Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Und plötzlich hast du das zweite Gesicht - »Dead Zone«

Dead ZoneUnd plötzlich hast du das zweite Gesicht
»Dead Zone«

Unter der Bezeichnung des "zweiten Gesicht" versteht man bekanntlich eine Fähigkeit, plötzlich Dinge sehen zu können, die erst noch geschehen werden (Zukunft), oder aber eventuell auch bereits passiert sind (Vergangenheit). Bei letzterem wird es allerdings heikel, wenn die betreffenden Personen eben nicht wollten, das man erfährt, was wirklich mal vorgefallen ist. Da könnten also auch so manche Lügengebäude plötzlich zum Einsturz gebracht werden.

Dead Zone

Im Fall des jungen Lehrers Johnny Smith spielt allerdings die Fähigkeit, in die Vergangenheit eines Menschen sehen zu können keine besondere Rolle. Eigentlich spielt hier für Johnny zu Beginn gerade auch eher sein Liebesleben zu seiner Freundin Sarah Bracknell eine wesentlich größere Rolle, mit der er ja auch gemeinsam an der Schule von Castle Rock in Maine unterrichtet. Hinsichtlich möglichen übernatürlichen Fähigkeiten verschwendet Johnny jedenfalls zu diesem Zeitpunkt wirklich keine Gedanken. Und überhaupt ist er eh ein junger Mann wie alle anderen auch.

Das sich allerdings sein Leben ganz plötzlich und recht radikal ändern könnte, daran hat wohl Johnny im Vorfeld auch keinen wirklichen Gedanken verschwendet. Warum auch, es läuft doch gerade alles so gut. Hätte er die Einladung von Sarah angenommen, bei ihr zu übernachten, dann wäre wohl auch alles ganz normal weiter gegangen. Doch Johnny tat genau dies nicht und gerät so auf dem Heimweg in einen schweren Autounfall, der ihm die nächsten fünf Jahre seines Lebens kosten wird.

Als er wieder erwacht ahnt Johnny noch nicht, dass ihm durch das Koma ganze fünf Jahre seines Lebens fehlen. In dieser Hinsicht trifft es ihn auch wie ein Schock, als er erfährt, das seine Sarah mittlerweile einen anderen Mann geheiratet hat und bereits Mutter eines kleinen Jungen ist. Doch damit nicht genug, scheint er eben auch nach dem Koma über eine recht seltsame Gabe zu verfügen. Denn wenn er jemanden direkt berührt, dann ist er in der Lage, dessen Zukunft zu sehen. Und die ist nicht immer wirklich so schön wie in dem Fall, dass er seinem behandelnden Arzt Dr. Sam Weizak sagen kann, dass dessen Mutter immer noch lebt. Denn Weizak glaubte bisher, seine Mutter damals in den Wirren des zweiten Weltkrieg in Europa durch die Nazis für immer verloren zu haben.

In einem anderen Fall gelingt es Johnny eine Krankenschwester noch rechtzeitig vor einem Feuer in ihrem Haus zu warnen, so das diese überglücklich ihre kleine Tochter noch vor dem ansonsten sicheren Flammentod hat retten können. Johnny begreift, dass er mit dieser Gabe nicht nur in die Zukunft eines Menschen blicken, sondern eventuell in diese auch nachhaltig eingreifen kann. Doch recht wohl ist Johnny bei dieser neuen Fähigkeit auch nicht, so das er sich lieber im Haus seines Vaters zurückzieht, zumal auch die Mutter vor kurzem verstorben ist und sein Dad somit völlig alleine ist.

Kein schlechtes Vorgehen, denn später wird Johnny noch erfahren, dass der Einsatz seiner übernatürlichen Begabung auch seine eigene Gesundheit nachhaltig gefährdet. Als Sheriff Bannerman, der über seine besondere Gabe aus den Nachrichten erfahren hat, ihn aufsucht, um seine Hilfe bei der Suche nach einem psychopathischen Frauenmörder zu erhalten, lehnt Johnny auch erst einmal seine Hilfe ab. Später jedoch treibt gerade Johnny den kranken Killer mit dem Sheriff dann doch in die Enge. Um jedoch danach weiterhin sein zurückgezogenes Leben führen zu können, woran auch seine alte Liebe Sarah nicht ganz unschuldig ist, zieht Johnny auch vom Heim seines Vaters fort und gibt bald dem Jungen eines Industriellen Nachhilfeuntericht. Aber auch hier ist Johnny bald gezwungen gegen den Willen des Vaters einzugreifen, wenn er den zukünftigen Tod des Jungen bei einem Eishockeyspiel mit anderen Kindern auf einem zugefrohrenen See verhindern will.

