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Zwischen Amish, Liebe und dem Drommelkind - »The Devil's Hand«

The Devil's HandZwischen Amish, Liebe und dem Drommelkind
»The Devil's Hand«

In einer streng gläubigen Amish-Gemeinde glaubt man an eine alte Prophezeiung, bei der der Teufel selbst aus ihrer Mitte heraus einen Menschen entsendet, welcher an seinem 18. Geburtstag eben zur ausführenden "Hand des Teufels" werden soll. Voraussetzung sind sechs Kinder die an einem bestimmten Tag in einem bestimmten Monat geboren werden müssen. An ihrem 18. Geburtstag jedoch soll nur noch eines überleben, welches man das "Drommelkind" nennt. Und diese Prophezeiung scheint sich nun zu erfüllen.

The Devil's Hand

Denn in der Amish-Gemeinde New Bethlehem werden im sechten Monat am sechten Tag sechs Mädchen zur gleichen Zeit geboren. Zeit also für den religiösen Führer der Gemeinde Elder Beacon, sich der Sache anzunehmen und die verfluchten Neugeborenen zu töten. Jedoch stellt sich ihm erfolgreich Jacob Brown entgegen, dessen Frau selbst ebenfalls eines der sechs Mädchen geboren hat. Allerdings glaubt Jacob auch nicht nicht wirklich an den Mythos des Drommelkind. Dies hält allerdings eine der jungen Mütter aufgrund ihres unerschütterlichen Glaubens nun nicht davon ab, direkt nach der Geburt ihre kleine Tochter zu töten um sich dann auch selbst das Leben zu nehmen.

Hiernach macht der Film THE DEVIL'S HAND dann einen zeitlichen Sprung von fasst 18. Jahren (im Film selbst etwas unsauber beschrieben mit "18 Jahre später"). Die fünf verbliebenen Mädchen, darunter auch Jacobs Tochter Mary, stehen alle vor ihrem 18. Geburtstag, haben aber ihr Leben bisher in der Gemeinde in relativer Unkenntnis hinsichtlich der Prophezeiung über das Drommelkind erlebt. Als dann beim Baden an einer Stelle, die den Mädchen eigentlich zum schwimmen verboten war, einige junge Männer auftauchen (darunter auch Trevor, der Sohn des Sheriff), bekommt Mary einen ihrer epileptischen Anfälle, die sie seit der Kindheit plagen und droht nun zu ertrinken. Trevor kann sie jedoch gerade noch aus dem Wasser holen und ihr so das Leben retten.

Was die Mädchen jedoch zuerst nicht wirklich mitbekommen haben, ist der Umstand, dass man sie seitens Elder Beacon und der Gemeinde bisher immer heimlich und sehr intensiv überwacht hat. So bleibt auch dieser Vorfall und damit auch der Verstoß der Mädchen gegen die Regeln der Gemeinde nicht unentdeckt. Und gleichsam ist es auch das Oberhaupt der Gemeinde, Elder Beacon selbst, der unter den anderen Gemeindemitgliedern die Angst weiter schürt, eine der Mädchen könnte des Teufels sein. Und diese Angst reicht sogar selbst bis tief in die Familien der Mädchen hinein.

So nehmen die Spannungen zwischen den Mädchen und dem Rest der Gemeinde auch immer mehr zu. Selbst Mary hat damit zu kämpfen, zumal ihre Mutter scheinbar einige Zeit nach ihrer Geburt verstorben sein soll und Jacob später die tief gläubige Rebekah zur Frau genommen hat. Und Rebekah wacht nicht nur mit Argusaugen über ihre so eher ungeliebte Stieftochter, sondern ist dabei auch noch die direkte Informantin für das religiöse Oberhaupt Beacon.

