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Krieg im Multiversum - »Doctor Strange in the Multiverse of Madness«

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessKrieg im Multiversum
»Doctor Strange in the Multiverse of Madness«

Gemeinsam ist die blutjunge America Chavez auf der Flucht, geradewegs von einem Universum ins nächste, weil sie von einem Dämon verfolgt wird, der ihre Fähigkeit für sich beanspruchen will, frei durch das Multiversum reisen zu können. Dabei wird sie begleitet vom Magier "Defender Strange" einer anderen Inkarnation von Doctor Strange aus unserem Universum mit der Nummer 616. Doch der sieht keine andere Lösung als America Chavez sogar selbst zu töten.

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessSchließlich scheinen die finsteren Mächte zu stark zu sein, um sie dauerhaft daran zu hindern, die Kräfte des Mädchens doch noch an sich zu reißen und damit das Multiversum in eine schreckliches Chaos zu stürzen.

Indessen befindet sich Dr. Strange mit dem Obersten Zauberer Wong in unserem Universum (also dem des eigentlichen MCU) auf der Hochzeit von Dr. Stranges Ex-Verlobten, Dr. Christine Palmer, die er auch jetzt immer noch liebt, auch wenn es für beide offenbar keine Zukunft geben kann. Dumm nur, das gerade zu diesem Zeitpunkt America Chavez von einem gewaltigen Monster direkt in der Nähe der Kirche angegriffen wird. Denn die sind geradewegs beide ins Universum 616 gelangt, wobei Defender Strange allerdings sein Leben gelassen hat.

Dr. Strange und Wong sind zwar in der Lage, das Monster am Ende zu besiegen und America Chavez zu retten. Doch die traut Dr. Strange aus diesem Universum nicht sofort, zumal sie ihre Kraft, durch das Multiversum zu reisen, offenbar nur dann einsetzen kann, wenn sie extreme Angst verspürt. Da Dr. Strange und Wong dem Mädchen aber helfen wollen, lassen sie eben mal die Leiche von Defender Strange verschwinden (man weiß ja nie wofür man die noch brauchen kann) und machen sich Gedanken, wer ihnen hinsichtlich America Chavez noch helfen könnte. Und hier fällt Dr. Strange gleich die Scarlett Witch, Wanda Maximoff ein, welche durch die letzten Ereignissen (zu sehen in der TV-Serie WANDAVISION) nach dem Endkampf mit Thanos enorm an Macht hinzugewonnen, sich danach allerdings  offenbar sehr zurückgezogen hatte.

Und so sucht Dr. Strange Wanda auf und bittet sie um Hilfe. Ein folgenschwerer Fehler, wie der Magier kurz darauf erkennen muss. Denn Wanda lebt offenbar wieder in einer magischen Scheinwelt (siehe die Miniserie WANDAVISION) und schöpft weiterhin ihre eher dunklen magischen Hexenkräfte aus dem Darkhold, einem finsteren Buch, welches auch negative Macht über seinen Nutzer auszuüben pflegt.

Mit Hilfe der Fähigkeiten von America Chavez erhofft Wanda sich nun im Multiversum ihre beiden Kinder, die vorher nur aus ihren magischen Fähigkeiten heraus zum Leben erweckt wurden, zu finden. Denn folgerichtig muss es irgendwo auch ein Universum geben, in dem ihre beiden Kinder Billy und Tommy durchaus Real sein können. Doch um sich die Fähigkeiten von America Chavez anzueignen, muss Wanda diese erst einmal in ihre Gewalt bringen und töten.

Und so sehen Dr. Strange und Wong sich gezwungen America Chavez nach Kamar-Taj, dem Sitz der Zauberer zu bringen um sie dort mit den anderen Zaubern gegen den Angriff der Scarlett Witch zu verteidigen. Doch auch dieser Plan fordert recht schnell viele Leben, denn der dunklen Macht der Scarlett Witch scheinen auch die vereinten magischen Kräfte der Zauberer nicht wirklich etwas entgegensetzen zu können.

