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Besser gleich töten was nervt - »Stephen Kings Kinder des Zorns«

Stephen Kings Kinder des ZornsBesser gleich töten was nervt
»Stephen Kings Kinder des Zorns«

Das junge Ehepaar Burt und Vicky haben sich in Richtung Kalifornien begeben, um dort ihre zweiten Flitterwochen zu verbringen. Dabei steht ihre Ehe eigentlich schon mehr als nur am Rande eines gefühlsmäßigen Abgrund. Und so kommt es auch auf der Fahrt selbst eigentlich nur noch zu wilden Streitereien, bei denen besonders Vicky Burt nichts schenkt, der irgendwie zumindest immer noch versucht noch etwas zu retten, auch wenn sie sich beide wohl lieber gleich an den Hals gehen würden.

Stephen Kings Kinder des Zorns

Dabei führen die ewigen Streitereien wie auch der Umstand, dass sie wohl auf einer seit langem völlig verlassenen Straße fahren, zu einiger Unaufmerksamkeit was eben ihre Umwelt betrifft, die scheinbar auch nur aus staubigem Land und Maisfeldern zu bestehen scheint. Das führt dann plötzlich dazu das Burt kaum reagieren kann, als ihm plötzlich ein kleiner Junge aus einem Maisfeld heraus direkt vor den Wagen läuft.

Während Vicky noch hysterisch behauptet, Burt hätte den Jungen nicht nur angefahren, sondern auch getötet, stellt der zumindest fest, das er für den Tod des Kindes nicht verantwortlich ist. Denn irgendwer scheint dem Jungen kurz vorher die Kehle durchgeschnitten zu haben. Als Burt dann auch noch im Maisfeld nach einem möglichen Täter sucht, was Vicky zu neuerlichen hysterischen Ausbrüchen verleitet, wird er jedoch nicht fündig. Dass sie selbst allerdings längst aus direkter Nähe beobachtet werden, fällt beiden ebenfalls nicht wirklich auf.

So verfrachtet Burt nach weiteren Streitigkeiten mit Vicky die Leiche des Kindes erst einmal in den Kofferraum um danach Hilfe zu suchen. Dabei gelangen sie recht bald in den scheinbar verlassenen Ort Gatlin. Doch irgend etwas kommt Burt hier doch komisch vor. Denn durch manche Hinweise scheint dieses Nest im Nirgendwo nicht so verlassen zu sein, wie es im ersten Augenblick erscheint. Hilfe hierbei erhofft sich Burt durch Hinweise aus der Kirche, während Vicky ihn weiterhin verbal recht aggressiv angeht.

Davon lässt sich Burt allerdings nicht abhalten und nimmt Vicky die zweiten Autoschlüssel im Vorfeld ab, damit sie nicht auch noch nach wenigen Minuten einfach mit dem Wagen durchbrennen kann. Gesamt gesehen ist Burts Vorgangsweise allerdings ein böser Fehler, denn in Gatlin leben nur noch Kinder, die durch den achtjährigen Fanatiker Isaac und seiner älteren rechten Hand Malachai einen recht blutigen religiösen Kult betreiben, dem bereits alle Erwachsenen zum Opfer gefallen sind. Und ihr erstes Opfer ist Vicky, die hilflos und ohne Chance auf eine Flucht im Wagen sitzt. Wird Burt Vicky noch retten können und was ist dran an diesem Kult über eine Art Gott, der hinter den Reihen des Mais wandelt?

Stephen Kings Kinder des Zorns

Viel näher an der Kurzgeschichte, aber ...
... ob es nun diese Version aus dem Jahre 2009 seitens Donald P. Borchers noch gebraucht hätte, wage ich nach der Sichtung der BD trotzdem einfach mal zu bezweifeln. An die erste Version aus dem Jahre 1984, als Donald P. Borchers neben Terence Kirby noch als Produzent der Verfilmung auch ordentlich in den Handlungsablauf mit eingriff, kann ich mich noch teilweise erinnern. Im Grunde hatte ich KINDER DES ZORNS (1984) das letzte mal wohl irgendwo vor der Jahrtausendwende zuletzt gesehen. Der Film hatte damals durchaus einen Erfolg verbuchen können, was dann leider aber auch dazu führte, dass nun in den Folgejahren diesem gleich jede Menge weiterer filmischer Ergüsse folgten, bei denen man wohl manchmal nicht einmal mehr wusste, ob man nun darüber weinen oder doch lieber lachen sollte.