The Devil's Hand

Dabei nehmen aber auch bald die Spannungen zwischen Marys Vater Jacob und Beacon zu, während gleichzeitig eine mysteriöse Gestalt plötzlich beginnt, den noch verbliebenen fünf jungen Mädchen nun nach dem Leben zu trachten. Für Mary überschlagen sich die daraus folgenden blutigen Ereignisse sogar noch, als sie erfährt, das ihre leibliche Mutter damals nicht verstorben ist, sondern sogar recht lebendig in der nahen Stadt lebt. Erst als Mary ihren Vater zur Rede stellt, erfährt sie, dass man ihr diese Lüge erzählt hatte, weil man ihre Mutter damals aus der Gemeinschaft der Amish ausgestoßen hatte, womit man bei den Mitgliedern der Gemeinde eben auch gleichzeitig als Tod gilt.

Als man dann auch noch eines der noch lebenden Mädchen (Ruth) aus der Gemeinde ausstößt, weil sie dem Sheriff alles erzählen wollte, wozu auch die schier perverse Behandlung durch Beacon gehört, beginnt in der Nacht ein tödlicher Showdown für die Mädchen. Sollte etwa bisher sogar der völlig undurchsichtige Beacon hinter den religiös motivierten Morden an den jungen Mädchen stecken?

Am Ende lebt nur noch Mary, welche man gerade noch aus den Klauen von Beacon und der durch die Prophezeiung völlig verängstigten Gemeinde befreien kann. Doch war Beacon wirklich der Mörder und was ist nun wirklich dran an der teuflischen Prophezeiung bezüglich des Drommelkind?

The Devil's Hand

Fangen wir einfach mal mit der positiven Betrachtung an:
Bei den Kundenrezensionen zum Film seitens Amazon ist mir ein Satz seitens des User Andre (vom 04. Dezember 2018) zu diesem Horrorfilm recht interessant vorgekommen. Ich gebe ihn hier einfach mal wieder, weil er mit einer guten Umschreibung recht schön den Kern der eher kritischen Betrachtung trifft:

"Es ist geradezu als würde man einen guten Wein anbauen dessen Qualität man ständig überwacht um ihn am Ende doch in einem Tetrapack zu vermarkten.

(Amazon Kundenkritik zum Film The Devil's Hand)

Nun kommt Usher Andre in seiner gesamten kleinen Kundenrezension zu einem eher vernichtenden Gesamturteil, welches ich allerdings so nun wirklich nicht teilen kann. Der zitierte Satz jedoch trifft die Sache allerdings eben recht gut auf den Punkt. Das Problem bei dem Horrofilm THE DEVIL'S HAND - VERGIB MIR VATER, DENN ICH HABE GESÜNDIGT (so der gesamte deut. Titel des Films) ist nämlich, dass man hier seitens Christian E. Christiansen (Regie) und Karl Mueller (Drehbuch) einfach zu viel will und daher auch viel in die Handlung hinein packt. Darüber vergisst man aber streckenweise fasst schon, und eben auch zum Leidwesen von User Andre, dass es sich hier ja eigentlich in erster Linie um einen Horrorfilm handeln sollte. Und wenn dann eine gewisse Erwartungshaltung nicht wirklich erfüllt wird, dann können negative Kritiken schon mal recht heftig ausfallen.

Aber ich wollte ja eigentlich selbst erst einmal mit den positiven Dingen des Film anfangen. Der Film an sich kann erst einmal durch eine vielleicht nicht gerade gruselige, aber trotzdem recht interessante und auf weiter Strecke durchaus auch spannenden Atmosphäre punkten, in der man den Zuschauern aber auch recht hübsch gestaltete Einblicke in das Leben einer Amish-Gemeinde in einem satten grünen Landstrich der USA vermittelt.