Eine Chance sieht Dr. Strange, Wong und America Chavez nur darin, ein Portal zu öffen, um in ein anderes Universum fliehen zu können, was Dr. Strange mit America Chavez dann auch sogar gelingt. Doch während sie so in einem weiteren fremden Universum der Superheldengruppe der Illuminati (darunter z.B. Mr. Fantastic, Professor X, Black Bolt oder Captain Carter) in die Hände geraten, die bereits ihren eigenen Dr. Strange als eine Gefahr für das Multiversum angesehen hatten, gelingt es Wanda Maximoff/Scarlett Witch im eigentlichen Tempel des Darkhold nicht nur ein Universum zu finden, in dem sie samt ihrer Kinder Realität sind, sondern auch ihre dunklen magischen Kräfte so zu intensiveren, dass sie auch einen enormen Einfluss auf die Menschen in anderen Universen  ausüben kann. Dr. Srange und America Chavez bleibt nur die Hoffnung an das geheime Buch von Vishanti zu gelangen, um die gewaltige schwarze Magie des Darkhold in den Händen von Wanda Maximoff bekämpfen zu können. Doch vorher gilt es die Illuminati zu überzeugen, das man keine Gefahr für das Multiversum ist, was schon bei Baron Mordo von den Illuminati offenbar unmöglich erscheint. Und so verstreicht kostbare Zeit, in der die Scarlett Witch durch ihre dunkle Magie auch die Illuminati in ihrem eigenen Universum angreifen und offenbar sogar vernichtend schlagen könnte.

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessKann sie nun, oder kann sie ...
... doch nicht? Kann man sich hier natürlich auch fragen, wenn man den Film (im Kino) selbst noch nicht gesehen hat. Aber mal ehrlich, Wanda Maximoff, die ja mit zu den AVENGER gehörte, hat offensichtlich in ihrer kleinen Fernsehserie WANDAVISION eine enorme Steigerung hinsichtlich ihrer magischen Fähigkeiten hingelegt. Denn jetzt dürfte sie selbst einem Thanos locker alleine seine Grenzen aufzeigen können, der doch mit einem Fingerschnippen samt den Infinity-Steinen das Leben in nur einem Universum mal eben halbiert hatte (zu sehen in AVENGERS: INFINITY WAR/2018 sowie in AVENGERS: ENDGAME/2019).

Kräftemäßig ist dieser Anstieg der magischen Fähigkeiten bei der Scarlett Witch durchaus vergleichbar mit einem gewaltigen Quantensprung. Denn vorher war sie zwar mit ihren Fähigkeiten gefährlich für ihre Gegner, aber eben längst noch nicht fasst unbesiegbar für sie. Das sieht nun völlig anders aus. Aber damit bleibt das MCU durchaus in der direkten Tradition der legendären Comics von Marvel, denn auch dort gab es ja die von ihr so sehr geliebten Kinder, die jedoch alleine ihrer Fantasie und der wachsenden Magie geschuldet waren, aber eigentlich nie wirklich exzistierten. Und als diese selbstgewählte Seifenblase seitens Wanda auch in den Comics platzte, war sie auch da nicht gerade mehr auf der Seite der Helden wiederzufinden gewesen und wurde mit ihren nun enormen Fähigkeiten sogar eine apokalyptische Gefahr für alle Helden, an deren Seite sie lange Zeit für das Gute gekämpft hatte. Wenn man da an die Anfänge der Scarlett Witch (mit ihrem Bruder Pietro Maximoff/Quicksilver) in den Comics der X-MEN und später in THE AVENGERS denkt, so war sie mit ihren Hexenkräften lange Zeit eher sogar eines der eher schwächeren Glieder in der Kette ihrer heldenhaften Mitstreiter bei den AVENGERS, wie etwa den wesentlich stärkeren Helden GOLIATH, HERKULES, THOR oder eben IRON MAN.

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessACHTUNG - Dieser kleine Absatz enthält einen dicken Spoiler:
Ein wenig - und hier bitte ich kurz die Augen zu schließen, weil ich gerade wirklich etwas wichtiges spoiler - ist es natürlich schade, dass nun auch Wanda Maximoff am Ende offenbar ihre Handlungen mit dem eigenen Leben bezahlt. Denn ihre Figur hatte nun erst richtig Potential entwickelt, was man so einfach wegwirft, um sich dann anderen Figuren der eher vierten bis fünften Reihe der Marvel-HeldInnen zuzuwenden. Schade eigentlich.

