Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wie eine Kettenreaktion des Grauens - »The Lodge«

The LodgeWie eine Kettenreaktion des Grauens
»The Lodge«

Da der sprichwörtliche Haussegen zwischen Richard und Laura Hall schief hängt, dürfte nach ihrer Trennung die Ankündigung nicht gerade auf fruchtbaren Boden fallen, das Richard seit geraumer Zeit gedenkt, nach der Scheidung die junge Grace zu heiraten. Dabei ist Grace trotz ihrer Jugend kein unbeschriebenes Blatt. Ist sie doch die einzige Überlebende nach einem Massensuizid einer Sekte. Doch auch diese Ankündigung seitens Richard bleibt kurz darauf nicht ohne einschneidende Folgen.

The LodgeDenn das ihre Ehe keine Chance mehr haben soll und Laura schlicht durch eine jüngere Frau ersetzt wird, welche selbst nur durch intensive psychologische Behandlungen und entsprechenden Medikamenten den eigenen Schrecken des Massensuizid einigermaßen überwunden zu haben scheint, treibt nun Laura selbst mittels eines Revolvers in den Selbstmord.

Sechs Monate später - die Weihnachtsferien haben gerade begonnen - stehen die beiden Kinder, Aidan und Mia aus Richards Ehe mit Laura, dessem Wunsch äußerst ablehnend gegenüber, diese Wochen gemeinsam mit ihm und Grace als ihre zukünftige Schwiedermutter in der äußerst abgelegenen Familienlodge zu verbringen.

Doch in diesem Punkt mag Richard keine Kompromisse eingehen zu wollen, schließlich müssen sich die Kinder an die neue Frau an seiner Seite gewöhnen. Und auch Grace muss schließlich einen gewissen Zugang zu seinen Kinder finden. Also fährt man gemeinsam zur Familienlodge, welche zudem weit ab jeder weiteren Ansiedlung oder sonstiger bewohnter Behausung mitten in der kanadischen Wildnis liegt, um dort ganz für sich in einer tief verschneiten Umgebung ein gemeinsames Weihnachtsfest zu feiern.

Doch spätestens hier nimmt das erzwungene Familienidyll eine erste markante Wendung, denn kaum dort angekommen, wird Richard auch durch seinen Arbeitgeber sofort wieder zurück gerufen. Dabei glaubt er auch jetzt noch fest daran, dass es sowohl dem älteren Aidan und seiner jüngeren Schwester Mia, als auch Grace gelingen wird, sich hier in der völligen Einsamkeit zusammen zu raufen. Und kaum ist er weg, werden Grace und die Kinder auch bereits eingeschneit.

Doch Aidan und seine kleine Schwester trauen Grace nicht über den Weg. Zum einen ist die Trauer um ihre Mutter noch immer nicht wirklich überwunden und zum anderen haben sie heimlich bei ihrem Vater einige filmische Aufzeichnungen über diese obskure Sekte der Selbstmörder sowie Grace ansehen können. Dies führt dann dazu, das Grace besonders durch Aidan dessen völlige Ablehnung zu spüren bekommt. Aber auch einige recht unheimliche Vorkommnisse treten in dem einsam gelegenen Lodge bald zu Tage und verbessern die Situation nicht.

So sind eines Morgens nicht nur Graces Medikamente verschwunden, sondern auch die Weihnachtsdekoration, Die Geschenke, alle Lebensmittel und auch die meiste, wärmende Kleidung. Aber auch der Strom scheint völlig gekappt zu sein ud selbst die Handys sind verschwunden, so das man in dieser Situation nun völlig von der Umwelt abgeschnitten ist. Zwar bezichtigt Grace Aidan und Mia, ihr einen bösen Streich spielen zu wollen, doch diese beteuern nichts mit der nun entstandenen Extremsituation zu tun zu haben.

Doch in den folgenden Tagen beginnt so ein Katz-und-Maus-Spiel, welches alle bis an die Grenzen des Wahnsinns - und weit darüber hinaus - treiben wird.

The LodgeHorror durch eine bedrückende Atmosphäre:
Mit THE LODGE bekommen wir hier einen Horrorfilm seitens des österreichischen Regie-Duos Veronika Franz und Severin Fiala geboten, welche bereits mit ihrem Genrefilm ICH SEH ICH SEH aus dem Jahre 2014 berächtlich positives Aufsehen erregen konnten.

Produziert wurde THE LODGE wiederum durch die britische Hammer Filmproduktion in Gemeinschaftsarbeit mit der amerikanischen FilmNation Entertainment, wobei die Dreharbeiten Anfang 2018 in Kanada stattfanden (z.B. direkt in Montreal). Was Veronika Franz und Severin Fiala angeht, so handelt es sich bei THE LODGE damit übrigens auch um ihren zweiten Langfilm.

Was die Marke Hammer angeht, so produziert sie nicht wirklich am laufenden Band Horrorfilme, wie man es vielleicht nach dem erneuten Aufleben dieser Marke im Genre erwartet hätte. Denn die britische Hammer Filmproduktion war in ihren goldenen Jahren mit Filmen wie DRACULA (1958), DER FLUCH VON SINESTRO (1961) oder DRACULAS HEXENJAGD (1971) äuerst produktiv und hatte natürlich damals auch einen entsprechend hohen Bekanntheitsgrad. Den dürfte ihnen allerdings in den zurückliegenden Jahren (z.B. ab dem Jahr 2000) im Genre wohl eher die Filmschmiede Blumhouse Productions abgelaufen haben. Trotzdem verbindet man auch heute einen besonderen Klang mit dem auftauchen des Namens Hammer, wenn es sich als Beispiel auch um jüngeren Filmproduktionen wie etwa LET ME IN aus dem Jahre 2010, oder eben DIE FRAU IN SCHWARZ aus dem Jahre 2011 dreht.

