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Der Tod zwischen Schaufensterpuppen und Prostituierten - »Maniac«

ManiacDer Tod zwischen Schaufensterpuppen und Prostituierten
»Maniac«

Während man vom "Big Apple" (New York City) im Neonlicht eigentlich nur schwärmt, bietet er jedoch bei genauerem hinsehen in der Nacht eher das Bild von düsteren Straßenschluchten und schmutzigen Katakomben einer Weltstadt, die man eigentlich lieber meiden würde. Und genau hier liegt auch das Jagdgebiet des schizophrenen Frauenmörder Frank Zito.

ManiacSein Leben wird immer noch bestimmt  durch seine verstorbene und ehemals grausame Mutter wird, die einst hier als Prostituierte lebte.

Und so zieht in den Nächten in diesem Betondschungel Zito wie ein Raubtier umher und ermordet auf grausame Weise junge Frauen, liebende Paare und Prostituierte, die er dann skalpiert. In seiner eigenen Wohnung wiederum, in der Zito wie ein Eremit ohne soziale Kontakte lebt, stattet er dann mit den Skalps der jungen Frauen und ihrer blutverschmierten Kleidung Schaufensterpuppen aus, die für ihn auch stets einen geistigen Bezug zu seiner gewalttätigen Mutter besitzen.

Doch an einem Tag im Park wird Zito von einer jungen wie äußerst schönen Fotografin foografiert, die hierdurch wiederum sein ganzes Interesse weckt. Schnell gelingt es ihm ihren Namen und ihre Adresse ausfindig zu machen und setzt nun alles daran, mit der besagten Fotografin Anna D'Antoni ein persönliches Treffen zu arrangieren, was ihm mit einem gewissen Charme auch tatsächlich gelingt.

Doch Frank Zito scheint bei Anna zum ersten mal keinen Drang zu verspüren, sie auf seine recht blutige Weise zu ermorden. Vielmehr entwickelt er für sie sogar eher schon liebevolle Gefühle. Allerdings fällt ihm auch bei einem Fotoshooting von Anna eines ihrer jungen wie hübschen Modelle mit Namen Rita auf, der er heimlich und recht unbemerkt ein kleines Schmuckstück entwenden kann.

Unter dem Vorwand, eben genau dieses Schmuckstück zufällig gefunden zu haben, taucht er dann eines Abend vor ihrer Haustür auf. Dabei gelingt es ihm auch, den Schließmechanismus ihrer Wohnungstür so zu manipulieren, das er kurz darauf unbemerkt eindringen kann, während sie unter der Dusche steht. Die kurz darauf überwältigte Rita erwacht danach gefesselt wieder auf ihrem Bett, wo Zito wie im Wahn mit ihr spricht. Doch offenbar sieht er in ihr nicht eine junge, ihm eigentlich fremde Frau, sondern seine verstorbene Mutter. Und genau dieser Wahn seitens Zito kostet der hübschen Rita dann auch recht bald das Leben.

Mit Anna scheint Zito allerdings eine recht normale Beziehung aufbauen zu wollen. Und so begleitet sie ihn auch auf den Friedhof, wo Zito vor den Weihnachtstagen am Grab seiner Mutter noch einen Kranz niederlegen möchte. Doch am Grab selbst bricht bei Zito wieder der mörderische Wahnsinn aus, weshalb er nun auch versucht Anna zu ermorden. Doch die weiß sich zu wehren und verletzt ihn sogar recht blutig mit einer Schaufel am Arm und kann danach vom Friedhof fliehen.

Zito gelingt es zwar entsprechend verletzt in seine Wohnung zurückzukehren, wo jedoch plötzlich in seinem schon typischen Wahn die Schaufensterpuppen lebendig werden und ihn nun scheinbar mit allerlei Waffen förmlich zerfetzen. Als dann am folgenden Morgen die von Anna verständigte Polizei Zitos Wohnung stürmt, liegt dieser scheinbar tot mit einem Messer im Bauch im Bett. Von der frauenmordenden Bestie scheint also keine Gefahr mehr auszugehen. Doch als die Polizisten den Raum wieder verlassen, öffnet Frank Zito plötzlich wieder die Augen.

