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Dämonin Angela bittet zum letzten Tanz - »Night of the Demons 3«

Night of the Demons 3Dämonin Angela bittet zum letzten Tanz
»Night of the Demons 3«

Nach der nun wirklich recht albernen Rambo-Nonne aus NIGHT OF THE DEMONS 2 fragte man sich eigentlich nur noch, wie weit man inhaltlich seit dieser Splatterfilm-Fortsetzung von 1994 noch abstürzen kann? Das es sich bei der letzten filmischen Fortführung von 1997 wieder um einen weiteren Low-Budget-Horrorfilm handelt, bei dem allerdings nun Kanada statt den USA als Produktionsland mitmischte, scheint dem Film dann allerdings irgendwie nicht wirklich geschadet zu haben.

Night of the Demons 3Ganz im Gegenteil. Zwar wird auch NIGHT OF THE DEMONS 3 sicherlich niemals zur Spitzengarnitur des Horrorfilm zählen, allerdings war er dann seitens der Handlung zumindest wieder wesentlich genießbarer durchstrukturiert, als die wirklich recht alberne erste Fortsetzung aus dem Jahre 1994, die eigentlich nur zum fremdschämen reichte, bevor man damals dann eigentlich mit der Jacke über dem Kopf verschämt das Kino wieder verlassen sollte. Aber gut, 1994 waren auch die Fans des Genre noch härter drauf und wandelten wohl schnell aber aufrecht aus den Lichtspielhäusern dieser Welt. Schließlich hatten die 1990er Jahre schon an sich nicht wirklich viel zu bieten, was einen dann mit vor Stolz geschwellter Brust faktisch über den staubigen Boden schweben ließ. Aber hängen wir uns jetzt nicht an einem eher verschenkten Jahrzehnt auf und blicken mal in die Handlung des letzten Teil der Filmtrilogie um die Dämonenfürstin Angela.

Denn hier wollen die schnuckligen Mädels Holly und Abbie zu einer Halloween-Party, wobei dann jedoch irgendwo im Niemandsland der Wagen streikt. Dabei haben sie eigentlich im ersten Augenblick betrachtet noch Glück im Unglück, denn eine weitere Gruppe Jugendlicher bietet ihnen auch gleich eine Mitfahrgelegenheit an. Jedoch kann das Glück ein rechter Schweinehund sein, denn die Jungs (und das einzige Mädel) sind nicht nur mächtig aufgedreht, sondern immer wieder herrscht auch extrem dicke Luft unter ihnen. Als man ihnen dann auch noch bei einem Zwischenstopp kein Bier verkaufen will, eskaliert die Stimmung recht schnell, was auch die eintreffenden Polizisten nicht mehr ändern können, weil bereits eine scharfe Schusswaffe seitens des Verkäufers im Spiel ist. Und die gerät nach einem Handgemenge dem recht gewaltbereiten Teenager Vince in die Hände. Und ehe man sich versieht, wird der von hinten plötzlich zurückgezogen und ballert vor Schreck gleich einen der Polizisten um.

Night of the Demons 3Da man natürlich nun in Panik die Flucht ergreift, wobei bei dem weiteren Schusswechsel auch der junge Reggie schwer verwundet wird, stellt sich bald die Frage, wo man sich verstecken könnte oder ob man Reggie nicht doch besser in ein Krankenhaus bringen sollte. Am Ende entscheidet Vince für alle die Suche nach einem passenden Versteck, da er immer noch glaubt, er hätte den Polizisten tödlich getroffen. Das der aber unverletzt geblieben ist, weil er eine schusssichere Weste trug, ahnt von den Teenagern noch niemand. Und unter dem Strich kommt für die Jungs und Mädels dann nur noch das verlassene Gespensterhaus Hull-House in Frage, um erst einmal unterzutauchen. Allerdings bleibt auch die allgemeine Lage unter den jungen Leuten mehr als angespannt durch das weitere aggressive Verhalten von Vince. Aber auch seine hübsche wie freizügige Freundin Lois (erinnert mit ihrem sexy Look irgendwie an die Sängerin Pink) trägt nicht gerade zu einem freundschaftlichen Verhältnis bei. Das Sahnehäubchen für diesen Abend ist jedoch die plötzlich auftauchende hübsche junge Frau, die angibt im Hull-House zu wohnen und sich als Angela Franklin vorstellt. Und erst als der blutige Höllentanz so richtig losgeht, merkt auch der Letzte aus der Runde, dass diese Angela eben keine sexy Bitch, sondern eine dämonische Schlampe der Hölle ist. Ob den Überlebenden, die am Ende nicht selbst zu Dämonen geworden sind, dann der alte Polizist noch helfen kann, der nur noch Stunden vor der eigenen Pensionierung steht, sei daher für Neugierige erst einmal dahingestellt.

Nun muss ich hier zuerst einmal sagen, dass die jeweilige Rollenbesetzung hier durchaus irgendwie gelungen ist, auch wenn es sich hier nicht wirklich um viele bekannte Gesichter aus dem Filmgeschäft handelt. Besonders in Erinnerung bleibt mir nach dem Film allerdings die kanadische Rock-Sängerin Tara Slone, die hier ihre Rolle als lüsterne junge Lois mit einem Hang zu bösen Buben recht ansprechend spielt. Neben dem Musikgeschäft hatte sie aber auch schauspielerisch in so einigen Filmen und Fernsehserien (von 1992 bis 2020) wohl eher in kleineren Rollen mitspielen können. Irgendwie bekannt kam mir dann aber das Gesicht des Rüpel Vince im Film vor, auch wenn ich zuerst nicht wusste, wo ich ihn hinstecken sollte. Doch der Darsteller des rüpelhaften Vince, Kristen-Holden Ried (auch Kris Holden-Ried) konnte man auch in Filmen und Fernsehserien wie HABITAT (1997), UNDERWORLD AWAKENING (2012) THE TUDORS (2007), ARROW (2017) oder VIKINGS (2017 bis 2019) bereits bewundern.