Der zweite Film um den Magier DOCTOR STRANGE ist daher durchaus auch wieder ein Glanzlicht im MCU, nachdem man uns vorher Filme mit den ENTERNALS oder dem Kung-Fu-Helden SHANG-CHI beschert hatte, die mich gefühlt bisher Null interessiert hatten. Und auch die Figur CAPTAIN MARVEL versprach als Film irgendwie weit mehr, als er dann wirklich noch halten konnte. Und selbst was den Film BLACK WIDOW betrifft, hätte ich mir da schon auch etwas mehr erwartet, als nur die Version, in der die jüngere Nachfolgerin aufgepeppelt wird, die dann aber erst einmal in einer der MCU-Fernsehserien wieder auf- und wieder abtaucht (Miniserie HAWKEYE). Da wäre auch wesentlich mehr drin gewesen.

Aber auch sonst zeigt das MCU mittlerweile Elemente in den Kinofilmen, die mir langsam aber beständig die Lust an weiteren Filmen zu rauben beginnt. So wurde Thor zum saufenden Gott mit Bierbauch in AVENGERS: ENDGAME, oder auch der HULK wurde dabei entsprechend wie THOR mal eben zur völligen Witzfigur runtergezogen. Und nun haut man uns auch weitere Serien mit SHE-HULK oder MS. MARVEL um die Ohren, wobei erstere eher laut Trailer zur reinen Sitcom verkommt und letztere mich auch nicht die Bohne interessiert. Und ja, bereits bei dem Film AVENGERS: AGE OF ULTRON hatte man schlicht ohne Not eine durchaus interessante Figur wie Wandas Bruder Pietro Maximoff/Qucksilver einfach gleich wieder sterben lassen, während Sony ihm in deren X-MEN Verfilmungen gleich eine völlig andere Hintergrundgeschichte verpassten. Aber das legt man in der Zusammenarbeit von Marvel/Disney und SONY ja auch als ein anderes Universum im Multiversum aus, was uns übrigens in DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS  bei den Illuminati den Schauspieler  Patrick Stewart als Professor Xavier wiederbringt, der ja bei den Marvel Mutanten seitens SONY (hält hier bisher die Filmrechte) auch recht bekannt wurde (siehe die erste Trilogie der X-MEN).

Und leider verliert man irgendwie auch langsam die Übersicht hinsichtlich der Zusammenhänge, da man seitens Disney ja eh durch die MCU-Miniserien (gibt es ja jetzt auch eine Menge die aber tunlichst nicht auf DVD oder BD veröffentlicht werden) förmlich genötigt wird, auch noch deren Bezahlsender DISNEY+ an Land zu ziehen. Sorry, aber so weit geht selbst meine Liebe nicht zu den Marvel-Comic-Verfilmungen, wenn ich schon die GEZ am Hals habe.

Doch wie gesagt, DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS ist hier durchaus in Sachen MCU wieder ein Lichtblick nach einigen trüben wie eher verschmerzbaren Ausrutschern. Das liegt aber auch an der Regiearbeit von Sam Raimi, der bereits die ersten drei SPIDER-MAN Filme von 2002, 2004 und 2007 bei Sony sehr erfolgreich in Szene gesetzt hatte und damit eigentlich den Grundstein auch für das spätere MCU überhaupt legte. Und wie bereits in den SPIDER-MAN Filmen packte Raimi auch hier wieder seinen Leib- und Magen-Schauspieler Bruce Campbell in kurzen, eher lustigen Szenen mit rein, mit dem er damals ja schon die EVIL DEAD Filmreihe (ab 1981) begonnen hatte, deren erste Filme ja im Bereich des Horror längst Kultstatus genießen.