ManiacIrgendwie hatte ich diesen Film wohl ...
... damals noch auf VHS-Kassette gesehen gehabt, bevor er dann 1983 zuerst indiziert wurde und rund fünf Monate später auch noch die Beschlagnahmung erfolgte. Dabei dürfte eben wie die Kinoversion auch die selbige VHS-Version schon eine noch verhältnismäßig geringe "Zensur" erfahren haben. Oder besser gesagt, man hatte schon vor dem Kinostart die Schere angesetzt. Geholfen hatte es nicht, denn in der damaligen Zeit waren die Jugendschützer und der Gesetzgeber noch extreme Spaßbremsen auch gegenüber allen BürgerInnen, welche die Volljährigkeit bereits überschritten hatten. Und daran sollte sich dann bei dem Slasher MANIAC aus dem Jahre 1980 auch die nächsten ca. 36 Jahre nichts mehr wirklich ändern.

Erst im Jahre 2019 rollte dann auch für diesen Film die Welle der Vernunft an, so das man in ihm endlich ebenfalls keine gefährliche Jugendgefährdung mehr sah. Und so wurde der Film MANIAC wieder vom Index gestrichen. Rechteinhaber Sony ließ dann auch keine unnütze Zeit verstreichen und legte den Film nun ungekürzt der FSK zur erneuten Prüfung vor. Und die verpassten dem ungekürzten Originalfilm dann auch den hässlichen roten FSK-18-Flatschen, damit auch hier die Filmfreunde endlich wieder in den Genuss gelangen können, sich diesen viele Jahre vorenthaltenen Slasher-Film ansehen zu können.

Aber wie gesagt, was damals bei der Kinoversion und damit auch auf der VHS-Kassette herausgekürzt worden war, kann ich selbst heute nicht mehr wirklich nachvollziehen. Das liegt allerdings aber auch wohl daran, das bei mir die Handlung eigentlich damals auch schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwand, frei nach dem Prinzip "aus den Augen aus dem Sinn".

Das ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, mir die nun ungekürzte Version auf Blu-ray ebenfalls meiner Filmsammlung hinzuzufügen, lag auch eher an einem netten Kommentar seitens eines Zauberspiegel-Freund, der die ungekürzte Version von MANIAC eben in seinem Kommentar erwähnte. Und wie gesagt, auch bei der Erinnerung an die Handlung haperte es bei mir mittlerweile mehr als gewaltig. Deshalb kam es mir auch mehr so vor, als sähe ich diesen Film streckenweise (erneut) zum ersten mal.

Und genau das letztere hätte mich bedenklich stimmen sollen. Denn auch heute hat mich der Film MANIAC in seiner Gesamtheit nicht wirklich in allen Punkten als Fan abholen können.

Ansonsten weiß der US-Schauspieler Joe Spinell (DER PATE/1972, TAXI DRIVER/1976 oder ROCKY/1976) hier doch eigentlich recht interessant, den schizophrenen Serienkiller Frank Zito mit Leben zu füllen. Dabei war Spinell gerade wegen seines sehr markanten Gesicht mit der pockennarbigen Haut und der auffällig scharfen Nase im Filmgeschäft geradezu abboniert auf die Rolle des Bösewicht. Allerdings gelang es ihm auch durchaus, selbst den Bösewicht beim Zuschauer gewisse Sympathien abzuringen. Man nehme da nur seine Rolle als Gangster Gazzo in den ROCKY Filmen, wo zu Beginn Sylvester Stallone als aufstrebender Boxer Rocky Balboa für ihn noch den Geldeintreiber spielt.

ManiacEin wirklicher optischer Kontrast zu Spinell ist hierzu die bezaubernde britische Schauspielerin Caroline Munroe (DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN/1972, SINDBADS GEFÄHRLICHE ABENTEUER/1973 oder JAMES BOND 007 - DER SPION, DER MICH LIEBTE/1977), die hier die Rolle der Modefotografin Anna D'Antoni spielt. Der optisch eher gegensätzliche Kontrast hinsichtlich Spinell zur Munroe ist dabei so intensiv, dass er schon wieder perfekt wirkt. Und so nebenbei gesagt, reicht alleine schon Caroline Munroe aus, um bei mir erneut auch das Interesse am Film selbst zu wecken. Allerdings war MANIAC nicht die einzige Zusammenarbeit von Spinell und Munroe. Denn bereits 1978 standen beide bereits für den nett gemachten SciFi-Trash STAR CRASH - STERNE IM DUELL vor der Kamera.

