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Ein letzter Gruß an eine Superheldin im MCU - »Black Widow«

Iron ManEin letzter Gruß an eine Superheldin im MCU
»Black Widow«

Natasha Romanoff kann als Black Widow nicht nur auf eine recht heldenhafte Zeit bei S.H.I.L.D. und dann auch bei den Avengers zurückblicken, die ihr nicht immer gedankt wird, weil sie im Zuge von den Geschehnissen aus THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR zur gesuchten Verbrecherin wurde, da sie sich letztendlich doch hilfreich auf die Seite von Captain America geschlagen hatte. Doch auch weit davor hatte sie bereits eine bewegte Vergangenheit beim KGB und als sowjetische Spionin und Auftragskillerin.

Black WidowDoch eigentlich begann ihre Geschichte bereits als sehr junge Teenagerin  mit 13 Jahren in den USA unter sogenannten "Schläferagenten" seitens der Sowjetunion, welche nur äußerlich eine richtige Familie darstellen und num plötzlich die USA verlassen müssen, weil der US-Geheimdienst ihnen bereits dicht auf den Fersen ist. Also heißt es für die zu Spionagezwecken künstlich zusammengefügte Familie, sich schnellstens nach Kuba abzusetzen.

Dabei besteht diese Familie nicht nur aus der noch sehr jungen Natasha, sondern auch aus der gerade mal 6-jährigen Yelena Belova, die für Natasha allerdings wie eine richtige kleine Schwester ist. Und hinter ihren Eltern verstecken sich in Wahrheit die Agentin Melina Vostokoff, welche zwar schwer Verletzt scheint, aber in der Zukunft hinsichtlich der direkten Gedankenkontrolle forschen wird, mit der der russische Schurke Dreykov dann seine Pläne um die totale Macht vorantreiben will. Und der angebliche Vater Alexei Shostakov war als Superheld Red Guardian bisher quasi das sowjetische Gegenstück von Captain America, landet aber dann später in einem abgelegenen russischen Gefangenenlager.

Erst viele Jahre später treffen Natasha und Yelena, die ebenfalls eine Ausbildung als Black Widow hinter sich hat, aufeinander, wobei es auf dem ersten Blick wirklich nicht gerade schwesterlich zugeht, dafür aber erst einmal ordentlich die Fetzen fliegen. Doch man muss sich auch mit Melina und Alexei wieder zusammenraufen weshalb man letzteren erst einmal aus dem Gefangenenlager befreien muss, was mit einem altersschwachen russischen Hubschrauber auch nicht gerade ein Kinderspiel ist.

Denn es gilt sich nun gemeinsam gegen die finsteren wie menschenverachtenden Pläne des Schurken Dreykov zu stellen, welcher per völliger Gedankenkontrolle weltweit eine ganze Armee von jungen Frauen nicht nur zu tödlichen Black Widows trainiert, sondern diese auch für seine zwecke körperlich verstümmelt hatte, damit diese nicht etwa durch eine Schwangerschaft ihre Einsatzfähigkeit gefährden können. Ein Schicksal übrigens, welches auch Natasha und Yelena mit diesen jungen Frauen teilen, die Dreykov unter seiner geistigen Kontrolle hat. Um ihm jedoch das Handwerk zu legen und ein Gegenmittel gegen die Gedankenkontrolle einsetzen zu können, muss man erst einmal in sein Geheimversteck eindringen, welche eine geheime fliegende Festung in den Wolken ist. Aber eine Gefahr für Natasha und Yelena ist hierbei auch der maskierte Superschurke Taskmaster, welcher jeden Kampfstil perfekt kopieren kann, den er jemals z.B. bei den Avengers und damit auch von Natasha Romanoff gesehen hat. Doch die größte Überraschung steht für Natasha noch aus, denn unter der Maske des Taskmaster verbirgt sich die eigene Tochter von Dreykov, die hier unter seiner totalen Kontrolle steht und scheinbar wie ein Zombie über keinen eigenen Willen mehr verfügt.