Zwischen der Fortsetzung DIE FRAU IN SCHWARZ: ENGEL DES TODES (2015) und THE LODGE (2019) liegt indessen wieder ein Zeitraum von vier Jahre seitens den Hammer Filmproduktionen. Diese größeren Zeitabstände mögen nicht von ungefähr stammen, denn man versucht schlicht und ergreifend wohl nicht jeden beliebigen Stoff aus dem Bereich Horror und Mystery zu verfilmen und so eventuell recht beliebig zu wirken. Hier achtet man eher bei den angebotenen Drehbüchern im Vorfeld bereits auf eine gewisse inhaltliche Qualität, um nicht in einen schnelllebigen Einheitsbrei zu geraten, welcher die Genrefans wohl bald eher abstoßen als anziehen könnte.

THE LODGE ist so ein Film, der zwar in Sachen Handlung den Zuschauern kaum verheimlichen kann, wo der Hase langlaufen wird. Allerdings verfügt die Filmhandlung über eine äußerst bedrückende  wie düstere Atmosphäre die einen recht schnell in ihren Bann zu schlagen weiß. Natürlich wird auch hier im Verlauf der Handlung für die Zuschauer die eine oder andere falsche Fährte gelegt, bei der man meinen könnte, dass hier dann doch noch eventuell ein übernatürliches Element zum Vorschein kommen könnte. Aber genau so, wie diese Möglichkeit eines übernatürlichen bzw. okkulten Element sich recht schnell wieder in Luft auflöst, so sicher ist nach recht kurzer Zeit der Zuchauer eigentlich auch darin, dass die extreme Situation ohne Strom, Handy oder Nahrung durch die beiden Kinder herbeigeführt wurden, die Grace zumindest hierdurch entgültig vergraulen wollen.

Wie gesagt, die Handlung an sich wirkt so durchaus recht vorhersehbar. Und doch handelt es sich bei THE LODGE nicht um eine der typischen 08/15-Handlungen des Genre. Denn der Film weiß in seiner Art recht bald zu fesseln, weil er mit jeder weiteren Minute sich auch für die Zuschauer zu einem bedrückenden Alptraum entwickelt, dem man sich schlicht und einfach kaum mehr entziehen kann.

The LodgeHierfür sind viele Elemente verantwortlich, die wie gut augearbeitete Zahnräder ineinandergreifen. Dazu gehören die Kinder, welche eigentlich mitunter recht fragil und verletzlich wirken können, die junge Grace, die immer noch mit den Schrecken ihrer Vergangenheit innerhalb einer Sekte zu kämpfen hat und dabei auch trotz ihrer Medikamente offenbar ihre Schwierigkeiten hat, ihr seelisches Gleichgewicht zu wahren. Und auch das Umfeld eines einsam gelegenen Hauses (es als eine Holzhütte zu bezeichnen wäre mehr als leicht verniedlicht, denn das Gebäude hat durchaus seine weiträumigen Ausmaße und Räumlichkeiten) in einer tief verschneiten Wildnis, trägt zur allgemein bedrückenden Atmosphäre bei, welche zudem auch weiterhin immer mehr an Bedrohlichkeit gewinnt.

Natürlich bleiben da so manche Fragen auch offen, um die Handlung eventuell logisch abrunden zu können. Aber mit der Logik haben es Horrorfilme im allgemeinen bekanntlich nicht wirklich. So steht die Frage offen, wie es Grace überhaupt gelungen ist, dem Massensuizid der Sekte zu entkommen und warum Richard sich überhaupt von seiner Ehefrau abgewendet hat, um mit der seelisch eher recht labilen Grace eine neue Beziehung eingehen zu können. Auch Richards schon naives Gottvertrauen, als er Grace und seine Kinder wegen der Arbeit direkt wieder verlässt, wirft zumindest ein gewisses Unverständnis beim Zuschauer auf. Schließlich weiß er doch das die Kinder noch ihrer richtigen Mutter nachtrauern und damit freiwillig auch nicht die Nähe von Grace suchen werden. Diese Fragen kratzen jedoch nicht wirklich negativ an der Gesamthandlung, denn welche Kinder jubeln schon, wenn sie plötzlich eine neue Stiefmutter vor die Nase gesetzt bekommen sollen und handelt man selbst nicht auch schon mal recht naiv, weil man sich selbst in einer solchen Situation nicht wirklich vorstellen kann, das hier etwas wirklich gefährlich schiefgehen könnte? Am Ende ist man als Mensch, welcher ja auch nicht gerade mit der Logik immer auf gutem Fuß steht, dann wohl immer etwas schlauer. Selbst dann, wenn man von jedem nur vorstellbaren Unglück wie von einer Lawine plötzlich überrollt wird.

