance auf den erwarteten Horrorthrill.

Okay, Okay, ein Splatteranteil ist vorhanden und wird jenen, die so etwas wirklich brauchen wohl auch gefallen. Macht ja nichts, wenn das Blut aussieht wie Wandfarbe.

Wenn wir dann schon dabei sind… Ich bin wohl nicht der Einzige, dem eine Dose Sodawasser, als Mordwaffe, ziemlich gaga vorkommt.

In den Detailfragen darf die Trauerfeier nicht unerwähnt bleiben, bei der unser Held, unterstützt von völlig unpassender Jazzmucke, ganz lässig eine Zigarette am offenen Sarg raucht.

Paul NaschySpanische Horrorfilme der frühen Siebziger sind natürlich auch bekannt für ihre konservativen Themen. So ist der liebe Krisna, ob seiner indischen Herkunft, selbstredend sofort verdächtig. Ohnehin stellt sich die Frage, warum Eingeborene aus Indien europäischen Hexenkult und haitianische Voodoo-Rituale benötigen. Ausufernde Angst vor dem was fremd ist, na logo..

Noch offensichtlicher ist hier wohl das Vorurteil, dass ein echter Diener schwarz und von Natur aus doof sein muss. So will es schon die deutsche Synchro und macht uns ein L für ein R vor; Chinese oder Schwarzer, da kennt man bei uns ja auch keinen Unterschied.
 
Außerdem dürfte jedem Betrachter eine unterschwellige Frauenfeindlichkeit kräftig ins Auge springen. Nicht nur, dass die Zombies alle weiblicher Natur sind, auch werden Männer durch die „böse Frau“ zum Ehebruch und Gräber schänden verleitet.

Ja, ist es denn, Mädels...?

Letztendlich entpuppt sich „La Rebelion…“ alsschundiger Horror-Mistery-Trash, den nur wirklich beinharte Naschy-Fans geniessen können…..,leider..

La Rebellion De Las Muertas
LA REBELION DE LAS MUERTAS
(REBELLION DER LEBENDEN LEICHEN)
Spanien 1972

CAST:
Paul Naschy - Krisna / Kantaka
Mirta Miller - Kala
 Vic Winner - Dr. Lawrence Radcliffe
Carmen Romero - Elvira Irving
 Maria Kostie - Elsie
Aurora de Alba - Oliva
Anthony Pica - Yard-Inspektor

 Regie: Leon Klimovsky
 Drehbuch: Jacinto Molina
 Kamera: Francisco Sanchez
 Musik: Juan Carlos Calderon
 Laufzeit: 89 Minuten (Deutsche Fassung)
 Deutscher Verleih: „Cinema Service“
 Deutsche Erstaufführung: 23.08.1974
Red Edition: Blutrausch der Zombies
Video: „UFA”, “Astro”
 DVD: „Laser Paradise“

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