Das ich selbst mit dieser Verfilmung grob auf der Basis einer Kurzgeschichte von Stephen King nicht wirklich so richtig warm wurde, lag auch nicht daran, dass Borchers hier der Meinung war, Horrorfilme müssten ein Happy End haben. Denn in dieser Version von 1984 gingen Vicky und Burt trotz Beziehungsprobleme eigentlich noch eher recht nett miteinander um und unter den Kindern gab es dann noch die Geschwister Job und Sarah, die diesem blutigen Kult nicht auf den Leim gehen wollten. Dafür war Sarah durch eine besondere Gabe in der Lage Bilder zu malen, die auf zukünftige Ereignisse hinweisen. Grund genug für Malachai, die Geschwister trotzdem am Leben zu lassen um Sarahs Gabe nutzen zu können. Kurz gesagt, man zerschlägt den bösen Kult der Kinder, setzt dann nicht nur das Maisfeld, sodern wohl auch den Dämon in Flammen und selbst die Ehe von Burt und Vicky scheint den nötigen Zusammenhalt wieder gefunden zu haben. Burt und Vicky überleben also flockig am Ende und setzen so ihre Fahrt nach Seattle fort, wobei sie die Kinder Sarah und Job sogar für einige Zeit zu sich nehmen wollen.

Das man sich mit der Handlung damit aber meilenweit von Stephen Kings Kurzgeschichte entfernt hatte, mit dem dieser auch eine Kritik am religiösen Fanatismus transportieren wollte, bemerkten damals wohl eher noch recht wenige, die eben nur den Film und nicht die Kurzgeschichte kannten. Jahre später setzte sich Donald P. Borchers dann allerdings hin, verfasste nun selbst ein neues Drehbuch, mit dem er sich nun möglichst eng an der Vorlage von Stephen King hielt und entsorgte so auch das von King nie vorgesehene Happy End. Grund hierfür war, das Borchers mit den Jahren selbst wohl nach eigenen Aussagen (siehe hierzu das Bonusmaterial der BD zum Remake von 2009) immer unzufriedener mit dem damaligen Film und den durch ihn selbst erfolgten gravierenden Änderungen hinsichtlich der Kurzgeschichte von King wurde. Diese späte "Einsicht" (oder wollte man hier die Kuh einfach nochmals melken?) dürfte aber bei Stephen King - wie man gleich lesen darf - kaum einen nachträglichen Ausruf purer Freude ausgelöst haben. Eine Antwort erhielt Donald P. Borchers allerdings sehr wohl, allerdings nur über den Anwalt von Stephen King.   

Stephen Kings Kinder des Zorns

Wohl nie wirklich von Stephen King geliebt:
Donald P. Borchers, seines Zeichens Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur, wusste schon damals nicht, ob Stephen King seine stark von der literarischen Vorlage abweichende Version von KINDER DES ZORNS (1984) im Vorfeld gefallen würde. Die Regie führte damals zwar Fritz Kiersch, doch Borchers produzierte neben Terence Kirby den Horrorfilm eben auf Grundlage einer Kurzgeschichte von Stephen King und führte dabei weitreichende Änderungen für die Handlung der Verfilmung ein.

Persönlich hatte King wohl schon damals bei Borchers nicht angeklopft, als er von der filmischen Umsetzung seiner Kurzgeschichte erfuhr, bei der dieser eigentlich nur als Produzent auftrat. Und wie Borchers (siehe Bonusmaterial der Version von 2009) selbst sagte, hatte sich King damals nachträglich bei einem Interview im Fernsehen auf die Verfilmung von KINDER DES ZORNS angesprochen, lieber gleich mit einem recht diplomatischen Satz aus der Affäre gezogen. Stephen King verzichtete zwar auf eine klare Kritik wie er sie z.B. hinsichtlich der Verfilmung von SHINING (1980) durch Stanley Kubrick öffentlich äußerte, doch gefallen dürfte ihm KINDER DES ZORNS von 1984 unter der Regie von Fritz Kiersch wohl nicht. Wirklich öffentlich distanziert hatte sich King dann jedoch spätestens ab dem zweiten Film unter der Produktion von Scott A. Stone und der Regie von David Prince, der unter dem Titel KINDER DES ZORNS 2 - TÖDLICHE ERNTE (1993) erschien.