Und weil so eben alles irgendwie dann doch wieder im Bereich des Vorstellbaren bleibt, dabei das Grauen einem aber geradezu schleichend immer mehr die Luft zum atmen raubt, ist man von der Handlung in THE LODGE so intensiv gefesselt. Das wirkt sich auch über den Film hinaus aus, weil man sich auch danach als Zuschauer noch nicht wirklich von der Handlung dieses Horrorfilm, seiner inneren Entwicklung und seinem erschreckenden Ende zu lösen vermag.

Denn auf ein zumindest befriedigendes Ende, in dem dann doch noch einiges gut gehen könnte, sollte man sich als Zuschauer bei THE LODGE nicht einstellen. Da der sich langam aufbauende Alptraum, der durchaus auch mal in verstörenden Bildern recht düster aufgewertet wird, sich eben bald auch gnadenlos in Richtung Wahnsinn bewegt, welcher dann wirklich nur noch Leid und Finsternis bereithält, sowie einfach kein Happy End mehr zulassen kann und darf. Ein ... "das hatte ich nicht gewollt" ... reicht am Ende eben nicht mehr aus, um das Unvermeidliche doch noch verhindern zu können.

The LodgeDem Schrecken ein Gesicht geben:
Die Rolle von Richard Hall spielt hierbei der Schauspieler Richard Armitage, von dem ich bisher jedoch noch nicht wirklich etwas gesehen habe (spielte 1992 bis 1993 z.B. in dem Musical ANNIE GET YOUR GUN), was mir in Erinnerung geblieben wäre. Schlecht spielt er seine Rolle nicht als Vater, jedoch ist er auch nur zu Beginn und kurz im finalen Akt der Filmhandlung überhaupt präsent. Letzteres gilt auch für die meisten anderen Darstellerinnen und Darsteller, wie etwa die wesentlich bekanntere Schauspielerin  Alicia Silverstone, die man z.B. aus Filmen wie CLUELESS - WAS SONST? (1995), BATMAN & ROBIN (1997) oder etwa SCOOBY DOO 2  - DIE MONSTER SIND LOS aus dem Jahre 2004 her kennen dürfte. Bekannt dürfte sie aber auch als erstes Mädchen sein, welchem man im Musikvideo zum Song CRYIN' der Rockgruppe Aerosmith von 1993 dabei zusehen durfte, wie sie sich ein Bauchnabelpiercing verpassen lässt. Und dies war übrigens nur eines von insgesamt drei Musikvideos für die Rockgruppe Aerosmith, in denen Alice Silverstone mitgespielt hatte. Denn es folgten noch zwei weitere Musikvideos mit Alicia Silverstone hinsichtlich der Songs AMANZING (ebenfalls 1993) sowie CRAZY (1994), für die sehr erfolgreiche Rockgruppe seitens Steven Tyler. In THE LODGE hingegen hat Alica Silverstone nur einen eher kurzen Auftritt zu Beginn als verlassene Ehefrau und Mutter von Aidan und Mia, die jedoch mittels Selbstmord mit einer Schusswaffe schon kurz darauf schnell wieder aus der Handlung verschwindet. Aber diesen recht kurzen Auftritt meistert sie durchaus recht eindringlich wie prägend.

Der Film selbst dreht sich hingegen die meiste Zeit recht intensiv um die Schauspielerin Riley Keough in der Rolle der jungen Grace. Recht bekannt dürfte sie zum Beispiel durch ihre Rolle neben Kristen Stewart und Dakota Fanning aus dem biographischen Film THE RUNAWAYS (2010) über die gleichnamige Rockband sein. Sie spielte aber auch in MAD MAX: FURY ROAD (2015) oder UNDER THE SILVER LAKE (2018) mit. Riley Kenough ist übrigens die Enkelin von Elvis und Priscilla Presley, da sie die Tochter der Sängerin und Songwriterin Lisa Marie Presley und dem Schauspieler Denny Keough ist.

Jaedan Martell ist indessen noch ein junger Schauspieler und  ist in THE LODGE als Sohn Aidan zu sehen, welcher ebenfalls einen sehr großen Raum in der Gesamthandlung einnimmt. Bekannt dürfte Jaeden Martell allerdings sicherlich allen Fans des Genre neben Sophia Lillis als Bill Denbrouh aus dem Horrorfilm ES (2017) nach dem Roman von Stephen King sein. Danach folgte dann 2019 eben THE LODGE, bevor er dann ebenfalls 2019 nochmals in ES - KAPITEL 2 auftrat. Jaeden Martell ist dabei in THE LODGE durchaus auch ein wichtiger Fixpunkt, der durch seine darstellerischen Leistungen die Handlung enorm aufwertet. Und er zeigt hier recht gut, das ihm auch in so jungen Jahren durchaus auch andere Rollen liegen, als der nette Junge von Nebenan.

Die im Jahre 2006 geborene Lia McHugh spielt hierbei die jüngste der Hall Kinder. Wobei sie hier eher die Rolle des Mädchens abliefert, welches vielleicht gewillt wäre, Grace eher zu akzeptieren. Aber aus Loyalität zu ihrem älteren Bruder Aidan ist sie bereit, so ziemlich alle Grausamkeiten gegen Grace verschwiegen mitzutragen. Ihre erste Rolle hatte Lia McHugh übrigerns bereits 2016 in der Fernsehserie A HAUNTING - TUNNEL OF DEATH, so das sie trotz ihres Alters schon über eine gewisse Erfahrung im Schauspielfach ansammeln konnte, was man hier natürlich in ihrer perfekt dargebotenen Rolle als Mia Hall auch durchaus erkennen kann.