Dabei macht Johnny im Haus des Industriellen aber auch die erste Bekanntschaft mit dem aufstrebenden Politiker Greg Stillson. Und als Johnny ihm späterhin nochmals bei einer Wahlveranstaltug die Hand schüttelt, erhält er die Vision, dass dieser offensichtlich fanatische Stillson später als Präsident der Vereinigten Staaten einen globalen Atomkrieg auslösen wird. Dumm nur, das Sarah und ihr Ehemann zu Stillsons direkten Wahlhelfern zählen, denn Johnny muss sich nun entscheiden untätig der globalen Katastrophe zuzusehen oder selbst Stillson im Vorfeld das Handwerk zu legen. Dabei ahnt Johnny allerdings auch, dass niemand, auch Sarah es vielleicht nicht verstehen würde, das er die Welt sogar rettet, wenn er gerade Stillson durch ein Attentat für immer beseitigt.

Dead Zone

Ein moralischer Konflikt und lose Fäden:
DEAD ZONE ist keine typische Verfilmung einer Geschichte von Stephen King. Man kann sich darüber hinaus auch durchaus schwer dabei tun, diesen Film wie manche andere in die übliche Kategorie Horror einzugliedern. Dabei gab es übrigens gerade in den 1980er Jahren einen recht interessanten Hype hinsichtlich der Verfilmung von Romanen und Novellen seitens Stephen King.

Größen des Films wie Rob Reiner (STAND BY ME/1986), John Carpenter (CHRISTINE/1983) oder Stanley Kubrick (SHINING/1980) hatten sich ja unlängst in eine Reihe gestellt, um Kings Romane oder Novellen für die Leinwand adaptieren zu können. Da spielt es auch erst einmal keine Rolle, ob King selbst z.B. mit der Verfilmung von SHINING durch Kubrick wirklich warm wurde oder doch eher nicht. An Kubrick lag es indessen nicht, wie King selbst bescheinigte, zumal er auch dessen Filme eigentlich mochte. Nicht warm wurde King allerdings dann ganz speziell mit der inhaltlichen Umsetzung seines Romans, was aber weniger eine allgemeine Qualitätsfrage darstellt, als viel eher eine ganz persönliche Geschmacksfrage seitens Stephen King.

DEAD ZONE (1983) fällt allerdings auch mit einigen anderen Auffälligkeiten etwas aus dem Rahmen der anderen Verfilmungen. So tut sich DEAD ZONE recht schwer mit einem wirklich einheitlich Roten Faden. Vielmehr verknüpft die Verfilmung seitens David Cronenberg (Regie) mehrere, eher sogar lose Handlungsfäden langsam zu einer komplexen Einheit, wobei Johnny Smith durch seine Gabe immer als verbindender Dreh- und Angelpunkt agiert, indem er mittels seiner hellseherischen Fähigkeit eben diese losen Fäden immer wieder aufnimmt. Sei es nun die familiäre Situation seines Arztes, bei dem er gar zuerst in die Vergangenheit blickt, oder ein Serienkiller, der junge Frauen grausam hinrichtet, oder aber eben ein aufstrebender junger Politiker, der zur Gefahr für das überleben der gesamten Menschheit zu werden droht. Im Grunde haben wir hier also ganz grob betrachtet sogar mehrere kleine Geschichten, die in ihrer Gesamtheit eine ganz große Geschichte ergeben. Den verbindenden Kid liefert dabei eben die besondere Gabe seitens Johnny, was hier in dem Handlungsaufbau von DEAD ZONE durch Cronenberg auch seltsamer Weise sehr flüssig und äußerst ansprechend gelingt. Nicht umsonst gilt die Verfilmung von Stephen Kings Roman DEAD ZONE - DAS ATTENTAT als eine mit der Besten.