Ein wenig gruseliger sollte es daher auch bei dem zweiten Film zu DOCTOR STRANGE zugehen, wobei hier wirklich einige recht düstere Szenen durchaus die Spannung optimal heben. Und gerade Wanda Maximoff als böse Scarlett Witch kann bei diesen düsteren Szenen sehr gut punkten. Das liegt aber auch am darstellerischen Talent der Schauspielerin Elizabeth Olsen, bei dem es irgendwie bisher auch sonst nie etwas zu meckern gab.

Etwas daneben ist allerdings die Szene geraten, wo unser Dr. Strange mit einem anderen, eher bösen Dr. Strange eines anderen Universum kämpft, indem sie sich mit "magischen Musiknoten" beschießen. Das hätte nun wirklich nicht sein müssen, weil da für mich doch gleich irgendwie Disneys damaliger Animationsfilm FANTASIA von 1940 wieder in den Sinn kam. Nur möchte ich mir nicht unbedingt einen guten Film damit versauen, indem ich Dr. Strange plötzlich mit Micky Maus vergleichen muss (was sich in den Szenen leider doch recht aufdringlich anbietet). Es gibt schon einen Grund, weshalb ich es generell nicht für wirklich gut halte, wenn ein Konzern wie Disney so ziemlich alles schluckt, was einem mal in Sachen Comics und Film lieb und teuer gewesen war.

Gar wirklichen Horror bekommt man bei DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS allerdings auch nicht geboten, auch wenn der Film an sich sehr interessante wie düstere Passagen durchaus aufweist, was ich aber eher verniedlichend mal als gruselig auf geringem Niveau bezeichnen würde. Dagegen hält nämlich die US-Altersfreigabe, die möglichst für Disney so niedrig sein sollte, dass man auch den Jüngsten noch das Taschengeld aus den kurzen Hosen ziehen kann. Und die Hürde ist eben auch so niedrig, dass man bei der deutschen FSK den Film eben auch gleich ab 12 Jahre ansetzt, ohne hierbei vielleicht doch mal nervös mit der Wimper zu zucken.

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessMein persönliches Fazit ...
... läute ich aber mal mit ein paar der Darsteller ein. So kann Benedict Cumberbatch (SHERLOCK/Fernsehserie von 2010 bis 2017 oder auch STAR TREK INTO DARKNESS/2013) als Dr. Strange wieder voll bei mir Punkten. Denn irgendwie lebt er seine Figuren richtig, die er in seinen Filmen oder Fernsehserien spielt und gibt so deren Charaktere eine ganz natürliche und glaubwürdige Note.

Gleiches würde ich fasst auch hinsichtlich Elizabeth Olsen (GODZILLA/2014 oder WIND RIVER/2017) behaupten, die in genialer Weise die gute Scarlet Witch aus den Filmen um die AVENGERS in eine düstere Version der Hexe transformiert und entsprechend glaubwürdig auch herüberbringt. Ich hoffe da mal, dass das MCU sie nun nicht völlig abschreibt, da sie eine der Glanzfiguren eben des MCU geworden ist. Aber leider scheinen die Macher des MCU ja in dem Punkt einen gewissen selbstzerstörerischen Trieb zu besitzen, was wirklich wichtige Charaktere seitens Marvel betrifft.

Xochitl Gomez (ROPED/2020 sowie SHADOW WOLVES/2019) ist hierbei noch recht jung an Jahren, hat jedoch ganz offensichtlich nicht nur ein hübsches Aussehen, sondern bringt auch eine Menge Talent mit ein. Das macht dann richtig Spaß, ihr beim Spiel zu folgen. Ihre Figur der America Chavez gehört indessen eher wieder zu den Marvel-Figuren, die in Deutschland niemand vom heimischen Comic-Markt bisher wirklich kennt, sofern er sich die entsprechenden Heftchen nicht gleich aus den USA liefern lässt. Durch diesen MCU-Film wird sich aber wohl Panini Comics wie eigentlich immer, recht schnell daran machen, einige Comics zu dieser Figur postwendend nun auch in Deutschland aufzulegen. Was mich an der Figur selbst etwas stört ist dieser gequält übergestülpte US-Patriotismus, indem man eine junge Frau mit offensichtlich südamerikanischen Wurzeln (denen man ab der Grenze von Mexiko ja bekanntlich seitens der USA eine Einreise regelrecht zur Hölle macht) mit dem Vornamen "America" bestraft und ihr auch gleich eine Jacke überzieht, die abgehalfteter Weise an die US-Flagge erinnert. Das reine Zusammenspiel solcher inhaltlich wie optischer Dummheiten wirkt leider bereits auf dem ersten Blick eher schon verlogen und nur einem ungesundem, weil übersteigertem Nationalismus der USA geschuldet. Ein Captain America reicht für den übertriebenen US-Patriotismus scheinbar bei Marvel Comics (oder dem MCU) noch nicht. Die Schauspielerin kann allerdings nichts dafür und holt hier recht positiv betrachtet und mit sichtlich spielerischer Freude alles aus ihrer Rolle heraus, was man eben auch positiv bewerten muss.