The LodgeMein Fazit:
THE LODGE spielt nicht gerade unauffällig mit der übernatürlichen Karte, die jedoch bis zum finalen Ende nie wirklich ausgespielt wird. Das Böse geht daher in diesem sehr intensiven psychologischen Horrorfilm von Menschen aus. Menschen und hier eben auch noch recht junge Menschen, die eigentlich weit davon entfernt sind, beinharte Bösewichte zu sein.

Viel eher entsteigt das Böse hier einer recht üblen Mischung aus Verlustängsten, unüberwundener Trauer, Ablehnung und Misstrauen, welche sich dann wie eine aggressive Säure langsam und unaufhaltsam durch die menschlichen Seelen frisst. Und was so zuerst wie ein Kinderstreich beginnt, schaukelt sich dann unaufhaltsam zum blanken Wahnsinn auf, von dem es weder eine Rückkehr noch eine Vergebung geben wird.

Und auch wenn man als Zuschauer durchaus recht schnell erkennt, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, so fesselt sie eben doch auf sehr intensive und mitunter befremdliche Weise. Dabei sind auch nicht die lauten Töne oder gut platzierte Jump Scares  die treibende Kraft in THE LODGE, wie in so manchem anderen Horrorfilm, sondern die vielen, sehr stillen Szenen, welche sowohl einen höchst bedrohlichen bis bedrückenden und zuweilen sogar verstörenden Schrecken transportieren.

Wirklich negativ zu kritisierendes gibt es eigentlich nichts bei THE LODGE. Man könnte zwar das eine oder andere Haar in der Suppe sehr wohl finden, was allerdings wiederum negative Kritik auf sehr hohem Niveau wäre. Genau betrachtet gibt es aber hinsichtlich der Gesamthandlung und den schauspielerischen Leistungen kaum  wirklich tiefgreifende Beanstandungen, so das ich diese Hammer Filmproduktion durchaus mit gutem Gewissen nicht nur loben sondern auch empfehlen kann.

Was jedoch die Blu-ray selbst betrifft, hätte es durchaus das eine oder andere Zusatzmaterial als Bonus geben dürfen. So aber muss man sich mit dem Film pur zufriedenstellen lassen. Schade eigentlich.

The LodgeThe Lodge
(The Lodge)
mit Riley Keough, Jaeden Martell, Lia McHugh, Richard Armitage, Alicia Silverstone, Lola Reid, Katelyn Wells, Daniel Keough u.a.
Regie: Veronika Franz, Severin Fiala
Drehbuch: Sergio Casci, Veronika Franz, Severin Fiala
Produktion: Aaron Ryder, Simon Oakes, Aliza James
Musik: Danny Bensi, Saunder Jurriaans
Genre: Psycho-Horror
Laufzeit: 108 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: LEONINE
Großbritannien/USA 2019

Kommentare  

#1 Friedhelm 2021-08-08 15:16
Zitat:
Was die Marke Hammer angeht, so produziert sie nicht wirklich am laufenden Band Horrorfilme, wie man es vielleicht nach dem erneuten Aufleben dieser Marke im Genre erwartet hätte.
Als "Hammerfilms" 2007 wieder "auferstand", war ich zunächst natürlich erfreut darüber- obwohl mir ja klar sein musste, dass man keine Rückkehr ins klassische Gruselfeeling erwarten durfte. Die bisherigen sieben Filme zeigen allerdings vorallem eines:

Die Reaktivierung dieser kleinen Horrorfilm-Firma war völlig unnötig - das frühere Alleinstellungsmerkmal mit dem "Hammer" vom Ende der 1950er bis in die späten 1960ern glänzen konnte, wird es nicht mehr geben, niemals. Ich finde schon, dass dieser Umstand ein gewichtiger Faktor ist, denn der bisherige Output unterscheidet sich in keinster Weise von dem, was andere Firmen, wie z.b. die erwähnte "Blumhouse-Production" so abliefern. :zzz

In der bisher eher mageren Produktionsphase hat meiner Ansicht nach tatsächlich auch nur "Die Frau in schwarz,2012" (und evtl die Fortsetzung aus dem Jahre 2015) etwas vom alten "Hammerfeeling" zu bieten. Jedenfalls wurde sichtbar, dass Kostümhorror heute nicht unbedingt passe' ist - auch wenn man dafür Digitalnebel hinnehmen müsste, Inzwischen wäre ich sogar in dieser Hinsicht flexibeler. :-*

Und da sind wir auch schon beim nächsten Problem. "Hammer" hatte damals mit Schauspielern wie Peter Cushing und Christopher Lee zwei ausgesprochene Ikonen des Genres aufzuweisen, die einen Plot durchgängig trugen. Auch Namen wie Barbara Schelley oder Michael Ripper (um nur zwei zu nennen) konnten in den jeweiligen Filmen selbst kleineren Rollen etwas Gewicht verleihen, Lee kann übrigens als letzte Verbindung zwischen den alten und den neuen "Hammerfilms" gesehen werden - hatt er doch in "The Resident,2011" noch eine Rolle.