Aber auch die Spezialeffekte seitens Tom Savini können sich natürlich in dem Film selbst heute immer noch sehen lassen. Und als kleine Zugabe spielt Savini hier auch noch im Film selbst eine kleine Rolle innerhalb des Liebespaar im Auto, welches von Zito eiskalt niedergemetzelt wird. Aber Tom Savini ist ja nicht nur für seine genialen handgefertigten Effekte in so manchen Horrorfilmen bekannt. Auch als Schauspieler konnte man den US-Maskenbildner, Spezialeffektkünstler, Regisseur und Schauspieler bereits häufiger bewundern. Man nehme da nur die Filme ZOMBIE (1978) wie auch das spätere Remake DAWN OF THE DEAD (2004) oder etwa FROM DUSK TILL DAWN (1996) bzw. DJANGO UNCHAINED (2012).

Viel weiter möchte ich hier in der Vorstellung der weiteren DarstellerInnen allerdings auch nicht gehen. Denn wirklich einen bleibenden Eindruck hatte ansonsten bei mir auch niemand von ihnen hinterlassen. Im Grunde kann ich sogar sagen, dass mir hier die betreffenden Gesichter eben außer Joe Spinell, Caroline Munroe und Tom Savini  bereits am folgenden Tag nicht mehr im Gedächtnis haften geblieben waren. Und das dürfte wohl auch irgendwie mit ein Grund sein, weshalb der Film MANIAC seit den 1980er Jahren quasi in meinem Gedächtnis sehr weit nach hinten gerutscht war, so das ich den Film eigentlich nie mehr wirklich auf dem Schirm hatte. Das gilt übrigens auch für das Remake aus dem Jahre 2012 mit dem Titel ALEXANDRE AJAS MANIAC, indem der US-Schauspieler Elijah Wood (bekannt aus DER HERR DER RINGE-Trilogie/2001, 2002 & 2003, sowie SIN CITY/2005) in die Rolle des Frank Zito schlüpfte und den ich daher bis jetzt noch nicht gesehen habe, weil er mich schlicht irgendwie nicht reizte. Beim Remake von 2012 wurde übrigens die Beschlagnahmung im Jahre 2020 in Deutschland ebenfalls sinnvollerweise wieder aufgehoben. Allerdings muss ich hier auch gestehen, dass mich das Remake hierzu eigentlich auch weiterhin nicht wirklich interessiert.

Regisseur William Lustig wiederum dürfte eigentlich auch nur bei den Fans des Horrorfilm und hier explizit beim Subgenre Slesher in Erinnerung geblieben sein. Denn neben dem 80er MANIAC war er auch für die ähnlich gelagerte Trilogie der MANIAC COP Filme im Kino verantwortlich, bei dem z.B. die Rolle des Officer Jack W. Forrest im ersten wie zweiten Teil von niemand anderem als dem US-Schauspieler Bruce Campbell (TANZ DER TEUFEL/1981, DARKMAN/1990, SPIDER-MAN/2002) gespielt wurde. Lustig selbst war vorher eher im Bereich des Pornofilm zu finden gewesen, bevor er sich dann dem Slasher zuwendete.

ManiacMein Fazit:
Generell kann man sagen, dass man beim Slasher MANIAC durchaus ein wenig Lehrgeld bei den italienischen Ciallos seitens Mario Bava und Dario Argento eingeholt hatte. Das kann man auch recht schön an der Umsetzung diverser Mordszenen erkennen. Und auch Caroline Munroe war eigentlich nicht die erste Wahl gewesen für die Rolle der Anna in MANIAC von 1980.

Denn hier hatte man wohl als kleine Verbeugung die damalige Freundin von Dario Argento, die italienische Schauspielerin Daria Nicolodi (SUSPIRIA/1977, SINDBAD - HERR DER SIEBEN MEERE/1989 oder THE MOTHER OF TEARS/2007) für die Rolle im Auge gehabt. In dem Punkt bin ich ganz froh, dass am Ende dann doch Caroline Munroe die besagte Rolle erhielt, denn sonst hätte es gerade in den Hauptrollen noch ein Gesicht gegeben, welches bei mir nicht einmal 24 Stunden überdauert hätte. Und mal ganz ehrlich, ich kenne und liebe die Filme SUSPIRIA wie auch THE MOTHER OF TEARS, aber welche Figur hiervon nochmal von Daria Nicolodi gespielt wurde, müsste ich ganz ernsthaft noch mal nachsehen - also kein sehr gutes Zeichen hinsichtlich einer eventuell beeindruckenden darstellerischen Präsenz.