Dabei besitz der Film sogar im Mittelteil die eine oder andere Länge, obwohl schon die Handlung an sich generell eher selten auf brutale Szenen bzw. andere Spannungspitzen zurückgreift. Im Grunde kann man sogar sagen, versuchte Cronenberg wohl bewusst weitgehend auf die Darstellung von direkten blutigen Elementen und Gewaltdarstellungen zu verzichten. Das am Ende jedoch dem Zuschauer gerade diese auftretenden Längen im Mittelteil fasst kaum aufgefallen sein dürften, liegt wiederum an der darstellerischen Leistung seitens Christopher Walken, der geradezu perfekt selbst mit einem Minimum an Gestik, Mimik und Dialoge äußerst symphatisch für den Zuschauer solche kleineren Längen in der Handlung locker zu überdecken weiß. Was allerdings die Darstellung der Gewalt in einer Verfilmung eines literarischen Stephen-King-Stoffes angeht, so wurde nur ein Jahr später dann in der King-Verfilmung KINDER DES ZORNS (1984) ein wirklich völlig gegensätzlicheres Kaliber aufgefahren.

Auffällig in DEAD ZONE ist zudem, welche eigentlich geringe Aufmerksamkeit die besondere Gabe von Johnny sogar einnimmt. Da wird innerhalb der Handlung nie die Frage gestellt, wo diese übernatürliche Fähigkeit überhaupt herkommen könnte oder auf welcher Grundlage sie gerade bei Johnny basiert. Selbst ob es zwischen dieser Gabe und einer möglichen religiösen Ausrichtung Verbindungen geben könnte, wird hier nicht erörtert. Inhaltliche Elemente also, die man sich eigentlich als Regisseur wirklich nicht in einem Horrorfilm entgehen lässt, um diese dann atmosphärisch passend einzubauen.

Dead Zone

So aber wird die Gabe, mit der Johnny in die Zukunft zu sehen vermag, fasst schon als eine ganz normale Angelegenheit hingenommen, die zwar recht selten, aber eben durchaus mal bei einer Person auftauchen kann. Dafür aber legt David Cronenberg den Finger klammheimlich und für den Zuschauer eigentlich auch fasst etwas unbemerkt in eine ganz andere Wunde. Denn er spielt hier die moralische Karte aus, die zwar heimlich aber dennoch zwangsläufig auch den Zuschauer selbst zum mitdenken anregen soll. Denn wäre es als Beispiel - vorausgesetzt jemand hätte früher eine solche Gabe besessen - moralisch vertretbar gewesen, Adolf Hitler kurz nach dessen Geburt zu töten um so eventuell den noch kommenden Zweiten Weltkrieg und/oder den Holocaust verhindern zu können, dem durch die Vernichtungslager alleine sechs Millionen Juden auf grausame Weise zum Opfer gefallen sind?

Johnny muss sich in DEAD ZONE allerdings genau einer solchen moralischen Frage stellen. Dabei steht auch nicht die Frage im Raum, ob man ihm danach hinsichtlich der bisher wohl existierenden übersinnlichen Gabe Glauben schenken wird oder nicht. Die Zukunft lässt sich für andere Menschen schließlich nicht im Vorfeld nachvollziehen und Glaubensfragen (hierbei eben auch weniger der religiösen Art) beinhalten schlicht keine bereits beweisbaren Fakten. Die Zukunft kennt hierbei eben nur Johnny ganz alleine und damit bleibt es seine ganz persönliche Entscheidung ob und wie er aufgrund seines besonderen Wissens handelt. Moralisch muss er dies so oder so ganz mit sich alleine ausmachen, auch wenn die Konsequenzen in jeglicher Richtung ihm wohl kaum einen wirklichen Spielraum in der Entscheidungsfrage lassen.