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessPatrick Stewart (DER WÜSTENPLANET/1984 oder 3 ENGEL FÜR CHARLIE/2019) merkt man in seiner kleinen Rolle wieder als Professor X indessen merklich an, dass er für so manche Filmrollen irgendwie den Zenit überschritten hat, was das Alter und ein agiles Spiel betrifft. Da bin ich ihm aber nicht böse drum oder sehe das generell negativ, denn mit über 80 Jahren (1940 geboren) stemmt auch der beste Schauspieler keine wilden Pferde mehr, um es mal so auszudrücken. Dafür war es mal schön, ihn wieder in der großen Familie der Superhelden und Mutanten von Marvel zu sehen. Und das mit einem Rollstuhl, den die Fans der X-MEN sicherlich bereits von den späteren Comics her begeistert erkannt haben dürften.

Bruce Campbell (TANZ DER TEUFEL/1981 oder BLACK FRIDAY - ÜBERLEBENSCHANCE STARK REDUZIERT/2021) ist und macht indessen das, was er damals schon in den ersten drei SPIDER-MAN Filmen von Sam Rimi getan hat. Er ist die kleine schrille wie lustige Zugabe des Regisseur, der zwischenzeitlich mal die Handlung etwas auflockert. Seine Role als Verkäufer von Pizza-Bällchen ist jetzt für die Handlung nicht wirklich wichtig, aber eben auflockernd lustig, was ja auch mal gelobt werden darf.

Und wenn man dann den Abspann etwas abwartet, dann kommt da eben noch eine kleine Szene, die für die Zukunft im MCU ja noch interessant sein könnte. Hier taucht dann auch in einem Cameo-Auftritt die Schauspielerin Charlize Theron (IM AUFTRAG DES TEUFELS/1997 oder ATOMIC BLONDE/2017) als Clea bei Dr. Strange auf. Und natürlich dürfte jeder Fan der Comics um Dr. Strange wissen, dass es sich hier um eine ganz wichtige Figur eben der damaligst vom Willam Verlag (1970er Jahre) herausgebrachten Comic-Serie zum Magier des Marvel-Universums handelt. Man darf da also durchaus weiter gespannt sein, was in Sachen Dr. Strange noch kommen mag.

Gesamt an den letzten Kinofilmen des MCU nach dem letzen AVENGER Film gemessen, ist DOCTOR STRANGE IN THE MULIVERSE OF MADNESS endlich mal wieder ein Beitrag des MCU, bei dem sich für mich die Anschaffung einer Blu-ray für die eigene Filmsammlung wieder gelohnt hat. Einziger wirkliche Wermutstropfen war dabei nur eben die Auseinandersetzung, bei der man sich mit Musiknoten bekämpfte. Da ist dann ein Kopfschütteln berechtigt. Gesamt betrachtet fand ich den Film auch wesentlich besser als den letzten SONY Ableger unter dem Titel SPIDER-MAN: NO WAY HOME (müsste ich auch mal bei Zeiten einen Artikel zu machen), bei dem es ja ebenfalls um das Multiversum ging und Dr. Strange einen Gastauftritt hinlegte. Und selbst das riesige Auge mit den vielen Tentakeln, welches ja America Chavez angreift, fand ich irgendwie doch etwas gelungener als den einäugigen Riesenseestern Patrick ... ach nein, vertan, der heißt doch Starro, aus dem DC-Kinofilm THE SUICIDE SQUAD von 2021, auch wenn es hierbei eher kaum einen wirklich großen Unterschied gibt, außer das dieser Starro leider länger meine Nerven im DC-Film strapazieren durfte (neben einigen anderen DC-Figuren die die Welt manchmal wirklich nicht braucht, ich sag da nur Polka-Dot Man oder schlicht Amanda Waller).