Und leider gilt dies ganz persönlich auch für mich hinsichtlich der Gesamthandlung und dem inhaltlichen Aufbau des Slasher MANIAC. Wo andere Rezensionen zum Film gerne das Wort Kultfilm bemühen (was ja durchaus nicht verkehrt ist im Gesamtkontex der Geschichte des Slasher-Film), kann ich leider hier nicht mit dem gleichen Enthusiasmus aufwarten. Denn auch wenn man vieles in Sachen Effekte, einzelnen Szenen und in der Besetzung durchaus richtig gemacht hatte, werde ich nicht wirklich warm mit dem Grundgerüst in Sachen Handlung und Inhalt. Und dies liegt nicht nur daran, dass es völlig unglaubwürdig erscheint, dass man einen gesuchten Serienkiller seitens der Polizei erst am nächsten Tag aufsucht, wenn (wie hier von Anna) eine Beschreibung samt Adresse usw. vom Vortag vorliegt. Mussten die Streifenpolizisten alle erst einmal ausschlafen oder waren sie gerade in einem zeitlich begrenzten Streik für mehr Donuts mit Schokoglasur?

Aber bereits als Zito mit einer Prostituierten in einem Sundenhotel absteigt um sie dann gleich vor Ort im Zimmer zu ermorden, wird nicht wirklich darauf eingegangen, wie es ihm gelungen ist, hier wieder unerkannt entkommen zu können. Denn dafür, das es darum geht, Spuren zu vermeiden und man einer entsprechenden Beschreibung bei einem solch markant zu nennenden Gesicht entgehen will, benimmt sich unser Serienkiller eher wie ein tölpelhafter Elefant in einem Porzellanladen. Oder merkt man in einer Stadt wie New York City erst, dass es ein Verbrechen gab, wenn es aus dem Zimmer eines Stundenhotel mal anfängt penetrant nach Leiche zu stinken?

Nein, MANIAC strotzt für mich leider mit einigen inhaltlichen Fehlern, die man einfach nicht mehr nur mit dem fehlen einfacher logischer Zusammenhänge entschuldigen könnte. Und auch sonst zieht der Handlungsverlauf bei mir immer mal wieder die Spannungskurve  eher nach unten, auch wenn ich diesen Umstand nun nicht immer wirklich glasklar an bestimmten Punkten einzugrenzen vermag. Vielleicht mag es auch einfach daran liegen, dass man ihm mitunter einfach nur zu gut anmerkt, eine Low-Budget-Produktion zu sein. Zwar habe ich nun auch diesen Originalfilm - und wie manche auch meinen, die Mutter aller Slasher - in meiner Filmsammlung. Aber er ist für mich persönlich leider so gut (oder schlecht) umgesetzt, dass ich recht schnell wohl einiges wieder einfach vergessen werde, was z.B. die Handlung oder weitere DarstellerInnen angeht. Wie gesagt kein gutes Zeichen für mich, was den Film betrifft. Und was in diesem Punkt also das Subgenre Slasher selbst angeht, habe ich damals schon so einige Filme gesehen (wie z.B. MUTTERTAG/1980, HALLOWEEN/1978 oder FREITAG DER 13/1980 um mal wirklich bekannte Beispiele zu nennen), die bei mir in der Erinnerung weit mehr und positivere Spuren hinterlassen hatten.

Eine Wertung erspare ich mir hier aber bewusst, denn es mag hier bei mir auch schlicht nur eine Geschmacksfrage vorliegen, die sicherlich auch nicht von jedem Filmfreund geteilt werden muss. Und wer dem Film MANIAC von 1980 mehr abgewinnen kann, außer das z.B. Caroline Munroe auch hier wieder lecker aussieht, der darf sich hier durchaus freuen, das man endlich den Film mal als ungekürzte Version im Heimkino bewundern darf. In diesem Sinne besorgt euch also den Slasher-Klassiker sowie genug zum knabbern und viel Spaß beim heimischen Gruselabend auf dem Sofa.