Auch muss sich der Film durchaus nicht wegen seinen Darstellerinnen und Darstellern verstecken, die ihren Job hier durchweg sogar recht gut meistern. Da wäre z.B. Alycia Debnam-Carey, die man auch aus Serien wie THE 100 (2014 - 2016; 2020 in 16 Episoden) oder FEAR THE WALKING DEAD (ab 2015, wo sie zur festen Besetzung gehört) her kennen dürfte und hier recht ansprechend die Figur der Mary spielt. Eine weitere Schauspielerin, die eines der Mädchen spielt ist Adelaide Victoria Cane in der Rolle der Ruth. Sie spielte aber auch schon in Filmen wie THE PURGE (2013) oder THE FIRST PURGE (2018), bzw. in der Fernsehserie ONCE UPON A TIME (2017 - 2018 in 13 Episoden) recht erfolgreich mit.

Als Marys Vater spielt hier der bekannte Schauspieler Rufus Sewell eine sehr ansprechende Rolle. Recht breit bekannt dürfte er  bestimmt durch die Filme DARK CITY (1998) in der Rolle des John Murdoch, oder etwa ABRAHAM LINCOLN - VAMPIRJÄGER (2012) sein, wo er den Adam spielte. Quasi die rechte Hand des Teufels auf Erden spielte er aber selbst schon in dem Horrorfilm DIE PROPHEZEIUNG (2000) neben Kim Basinger als Eric Stark. Seine zweite Ehefrau in THE DEVIL'S HAND spielt indessen die Schauspielerin Jennifer Carpenter, die man als Besessene des Bösen und junge Studentin sicherlich aus dem Film DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE (2005) her kennen dürfte. Sie spielte aber auch  in Filmen wie dem US-Thriller THE FACTORY (2012) oder in der Fernsehserie DEXTER (2006 - 2013) in eigentlich unübersehbaren 96 Episoden mit.

The Devil's Hand

Ebenfalls recht bekannt dürfte auch der irische Schauspieler Colm J. Meaney sein, denn er hatte durchaus eine sehr häufig wiederkehrende Rolle in der SF-Fernshserie STAR TREK - THE NEXT GENERATION als Miles O'Brian in insgesamt 53 Episoden (1987 bis 1994). Die gleiche Rolle des Miles O'Brian spielte er dann anschließend nochmals in der Folgeserie STAR TREK: DEEP SPACE NINE (1993 bis 1999) in nun insgesamt 166 Episoden. Aber auch in  nicht wenigen Filmen hat er so seine Spuren hinterlassen. Hierzu gehören als Beispiel DER LETZTE MOHIKANER (1992), BLUEBERRY UND DER  FLUCH DER DÄMONEN (2004), ALICE IM WUNDERLAND (2009) oder in JEAN SEBERG - AGAINST ALL ENEMIES (2019).

THE DEVIL'S HAND kann aber leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass er auch zwischendurch die eine oder andere Länge aufweist, was dann natürlich etwas zu Lasten des Spannungsaufbau geht. Punkten kann er aber durchaus mit der einen oder anderen Sterbeszene, die doch recht heftig verlaufen kann, besonders was die diversen Selbstmorde im Film angeht. Ich verweise da nur einmal auf die Mutter von Ruth, die in der Nacht vorher versucht hatte, ihre Tochter mit einem Kissen zu ersticken, sich am nächsten Morgen dann aber von einem Gebäude direkt in einige Metallstangen stürzt, um eventuell so den Fluch des Drommelkind von ihrer Tochter nehmen zu können.

Generell wage ich hier sogar zu sagen, dass man sich von allen Seiten her mehr aus nur große Mühe gegeben hatte, den Film in ein sehr positiven Licht zu setzen. Und das die Handlung auch hier am Besispiel der Amish mit einer klaren Aussage gegen jeglichen religiösen Fanatismus (egal also von welcher Glaubensgemeinschaft oder Sekte auch immer) daher kommt, macht den Film mit Sicherheit nicht schlechter.

