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Horrorfilme im Kino 2023 - Ein neuer Blick durchs Schlüsselloch

Horrorfilme im Kino 2023Horrorfilme im Kino 2023
Ein neuer Blick durchs Schlüsselloch

Das Jahr 2023 fängt in Sachen des eher düsteren Genre recht interessant an. Und wenn das Jahr noch durch die Zusammenarbeit seitens Jason Blum (Blumhouse Productions) und James Wan (Conjuring-Universe) in Sachen finsterer Phantastik gleich noch eingeläutet wird, dann dürfte ja eigentlich nicht wirklich etwas schief gehen. Wären da nicht so manche Filmkritiker, die im Vorfeld gleich den Film M3GAN mit aller Gewalt mit dem Horror-Trash um die Mörderpuppe CHUCKY vergleichen wollen.

Nun hat CHUCKY es ja seit 1988 durchaus schon auf sechs Fortsetzungen und eine Serie gebracht und wird inhaltlich (da nicht wirklich etwas neues passiert) wohl genauso kaputt geritten wie ehemals "Freddy Krueger" (NIGHTMARE ON ELM STREET) oder eben auch kürzlich "Michael Myers" (HALLOWEEN), wo man sich offensichtlich zum letzten Anschlag im Kino eher nur noch fremdschämen dürfte. Dabei hat der Film M3GAN wirklich nichts mit den Filmen um die Mörderpuppe CHUCKY gemeinsam. Weder von Handlungsaufbau noch von der Herangehensweise. Wer da also direkte Vergleiche zwischen M3GAN und CHUCKY versucht herbeizuzaubern, hat das Klassenziel wohl irgendwie verfehlt und sollte in Sachen Filmkritiken besser noch mal eine Ehrenrunde nach der kassierten 6 als Schulnote drehen.

Doch worum geht es denn bei M3GAN, die gerade die bundesdeutschen Kinos unsicher macht und dabei auch eher eine mehr als gelungene Mischung zwischen Horror und Science Fiction darstellt?

M3GANM3GAN
Für die junge Spieleentwicklerin Gemma hat die berufliche Karriere durchaus oberste Priorität und an eigenen Nachwuchs hatte sie daher sicherlich noch keinen Gedanken verschwendet. Doch dann sterben plötzlich Ryan und Nicole bei einem Autounfall, so das nun Gemma für ihre kleine Nichte Cady verantwortlich ist. Doch das Verhältnis zwischen Tante und Nichte will nicht so wirklich warm werden, zumal Gemma auch nicht weiß, wie sie mit Cadys Trauer umgehen soll.

Doch Cady scheint großes Interesse an "Bruce" zu haben, der jedoch ein eher alter Roboter im Besitz von Gemma ist. Doch dies bringt Gemma erst dazu, der kleinen Cady die Puppe M3GAN als Freundin zur Seite zu stellen, die nicht nur mit dem Mädchen spielen, sondern sie auch vor Gefahren beschützen soll, da M3GAN auch seitens Gemma mit einer günstlichen Intelligenz aufgerüstet wurde. Dabei ahnt sie jedoch nicht, wie ernst M3GAN gerade den Schutz von Cady nimmt, die sich gleich mit der "künstlichen Freundin" ganz dicke anfreundet. Aber M3GAN lernt nicht nur weiter dazu, sondern will Cady nun um jeden Preis beschützen, egal wen sie dabei auch beseitigen muss.

Mein Eindruck:
Wirklich, M3GAN hat absolut nichts mit der Voodo-Mörderpuppe CHUCKY gemeinsam, die man getrost auch eher aufgrund ihres hohen Trash-Faktor locker in der Sparte Horrorkomödie weiter verordnen darf. Dafür wartet M3GAN mit einer durchaus intelligenten Geschichte auf, die eben nicht auf Komödie sondern auf Spannung aufbaut. Und mal ganz ehrlich, M3GAN ist schon gruselig, wenn sie im Trailer direkt in Richtung Zuschauer blickt, während CHUCKY eben von Anfang bis Ende eher nur eines ist, nämlich durchaus vernüglicher Trash im Stil der 1980er Jahre.