Stars gab es sogar hinter der Kamera - man denke nur an den Komponisten James Bernhard oder den ideenreichen Ausstatter Bernard Robinson. Und....und...und.

Klar, wir leben in anderen Zeiten, da braucht es wohlmöglich gar keine echten Horrorfilm-Stars mehr. Das neuzeitliche (vornehmlich jüngere) Publikum hätte dafür eh keine "Antenne".

Aber leider ist auch "Hammerfilms" völlig überflüssig geworden...

Zitat:
Die Rolle von Richard Hall spielt hierbei der Schauspieler Richard Armitage, von dem ich bisher jedoch noch nicht wirklich etwas gesehen habe
Nun denn Armitage war ja, z.b. Thorin Eichenschild in Peter Jacksons "Hobbit-Trilogie".
Nicht gesehen? :-*
#2 Laurin 2021-08-08 18:09
Nun ja @Friedhelm, ich kann deine Sichtweise auf die neue Hammer-Filmproduktion durchaus aus nostalgischer Sicht verstehen. Richtig ist sie für mich aber leider trotzdem nicht.

Nehmen wir mal den "Kostümhorror". Man kann sehr wohl auch eine Handlung in weit frühere Zeiten (ca. 17 - 18 Jahrhundert) verlegen, Als Filmproduktionsfirma würde ich mich darauf allerdings nichtt mehr festnageln lassen wollen, wie bei den alten Hammer-Produktionen. Denn das kann heute nur auf Dauer schief gehen.

Dann nehmen wir mal die alten Filmgrößen wie Peter Cushing, Christopher Lee und Co., die sicherlich nicht aus ihrem Grab aufstehen werden um für den alten Glanz von Hammer zu sorgen. Auch das Filmgeschäft ist hierzu recht schnelllebig geworden und manchem guten Darsteller (oder Darstellerin) mag da eventuell auch die Vorstellung der eigenen Gage im Wege stehen. Daniel Radcliffe (DIE FRAU IN SCHWARZ) oder die zweifache Oscargewinnerin Hilary Swank (THE RESIDENT) und der britische Schauspieler Jared Francis Harris (THE QUIET ONES) sowie aktuell eben hier auch Jaeden Martell sind hierbei allerdings durchaus Größen im Schauspielfach, die auch bei Hammer ihren Plot recht gut zu tragen wissen. Von daher also alles gut bei der Marke Hammer. Und frag mal heute jemanden, wer Barbara Schelley oder Michael Ripper war. Da muss ich ja sogar schon langsam bei Google nachschauen, und ich habe hier durchaus schon nicht gerade wenige alte Hammer-Filme stehen.

Was das Genre an sich angeht (egal ob unter der Marke Hammer oder etwa Blumhouse), frage ich mich bei manchen kritischen Aussagen aber immer wieder, womit sich deren "Output" denn von was unterscheiden soll? Grundsätzlich, und da stehe ich nach wie vor zu, ist alles schon mal dagewesen, alles bereits mindestens einmal durchgekaut worden und das eben nicht nur im Bereich Horror. Sehen wir mal beim Thema Krimi vorbei, denn die werden z.B. in Deutschland durch die Bank im Grundaufbau nach gleichem Schema wie am Fließband produziert. Beim Western wäre es zumindest mal neu, wenn die Indianer die Siedler mittels Fahrräder angreifen würden (usw. usf.). Es ist also vielmehr die inhaltlichen Umsetzung welche Spannung oder auch Ablehnung erzeugt und welche uns so trotzdem eben auch immer wieder Horrorfilme, Krimis oder Western gespannt verfolgen lässt.
Von daher, bei Hammer wie auch Blumhouse alles gut so wie es ist.

Was nun "echte Horrorfilm-Stars" betrifft, da hätte man mitunter allerdings auch von einem Christopher Lee durchaus mal zu hören bekommen, das man sich als Schauspielerin oder Schauspieler nur sehr ungern auf eine Sparte festnageln lässt, weil man durchaus mehr Talent zu bieten hätte als nur ein Genre bedienen zu können.

Da tut es mir also ehrlich Leid, @Friedhelm, aber in den Punkten mag ich dir so gar nicht folgen wollen und sehe auch die neue Hammer-Filmproduktion deshalb sicherlich nicht für überflüssig, zumal sie mir z.B. mit dem obrigen Film gezeigt haben, dass sie es auch zeitgemäß durchaus richtig gut drauf haben.

Ich habe vor längerm jedenfalls bemerkt, dass man sich selbst auch eine Menge verbauen kann, wenn man ständig das Neue mit der persönlichen Messlatte hinsichtlich des Alte kritisiert (deshalb fand wohl in der Musik auch mein Vater früher nicht mehr über den Heino-Tellerrand hinaus). Auch ich sehe ja recht gerne immer noch ab und zu die alten Hammer-Filme usw., wie vor ein paar Tagen den Film DRACULAS HEXENJAGD (TWINS OF EVIL/1971), aber ich weiß auch, das man damit heute kaum ein Kino noch wirklich gut gefüllt bekommt. Die Zeit geht eben einfach weiter und die Vergangenheit bekommen wir so schön wie damals auch nie wieder. Von daher sehe ich auch Hammer heute in der neuen Form nicht als überflüssig an. Und ... ach ja, der Schauspieler Richard Armitage ... nun ja, da muss ich leider gestehen, das ich Peter Jacksons HERR DER RINGE schon nichts abgewinnen konnte und mir daher die "Hobbit-Trilogie" völlig erspart habe. Aber ich gönne da jedem seinen Spaß, auch wenn selbst ich nicht unbedingt auf jeder Welle der Phantastik mitschwimmen mag. ;-)
#3 Friedhelm 2021-08-08 21:26
Mein lieber Konrad, offensichtlich hast du meinen Kommentar fehl-interpretiert - drun nur mal so...