Was also meine Empfehlung angeht, so kann ich hier durchaus wieder mal aus dem Vollen schöpfen, und das mit nur ganz wenigen kritischen Abstrichen. Doch damit scheint beim MCU auch erst einmal wieder eine Durststrecke eingeläutet zu werden, bis wieder mal einige wirklich interessante Figuren wie Ant-Man und seine Partnerin Wasp endlich in ihrem dritten Kinofilm die Leinwand aufmischen können. Zeit also, sich auf andere Filme außerhalb des MCU zu konzentrieren.

Doctor Strange in the Multiverse of MadnessDoctor Strange in the Multiverse of Madness
(Doctor Strange in the Multiverse of Madness)
mit Benedict Cumberbatch, Elizabeth Olsen, Xochitl Gomez, Benedict Wong, Patrich Stewart, Haruka Ohshima, Bruce Campbell, John Krasinski, Sheila Atim, Lashana Lynch u.a.
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Michael Waldron
Produktion: Kevin Feige
Musik: Danny Elfman
Genre: Fantasy/Action
Laufzeit: 126 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Extras: Wie das Multiversum entstand, Gestatten: America Chavez, Pannen beim Dreh, Audiokommentar u.m.
Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment
USA 2022

Kommentare  

#1 Mainstream 2022-08-08 15:26
-
Allgemein ist es an der Zeit, endlich aufzuhören bei negativen Kritikpunkten immer wieder Disney in die Pflicht zu nehmen.
Disney Entertainment nimmt keinen Einfluss auf Storyline, Besetzung, Budget oder Altersfreigaben. Das ist einfache, aber falsche Argumentationshilfe. Das erklärt sich doch schon daraus, dass es keinen Sinn ergibt, wenn Disney ein finanziell erfolgreiches z.B. Marvel-Franchise kauft, um es dann anders auszugestalten.
Disney ist der Konzern, der ein Projekt freigibt, oder eben nicht. Der Rest liegt in den Händen der Ausführenden Produzenten. Sprich z.B. Kevin Feige für MCU oder J.J. Abrams bei Star Wars. Diese Filme werden auch unter anderen Labels produziert. Lucasfilm, Marvel Studios, Pixar, 20th Century Studios etc..
Wer gewisse Blockbuster kritisiert, sollte tiefer in die Argumentationskiste greifen. Weil es langsam ermüdend wird. Veränderungen fanden immer statt, auch negative Wendungen, und das schon lange bevor Disney Eigentümer wurde.
#2 Laurin 2022-08-08 16:28
Nun ja @Mainstream, allgemein gefällt mir auch nicht immer alles was ich lesen oder hören muss. So ist die Welt nun mal. Ändert aber nichts an meiner Sichtweise zu Disney, wo ich auch nicht glaube, dass der Mutterkonzern keinerlei Einflüsse nimmt. Jeder übergeordnete Konzern hinterlässt seinen Stempel in der einen oder anderen Form bei den Unternehmen, die er geschluckt hat. Merke ich schon seit Jahrzehnten, da ich selbst in einem US-Konzern arbeite, der gerade nach einer Fusion vor ein paar Jahren nun wieder vom nächst größeren US-Konzern geschluckt wurde (und mal unter uns, besser ist es danach nie geworden, hätte ich gemerkt).
#3 Friedhelm 2022-08-09 17:26
So, im "Vorbeihuschen" ....

@Mainstream - wenn ich die Ansichten des Autors auch nicht immer teilen kann, so muss ich ihm hier doch ein bisserl "zur Seite treten..."