M3GAN
Regie: Gerard Johnstone
Drehbuch: Akela Cooper
Darsteller: Allison Williams, Violet McGraw, Amie Donald, Jen Van Ebbs, Ronny Chieng, Amy Usherwood u.a.
Genre: Horror/SciFi
USA 2022
Deutscher Kinostart 12. Januar 2023

Patrick WilsonInsidious: Fear the Dark
Der fünfte Film setzt eigentlich zeitlich einige Jahre versetzt an die ersten zwei Filme des INSIDIOUS-Franchise an, bei dem der damals noch recht junge Dalton Lambert als kleiner Junge in ein seltsames Koma fällt. Das er wie ehemals sein Vater Josh Lambert in der Lage ist, seinen Geist vom Körper zu lösen um Astralreisen zu vollführen, ahnten weder Josh noch dessen Frau und Darltons Mutter Renai nicht, zumal bei Josh damals durch das Medium Elise jede Erinnerung daran gelöscht wurde. Aus gutem Grund, denn auch Dalton ist nun durch seine Astralreisen einem recht bösen Dämon aufgefallen, der ihn damals ganz in das Reich der Finsternis ziehen wollte.

Nun, etwa zehn Jahre danach sehen wir wie Dalton von seinem Vater Josh auf eine idyllisch im Osten der USA gelegene Universität gebracht wird. Doch aus dem tollen Leben auf einer angesehenen Bildungsanstalt wird nicht nur für Dalton sondern auch wohl Josh bald ein schrecklicher Albtraum werden. Denn auch die Dämonen aus ihrer beider Vergangenheit haben sie nicht vergessen und kehren offenbar aus der düsteren Parallelwelt zurück um Vater und Sohn wieder gnadenlos zu verfolgen.

Mein Eindruck:
Ganz ehrlich gesagt, ich habe ja alle vier bereits gedrehten Filme der Reihe INSIDIOUS seitens James Wan und Blumhouse Productions in meinem Filmarchiv und sehe mir sie auch regelmäßig immer wieder gerne an. Hier nun setzt die Handlung direkt zehn Jahre später zur Handlung der ersten zwei Filme um die Familie Lambert an und spinnt so den Faden locker weiter.

Dabei steht übrigens der Schauspieler Patrick Wilson nicht nur wieder als Josh Lambert vor der Kamera, sondern sitzt hier auch gleich selbst auf dem Regiestuhl. Das macht den Film für mich eigentlich nur interessanter, zumal Patrick Wilson auch bei den Filmen des CONJURING-Franchise neben Vera Farmiga als Dämonologin Lorraine Warren regelmäßig in der aüßerst sympathischen Rolle des Dämonologen Ed Warren schlüpft. Hier kann ich im Vorfeld eigentlich nur gestehen, lange auf einen fünften Streich gewartet zu haben, was mich nun eben auch gespannt wie einen Flitzebogen auf INSIDIOUS: FEAR THE DARK warten lässt. Da man im Internet allerdings noch nicht wirklich an das entsprechende Filmplakat herankommt, welches optisch was hergibt, bekommt ihr hier erst einmal nur das Foto vom Schauspieler und nun auch Regisseur Patrick Wilson.

Insidious: Fear the Dark
Alternativtitel: Insidious: The Dark Realm
Regie: Patrick Wilson
Drehbuch: Scott Teems
Darsteller: Ty Simpkins, Patrick Wilson, Rose Byrne, Andrew Astor, Sinclair Daniel, Hiam Abbass, Peter Dager u.a.
Genre: Horror
USA/Großbritannien/Kanada 2023
Voraussichtlicher Kinostart: 07. Juli 2023

Evil Dead RiseEvil Dead Rise
EVIL DEAD (in Deutschland natürlich auch unter dem Titel TANZ DER TEUFEL bekannt) zieht im neusten Streich aus einer einsam gelegenen Hütte im Wald, wo das Böse durch ein teuflisches Buch der Toten auf den jungen Ash traf, nun direkt in die Stadt um nun dort das dämonische Unwesen zu treiben. Und hier treffen wir dann auf Beth, die ihre ältere Schwester Ellie mit ihren drei Kindern aufsucht, die wiederum in einem eher heruntergekommenen Wohnblock in Los Angeles haust.