ManiacManiac
(Maniac)
mit Joe Spinell, Caroline Munroe, Gail Lawrence, Tom Savini, Kelly Piper, Rita Montone, Hyla Marrow, Linda Lee Walter , James Brewster, Sharon Michell u.a.
Regie: William Lustig
Drehbuch: Joe Spinell, C.A. Rosenberg
Produktion: Andrew W. Garroni, John Packard
Musik: Jay Chattaway
Genre: Slasher/Horror
Laufzeit: 88 Minuten (BD, Uncut)
Version: 2-Disc-Version
Extras: Audiokommentare, Bildergalerie, TV- & Radio-Spots u.m.
Bonus Disc: Mit über 4 Stunden Zusatmaterial
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
USA 1980

Kommentare  

#1 Friedhelm 2022-06-11 11:03
Zitat:
Das ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, mir die nun ungekürzte Version auf Blu-ray ebenfalls meiner Filmsammlung hinzuzufügen, lag auch eher an einem netten Kommentar seitens eines Zauberspiegel-Freund, der die ungekürzte Version von MANIAC eben in seinem Kommentar erwähnte.
Ich gehe stark davon aus, dass meiner einer dieser "Zauberspiegel-Freund" war. Der Film liegt bei mir seit dem immer noch eingeschweißt herum - werde ihn jetzt aber mal ansehen, um abzuklären, ob ich deine Kritik daran nachvollziehen kann. :-)

Mit dem "Kult-Film"-Begriff wäre ich allerdings ebenso vorsichtig wie du - zumal so etwas bei einem "Slasher" ja immer etwas fragwürdig ist. Meistens ist da ein Film ja schon deshalb Kult, weil die graphischen Mordsequenzen besonders hart und echt aussehen. :cry:

Das wäre mir eigentlich zu banal und auch zu wenig, um daraus gleich einen Kultstreifen werden zu lassen. Abgesehen davon, dass solche Filme (in den meisten Fällen) halt nur deshalb "funktionieren." :oops:

Das betrifft dann ebenfalls (mal wieder) das, "was ist", aber "nicht sein kann" (z.b. Logiklöcher..und...und..). Man muss wohl tatsächlich sehen, dass es gar keinen Film gäbe, wenn man den Plot völlig frei von logischen Einflüssen drehen würde. Ich würde fast schon behaupten wollen, dass in einem horriblen Genrefilm einfach alles "erlaubt" ist, was ansonsten unmöglich wäre. :oops:


Anders sähe es in einem Thriller oder Meldodram aus - da kommt man ohne ein "echtes Narrativ" gar nicht weiter als bis zur ersten, halben Stunde. ;-)

Aber, wie immer, ist das mal wieder nur meine persönliche Sichtweise, gelle. :-*
#2 Laurin 2022-06-11 12:34
Nun ja @Friedhelm,
den ersten HALLOWEEN oder ca. drei gut umgesetzte FREITAG DER 13 würde ich schon als Kult betrachten. ;-)
Aber das darf eigentlich jeder für sich selbst entscheiden.

Allerdings sehe ich dies auch bei einem Slasher nicht wirklich "fragwürdig". Und wenn da "graphische Mordsequenzen besonders hart" bzw. realistisch aussehen, sollte man das auch gebührend würdigen. Ist eben ein Slasher und keine Love-Story über zwei Rentner im Hospiz. :-*

Und was die Logik betrifft, da darf man ja auch mal großzügig sein, wenn die Fehler hierbei nicht zu extrem ausfallen. Denn an sich ist nie alles logisch, da muss ich mir nur am Tag meine Mitmenschen ansehen. Bei nicht wenigen läuft da die Logik auch mitunter grausam vor Betonwände. :D

Und ja, der freundliche "Zauberspiegel-Freund" warst du. Ich weiß nur nicht mehr, wo wir da auf den Film MANIAC gekommen sind (also bei welchem meiner Artikel).
#3 Friedhelm 2022-06-11 19:13
Zitat:
den ersten HALLOWEEN oder ca. drei gut umgesetzte FREITAG DER 13 würde ich schon als Kult betrachten. ;-) Aber das darf eigentlich jeder für sich selbst entscheiden.
"Halloween" vielleicht, weil John Carpenter mit ein paar typischen Klischees (u.a. die subjektive Sichtweise des Killers" ) dieses Genres " so etwas wie eine Blaupause für andere geliefert hat. Obwohl er ja auch nicht der erste war, der damit gearbeitet hat. Dazu mehr in meiner künftigen "Slasher-Abhandlung". Kommt, wenn ich die nötige Muße dafür aufbringe - als Rentier hat man ja auch nicht viel Zeit, gelle. ;-)