Borchers ließ das ganze jedenfalls keine Ruhe und je mehr Jahre ins Land gingen, um so mehr reifte in ihm wohl der Wunsch, KINDER DES ZORNS nochmals neu und nun auch wesentlich enger an der Handlung der Kurzgeschichte von Stephen King angelehnt, erneut zu verfilmen. Dabei hat er wohl auch nach eigener Aussage eine Kopie des Drehbuch an Stephen King geschickt (wohl auch vielleicht in der Hoffnung, nun dessen werbewirksamen Segen zu erhalten). Dabei führte Donald P. Borchers übrigens nun nicht nur gleich selbst Regie, sondern verfasste auch auf Grundlage der Kurzgeschichte von King das Drehbuch selbst. Verziehen hatte Stephen King ihm allerdings die erste Verfilmung von 1984 wohl noch immer nicht, welcher ja eben danach so einige eher halbgare filmische Fortsetzungen nach sich zog, die zumeist bis auf die erste Fortsetzung dann auch gleich auf VHS bzw. später auf DVD usw. verramscht wurden. Das Drehbuch zu der Filmversion von 2009 für das US-Fensehen bekam Donald P. Borchers übrigens wieder (siehe auch hier die Aussagen Borchers im Bonusmaterial der BD von KINDER DES ZORNS/2009). Zwar nicht von Stephen King persönlich, sondern von dessem Anwalt, der Borchers auch gleich netter Weise im Namen von Stephen King mitteilte, dass dieser es ablehnt, das Drehbuch zum Film selbst zu lesen oder überhaupt in die Produktion mit involviert zu werden. Wirklich dicke Freunde dürften Stephen King und Donald P. Borchers also in diesem Leben wohl nicht mehr werden. Aber das Thema KINDER DES ZORNS umtreibt wohl weiterhin so manche Filmemacher, weshalb 2020 dann auch durch Kurt Wimmer (ULTRAVIOLET/2006), der ebenfalls gleich das Drehbuch schrieb und auch selbst Regie führte, nun auch noch eine Vorgeschichte zu KINDER DES ZORNS beisteuert wurde. Insgesamt kommt man so auch auf glatte 11 Verfilmungen, die Stephen Kings Kurzgeschichte KINDER DES MAIS zur Grundlage haben. Hier mal die Liste der bis jetzt verbrochenen Verfilmungen:

Stephen Kings Kinder des Zorns

- Kinder des Zorns (1984)
- Kinder des Zorns II. - Tödliche Ernte (1993)
- Kinder des Zorns III. (1995)
- Kinder des Zorns IV. - Mörderischer Kult (1996)
- Kinder des Zorns V. - Feld des Terrors (1998)
- Kinder des Zorns VI. - Isaacs Rückkehr (1999)
- Children of the Corn: Revelation (2001)
- Stephen Kings Kinder des Zorns (TV-Remake/2009)
- Kinder des Zorns: Genesis - Der Anfang (2011)
- Children of the Corn: Runaway (2018)
- Children of the Corn (Vorgeschichte/2020)

Dabei muss man hierbei feststellen, dass man bei allen Verfilmungen hier wohl bisher die Sicherheit hatte, bei möglichst geringen Produktionskosten eben genau diese zumindest auch wieder einspielen zu können. Allerdings haben die meisten der Verfilmungen auch eigentlich inhaltlich nur noch recht wenig mit der ersten Verfilmung von 1984 bzw. der Kurzgeschichte von Stephen King zu tun. Das man so aber zumindest recht grob in Sachen Verfilmungen auf Kings Kurzgeschichte zurückgriff, mag durchaus schon eine (eher seltsame) Form von Erfolg auf einem denkbar niedrigem Level nach sich gezogen haben. Eventuell könnte man das aber auch als Fluch betrachten, da die erste Verfilmung von KINDER DES ZORNS von 1984 auch die erste Kurzgeschichte von Stephen King darstellt, die man damals auf Spielfilmlänge gestreckt hatte. Die Kurzgeschichte selbst findet man indessen in den entsprechenden literarischen Kurzgeschichtensammlungen seitens Stephen King sowohl in NACHTSCHICHT (Verlag Bastei-Lübbe) sowie in KATZENAUGE (Verlag Bastei-Lübbe/vergriffen). Die Kurzgeschichtensammlung KATZENAUGE wurde übrigens damals seitens Bastei-Lübbe eher speziell im Hinblick auf den Anthologiefilm KATZENAUGE (1986) herausgebracht. Zum ersten mal wurde die Kurzgeschichte von King allerdings 1977 im US-Männermagazin PENTHOUSE erstmalig veröffentlicht.