Zitat:
Nun ja @Friedhelm, ich kann deine Sichtweise auf die neue Hammer-Filmproduktion durchaus aus nostalgischer Sicht verstehen. Richtig ist sie für mich aber leider trotzdem nicht.
Etwas anderes, als eine nostalgische Sichtweise ist es bei mir ja auch nicht., Und dann...

Zitat:
Nehmen wir mal den "Kostümhorror". Man kann sehr wohl auch eine Handlung in weit frühere Zeiten (ca. 17 - 18 Jahrhundert) verlegen, Als Filmproduktionsfirma würde ich mich darauf allerdings nichtt mehr festnageln lassen wollen, wie bei den alten Hammer-Produktionen. Denn das kann heute nur auf Dauer schief gehen.
Ich schrieb ja auch nur, dass "Kostüm-Horror" heute nicht unbedingt passe' ist" - und habe "Die Frau in Schwarz" halt als Beispiel genannt. Ich wollte ja gar nicht für übernostalgische Fliessband-Produktionen wie den 1960ern plädieren - gemeint war, dass so etwas in den 2010ern gelegentlich gelegentlich auch noch im Kino laufen kann.

Zitat:
Dann nehmen wir mal die alten Filmgrößen wie Peter Cushing, Christopher Lee und Co., die sicherlich nicht aus ihrem Grab aufstehen werden um für den alten Glanz von Hammer zu sorgen.
Da muss man dann schon richtig lesen. Ich schrieb, dass "Hammer" damals solche Ikonen hatte. Dass Peter Peter Cushing und Christopher sich aus ihren Gräbern erheben werden, um nostalgischen Horror-Glanz zu verbreiten, würde ich auch niemals annehmen wollen, gelle. :P :cry: Cushing und Lee waren in "jenen Tagen" eben Größen im Horror-Film - wobei ich auch nicht behauptet habe, dass, z.b. Jared Harris oder Hilary Swank keine Genre-Rollen tragen könnten. Die beiden sind logischer Weise heute auch viel bekannter als Barbara Shelley und Michael Ripper - aber mal ehrlich: in vierzig Jahren werden Namen wie Swank und Harris bei Filmfreunden evtl ebenfalls Schulterzucken auslösen. Letzterer dürfte sogar heute nur wenigen Filmfreunden richtig geläufig sein. Auf alle Fälle sind ikonische Horror-Film-Darsteller "Schnee von vorgestern". Ein Schauspieler der gerade im Komödienfach gedreht hat, wird vielleicht übermorgen einen beinharten Horrorstreifen drehen. Auch in dieser Hinsicht ändern sich die Zeiten...

Zitat:
Was das Genre an sich angeht (egal ob unter der Marke Hammer oder etwa Blumhouse), frage ich mich bei manchen kritischen Aussagen aber immer wieder, womit sich deren "Output" denn von was unterscheiden soll? Grundsätzlich, und da stehe ich nach wie vor zu, ist alles schon mal dagewesen,
Ansich stimme ich dir dazu - aber auch nur bedingt. "Hammerfilms" steht eigentlich für ganz andere Zeiten, eine bestimmte Thematik (meistens Gohtic-Horror...), die mit einer ganz eigenen Produktionsweise verbunden waren. Das lässt sich natürlich heute eh nicht wiederholen - ist mir selber klar.

Mir stellt sich also die Frage, warum die alt-ehrwürdige Horrorfilm-Firma überhaupt wiederbelebt wurde, wenn doch nur Filme gedreht werden , die ebensogut von einer anderen Firma hätten kommen können. Oder wollte John de Mol aus Gründen nostalgischer Anwandlungen vielleicht einfach nur in irgendeinem Film den Hinweis "A Hammerfilm-Production" lesen?

Sorry, aber ich meine viel eher, dass da ein cine-historischer Name, aus reinen Werbezwecken, bedenkenlos verschlissen wird.

Zitat:
Was nun "echte Horrorfilm-Stars" betrifft, da hätte man mitunter allerdings auch von einem Christopher Lee durchaus mal zu hören bekommen, das man sich als Schauspielerin oder Schauspieler nur sehr ungern auf eine Sparte festnageln lässt, weil man durchaus mehr Talent zu bieten hätte als nur ein Genre bedienen zu können.
Nicht zu vergessen, dass Lee sich von "Hammer" als "Dracula" in Serie (wenn man so will) "verbraten" lassen hat - wohlgemerkt aus rein monetären Gründen. Aber er hätte es ja auch sein lassen können, um "seriöse" Rollen zu bekommen. Aber weil die "Dracula-Rolle" ihn derart festgelegt hatte, wurde es dann schwierig . Den "Absprung" hat er erst in den 1970ern, geschafft - nach eigenen Aussagen, u.a. auch durch die Rolle des Scaramange im Bond-Film "Der Mann mit dem goldenen Gold..."