"Freitag der 13" kann seinen Kultcharakter ja eigentlich auch nur durch die Einführung vom "Vorhees-Bub" Jason begründen. Ich finde, z.b. schon ein bisserl kultig, dass unter manchen Fans (jedenfalls bei uns in der Gegend) "heiss" darüber diskutiert wird, wo er so lange abgeblieben ist, nachdem der "Christal Lake" ihn "verschluckt hat". Bekanntlich hat ja seine Mutter im ersten Film selber ihre mörderische "Hand angelegt" - und ihr Söhnchen übernimmt plötzlich in Teil 2 diesen Part. Hat er sich etwa 20 Jahre in ein Erdloch verkrochen :oops: oder wurde der "Bengel" nach seinem Tod zum übernatürlichen Charakter?. ;-)

Ich hingegen würde eh hauptsächlich Filmen einen Kultstatus verleihen , die durch einen ausgefeilten Plot mit "AHA"-Effekt in jahrzehntelanger Erinnerung bleiben. Und das ist eigentlich weder bei "Hallowee", "Freitag, der 13." oder anderen, späteren Slashern gegeben. Als Ausnahme würde dann doch noch die "Scream-Filme" nennen, weil hier ja auch mit längst abgenudelten Konventionen des Genres "gespielt" wird. ;-)

Aber gut, wie du bereits erwähnt hast muss das jeder für sich entscheiden. :-)

Zitat:
Allerdings sehe ich dies auch bei einem Slasher nicht wirklich "fragwürdig". Und wenn da "graphische Mordsequenzen besonders hart" bzw. realistisch aussehen, sollte man das auch gebührend würdigen
Naja, ein echter Slasher "lebt" halt von harten, graphischen Kills, die dann auch realistisch rüberkommen. Erstrecht in den 2000ern,... ...Pappmache-Köpfe und leicht erkennbares Kunstblut sind denn doch eher 60er/70er - und vielleicht noch die 1980er. Ich sehe darin also nichts kultverdächtiges sondern eher eine unumgängliche Notwendigkeit.

Aber auch hier gilt: nur meine persönliche Sichtweise :-* Ich bin ja nun nicht unbedingt so ein "Slasher-Experte wie du... :-* :-)

Wie, wo und wann wir jetzt auf "Maniac" gekommen sind, entzieht sich gerade auch meiner Kenntnis. Kann aber noch nicht lange her sein - evtl einen Monat. Kann mich aber auch irren - wir werden es ganz sicher heraufinden. :-)

Und jetzt mal wieder ein schönes Rest-Wochende - ich werde mir nachher mal den "Maniac" in den Player schieben... :D
#4 Laurin 2022-06-12 10:58
Also ich will jetzt nicht weiter groß auf deine persönlichen Sichtweisen eingehen @Friedhelm. Überein kommen wir da, wie so oft, auch hier nicht, was ja nicht schlimm ist. Schließlich soll jeder seine eigene Meinung und seine eigene Sichtweise auf die Dinge haben.

Komischer Weise aber hatte sich schon damals in meinem Umfeld nie jemand ernsthaft gefragt, wie der "Vorhees-Bub" am "Christal Lake" es geschafft hatte ohne das goldige Mütterlein groß zu werden. Wichtiger war da eher die Frage, kommt da noch mehr und hoffentlich verhunzen die den nächsten FREITAG DER 13 nicht. Die Qualität hier schwankte ja durchaus später auch enorm bis hin zu Todsünden wie dem grausigen Crossover FREDDY VS. JASON von 2003 oder dem irgendwie missratenen JASON X von 2001. Aber da war irgendwie ja schon die Luft merklich raus.

Bei den SCREAM-Filmen kann ich dir da aber auch nicht wirklich folgen. Der erste, den ich auch habe, fand ich ganz interessant vom Aufbau und Inhalt her. Danach folgten aber eigentlich nur Wiederholungen im Aufbau der Grundstruktur in veränderten Konstellationen (also Zeit, Ort usw.), um die entstandene Fan-Gemeinde ebenfalls zu beglücken (wie bei allen Filmreihen).
#5 Friedhelm 2022-06-12 16:16
Nur mal so - als "Wort zum Sonntag..." :-)