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Potential ist bei dem Thema vorhanden aber ...
... wirklich ausgeschöpft wurde es meiner Meinung nach noch nie wirklich. Gut, die Version von 1984 ist recht nett geraten, was allerdings auch als Beispiel an John Franklin (ADDAMS FAMILY/1991) oder Linda Hamilton (TERMINATOR/1984) liegen dürfte, die sich hier wirklich ins Zeug legten.

Das tun aber auch in der Version von 2009 Daniel Newman (hier als Malachai) oder Kandyse McClure als Vicky. Nur wirklich besser wurde der Film damit leider auch nicht, auch wenn er nun weit eher der Kurzgeschichte von King folgt. Das hat leider folgende Gründe:

Zum einen ist es der junge Preston Bailey (AMUSEMENT/2009), der hier als Isaac kaum wirklich als kindlicher Prediger des Bösen gruselig wirkt. Dafür predigt er einfach etwas zu viel und man gewinnt hierbei irgendwie bald den Eindruck, dass man damit wohl auch eher die Zeit des Films strecken wollte. Am Ende jedoch empfindet man seine Auftritte daher bald eher als Spannungskiller. Daniel Newman wiederum, der bisher eher recht kleine Rollen in Fernsehserien wie THE WALKING DEAD (2017) oder Filmen wie THE DARK KNIGHT RISES (2012) oder WORLD WAR Z (2013) hatte, konnte indessen sogar in seiner Rolle als Malachai durchaus positiv punkten.

Positiv punkten konnte Kandyse McClure (ROMEO MUST DIE/2000) zwar als Vicky Stanton mit ihrem hübschen Aussehen und dem niedlichen gelben Kleidchen. Ansonsten nervte sie genau wie David Anders (INTO THE BLUE 2 - DAS GOLDENE RIFF/2009) als Burton "Burt" Stanton recht bald mit ihrem dauerhaften Gekeife. Überhaupt gehen die Streitigkeiten des jungen Ehepaar einem recht schnell als Zuschauer so auf die Nerven, dass man ihnen bald schon fasst ein schnelles wie tödliches Ende wünscht, ganz in der Hoffnung, danach könne es vielleicht ja noch spannend werden.

Als man dann Vicky quasi in der Handlung aus dem Rennen genommen hatte (beim nächsten Auftritt ist sie nur noch als gekreuzigte Leiche zu bewundern), wird es eben mit Burt aber nun auch nicht besser. Der bricht zwar einem Jugendlichen optisch recht gut als netten Trick im Film umgesetzt den Arm, ansonsten bekommt man hier aber als Zuschauer von ihm dann wieder mal - wie in so vielen US-Filmproduktionen schon erlebt - das typisch überhebliche Gesabbel eines Ex-Marines zu hören, der ja schließlich in der US-Army auch dem Vietcong im Vietnamkrieg ordentlich in den Hintern getreten hätte. Na ja, die Realität sah für die USA und deren Soldaten da dann doch damals am Ende etwas anders aus, aber man darf ja als militärisch sonst etwas erfolgsverwöhnter US-Amerikaner auch hierbei mal träumen. Schließlich hat ja auch keine andere Nation wie die USA aus Eigeninteressen in so wenigen Jahrzehnten (seit dem Zweiten Weltkrieg) so viele Kriege angezettelt, da muss man sich eben auch mal eine Niederlage in diversen Filmproduktionen schönreden dürfen.

Und um solche militärischen Traumas dann auch hier wieder schön in Szene zu setzen, sieht man dann auch ab und an plötzlich schießende US-Soldaten im Maisfeld, welche jedoch nur albtraumhafte Visionen von Burt sind, die er glaubt zu sehen, während er selbst im Maisfeld vor den Kids auf der Flucht ist. Hier muss ich gestehen, war ich wirklich nahe dran, den Vorlauf für die BD zu tätigen,  weil diese typische US-Patriotismus-Propaganda so langsam in diversen Filmen schon ziemlich an meinen Nerven zerrt.

Allgemein betrachtet kann man allerdings auch sonst sagen, dass es einem hier die einzelnen Figuren wirklich recht schwer machen, dass man als Zuschauer noch mit ihnen mitfiebert oder diese eventuell überhaupt noch irgendwie als sympathisch empfindet. Und unter der Hand gesagt, ist diese Version von 2009 auch kein Remake des Films von 1984, auch wenn man auf dem Cover der BD genau diese Werbeaussage macht. Denn hier handelt sich es schlicht um eine völlig neu verfilmte Version, die sich nun eben eng an der Vorlage seitens Stephen King gehalten hat.