Doch aus dem freudigen Wiedersehen wird bald eine teuflische Achterbahnfahrt, da in genau diesem Wohnblock die teuflischen Kräfte des Necronomicon, dem Buch der Toten, erneut unfreiwillig freigesetzt werden, welches bisher in den Mauern des Hauses versteckt wurde. Und kaum haben Ellie und Beth dieses grausame Buch entdeckt, werden auch schon die dämonischen Kräfte entfesselt und die beiden Frauen samt der Kinder finden sich in einem erschreckenden Albtraum wieder. Doch können sie dem Bösen überhaupt noch entkommen?

Mein Eindruck:
TANZ DER TEUFEL (EVIL DEAD) aus dem Jahre 1981 von Sam Raimi hatte irgendwie auch für mich recht schnell einen Kultstatus in Sachen Horror eingenommen. Der zweite Streich von 1987 wusste trotz einer Schippe mehr schwarzem Humor auch noch zu gefallen. Erst mit dem dritten Streich um Ash in ARMEE DER FINSTERNIS (1992) überspannte für mich Sam Raimi den Bogen zwischen trashigem Humor und Horrorelementen den Bogen dann zu sehr, weshalb dieser Film dann bei mir auch komplett durchgefallen war. Wesentlich ansprechender fand ich dann allerdings das Requel EVIL DEAD aus dem Jahre 2013, wo man positiver Weise den überzogenen Humor wieder ordentlich zurückgefahren und sich wieder verstärkt den düsteren Wurzeln des Franchise zugewendet hatte.

Trotzdem war ich zuerst etwas skeptisch, auch wenn man schnell in anderen Ankündigungen zum Film bereits auf den sehr verstörenden Trailer hingewiesen hatte, welcher offenbar seitens Sam Raimi wieder ein heftiges Brett in Sachen Horror bohren würde. Als ich dann eben diesen Trailer gesehen hatte, kitzelte es mich daher auch direkt irgendwo an der Halsschlagader, was bedeutet, das mein Interesse ordentlich an Fahrt aufnimmt. Wenn der Film daher auch nur zur Hälfte das hält, was der Trailer verspricht, werde ich jedenfalls versprechen, zumindest an Lee Cronin (Regie) im Vorfeld nie wieder zu zweifeln. 

Evil Dead Rise
Regie und Drehbuch: Lee Cronin
Produktion: Rob Tapert
Darsteller: Lily Sullivan, Alyssa Sutherland, Gabrielle Echols, Morgan Davies, Nell Fisher u.a.
Genre: Horror
USA 2023
Voraussitlicher Kinostart: 21. April 2023

The ExorcistThe Exorcist
Hier wird es nun wirklich schwierig, euch etwas mehr vom Inhalt dieses Films mitteilen zu können. Denn der "Concept Trailer" ist eher zusammengestückelt durch einige gute Szenen aus anderen Horrorfilmen, was mich natürlich nicht gerade wirklich mit Begeisterung erfüllt. Und der recht kurze "Official Trailer" wirkt zwar interessant, lässt aber nicht wirklich viel zur Handlung erahnen, die uns Regisseur David Gordon Green uns hier nun 2023 kredenzen möchte.

Auch beim Drehbuch hatte Green zusammen mit Peter Sattler wohl Hand angelegt. Bei dem Film seitens Blumhouse Productions soll es sich allerdings um eine direkte Fortsetzung zur Verfilmung aus dem Jahre 1973 unter der Regie von William Fredkins handeln, wobei eben wohl auch die ersten zwei Fortsetzungen des Fanchise hier offenbar zum allgemeinen Kanon gehören sollen. Gesamt dürfte der Film seitens Blumhouse Productions durchaus das bisher gesamte Franchise beeinflussen, auch wenn der Film von 1973 eben zu einem unerreichten Kult wurde, während die dann folgenden Fortsetzungen sich allerdings allgemein sehr schwer taten, überhaupt noch am Erfolg des Klassikers von 1973 kratzen zu dürfen.