Black WidowEs ist nicht alles Gold was glänzt ...
... auch wenn mit der Black Widow im MCU einerseits eine Superheldin auftauchte, die nicht gerade von der Stärke her auf dem Level eines Iron Man oder Thor rangiert, andererseits aber im Sturm die Herzen der Fans des MCU erobern konnte.

Leider muss man sagen, ist der oft gewünschte Solo-Auftritt der Black Widow nun irgendwie dann doch nur ein wehmütiger Blick zurück, denn schließlich wissen wir ja bereits, das Natasha Romanoff in naher Zukunft und damit in dem Kinofilm AVENGERS: ENDGAME (2019) bei der Jagd nach den Invinity-Steinen den Heldentod sterben wird. Und irgendwie merkt man auch an der Schauspielerin Scarlett Johansson, das sie ihre Rolle hier im Film eigentlich sogar etwas zurücknimmt, damit man hier für das zukünftige MCU die Schauspielerin Florence Pugh als neue Black Widow aufbauen kann. Wie weit dies dann in der Realität im MCU auch umgesetzt wird, darauf kann man dann gespannt sein.

Aber auch sonst ist eben nicht alles Gold was glänzt. Denn wie sollte es anders sein, will der Hautschurke nicht weniger als die gesamte Welt, lenkt sein verbrecherisches Werk aus einer geheimen fliegenden Festung heraus, die dann - wie sollte es im MDU auch anders sein - im Finale mit einer enormen Menge an Trümmern, Rauch und jeder Menge Tamtam zu Boden stürzt. Wirkliche Überraschungen muss man sich als Zuschauer also in anderen Filmen als beim MCU suchen, denn diese nette Form des Größenwahn kennt man im MCU schließlich bereits zu genüge. Aber auch der Witz kann leider nicht wirklich immer eine positive Punktlandung hinlegen. So wirkt der Superheldenanzug des Red Guardian optisch dann doch eher etwas albern statt lustig. Der Gag wird auch nicht damit gerettet, das Alexei erst einmal eine Menge Schwierigkeiten hat, überhaupt noch diesen roten Anzug anziehen zu können, weil er körperlich längst etwas aus dem Leim gegangen ist. Denn das kennt man doch eigentlich auch schon aus dem ersten Pixar-Animationsfilm THE INCREDIBLES, wo wie auch beim MCU, Disney im Hintergrund steht und die Fäden zieht. Irgendwie geht es auch selbst am berühmten schwarzen Humor vorbei, wenn Alexei seinen Stolz über seine ehemaligen Scheintöchter ausdrückt, weil durch ihre Aktivitäten doch so viele Menschen in den vergangenen Jahren den Tod gefunden hatten. Man lerne hier also auch, das selbst der schwärzeste Humor nicht zu plump daherkommen sollte.

Wirklich beim Zuschauer bleibt allerdings hängen, wenn Yelena Alexei aufzählt, wie Dreykov bei allen Mädchen (also auch bei ihr und Natasha) im Vorfeld die Gebärmutter oder die Eierstöcke "herausrupfen" gelassen hatte, damit ja keine Schwangerschaften die Effizienz der Kämpferinnen unter seiner Gedankenkontrolle minimiert. Man sieht also, Dreykov wird mit Sicherheit keinen Preis in Sachen Humanismus gewinnen. Leider dürfte er als gefährlicher Schurke trotzdem kaum lange bei den Zuschauern im Gedächtnis bleiben, da er dann leider doch schlicht zu farblos in der gesamten Handlung wirkt. Allerdings holte man dann auch in Sachen Taskmaster nicht wirklich viel heraus, womit dieser durchaus eigentlich recht interessante Superschurken-Charakter irgendwo etwas verschenkt wirkt. Das man dann genau aus dieser Figur dann noch Natashas leibliche Mutter machen musste, die eigentlich offiziell doch durch Dreykov umgebracht worden sein soll, kann man dann als den typischen Herz-Schmerz-Fehler aus der Mottenkiste von Hollywood verbuchen.