Zitat:
Auch ich sehe ja recht gerne immer noch ab und zu die alten Hammer-Filme usw., wie vor ein paar Tagen den Film DRACULAS HEXENJAGD (TWINS OF EVIL/1971), aber ich weiß auch, das man damit heute kaum ein Kino noch wirklich gut gefüllt bekommt
Wie bereits erwähnt: auch ich sehe das nicht anders, als durch die nostalgische Brille. Ist doch völlig klar, dass Filme, wie sie "Hammer" früher (erfolgreich) gedreht hat, heute niemanden mehr dazu bringen würde, sich an die Kinokasse zu stellen.
,
#4 Laurin 2021-08-09 14:57
Nun ja @Friedhelm, ich sehe das auch jetzt nicht unbedingt als das ich deinen Post jetzt falsch interpretiert hätte. Ich habe da auch gemerkt, dass man bei gleichen Argumenten und Gegenargumenten womöglich zu wieder völlig anderen Auffassungen gerät, wenn man z.B. persönlich eine solche Diskussion bei einem Glas Bier oder in meinem Sinne, einer Tasse Kaffee führen würde. Da spielt halt auch die Mimik zum besseren Verständnis eine Rolle, wo das geschriebene Wort eben einfach nur beinhart irgendwo steht. ;-)

Aber ich will es mal so aufrollen. Gehen wir mal davon aus, es gäbe keine neue Marke "Hammer" im Filmgeschäft, sondern Hammer hätte damals nicht dicht machen müssen. In jedem Fall wäre Hammer dann aber auch heute bei weitem nicht mehr das, was sie z.B. 1960 - 1970 mal waren, denn man dreht auch Genrefilme nicht nur aus Spaß und Liebe. Wir können es da also irgendwie auch drehen und wenden wie wir wollen und in einem solchen Fall würden wir ja auch nicht sagen, jetzt kannst du das Filmgeschäft schließen weil du vermehrt nicht mehr das machst, was ich damals so liebte. Von daher sieh es einfach so, Hammer ist eine traditionsreiche Marke und die stößt keiner von der Bettkante, wenn man auch in dem Punkt was herausholen kann.

Natürlich hat Hammer heute auch keine entsprechenden Ikonen, was die Darstellerinnen und Darsteller betrifft. Aber ich glaube, auch die alte Hammer Filmproduktion musste da zu Beginn (also die ersten Jahre) auch in dem Punkt erst mal kleine Brötchen backen. Und so ganz wie der Fels im Sturmwind stand Hammer ja international auch damals nicht, wenn ich da an die Poe-Verfilmungen seitens AIP (American International Pictures) denke, oder die damalige AMICUS Produktionen. Das Genre hing also nicht alleine am Faden von Hammer. Wenn da also mit der neuen Hammer Filmproduktion etwas neben Blumhouse und anderen (z.B. die Filmreihen von James Wan im Genre) Filmproduktionen noch was im Genre beigetragen wird, warum nicht? Für uns als Konsument entsprechender Filme sorgt dies doch positiv gesehen für eine reiche Auswahl. Da sehe ich das also durchaus mit Hammer in einem eher positiven Licht.

Wo ich dir recht gebe, was die entsprechenden Ikonen des Genrefilm angeht, das ist der Umstand, das Schauspieler wie Cushing und Lee natürlich immer irgendwie für ganz großes Kino standen. Solche Dauerbrenner kann Hammer natürlich heute in schöner Regelmäßigkeit nicht bieten. Was solche Ikonen im Genrefilm betrifft, muss man heute eher über den großen Teich schauen. Denn die heutigen Ikonen tragen Namen wie Lin Sheye, Robert Englund usw., aber die werden Hammer heute nicht direkt als den großen Glücksfall für Schauspieler im Genre auf dem Schirm haben. Da haben sie ja bereits recht gute Möglichkeiten in der US-Filmindustrie.

Und mal ehrlich, wer von den heutigen Darstellerinnen und Darsteller in 40 Jahren nur noch ein unwissendes Schulterzucken erhält, darüber mache ich mir mal keine Sorgen. Es kann schließlich nicht nur John Waynes oder Christopher Lees geben und in 40 Jahren hat mich das Leben eh ausgespuckt ... also warum sich heute darüber Gedanken machen. Das überlasse ich den Generationen von Fans, die nach mir kommen. :lol:
#5 Friedhelm 2021-08-10 14:17
Nur mal so zum Abschluss - wir wollen die Thematik ja auch nicht zu Tode diskutieren. Ist eigentlich auch nicht unbedingt soooo wichtig, aber dennoch bin ich der Meinung, dass wir ein bisserl aneinader "vorbeireden". Das hat auch nur wenig mit einer fehlenden Mimik zu tun (weil man sich eben nicht gegenübersitzt...?)

Ich mache mir jetzt einfach mal "den Spass" und stelle meine eigentliche Sichtweise deinen Kommtaren gegenüber. Evtl wird's dann etwas klarer. Okay, let's go.....