Night of the Demons 3Aber auch bei den anderen Darstellerinnen und Darstellern musste man ein gewisses schauspielerisches Talent nun nicht unbedingt gleich in Bodennähe suchen. Zumindest waren sie damals ja noch recht jung im Geschäft, da drückt man hier oder da auch mal ein kleines Auge zu.

Der Streit gerade unter den Jugendlichen, der immer irgendwie gewaltsam zu eskalieren droht und wo schon zu Beginn jeder noch so blöde Witz offenbar eine Explosion der Gewalt verursachen könnte, kann hier zwar im Verlauf der Handlung schon mal etwas nerven. Allerdings kann man damit um einiges besser Leben als mit dem kruden Humor für Kleinkinder, den uns NIGHT OF THE DEMONS 2 abgeliefert hatte. Einen gewissen unterschwelligen Humor kann auch hier der dritte Film der Trilogie für sich verbuchen, jedoch überwiegt hier wieder wesentlich die Spannung und mitunter auch ein gruseliges Flair, was dem Film hier durchaus recht angenehm zu Gesicht steht und womit man eher wieder im ansprechendem Fahrwasser des Originalfilm NIGHT OF THE DEMONS aus dem Jahre 1988 segelt.

Am Ende der Handlung gehen dann im Hull-House noch einmal die Lichter an und die Stimme unserer Dämonenfürstin Angela (wieder gespielt von Amelia Kinkade) wünscht noch fröhlich allen Zuschauern ein tolles Halloween. Das könnte man eventuell aber auch als Drohung hinsichtlich einer weiteren Fortsetzung verstehen. Dem war aber dann nicht so. Geschadet haben dürfte hierzu gerade auch die erste Frotsetzung NIGHT OF THE DEMONS 2, welcher wohl mit dazu geführt haben dürfte, dass die Kinokassen bei dieser zweiten Fortsetzung wohl nicht mehr so üppig geklingelt haben dürften. Da wäre eine umgedrehte Reihenfolge der beiden Fortsetzungen von NIGHT OF THE DEMONS von 1988 wohl wesentlich besser gewesen. Denn mit den billigen Witzen und der Rambo-Nonne aus der ersten Fortsetzung von 1994 hatte man schließlich in meinen Augen dem Franchise bereits den eigentlichen Todesstoß verpasst gehabt. Aber auch in Sachen nackte Tatsachen mit erotischem Sabber wegwischen hatte NIGHT OF THE DEMONS 3 keine Probleme. Egal ob man einem der Mädels von hinten zu Beginn zusehen kann, wie sie sich gerade einen knappen Slip anzieht, bevor ihre kleineren Geschwister lärmend ins Zimmer platzen, oder wenn Lois bei ihrem Vince dafür sorgt, das nicht nur die geladene Knarre in seiner Hand ordentlich stramm steht. Und lustiger Weise wirken die meisten dieser schlüpfrigen Szenen nicht einmal wirklich in der Handlung aufgesetzt wie ein Fremdkörper. Ob das aber eventuell heute noch eine Freigabe ab 18 Jahre rechtfertigen würde, möchte ich nun wirklich wieder bezweifeln. Überhaupt sehe ich hier bei allen drei Filmen die hohe Altersfreigabe in keiner Weise mehr als gerechtfertigt an, könnte aber zumindest werbewirksam ausgeschlachtet werden, denn verbotene Früchte schmecken bekanntlich ja auch jüngeren Zuschauern irgendwie am besten. Unter dem Strich betrachtet war NIGHT OF THE DEMONS 3 hier aber sogar wieder um einiges besser umgesetzt worden als der zweite Teil der dämonischen Filmtrilogie um Hull-House und dem dämonischen Luder Angela.

Night of the Demons 3Night of the Demons 3
(Night of the Demons 3)
mit Amelia Kinkade, Kristen Holden-Ried,Stephanie Bauder, Tara Slone, Patricia Rodriguez, Larry Day, Gregory Calpakis, Joel Gordon, Richard Zeman, Christian Tessiere, Ian McDonald u.a.
Regie: Jim "James" Kaufman
Drehbuch: Kevin Tenney
Produktion: Claudio Castravelli
Musik: Raymond C. Fabi, Dennis Michael Tenney
Genre: Horror
Laufzeit: 88 Minuten (DVD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: Laser Paradise
Kanada 1997

Kommentare  

#1 c.r.hays 2021-10-25 04:11
Als ich die Überschrift laß, dachte ich zuerst, die berichten live aus Berlin... :D :D :D
#2 Laurin 2021-10-25 10:05
Oha ... diese Parallele fällt mir erst jetzt auf, wo du es sagst, c.r.hays. :lol:
Aber so gemein wollte ich an einem so schönen Tag nun auch nicht sein. ;-)
#3 Friedhelm 2021-10-25 20:12
Ich kenne eigentlich nur einen Film, bei dem Tenney mitgemischt hat. In den 80ern hatte ich "Witchboard - Die Hexenfalle,1986" auf Video. Da war er Regisseur und hatte noch ein "S" in der Mitte: "Kevin S. Tenney" - das sollte wohl irgendwie eine nachhaltige Wirkung erzeugen.

Möglich, dass der Film auch mit Schuld daran war, dass ich später von Geister-Hexen und..."Dämonen-Plots" die "Finger gelassen habe".

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