Lohnt es sich, BLACK WIDOW gesehen zu haben?
Auch wenn ich mir erst einmal alle meine kritischen Punkte hier in der Filmrezension von der Seele tippen musste und zugegeben auch meine Erwartungen gerade an diesen Film aus dem MCU nicht wirklich in allen Punkten erfüllt sehe, so ist der Film doch sicherlich kein Totalausfall. Besonders auch nicht für Fans der BLACK WIDOW im MCU und natürlich von Scarlett Johansson in dieser markanten Rolle. Man kann daher diesen Beitrag im MCU auch als einen wehmütigen Rückblick für die Fans betrachten.

Grundsätzlich gibt es aber auch in BLACK WIDOW durchaus eine Menge guter Kampfszenen, die sichtlich Spaß machen und es gibt dann auch nicht wenige Momente und Dialoge, die dann doch locker ins vom Witz her dann ins Schwarze treffen können. Und seinen wir mal ehrlich, ein wenig blutet einem am Ende dann auch das Fan-Herz, weil Scarlett Johansson in ihrer Rolle als BLACK WIDOW seit ihrem ersten Auftritt in IRON MAN 2 (2010), eindeutig eine der interessantesten Figuren des MCU wurde. Und ob es dem MCU in Zukunft wirklich gut tun wird, gerade solche Figuren wieder einzukassieren, um sie dann durch Marvel-Figuren zu ersetzen, die eindeutig eher aus der hinteren dritten bis vierten Reihe kommen, wie der Kung-Fu-Ersatzhelden SHANG-CHI oder die "göttlichen" (oder was auch immer) ETERNALS, muss sich erst noch zeigen. Gut, bestimmt werden auch die irgendwie ihre Fanbasis erhalten, aber andererseits stehen sie auch für Helden, die schon im Comic nie so wirklich die erste Geige gespielt hatten und das eben auch nicht ohne triftige Gründe.

Black WidowAuch kleine Hoffungen sterben schon mal bei Disney:
Denn eine (vielleicht doch) mögliche Rückkehr von Scarlett Johansson in ihrer Rolle als Black Widow dürfte es übrigens auch wohl deshalb sicherlich nicht mehr wirklich geben, weil zwischen der durchaus sympathischen Schauspielerin und dem Disney-Konzern ziemlich dunkle Wolken aufgezogen sind. Denn das man genau diesen Film des MCU  gleichzeitig im Kino zeigt, aber dann seitens Disney auch zeitgleich auf der eigenen Streaming-Plattform förmlich verramscht hatte, wird von der Schauspielerin als glatter Vertragsbruch gesehen, der nun erst einmal die Gerichte beschäftigen wird. Denn indem man den Film BLACK WIDOW auch zeitgleich bei Disney+ (oder DisneyPlus) wie gesagt verramscht, tritt man der Schauspielerin wohl auch irgendwie von hinten in die Kniekehle der finanziellen Einnahmerechnung, da ihr Verdienst  wohl im Vorfeld vertraglich an den Kinoeinnahmen gekoppelt wurden. Und hier soll es laut Scarlett Johansson auch recht eindeutige Absprachen gegeben haben, gegen die Disney mit dieser Veröffentlichungsstrategie hier nun offen verstoßen haben soll. Allerdings soll der Film BLACK WIDOW laut den ersten drei Kinotagen auch bereits weltweit 158 Millionen US-Dollar eingespielt haben (über den Streaming-Kanal Disney+ dann noch einmal am ersten Startwochenende runde 60 Millionen US-Dollar, an denen die Schauspielerin jedoch nicht anteilig beteiligt wäre). Wir reden also eigentlich bei einer Beteiligung an den Kinoeinnahmen jetzt auch nicht gerade von Kleingeld fürs Sparschwein. Aber gut, die Gewitterwolken sind da und werden wohl auch jetzt erst einmal genügend Scherben verursachen, so das man als Fan selbst leichte Hoffnungen hinsichtlich einer Möglichen Rückkehr von Scarlett Johansson ins MCU erst einmal zu den Akten legen sollte. Dabei hatten doch gerade die Marvel Comics über viele Jahrzehnte den Fans doch vorgemacht, wie schnell Helden hier auch wieder von den Toten auferstehen können.

