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Salem's Lot ... Zwei Filme und ein Roman von Stephen King!

Salem's LotSalem's Lot...
...Zwei Filme und ein Roman von Stephen King!

In beiden Filmen finden wir uns in einer kleinen Stadt namens Jerusalem's Lot wieder. Einer Stadt die von ihren 1319 Einwohnern einfach Salem's Lot genannt wird. Und Salem's Lot hat auf einer Anhöhe auch ihren düsteren Schatten in Form des gespenstischen Marsten Haus, in dem ehemals Kinder verschwunden und dem Bösen zum Opfer gefallen sein sollen. Genau dieser Vergangenheit will sich der Schriftsteller Ben Mears stellen als er viele Jahre später als erfolgreicher Schriftsteller nach Jerusalem's Lot zurückkehrt! Und das Böse lebt immer noch im Marsten Haus. Das Böse in der Gestalt von Richard Straker und Kurt Barlow.

 

Für Grusel und Grauen ist in dem 174 Minuten Film reichlich gesorgt und diese Verfilmung mit Rob Lowe als Ben Mears und Rutger Hauer als der Vampir Barlow dürfte die bislang beste Umsetzung des Stephen King- Romans "Brennen muß Salem" (Salem's Lot) sein.

Salem's Lot (1979)Wie gesagt, hier handelt es sich um die Verfilmung aus dem Jahre 2004. Aber 1979 gab es schon mal eine Verfilmung (unter 90 Minuten Laufzeit) mit gleichem Titel, in dem David Soul als Ben Mears zur fröhlichen Vampirjagd aufrief. Man mag mir diesen Hinweis hier verzeihen, aber wenn hier jemand eben die alte Verfilmung von 1979 sehen möchte, so sollte er dies tun bevor er die Lektüre von Stephen King's Roman "Brennen muß Salem" beginnt. Der Grund ist schlicht und einfach darin zu sehen, dass bei umgekehrter Reihenfolge der Film mehr den Eindruck hinterlässt, als wäre er nur eine Aneinanderreihung von einzelnen Szenen aus der Gesamthandlung!

Ein zweiter Teil ohne Buchhintergrund

Von dem Film von 1979 wurde auch ein zweiter Teil gedreht, der jedoch überhaupt nichts mehr mit dem Buch von Stephen King gemeinsam hat außer eben den Handlungsort und die Rahmenhandlung. Da stillen sich die Vampire im Allgemeinen ihren Blutdurst an Rindern und zu Feierlichkeiten darf es denn mal auch ein umgeleiteter Bus mit Insassen sein. Einziger Lichtblick bei diesem zweiten Teil von "Brennen muß Salem" war die hübsche junge Vampirin mit dem langen blonden Haar und dem üppigen Brustumfang. Ansonsten aber hatte der Film wenig gemein mit dem eigentlichen Roman von Stephen King und dürfte nur den einen Zweck gehabt haben, hier nochmals die Kassen mit dem Titel klingeln zu lassen.

Nosferratu lässt grüßenNosferatu ließ grüßen
Eines muss man aber der Verfilmung lassen, der Obervampir wurde bestens in Szene gesetzt und hatte weniger Ähnlichkeit etwa mit Graf Dracula sondern eher mit Nosferatu! So besitzt dieser keine überlangen Eckzähne sondern hat seine spitzen Beißerchen ähnlich einer Ratte (Nagezähne) angeordnet. Auch die restliche Optik, einschließlich der ungesunden Hautfarbe lässt wie in diesen Bildern ersichtlich Ähnlichkeiten mit Klaus Kinski als Nosferatu erkennen (aber auch dem gleichnamigen Stummfilm- Klassiker). Da kommt in der Verfilmung von 2004 Rutger Hauer eher wie eine Dracula- Kopie in Blond daher, was aber der Sache an sich keinen Schaden zufügt. Doch ich bin da mal ganz ehrlich, die Nosferatu- Darstellung finde ich um einiges gruseliger.

Bei der Verfilmung von 2004 hingegen kann man den Roman auch gerne vor dem Film genießen, wobei ich immer dazu plädiere, eine gewisse Zeit zwischen Film und Buch verstreichen zu lassen.

Salem's Lot (2004)Ein Film ersetzt kein Buch
Auch die Verfilmung von 2004 schafft es in ca. 174 Minuten nicht gänzlich die Atmosphäre einzufangen, die in Stephen King's Roman sich Seite um Seite aufbaut und den Leser einen Schauer nach dem anderen zu bereiten vermag. Dies dürfte bei fasst 572 Seiten (abzüglich Vorwort, Coverumschlag usw.) wohl jedem Film recht schwer fallen. Man muss hier dem Heyne- Verlag recht geben, der in der Taschenbuchausgabe von 1997 von einem Meisterwerk von Stephen King spricht.