Zitat:
Komischer Weise aber hatte sich schon damals in meinem Umfeld nie jemand ernsthaft gefragt, wie der "Vorhees-Bub" am "Christal Lake" es geschafft hatte ohne das goldige Mütterlein groß zu werden.
Da waren wir hier "unserer Zeit wohl um einiges voraus". Teil 2 habe ich erst 1986 auf Video gesehen (Juni 1986 war erstmals stolzer Besitzer eines Videorecorders... :D ), und bei irgendwelchen Treffen (zuhause, mit den Spezis, fand bei mir erst ab 2007 statt...) kam in dieser Hinsicht immer mal wieder die Frage auf, wie denn Jason einfach so zurückkehren konnte - da er ja eigentlich vor 20 Jahren im Christal Lake ersoffen ist. Und wo war er denn die ganze Zeit...?? usw.usw..

Ich meine auch noch zu wissen, dass sich man sich sogar in diversen Medien (TV und Print) irgendwann mit dieser Frage beschäftigt hat. Und in der DVD-Dku (mehre Discs) "Christal Lake Momeries" wird Jasons wundersame Rückkehr ebenfalls als Teil des Kults thematisiert.

Für mich spielte es dabei allerdings "gar keine Rolle", ob da noch mehr Teile gekommen wären oder jemand den nächsten "Freitag" "an die Wand fahren würde". Meiner einer ist ja nie ein echter "Slasherfan gewesen. Aber, ich meine eh, dass "die Luft" bereits nach Teil 3 raus war.

Was nun "Scream" betrifft, so stimme ich dir hinsichtlich ewiger Wiederholungen zu. Einen echten "AHA"-Effekt gab es wohl tatsächlich nur im ersten Film - und evtl noch im zweiten. Mein Hinweis auf die "Scream-Reihe" bezog sich dabei allerdings auch mehr auf die Einbindung inzwischen bekannter Genre-Regeln, die von "Ghostface" auf perfide Weise abgefragt werden - wohlwissend, dass sein Opfer -aus Angst und Nervösität- irgendwann Fehler machen wird.

Als Zuschauer sitzt man da, rät praktisch mit und denkt: "Wie kann man nur so verpeilt sein - jetzt ist sie dran." :cry: Also, ganz ehrlich, das hat mir schon Spass gemacht. Und letztendlich begründet die Reihe ihren Kultstatus ja eben durch diesen cineastischen Kniff.

Aber, ob es nun unbedingt 5 Teile werden mussten - "Schulerzucken" :-*

Schönen Rest-Sonntag noch... :-)
#6 Laurin 2022-06-12 17:00
Zitat @Friedhelm:
"Und in der DVD-Dku (mehre Discs) "Christal Lake Momeries" wird Jasons wundersame Rückkehr ebenfalls als Teil des Kults thematisiert."

Klar, so etwas wird später dann ja auch gerne für die Fans aufgegriffen. Ist ja auch ein interessantes Thema. Allerdings fragte man sich bei uns spätestens nach dem dritten Film eh nicht mehr, wo da das Geheimnis liegt, weil die Filme selbst nicht unbedingt immer inhaltlich aufeinanderfolgen. Also so wie man das bei Fortsetzungen ja eigentlich gewohnt ist. So war FREITAG DER 13 - Teil 5 "EIN NEUER ANFANG ja völlig frei von der Familie Vorhees samt dem Killer-Söhnchen Jason. Denn der Killer in der markanten Maske war hier schlicht im Finale ein Vater, der seinen im ehemaligen Camp ermordeten Sohn rächen wollte. Und meiner Meinung nach einer der Highlights der Filmreihe. :-)

Von daher war für uns früher auch speziell bei der Filmreihe nicht die Frage "wie geht es weiter", sondern was haben sich die Macher jetzt einfallen lassen (und wenn es nur die Darstellung der Morde betraf). Bei HALLOWEEN war das damals noch etwas anders verlaufen, denn als HALLOWEEN 3 ohne Michael Myers herauskam, waren wir sichtlich von dem was man uns da präsentierte eher enttäuscht bis richtig verärgert, so das hier dann auf die weiteren Filme (wieder mit Myers) das Interesse bereits stark gesunken war. Oder anders gesagt, mit dieser völligen Abweichung von den ersten zwei Filmen hatte John Carpenter (als Produzent von HALLOWEEN 3) seiner Erfolgsfigur einen dicken Knüppel zwischen die Beine gerammt und kam auch inhaltlich die Figur des Michael Myers nie wieder wirklich für mich aus dem Tief heraus. : :sad: :-*

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