Stephen Kings Kinder des Zorns

Grundsätzlich kann man sagen, dass der größte Verdienst dieser 2009er Version dem entsprechend düsteren Ende zugestanden werden muss. Und wer eine werksgetreue filmische Umsetzung der Kurzgeschichte von Stephen King sucht, der sollte durchaus gleich hier zu dem Fernsehfilm KINDER DES ZORNS von 2009 greifen. Mit einigem Abstand betrachtet komme ich jedoch auch selbst als Fan von Horrorfilmen nicht daran vorbei, irgendwie hier den tieferen Sinn dieser Verfilmung zu hinterfragen. Denn wenn ich ehrlich bin, hatte mich bisher wahrlich keine gesehene Version zu dieser Kurzgeschichte von King wirklich positiv mitnehmen können. Der grundsätzliche Inhalt der Kurzgeschichte birgt auch durchaus genügend Potential um eventuell recht gut in einem Horrorfilm umgesetzt zu werden. Nur ist es - mit verlaub gesagt - bisher noch niemandem gelungen, dieses Potential auch positiv auszuschöpfen. Egal ob man die Kurzgeschichte von Stephen King lieber recht frei interpretiert oder man sich wie hier eng an der gedruckten Vorlage hält. Der Grund liegt (aus meiner persönlichen Sichtweise heraus betrachtet) auch an der Kurzgeschichte von Stephen King selbst. Generell würde ich die eigentliche Kurzgeschichte nämlich noch als recht nett und damit auch irgendwie noch gelungen betrachten, wobei die Geschichte selbst auch nicht hätte länger ausfallen dürfen, weil sie nämlich dann leider auch wohl in Sachen  Handlungsverlauf und Spannung eher abfallen dürfte.

Die wohl beste Form gerade aus dieser Kurzgeschichte, oder besser gesagt, aus deren Grundlagen innerhalb der Handlung einen spannenden wie wirklich gruseligen Film zu machen dürfte wohl aber eher darin bestehen, die Grundaussage einfach aus der Geschichte selbst herauszuziehen und in eine völlig neue und eben auch fruchtbarere Handlung (als in den Maisfeldern im Nirgendwo) wieder einzuarbeiten. Der weitere Hinweis auf dem Cover der BD, dass es sich hier um eine "ungekürzte und unzensierte" Version des Films handelt, dürfte auch eher der allgemeinen Werbestrategie geschuldet sein. Bei den wenigen wieder eingefügten Szenen (zu erkennen am beibehaltenen englischen Originalton) handelt es sich gefühlt eh um locker verschmerzbare Dialogszenen und zum zensieren gibt dieser Film bis auf ein paar blutige Nasen, einem Armbruch oder ein paar Skeletten auch nicht viel her, da ist der Fan von Horrorfilmen selbst im deutschen Fernsehen bereits besseres wie auch härteres gewohnt. Eine positive Empfehlung verkneife ich mir hier also recht bewusst für diesen Film nach einer Kurzgeschichte von Stephen King aus dem Jahre 2009. Am Ende muss hier eh jeder für sich selbst entscheiden, ob er einen Blick riskieren möchte oder nicht. Und auch die diversen Stephen-King-Fans sollten sich da zumindest die Frage stellen, ob dieser Film es nun wirklich wert ist, in die Sammlung der King-Verfilmungen hinzugefügt zu werden. Die Werkstreue zur Kurzgeschichte selbst mag da vielleicht ein recht positives Argument sein, gerade hier bei dieser Verfilmung von 2009 zuzugreifen. Ob man mit der darin nun gebotenen Handlung wirklich glücklich werden wird, steht unter Umständen allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

Stephen Kings Kinder des Zorns

Stephen Kings Kinder des Zorns
(Children of the Corn)
mit Kandyse McClure, David Anders, Preston Bailey, Daniel Newman, Alexa Nikolas, Zita Vass u.a.
Regie, Drehbuch und Produktion: Donald P. Borchers
Musik: Jonathan Elias
Nach einer Kurzgeschichte von Stephen King
Genre: Horror
Laufzeit: 92 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Extras: Featurette: Remaking Children of the Corn, Neue Richtung, Leben und Sterben in Gatlin u.m.
Vertrieb: Capelight Pictures
USA 2009

Kommentare  

#1 Heiko Langhans 2021-04-15 18:25
Es fiel einfach zu sehr auf:

26 mal das Wort "man", 55 mal das Wort "auch".

Für so was ist der Text nicht lang genug.
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#2 Laurin 2021-04-16 01:38
Ehrlich, da fällt mir jetzt nichts intelligentes zu ein. :-*
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