Dass der Disney-Konzern in die Projekte einzelner "Labels" wohl doch etwas eingreift", kann man vor allem bei den letzten drei Filmen "Star Wars-Franchise" beobachten - bzw. gleich bei "Episode VII". Zwar war George Lucas mit seinen Robotern "C3PO" und "R2D2" gewissermaßen schon immer ein bisserln "disneyesk" am Werk, aber in Episode VII wird der Einfluss der "Mickey Mouse-Firma" unter anderem mit dem Kugel-Robo "BB8" richtig ersichtlich.

Das Ding benimmt sich nämlich zuweilen wie ein echter, klassischer "Disney-Charakter". Und mal ehrlich, es ist doch auch logisch, dass man bei Disney, am "grünen Tisch", ein Wörtchen mitreden möchte, wenn ein bestimmtes Projekt (u.a. eben Lucasfilms) schon durch den Namen des Hauses präsentiert werden soll.
#4 Mainstream 2022-08-09 18:01
-
Lucasfilm wechselte 2012 zu Disney. Episode 1 erschien 1999, und hatte Jar Jar Binks. BB8 ist wirklich kein Argument.
Wie viele Filme mit einer Altersfreigabe von 16 bzw. 18 wurden in den letzten Jahren vom 'Weichspüler' Disney veröffentlicht?
In so einer Diskussion fehlen einfach faktische Merkmale, wie den dieser ominöse Einfluss aussieht.
#5 Friedhelm 2022-08-09 18:51
@Mainstream: naja, Jar Jar Binks war einfach nur ein nerviger, völlig überflüssiger Sidekick-Charakter , der mit dem Kritikpunkt bezgl. Disney gar nix zu tun hat.

Wir reden hier aber über diese "Mickey-Mouse-Firma und einer eventuellen Einflussname derselben In dieser Hinsicht ist "BB8" sehr wohl ein Argument - wenn auch, wie ich gerne einräumen will, vielleicht das einzige und kein inhaltliches.

Die Absicht ist außerdem sehr leicht zu durchschauen, und es dürfte wohl kaum vorstellbar sein, dass eben dieser Mega-Konzern - keinen Einfluss darauf nehmen will, was unter dem Label "Disney" in die Kinos gebracht wird. Und, wenn man es eben genau nimmt, dann ist ein typischer Disney-Charakter wie "BB8" eben doch ein faktisches Merkmal.

Wieviele Filme Disney mit einer FSK 16 freigegeben hat, entzieht sich gerade meiner Kenntnis - aber das ist gerade auch nicht das Thema.

Na gut, die Experten seit halt ihr - ich teile hier nur meine persönliche Sichtweise mit. Und wenn die eben falsch ist, kann ich damit dennoch sehr gut leben. Ich frage mich langsam aber sicher eh, was der ganze "Aufriss soll".
#6 Andreas Decker 2022-08-10 13:33
Disney steht in erster Linie für allgemein zugängliche Filmkost und den Ausbau von Franchisen. Darum gibt es auch diese Flut von Star Wars Material, zig Serien und Filme. Nichts davon ist irgendwie kreativ, es ist nur mehr davon, und das in der ganzen Bandbreite der Produktpalette. Vom TV-Abo bis zum Trinkbecher.

In diesem Umfeld ist kein Platz für Risiken oder kreative Mätzchen. Disney braucht da kein Mikromanagment oder Einfluss geltend zu machen, da sind Marvel und Lucasfilm völlig konform. Da käme keiner auf die Idee, irgendetwas, das auch nur einen Hauch kontrovers sein könnte, an den Chefs vorbeischmuggeln zu wollen.

Marvel hat, was seine Existenzberechtigung angeht, da ein größeres Problem als Lucasfilm. Es hat keine neuen erfolgreichen Charaktere, die als Vorlage dienen könnten. Spider-Man ist gerade 60 geworden. Doctor Strange ist 59. Da wird die Luft immer dünner. Selbst Moon Knight, einer der "neuesten" Charaktere, stammt letztlich aus den 70ern.
#7 Friedhelm 2022-08-10 15:51
@Andreas Decker

Mag ja alles sein - wie bereits erwähnt, seid ihr hier in dieser Hinsicht besser "bewandert" als ich. Dennoch muss man sich fragen, warum ein Mega-Konzern wie Disney mit bereits erfolgreichen "Franchisefirmen" fusionieren will (Lucasfilm und Marvel), wenn es nicht auch darum gehen soll, irgendwann den "Kurs mitzubestimmen."