Bisher (und ich habe einige wenn auch nicht alle Romane von Stephen King gelesen) gelang es Stephen King nicht, mich mit einem Roman so schaurig zu fesseln wie er es mit "Brennen muß Salem" vermochte. Einzig abschreckend ist hier das Cover (in schlichtem schwarz gehalten mit grüner und roter Schrift), aber hier scheint der Heyne- Verlag generell nie gut beraten gewesen zu sein.

Insgesamt kann man die Verfilmung von "Salem's Lot" von 2004 als runder und flüssiger bezeichnen, in der man nicht das Gefühl hat, der Filmemacher habe hier nur ausgesuchte Szenen aus dem Buch genommen und in eine Handlung gepresst.

Mit Rob Lowe und Andre Braugher stehen hier auch zwei Schauspieler in der Runde, die jeder für sich keine Unbekannten in Stephen King's Verfilmungen sind. So spielte Rob Lowe bereits in der Verfilmung von King's "The Stand - das letzte Gefecht" und Andre Braugher spielt später in Stephen King's "Der Nebel" eine nicht unwesendliche Rolle.

David Soul und James Mason (1979)Der Unterschied zur "modernen" Vampirdarstellung
Man sollte sich schon die nötige Zeit, Ruhe, genügend Knabberzeug und Getränke bereithalten um die fast drei Stunden mit Spannung zu überstehen. Insgesamt dürfte jeder der Stephen King- Verfilmungen liebt mit dem Film "Salem's Lot" von 2004 bestens bedient sein. Da sind die Vampire nicht weichgespülte Psychos im Hormonrausch und der übliche menschliche Diener hat keinen Buckel (aber reichlich böse gespielt von Donald Sutherland) wie Igor im "Tanz der Vampire".

Rob Lowe (2004)Da gibt es auch keine unsinnigen Regeln wie das man Kinder nicht zu Vampiren machen dürfe wie im "Interview mit einem Vampir" oder die Skrupel eines Untoten, die Lebenden mal sauber auszusaugen! "Salem's Lot" hat alles das was einen guten Vampirfilm ausmacht und das mit brillanten Schauspielern (die ich selbst in der Fassung von 1979 etwas vermisse). Man sollte sich bei diesem Filmgenus zumindest jegliche Störung verbieten um die Atmosphäre dieser kleinen Stadt, in der sich das Böse ausbreitet einfangen zu können. Und bei aller Liebe, kaufen sie sich die DVD und verzichten sie auf eine Fernsehübertragung, jegliche Werbung vermiest den Filmgenus erheblich. Und wenn sie ihn gesehen haben ein Tipp von mir: Lassen sie ca. drei Wochen vergehen, dann holen sie sich das Buch "Brennen muß Salem" und tauchen sie erneut ein, denn wer gerne gute Gruselfilme sieht, für Den oder Die dürfte "Salem's Lot" ein muss sein, aber ein gut geschriebenes Buch kann kein Film ersetzen! In diesem Sinne viel Spaß und eine ordentliche Portion Gänsehaut....Laughing

Daten
Salem's LotSalem's Lot
(Salem's Lot - Brennen muß Salem
)
(USA 2004)
Regie: Mikael Salomon
Drehbuch: Peter Filardi
Roman: Stephen King

Darsteller:
Ben Mears - Rob Lowe
Matt Burke - Andre Braugher
Susan Norten - Samantha Mathis
Mark Petrie - Dan Byrd
Vater Donald Callahan - James Cromwell
Richard Straker - Donald Sutherland
Kurt Barlow - Rutger Hauer
Ruth Crockett - Penny McNamee
u.a.

DVD: Salem's Lot (1979)Salem's Lot
(Salem's Lot - Brennen muß Salem)
(USA 1979)
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Paul Monash
Roman: Stephen King

Darsteller:
Ben Mears - David Soul
Richard K. Straker - James Mason
Mark Petrie - Lance Kerwin
Susan Norten - Bonnie Bedelia
Ned Tibbets - Barney McFadden
u.a.


Die BücherTaschenbuch:
Brennen muß Salem
(Salem's Lot)
576 Seiten
ISBN: 978-3-453-12527-8
Euro: 8,95
Heyne (Random House)

Paperback, Klappenbroschur
736 Seiten
ISBN: 978-3-453-40749-7
Erscheinungstermin voraussichtlich ab 13. 09. 2010
Euro: 15,00
Heyne
(Random House)

Kommentare  

#16 Norbert 2010-05-29 20:01
Ich möchte Laurin nichts Wesentliches hinzufügen. Als King-Fan dürftest Du eher eine Enttäuschung erleben. Der Film ist etwas für den unbedarften Videoabend und lässt den Zuschauer nicht hängen. Solides Handwerk ist von Cohen immer zu erwarten.
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