Für die Schauspielerin Florence Pugh hingegen könnte der Film BLACK WIDOW jedoch als Nachfolgerin von Natasha Romanoff  im MCU  durchaus ein Anfang sein. Allerdings wird es sich noch zeigen müssen, ob sie auch in den zukünftigen Kino-Blockbustern einen starken Einstieg erhält, oder ob sie eventuell über die zukünftige MCU-Actionserie  mit der Figur des Bogenschützen Hawkeye für den Streaming-Kanal Disney+ nicht hinauskommt und so eventuell still und leise wieder in der Versenkung verschwindet. Völlig auszuschließen ist das nämlich auch irgendwie im Vorfeld nicht.

Black WidowBlack Widow
(Black Widow)
mit Scarlett Johansson, Florence Pugh, David Harbour, Rachel Weisz, Ray Winstone, William Hurt, O.T. Fagbenie, Olga Kurylenko, Liani Samuel, Louis D'Esposito, Jaada Lawrence Green, Ever Gabo Anderson, Violet McGraw u.a.
Regie: Cate Shortland
Drehbuch: Eric Pearson
Autoren der Filmgeschichte: Ned Benson, Jac Schaeffer
Produktion: Kevin Feige
Musik: Lorne Balfe
Genre: Action/Fantasy/SciFi
Laufzeit: 134 Minuten (BD)
DVD/FSK: 12 Jahre
Extras: Pannen vom Dreh, Die schwestern machen das, Zusätzliche Szenen u.m.
Vertrieb: Marvel Studios/Walt Disney Studios Home Entertainment
USA 2021

Kommentare  

#1 Laurin 2021-10-04 13:12
Kleine Info nachträglich zum Rechtsstreit Johansson/Disney:
Der Diseny-Konzern hat hier wohl (sehr schnell nach aktuellen Informationen aus dem Internet) reagiert und Scarlett Johansson wohl neben den rund 20 Millionen US-Dollar Gage auch noch eine Entschädigung von locker mal 40 Millionen US-Dollar zugesprochen, womit wohl auch die Klage von Johansson vom Tisch sein dürfte.
#2 Norbi 2021-10-05 10:14
Zitat 'Doch die größte Überraschung steht für Natasha noch aus, denn unter der Maske des Taskmaster verbirgt sich ihre richtige Mutter, die unter der totalen Kontrolle von Dreykov steht und scheinbar wie ein Zombie über keinen eigenen Willen mehr verfügt.'

Das stimmt so ja nicht so ganz. Unter der Maske verbirgt sich nicht die Mutter von Natasha Romanov, sondern doch eher die Tochter von Dreykov, die ja angeblich bei dem Bombenanschlag auf das Leben ihres Vaters von Black Widow getötet wurde.
#3 Laurin 2021-10-05 15:31
Ups ... @Norbi, da habe ich wohl beim schauen des Film was in den falschen Hals bekommen oder doch in meinem Dussel irgendwie was durcheinander geschmissen. Deshalb Danke für die Richtigstellung. ;-)
Die Aussage wurde von mir aber jetzt im Artikel entsprechend abgeändert.
#4 Friedhelm 2021-10-11 19:44
@Laurin: vielleicht hast du auch "zu tief ins Glas geschaut.." Mir geht das manchmal so... :-* ;-)
#5 Laurin 2021-10-11 20:47
Na ja @Friedhelm,
genau das mit dem Alkohol kann ich indessen durchaus verneinen, da ich z.B. vor zwei Jahren zum letzten mal an einer Flasche Eierlikör genippelt hatte (zu Weihnachten) und ansonsten keinerlei Schnaps noch Bier konsumiere. Desweiteren trinke ich keinen Wein, weil mein Magen mir dann wegen der Fruchtsäure die Hölle heiß macht (weshalb ich daher auch keine Fruchtsäfte trinke). Und weil deshalb meine Leber mich geradezu abgöttisch lieben dürfte, kann es eigentlich nur noch am Alter liegen. :lol:
Zumal mir auch eigentlich bei Sprudelwasser, Trinkmilch oder Kaffee, Tee und Cappu solche schlimmen Auswirkungen bisher nicht bekannt waren. :-* :P

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