Das DEAD ZONE allerdings auch seit so vielen Jahrzehnten immer noch als eine der besten Verfilmungen einer literarischen Vorlage seitens Stephen King hervorsticht, ist nicht alleinigst der eigenwilligen und doch so ansprechenden Umsetzung seitens David Cronenberg zu verdanken. Auch die jeweiligen Darstellerinnen und Darsteller haben hier sehr positiv selbst bis in die kleinsten Rollen hinein ihren Beitrag geleistet. An der Spitze zu nennen ist hier natürlich der Schauspieler Christopher Walken, der filmisch nicht immer in seiner Karriere nur dem Mainstream gefolgt ist, sondern sich auch in so manche Independent-Filmprojekte einbrachte. Nicht selten lag ihm dabei die Rolle des Bösewicht, zumal er auch selbst recht gerne sinistre Figuren spielte, die auch mal mehr oder weniger in ihrem Verhalten und Handlungen verstörend wirken konnten. Mitunter passte hierzu schon einfach sein markantes Lächeln wo es innerhalb der gebotenen Handlung eigentlich nicht hinpassen wollte.

Wirklich in Erinnerung von vielen Filmfreunden brannte sich Christopher Walken dabei durch seine Rollen in Filmen wie DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN neben Robert De Niro (1978) als Nick Chevotarevich oder in JAMES BOND 007 - IM ANGESICHT DES TODES (1985) neben Roger Moore als Psychopath Max Zorin ein. Aber auch durch Filme wie SLEEPY HOLLOW (1999) bzw. DIE FRAUEN VON STEPFORD (2004) grub er sich nachhaltig ins Gedächtnis ein.  Eher etwas vergessen trifft dies auch auf seine finstere wie einprägsame Darstellung als abgründiger Erzengel Gabriel zu, womit er in GOD'S ARMY - DIE LETZTE SCHLACHT (sowie nachfolgend in zwei weiteren Fortsetzungen) durchaus persönlich punkten konnte und so auch manche wirren inhaltlichen Mankos innerhalb der Handlung positiv überdeckte. Diese Horrorfilme um GOD'S ARMY schafften es damals gerade wegen der mitunter recht wirren Handlung aber wohl leider auch nie in die deutschen Kinos, sondern wurden hier lieber gleich über VHS und/oder DVD vermarktet.

Dead Zone

Noch einige weitere recht bekannte Namen aus "Dead Zone":
Ebenfalls nicht unbekannt dürfte auch der US-Schauspieler Tom Skerritt sein, der zu Beginn seiner Karriere auch häufig Auftritte in Fernsehserien, darunter vielen Western wie BONANZA, AM FUSS DER BLAUEN BERGE oder RAUCHENDE COLTS hatte. Man sah ihn aber auch in der SF-Serie TIME TUNNEL oder in zwei Episoden der Krimiserie DR. KIMBLE AUF DER FLUCHT. Was das Kino betraf, punktete Skerritt bald danach auch in Filmen wie M*A*S*H (1970) neben Donald Sutherland, POLTERGEIST III. - DIE DUNKLE SEITE DES BÖSEN (1988) unter der Regie von Gary Sherman, oder aber im SF-Film CONTACT (1997) neben Jodie Foster. Und wer kennt ihn nicht als Captain Arthur Dallas Coblenz neben Sigourney Weaver aus ALIEN - DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT (1979) unter der Regie von Ridley Scott.

Brooke Adams, die hier die Rolle der Sarah spielt, dürfte eigentlich auch gerade aus Genrefilmen wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) oder dem Horrorfilm MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER (1991) nach einer anderen Geschichte von Stephen King bekannt sein. Diese King-Verfilmung war zwar eigentlich damals für das Fernsehen gedreht worden, kam aber 1991 in Deutschland durchaus in die Kinos und zog später sogar noch weitere zwei Fortsetzungen nach sich. Aber Brooke Adams spielte auch schon recht früh neben der deutsch-österreichischen Schauspielerin Christine Kaufmann sowie der deutschen Schauspielerin Lilli Palmer oder dem britischen Schauspieler Herbert Lom (der allerdings in Prag geboren österreichisch-tschechischer Herkunft ist) in dem US-Horrorfilm MORD IN DER RUE MORGUE (1971), frei nach einer Kurzgeschichte seitens Edgar Allan Poe mit.