Hinzu kommen dann eben noch die hochoffiziellen Vergleiche mit Filmen wie THE VILLAGE - DAS DORF (2004, Thriller/Psycho-Horrorfilm) oder eben auch DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE (2005), die im Vorfeld den Film THE DEVIL'S HAND gleich mal etwas aufwerten sollten. Nun kann ich persönlich ehrlich gesagt keine wirklich größeren Ähnlichkeiten zum Film DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE erkennen, außer dass auch hier das dann besessene Mädchen aus einer tief religiösen Familie vom Land stammt und eben Jennifer Carpenter in beiden Filmen mitspielt.

Wesentlich größere Ähnlichkeiten dürften da zu dem Film THE VILLAGE (US-Originaltitel) unter der Regie, dem Drehbuch und der Produktion von M. Night Shyamalan bestehen. Allerdings tendiere ich hier dann schon recht stark dazu, den Film THE DEVIL'S HAND sogar als die bessere filmische Umsetzung zu berachten, da mich damals THE VILLAGE - DAS DORF (deut. Titel/hübsch doppelt gemoppelt) eigentlich doch eher über Gebühr gelangweilt hatte und es auch dann mit seinen nur leidlich gruseligen Elementen bei mir wesentlich schwerer hatte. Da holten dann auch innerhalb der Handlung die Schauspielerin Sigouney Weaver (ALIEN - DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT/1979) oder der Schauspieler Joaquin Phoenix (8mm - ACHT MILLIMETER/1999) nicht wirklich mehr positive Empfindungen bei mir als Zuschauer heraus.

The Devil's Hand

Woran der Film aber nun wirklich kränkelt:
Tja, und damit wären wir dann an dem Punkt angelangt, an dem wir uns einfach nicht an einer kritischen Betrachtung von THE DEVIL'S HAND vorbeimogeln können.

Denn man steckte schlicht betrachtet einfach zu viel in einen Film, der am Ende (auf der Blu-Ray) dann mit gerade mal 85 Minuten Laufzeit (welche mit Vor- und Abspann ja auch keine gekürzte Fassung darstellt) auskommen musste. Denn man gab sich z.B. sichtlich Mühe, die gebotene Glaubensgemeinschaft und ihre inneren Konflikte wie auch den negativen Einfluss des Fanatismus eingehend zu schildern. Das ganze wurde aufgehübscht durch die Figur des Elder Beacon und seinem auch eher undurchsichtigen Verhalten, welches getrieben ist von eben diesem religiösen Fanatismus, aber auch offensichtlichen Formen weiblicher Unterdrückung und sexuellem Missbrauch. Und auch wenn man als gewünschtes Nebenprodukt und durchaus auch recht interessant für die Zuschauer, wohl auch in Sachen mysteriöser Killer eine falsche Fährte legen wollte, so kostet dies doch auch eine Menge an Handlung, die man in diesem eher engen Zeitrahmen hätte ausgewogener gestalten müssen.

Denn über einen längeren Zeitraum wirkt THE DEVIL'S HAND eher wie ein Thriller mit Mystery-Elementen in Form von DER EINZIGE ZEUGE (1985) mit Harrison Ford, welcher ja auch größtenteils im Umfeld einer Amish-Glaubensgemeinschaft spielte. Das man aber ursprünglich einen Horrorfilm drehen wollte, ist den Machern dann aber leider recht spät wieder eingefallen. Und so zog man die Schraube in dieser Richtung im letzten Teil doch noch mal ordentlich an, nachdem man eigentlich erst mal diesen Faden wieder richtig aufnehmen musste. Leider schwächelt die Gesamthandlung so aber etwa im Mittelteil deshalb etwas und tut sich so dann eben auch recht schwer, eine durchgängig konstante Stimmung zu vermitteln, die man eigenlich von einem Horrorfilm eben erwarten würde.