Zitat:
Aber ich will es mal so aufrollen. Gehen wir mal davon aus, es gäbe keine neue Marke "Hammer" im Filmgeschäft, sondern Hammer hätte damals nicht dicht machen müssen. In jedem Fall wäre Hammer dann aber auch heute bei weitem nicht mehr das, was sie z.B. 1960 - 1970 mal waren,
Sinngemäß lässt sich diese Aussage auch aus meinen Kommentaren ableiten:

"Als "Hammerfilms" 2007 wieder "auferstand", war ich zunächst natürlich erfreut darüber- obwohl mir ja klar sein musste, dass man keine Rückkehr ins klassische Gruselfeeling erwarten durfte. "

oder:

Zitat:
"Hammerfilms" steht eigentlich für ganz andere Zeiten, eine bestimmte Thematik (meistens Gohtic-Horror...), die mit einer ganz eigenen Produktionsweise verbunden waren. Das lässt sich natürlich heute eh nicht wiederholen - ist mir selber klar.
Zitat:
Natürlich hat Hammer heute auch keine entsprechenden Ikonen, was die Darstellerinnen und Darsteller betrifft. Aber ich glaube, auch die alte Hammer Filmproduktion musste da zu Beginn (also die ersten Jahre) auch in dem Punkt erst mal kleine Brötchen backen.
Da teile ich "deinen Glauben", weil ja logischer Weise, ganz am Anfang erstmal eine dahingehende Entwicklung stattfand, denn Chr. Lee und Peter Cushing mussten sich ihren Bekanntheitsgrad (im Genre) ja auch erst erarbeiten, Ich schrieb ja auch nur:

Zitat:
Hammer" hatte damals mit Schauspielern wie Peter Cushing und Christopher Lee zwei ausgesprochene Ikonen des Genres aufzuweisen,
Klar, dass sie ersteinmal Ikonen wurden...

Zitat:
Und so ganz wie der Fels im Sturmwind stand Hammer ja international auch damals nicht, wenn ich da an die Poe-Verfilmungen seitens AIP (American International Pictures) denke, oder die damalige AMICUS Produktionen. Das Genre hing also nicht alleine am Faden von Hammer.
Naja, dass "Hammer" zu jenen Zeiten -sagen wir mal- so etwas ein Monopol auf das Genre gehabt hätte, habe ich ja auch nirgendwo behauptet.
In diesem Artikel geht es halt nur um "Fabrik der Ungeheuer" - darauf lag mein Augenmerk.

Zitat:
Wenn da also mit der neuen Hammer Filmproduktion etwas neben Blumhouse und anderen (z.B. die Filmreihen von James Wan im Genre) Filmproduktionen noch was im Genre beigetragen wird, warum nicht? Für uns als Konsument entsprechender Filme sorgt dies doch positiv gesehen für eine reiche Auswahl. Da sehe ich das also durchaus mit Hammer in einem eher positiven Licht.
Dazu habe ich in den vorherigen Kommentaren eigentlich auch nirgendwo eine anderslautende Aussage getätigt. Für den Filmfan ist überaus hilfreich, wenn er zwischen den Produktionen diverser Filmfirmen wählen kann - das war in den letzten sechzig Jahren ja nie anders.

Für mich persönlich habe ich doch auch nur folgendes festgestellt:

Zitat:
Die Reaktivierung dieser kleinen Horrorfilm-Firma war völlig unnötig - das frühere Alleinstellungsmerkmal mit dem "Hammer" vom Ende der 1950er bis in die späten 1960ern glänzen konnte, wird es nicht mehr geben, niemals. Ich finde schon, dass dieser Umstand ein gewichtiger Faktor ist, denn der bisherige Output unterscheidet sich in keinster Weise von dem, was andere Firmen, wie z.b. die erwähnte "Blumhouse-Production" so abliefern.
Wie bereits erwähnt, nur mein persönlicher Blickwinkel - und wenn Bluhouse irgendwann tatsächlich noch eine interessante Geschichte beitragen kann, dann wäre ich der erste, der das gerne bemerkt. Und wenn du mit der neuaufgelegten Marke "Hammer" "glücklich" bist, soll dir das belassen sein.

Zitat:
Und mal ehrlich, wer von den heutigen Darstellerinnen und Darsteller in 40 Jahren nur noch ein unwissendes Schulterzucken erhält, darüber mache ich mir mal keine Sorgen. Es kann schließlich nicht nur John Waynes oder Christopher Lees geben und in 40 Jahren hat mich das Leben eh ausgespuckt ... also warum sich heute darüber Gedanken machen.
Sorgen mache ich mir darüber auch nicht, und ich habe auch nie bemängelt, dass es heute keinen Christopher Lee (oder meinetwegen John Wayne ) mehr gibt. Es ging dabei zunächst um Barbara Shelley und Michael Ripper, die in den 1960ern natürlich bekannter waren. Logisch, dass die wenigsten beide noch auf dem Schirm haben. Selbiges gilt für Hilary Swank und Jared Harris in den 2000ern. Das war dazu meine Aussage.

Wollte ich nur nochmal bemerken - du musst darauf auch nicht mehr antworten. Ich würde diese -falls du es doch möchtest- auf alle Fälle dann auch endlich unkommentiert lassen. :-)
#6 Laurin 2021-08-10 14:49
Nee, stimmt schon, irgendwie reden wir beide wohl ordentlich jeweils am anderen vorbei. Aber Schwamm drüber, der Film oben bleibt für mich jut und mehr will ich da jetzt auch die Sache nicht mehr unnütz vertiefen. ;-)

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.