Womit wir dann auch bereits beim Schauspieler Herbert Lom wären, der auch in DEAD ZONE eine etwas kleinere, aber nicht unbedeutende Rolle als Dr. Weizak spielt. Lom dürfte man aber auch aus Filmen wie  KARL MAY: DER SCHATZ IM SILBERSEE (1962), der britischen Krimi-Komödie LADYKILLERS (1955) neben Alec Guinness oder etwa der PINK-PANTHER-Filmreihe her kennen (ab 1964 neben Peter Sellers und Elke Sommer in EIN SCHUSS IM DUNKELN), in denen er wiederkehrend den neurotischen Chefinspektor Dreyfus spielte. Lom gab aber auch recht eindrucksvoll neben dem damals noch sehr jungen Udo Kier den Inquisitor Lord Cumberland in HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (1970).

Dead Zone

Den mitunter in Umgangsfragen mit seinem kleinen Sohn etwas schwierige Industrielle Roger Stuart gab dann in DEAD ZONE der US-Schauspieler Anthony Zerbe, den man als Bösewicht Breed z.B. aus dem Western MIT DYNAMIT UND FROMMEN SPRÜCHEN (1975) neben John Wayne und Katharine Hepburn her kennen dürfte. Weitere bekannte Filme mit ihm sind zudem aber auch DER OMEGA-MANN (1971), in dem er den direkten Gegner von Charlton Heston spielt oder PAPILLON (1973) neben Steve McQueen, wo er den Anführer einer Lebrakolonie darstellt. In etwas späteren Jahren spielte er dann Rollen wie Milton Krest in JAMES BOND 007 - LIZENZ ZUM TÖTEN neben Timothy Dalton oder den Admiral der Sternenflotte, Matthew Dougherty im SF-Kinofilm STAR TREK - DER AUFSTAND. Aber auch den verrückten Roboter-Konstrukteur Abner Devereaux in einem US-Freizeitpark spielte Zerbe im Film KISS MEETS THE PHANTOM OF THE PARK (1978) und legt sich da gleich mit den US-Rockmusikern Paul Stanley, Gene Simmons, Peter Criss und Ace Frehley an, die als Rockband KISS neben der fetzigen Musik gleich auch noch Superkräfte besitzen, um ihn in seine Schranken zu verweisen.

Zuletzt möchte ich dann natürlich noch den US-Schauspieler Martin Sheen nennen, der nicht nur einige zum Teil sehr bekannte Söhne im Filmgeschäft platzieren konnte wie Emilio Estevez, Charlie Sheen, Ramon Estevez oder auch Renee Estevez. Der Name Sheen ist dabei ein Pseudonym und wurde vom ersten Fernsehprediger der Vereinigten Staaten sowie Erzbischof von Rochester, Fulton John Sheen abgeleitet, den Martin Sheen als bekennender Katholik damit zugleich auch ehren wollte. Martin Sheen dürfte so ziemlich jedem Filmfreund zuerst einmal aus dem US-Antikriegsfilm APOCALYPSE NOW aus dem Jahre 1979 her bekannt sein, wo Sheen neben Marlon Brando spielte. Des weiteren spielte er aber auch in Filmen wie DAS MÄDCHEN AM ENDE DER STRASSE (1976) neben der noch recht jungen Jodi Foster, der Stephen-King-Verfilmung DER FEUERTEUFEL (1984/nach dem Roman FEUERKIND von Stephen King aus dem Jahre 1980) mit Heather Locklear, David Keith und dem damaligen Kinderstar seit dem Film E.T., Drew Barrymore. Allerdings sah man Martin Sheen auch recht oft in diversen Fernsehserien wie der Krimiserie CANNON, COLOMBO oder DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO und natürlich auch in insgesamt drei Episoden als Gaststar neben seinem Sohn Charlie Sheen in der Sitcom TWO AND A HALF MEN (2005). 1996 spielte er aber auch den Colonell Gilbert Milfoil in ALF - DER FILM oder aber Jason Wynn in der Horror-Comicverfilmung SPAWN (1997) von Todd McFarlane. Als "Onkel Ben Parker" sah man ihn dann auch in dem Superhelden-Blockbuster THE AMANZING SPIDER-MAN (2012) neben Emma Stone und Andrew Garfield. Diese Rolle spielte er dann nochmals in einer recht kurzen Rückblende in der Fortsetzung THE AMANZING SPIDER-MAN 2: RISE OF ELEKTRO aus dem Jahre 2014. 2016 spielte Martin Sheen dann übrigens noch die Hauptrolle des Matthew Cuthbert in dem kanadischen Fernsehfilm ANNE AUF GREEN GABLES neben Ella Ballentine als Anne Shirley.