Debei hatte man auch die zarte Liebesbeziehung zwischen dem Amish-Mädchen Mary und Trevor, dem Sohn des Sheriffs zusätzlich noch mit in die Gesamthandlung eingebaut, was das Element Horror leider nun ebenfalls noch weiter zurückdrengte. Das dann eigentlich recht gute Finale hat es deshalb allerdings nun auch schwerer, hier nun in Sachen "Horror" einiges wieder bei den Zuschauern gerade zu biegen. Es ist also eigentlich keine Qualitätsfrage, egal ob Grundidee, den Leistungen der Darstellerinnen und Darsteller, der Kamera oder eben die etwas härteren Todesszenen (durch die recht sauber gebotenen Spezialeffekte).

Das Manko liegt bei THE DEVIL'S HAND auch nicht darin, dass der Film etwa nicht spannend gewesen wäre. Ganz im Gegenteil, denn ich fand ihn durchaus ansprechend spannend, auch wenn es zwischenzeitlich selbst in diesem Punkt auch mal kurz etwas schwächelte. Der eigentliche Fehler liegt vielmehr darin, dass man einfach zu viele interessante wie auch eventuell eher uninteressante Aspekte in die Handlung hineinpacken wollte und es dann eben leider auch tat. Und so setzte man sich hinsichtlich des angepeilten Genre eigentlich zwischen alle Stühle und der Zuschauer fragte sich natürlich dann nach einer Weile, was er denn nun da gerade vor sich hat? Ein Teenager-Love-Drama, ein Film gegen den religiösen Fanatismus, einen Mysterythriller mit ein paar härteren Einlagen in Sachen Mord und Todschlag, oder eben doch das, was er eigentlich sein wollte (aber leider so dann nicht mehr wirklich wurde), ein Horrorfilm aus der Terrorkiste zum Nägelkauen und mit ordentlich Gänsehaut? Die Betonung auf eine ungeschnittene Filmfassung (Uncut Edition) hätte es bei der DVD bzw. BD ebenfalls nicht bedurft und dürfte auch eher wieder nur zu Werbezwecken dienlich gewesen sein.

Der geneigte Zuschauer erfährt hingegen - der ja eigentlich in Erwartung eines eben entsprechend härteren und atmosphärisch dichteren Horrofilm war - erst im finalen Abschluss des Films dann auch, dass es durchaus ein richtiges übernatürliches Element im Film gibt und der Mythos des teuflischen "Drommelkind" sich zum 18. Geburtstag von Mary nun fasst schon etwas unerwartet eben doch noch einstellt.

Das wirklich lustige daran ist jedoch, dass alle diese Ideen der Macher durchaus eigenständig wirklich so zwei bis eventuell drei inhaltlich etwas unterschiedlich gute Filme hätten abgeben können. Aber bei nur einem Film unter 90 Minuten sollte man sich doch wirklich schon einige intensivere Gedanken machen, was man alles hineinpacken will und auch kann, ohne dabei den eigentlichen roten Faden des ursprünglich gewollten Genre über eine längere Strecke hinweg dann völlig aus den Augen zu verlieren.

The Devil's Hand

Ein abschließendes Resümee:
Das man hier wirklich in erster Linie einen spannenden Horrorfilm drehen wollte, daran hatte man damals eigentlich wirklich keinen Zweifel gelassen. Das erkennt man übrigens auch daran schon, wenn man nur die vorherigen Arbeitstitel des Films betrachtet, die THE OCCULT, WHERE THE DEVIL HIDES bzw. THE DEVIL'S REPTURE lauteten. Die sind nämlich schon recht viel mehr als nur ein Wink mit dem berüchtigten Zaunpfahl. Die Diskrepanz liegt nur einfach manchmal in dem, was man eigentlich wollte und was dann aber unter dem Strich eher dabei herausgekommen ist.