Und auch, wenn Disney bisher inhaltlich noch nicht eingegriffen hat - wer sagt denn, dass es demnächst nicht doch noch dazu kommen könnte.

Zitat:
Marvel hat, was seine Existenzberechtigung angeht, da ein größeres Problem als Lucasfilm. Es hat keine neuen erfolgreichen Charaktere, die als Vorlage dienen könnten. Spider-Man ist gerade 60 geworden. Doctor Strange ist 59. Da wird die Luft immer dünner. Selbst Moon Knight, einer der "neuesten" Charaktere, stammt letztlich aus den 70ern.
Meine Güte, für den werden die Dinger denn gemacht - jedenfalls nicht für einen Oldie wie meiner einen. Mal ehrlich, den heutigen Youngstern ist es wahrscheinlich völlig egal wie solche Comichelden ( "Spiderman", "Dr. Strange" , ect..ect..) letztendlich geworden sind - die hoffen halt auf weitere Abenteuer, auf das nächste Reboot. Und da wird dann eben ein neuer Darsteller als Netzschwinger auftreten - der ist dann evtl noch jünger als Tom Holland. :-*

Okay, und man wird wohl auch "Dr. Strange" nicht mit Benedikt Cumberbatch "in Rente gehen lassen." Da setzt man den juvenilen Fans dann eben eine weitere, Inkarnation vor. Und mal ehrlich, ich kann mir kaum vorstellen, dass heutige, junge Fangemeinde unbedingt neue Superhelden-Figuren benötigen, um ihren inflationären Drang nach immer mehr Action-Dröhnern von Marvel und DC befriedigt zu sehen.

Okay, irgendwann werden auch die ewigen Superhelden völlig abgelutscht sein - das ist der Lauf des Kinos. Da kommen dann halt andere, monetäre Knüller, die sich zum Franchise "mausern" - aber das ist dann wieder eine völlig andere Geschichte.

Na gut - ist mir aber eigentlich auch schnuppe. Ihr könnt das gerne "unter euch ausmachen"...Mittlerweile werden mir solche Diskussionen auch zu langweilig...
#8 Mainstream 2022-08-10 16:38
-
Danke Andreas Decker.
#9 Laurin 2022-08-10 17:36
Zitat Friedhelm:
"Na gut - ist mir aber eigentlich auch schnuppe. Ihr könnt das gerne "unter euch ausmachen"...Mittlerweile werden mir solche Diskussionen auch zu langweilig..."

Was meinst du, warum ich da nicht mehr mit diskutiere @Friedhelm. :lol:
#10 Larandil 2022-08-11 13:23
zitiere Friedhelm:

Dennoch muss man sich fragen, warum ein Mega-Konzern wie Disney mit bereits erfolgreichen "Franchisefirmen" fusionieren will (Lucasfilm und Marvel), wenn es nicht auch darum gehen soll, irgendwann den "Kurs mitzubestimmen."

Und auch, wenn Disney bisher inhaltlich noch nicht eingegriffen hat - wer sagt denn, dass es demnächst nicht doch noch dazu kommen könnte.

Im Zuge des "John Carter"-Debakels erschien unter dem Titel "John Carter and the Gods of Hollywood" ein Buch, das dazu einiges zu sagen hatte:
thejohncarterfiles.com/2017/03/john-carter-and-big-budget-movie-schadenfreude/
Ganz kurz zusammengefasst: Als "John Carter" auf den Weg gebracht wurde, ging es bei Disney darum, Präsenz im Alterssegment jenseits der typischen Kinderfilme zu zeigen und Zuschauer zu gewinnen. DIese Agenda hatte sich erledigt, nachdem Disney Marvel gekauft hatte, die in diesem Segment stark waren. Und plötzlich war John Carter gar nicht mehr wichtig, was in einer ziemlich spartanischen Werbekampagne resultierte.
Disney fusioniert nicht, Disney assimiliert.

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