Dead Zone

Mein persönliches Resümee:
Den Film DEAD ZONE ohne mit der Wimper zu zucken als Horrorfilm abzulegen, kann ich persönlich ehrlich nur mit einem langezogenen "Jein" beantworten. Viel lieber würde ich diese Verfilmung einer literarischen Geschichte von Stephen King in den Bereich Mystery einordnen wollen (was ich auch am Ende tun werde). Denn alles in mir sagt, dass der Film DEAD ZONE aufgrund seines phantastischen Element innerhalb der Handlung wohl wesentlich besser in dieses Subgenre passen würde.

Als eine Abwertung sollte die Verortung in den Bereich Mystery allerdings aber auch nicht empfunden werden. Denn ein Film wie dieser benötigt hier auch keine regelmäßigen Gewaltszenen und schaurig-blutige Schockeffekte, um seine jeweiligen Betrachter völlig in seinen Bann zu schlagen. Denn David Cronenberg ist es hier sehr wohl gelungen, über die Gesamthandlung hinweg eine Spannung aufzubauen, der man schlicht einfach folgen muss.

Und selbst da wo die Handlung eher sogar in etwas zu ruhigem Fahrwasser zu entgleiten droht, gelingt es durch die gebotenen darstellerischen Leistungen immer noch, die Zuschauer auch im heimischen Sofa-Kino so zu fesseln, das z.B. ein Gang zur Toilette nur in wirklichen Notfällen noch in die engere Auswahl gelangt. Da wirken selbst die Darstellerinnen und Darsteller, die weniger im Zentrum der Gesamthandlung spielen durchaus stets überzeugend realistisch. Und das eben auch in einem Film, der eben in Sachen Komplexität durchaus zuerst mit losen Handlungsfäden punkten kann.

So wirkt selbst der kanadische Schauspieler Nicholas Campbell in der eher kleinen Rolle als Hilfssheriff Frank Dodd schockierend realistisch, wenn dem Zuschauer nämlich langsam bewusst wird, dass er es hier auch gleichzeitig mit dem Serienkiller zu tun hat, welcher seine persönliche Bekanntheit und berufliche Stellung bei den jungen Frauen dahingehend ausnutzt, um sie in Sicherheit zu wiegen, bevor er sie dann auf grausame Weise ermordet.

Die absoluten Sympathiepunkte fährt hier in dem Film natürlich durchgängig Christopher Walken als Johnny Smith ein. Ihm nimmt man dabei sogar ohne nachzudenken den inneren Schmerz ab, wenn es nur zu einem Blickkontakt mit seiner früheren Liebe kommt, die nun für ihn als Lebenspartnerin aber unereichbar zu sein scheint.

Alles in allem fällt es bei DEAD ZONE sogar eher schwer, hier wirklich ein nennenswertes Haar in der Suppe zu finden, damit man auch endlich mal etwas nach Herzenslust kritisch ablästern kann. Von daher also kann ich einfach nur eine glatte Empfehlung auch gerade für die Filmfreunde aussprechen, die eventuell genau diese Verfilmung eines Roman von Stephen King noch nicht gesehen haben sollten. Das bereits frühe Lob an den Film, eine der besten Verfilmungen zu literarischen Romanen oder Novellen seitens Stephen King zu sein, hat sich DEAD ZONE jedenfalls redlich verdient, zumal er auch durchaus mit den Jahren kaum negativ gealtert erscheint.

Dead Zone

Dead Zone
(The Dead Zone)
Alternativtitel: Dead Zone - Das Attentat
mit Christopher Walken, Brooke Adams, Martin Sheen, Tom Skerritt, Herbert Lom, Anthony Zerbe, Nicholas Campbell, Simon Craig, Colleen Dewhurst, Sean Sullivan, Jackie Burroughs u.a.
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: Jeffrey Boam
Produktion: Dino De Laurentiis, Debra Hill
Musik: Michael Kamen
Genre: Mystery/Drama
Spielzeit: 103 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Extras: Audiokommentar mit Drehbuchautor Stephen Jones und Filmkritiker Kim Newman, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial u.a.
Vertrieb: Koch Films
USA 1983

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.