Natürlich wird man nun wohl sagen können, das ich für den Film THE DEVIL'S HAND wohl auch keine wirkliche Empfehlung aussprechen kann. Das sehe ich in diesem Fall aber irgendwie auch noch etwas anders, denn trotz dieser recht offensichtlichen Mankos hatte mich THE DEVIL'S HAND nicht gelangweilt, sondern durchaus sogar gut unterhalten. Die Handlung an sich, auch wenn sie im Mittelteil hier oder da mal ein wenig schwächelte, konnte mich trotzdem mit einem, wenn auch für einen Horrorfilm im eigentlichen Sinne nicht sehr hoch gelegten, aber doch fasst konstanten Spannungsbogen recht gut bei der Stange halten. Meine positive Betonung liegt hierbei daher auch eher auf einen recht "interessanten" Handlungsverlauf sowie den guten schauspielerischen Leistungen wie auch Bildern. Das man die Spannungsschraube dann auch im finalen Teil nochmals bewusst etwas mehr angezogen hat, lag schlicht daran, weil man zumindest hier noch einmal zurück wollte zu einem ordentlichen Horrorfilm. Man könnte auch sagen, in Sachen Horror versuchte man so zu retten, was noch zu retten war. Und genau da liegt leider auch die Kartoffel im Kornfeld. Denn der Fan, der sich bei THE DEVIL'S HAND nun einen in der Handlung ordentlichen Horrorfilm mit einer möglichst konstant-schaurigen Atmosphäre und eventuell auch einigen blutigen Szenen erwartet hatte, wird sich zwangsläufig erst einmal um die zumindest erhoffte Gänsehaut betrogen vorkommen. Dabei kann der Film wie gesagt mit der einen oder anderen härteren Szene durchaus auch aufwarten, auch wenn diese nicht dazu ausreichen, nun eine Altersfreigabe ab 18 Jahre um die Ohren gehauen zu bekommen. Aber  mit der nötigen Atmosphäre eines guten Horrorfilm hapert es eben hier durchaus, vergleichbar mit ähnlich gelagerten Teenagerfilmen, die zwar ihre gruseligen und in diesem Punkt auch sicherlich interessanten Ideen aufweisen können, an einem richtigen Horrorfilm aber leider trotzdem mit Volldampf vorbeirauschen (was da aber meist nicht schlimm ist, weil entsprechende Teenagerfilme mit übernatürlichem bis gruseligem Einschlag eben alles, nur keine wirklichen Horrorfilme sein wollen, was wiederum natürlich auch etwas mit dem Alter der angepeilten Zielgruppe für die betreffenden Filme zu tun hat).

Wenn man allerdings die entsprechende Erwartungshaltung bezogen auf das Genre freiwillig etwas herunterschraubt und sich offen für auch andere interessante wie spannende Aspekte zeigt, als hier speziell nur beharrlich an dem Wunsch eines okkult-orientierten Terrorkinos festzuhalten, dann kann THE DEVIL'S HAND durchaus wesentlich mehr sein als nur eine reine Zeitverschwendung. Und dann klappt das natürlich auch irgendwie wieder mit einer Empfehlung für den Film. Denn schlecht ist er im eigentlichen Sinne auch nicht, auch wenn er nun eher unerwartet mehr atmosphärisch als Mystery-Thriller statt als Horrorfilm mit Gänsehautgarantie daher kommt.

The Devil's Hand

The Devil's Hand - Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt
(The Devil's Hand)
mit: Alycia Debnam-Carey, Rufus Sewell, Jennifer Carpenter, Colm Meaney, Adelaide Kane, Leah Pipes, Thomas McDonell, Katie Garfield, Nicolle Elliot, Stacy Edwards, Allison Munn, Quentin Kerr, Ric Reitz, Jim Mckeny, Jane McNeill u.a.  
Regie: Christian E. Christiansen
Drehbuch: Karl Mueller
Produktion: Paddy Cullen, Scott Holroyd, Michael Zelman
Musik: Anton Sanko
Genre: Thriller/Horror/Drama
Laufzeit: 85 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Tiberius Film
USA 2014

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Kommentare  

#1 Mainstream 2021-03-31 09:38
-
Patchwork-Artikel?
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#2 Harantor 2021-03-31 21:24
nicht mehr
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