Mein Eindruck:
Von diesem Standpunkt aus betrachtet, weiß selbst ich nicht wirklich, was ich von THE EXORCIST 2023 nun wirklich halten soll.  Denn genau genommen hatte ich schon Bauchschmerzen, als ca. 2020 ein Reboot zum Klassiker DER EXORZIST überhaupt ins Gespräch kam. Denn seien wir mal ehrlich, was will man denn Heute gegenüber dem unerreichten Klassiker von 1973 wirklich noch besser machen? Und genau genommen sind ja auch alle weiteren filmische Versuche innerhalb dieses Franchise über die Jahrzehnte ja eher kläglich gescheitert. Aber schauen wir mal, ob Blumhouse Productions uns hier zumindest ein wenig positiver überraschen kann. Zu hoffen wäre es, bevor man sich hierzu zu sehr ärgert. Zumindest scheint aber auch die Schauspielerin Ellen Bursty wieder mitzuspielen, die bereits in DER EXORZIST von 1973 die Schauspielerin und Mutter der kleinen Reagan, Chris MacNeil spielte. Und diese Rolle, nur als eine wesentlich ältere Version, soll sie auch in der Verfilmung THE EXORCIST von 2023 wieder einnehmen. Zumindest hat man sich im Vorfeld bei Blumhouse Productions wohl vorgenommen, jetzt nicht nur einfach den Klassiker auf modern zu trimmen, sondern gleich damit auch eine neue Trilogie in Angriff zu nehmen.

The Exorcist
Regie: David Gordon Green
Drehbuch: Peter Sattler, David Gordon Green
Darsteller: Leslie Odom Jr., Ellen Bursty, Roy Gross, Richard Carr III., Nick Benas, Ann Dowd u.a.
Genre: Horror
USA 2023
Voraussichtlicher Kinostart: 13. Oktober 2023

Und damit beschließe ich hier erst einmal den Blick auf die Kinofilme des Genre 2023. Dabei hätte ich auch noch die Neuverfilmung von SALEM'S LOT erwähnen können, welcher ja schon zweimal fürs Fernsehen verfilmt wurde als BRENNEN MUSS SALEM von 1979 mit David Soul, Bonnie Bedelia und James Mason, sowie Salem's Lot von 2004 mit Rob Lowe und Donald Sutherland sowie Rutger Hauer. Aber da warte ich vielleicht besser mal auf weitere verwertbare Informationen, bevor ich hier einfach nur gesichert sagen kann, dass man offenbar Stephen Kings Vampir-Roman ein drittes mal verfilmt. In diesem Sinne also viel Spaß, nicht nur an der Kinokasse beim bezahlen, sondern auch bei den Filmen selbst.

Kommentare  

#1 Ingo Löchel 2023-01-21 19:03
Ein sehr guter Überblick über die Horrorfilm, die in den nächsten Monaten ins Kino kommen.

Ich fand den Horrorfilm "M3GAN", der ziemlich unblutig daherkommt, auch intelligend und unterhaltsam inszeniert, obwohl die
Rollen auch mal wieder nach dem Diversitätsprinzip ausgewürfelt wurden und Männer darin keine
Rolle spielen, sondern der Film ganz im Zeichen der 'Frauenpower' steht.

Jedenfalls ist "M3GAN" der interessanteste Horrorfilm, den Universal Pictures in den letzten
Jahren herausgebracht hat, was mich auch veranlasste einen 'kleinen' Artikel zu "M3GAN"
auf meiner Seite zu veröffentlichen.

phantastic-worlds.blogspot.com/2023/01/horrorfilm-m3gan-2023.html

Und eine Fortsetzung ist ja auch schon in Planung., was am Ende von "M3GAN" vorauszusehen war, zumal der Film auch sehr erfolgreich in den Kinos läuft, der weltweit schon über 103 Millionen Dollar eingespielt hat.
#2 Laurin 2023-01-21 20:44
Wirklich schöner Artikel @Ingo Löchel.
Das mit dem "Diversitätsprinzip" ist mir ehrlich gesagt nicht wirklich aufgefallen, sehe ich aber jetzt auch in diesem Fall nicht wirklich als Nachteil. Denn in erster Linie sollen Filme ja gut unterhalten und das schafft M3GAN durchaus sehr gut.

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