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Mit Sicherheit kein Remake des Films von 1933 - »Der Unsichtbare«

Der Unsichtbare Mit Sicherheit kein Remake des Films von 1933
»Der Unsichtbare«

Cecilia Kass leidet sehr unter der gewalttätigen Beziehung zu ihrem Freund und brillanten Wissenschaftler Adrian Griffin. Dabei ist Adrian nicht nur gewalttätig, sondern auch sehr kontrollsüchtig, weshalb Cecilia ihre Fluch aus der Beziehung schon weit im Vorfeld planen musste. Doch in dieser besagten Nacht setzt sie ihre Fluchtpläne in die Tat um, indem sie Adrian mit einem Medikament heimlich außer Gefecht setzt, um dann dessen Hightech-Villa für immer zu verlassen.

Der UnsichtbareHilfe bekommt sie dabei von ihrer Schwester, wobei durch einen blöden Fehler von Cecilia Adrian ihr dann doch bereits dicht auf den Fersen folgt und fasst ihre Flucht gewaltsam zu vereiteln droht.

Als die Flucht dann doch im letzten Augenblick gelungen ist, fühlt sich Cecilia allerdings immer noch nicht sicher. Daran ändert auch nichts, dass sie bei ihrem Jugendfreund James Lanier und seiner Teenager-Tochter Sydney Unterschlupf gefunden hat. Denn Cecilia wird das beängstigende Gefühl nicht los, dass Adrian ihr jederzeit wieder gefährlich im Nacken sitzen kann.

Doch dann scheinen sich die Ereignisse zu überstürzen, denn Adrian soll kurz nachdem Cecilia die Flucht vor ihm ergriffen hatte, Selbstmord begangen haben. Und über Adrians Bruder Tom erhält Cecilia dann auch noch die Bestätigung, dass sie aus dem Nachlass von Adrian vier Millionen Dollar erhält, auszahlbar über den Zeitraum der nächsten vier Jahre, sofern sie sich an bestimmte Regel hält. So darf sie z.B. nicht straffällig werden um ihr vollständiges Erbe zu erlangen.

Scheinbar scheint sich so das Leben von Cecilia wieder Stück für Stück zu normalisieren. Doch dieser Schein trügt schon bald gewaltig, denn in ihrem Umfeld passieren immer mehr unheimliche Vorkommnisse, die Cecilia darin bestätigen, das Adrian nicht wirklich verstorben ist, sondern seinen Selbstmord vielleich nur vorgetäuscht haben könnte.

Und schon bald ist sich Cecilia darüber hinaus sicher, das Adrian nicht nur noch lebt, sondern auch einen Weg gefunden hat, sich unsichtbar machen zu können, um sie und ihr Umfeld so ohne Probleme zu terrorisieren. Doch wirklich glauben mag Cecilia bald niemand mehr. Da ist es auch nicht hilfreich, dass alle glauben, Cecilia hätte Sydney plötzlich und ohne Grund geschlagen oder ihrer Schwester gar eine Mail geschrieben, in der sie ihr sogar den Tod zu wünschen scheint. Sollte Cecilia gar unter Verfolgungswahn leiden und die Menschen in ihrem Umfeld eher selbst gefährden?

Als dann auch noch der erste kaltblütige Mord geschieht, der von ihrem unsichtbaren Gegner ausgeführt, nur zu gut ihr in die Schuhe geschoben werden kann, muss Cecilia alles daran setzen, den unsichtbaren Gegner (also Adrian) nun ihrerseits mit allen verfügbaren Mitteln außer Gefecht zu setzen. Doch es stellt sich auch die Frage, welche Rolle Tom, der Bruder von Adrian spielt?

Der UnsichtbareEine moderne Adaption aber keine Neuverfilmung:
Der vorliegende Film DER UNSICHTBARE (THE INVISIBLE MAN) trägt zwar den gleichen Titel wie der besagte SciFi- und Horrorfilm von James Whale aus dem Jahre 1933 (bzw. der gleichnamigen Roman von H.G. Wells aus dem Jahre 1897), ist allerdings durchgängig keine inhaltlich ähnliche Neuverfilmung der Handlung des Film von 1933, wie man es z.B. in der Wikipedia zum Film nachlesen kann.

Schließlich besteht die einzige noch vorhandene Gemeinsamkeit darin, dass es sich innerhalb der Handlung um einen Gegner handelt, der in der Lage ist, sich völlig unsichtbar zu machen, um seinen Psychoterror ungehindert durchführen zu können. Man kann also ganz klar festhalten, dass man die Thematik um einen Unsichtbaren in diesem Film genauso wie bei HOLLOW MAN - UNSICHTBARE GEFAHR aus dem Jahre 2000 recht modern adapitert und in eine völlig neue Handlung überführt hat.

Dabei führte Leigh Whannell (SAW/2004 oder INSIDIOUS/2010) hier nicht nur Regie, sondern vefasste auch gleich das Drehbuch zum Film, in dem er faktisch hinter dem eigentlichen phantastischen Element auch eine Geschichte um seelische, geistige und sexuelle Unterdrückung und Erniedrigung von Frauen in Szene setzt, die geradezu perfekt in Zeiten der #MeToo-Debatten zu passen scheint.

Mit ziemlicher Sicherheit hatte man zu Beginn auch nicht die Karte gezogen gehabt, hier innerhalb der Produktion bei DER UNSICHTBARE gerade Jason Blum (Blumhouse Productions) hinzuzuziehen. Aber fangen wir da mal etwas früher an.

Vom Schiffsbruch in Sachen "Dark Universe":
Die Idee auch für eine moderne Adaption von DER UNSICHTBARE aus dem Jahre 1933 kam bereits fünf Jahre früher beim Hollywood-Giganten Universal auf. Denn mit einigem erstaunen registrierte man hier die Erfolge der filmischen Marvel- wie auch DC-Adaptionen im Kino, in der eine Abfolge von Filmen zu verschiedenen Superhelden quasi aufeinander aufbauen und so einen eigenen Kosmos schafften, dessen Geschichten sich konsequent ergänzten und weiterführten.

Also fasste man bei Universal den Plan, ähnlich wie beim MCU oder DCU die eigenen Superhelden nun die eigenen Horrorklassiker der 1930er Jahre (z.B. Der Unsichtbare, der Werwolf oder Dracula) in die Kinos zu bringen und die entsprechenden Figuren später auch untereinander zu verbinden. Das Projekt sah also vor, ein eigenes "Dark Universe" aus dem Boden zu stampfen und erfolgreich in die Kinos zu bringen, wo die klassischen Monster aus den frühen Universal Filmen ebenfalls in einem eigenen Kosmos modern präsentiert und aufeinander aufbauend in Szene gesetzt werden.

Die Idee, einen neuen INVISIBLE-MAN-Film von den Universal-Studios umsetzen zu lassen, gab es aber bereits im Jahre 2007, als David S. Goyer mit dem schreiben eines Drehbuch begann. Goyer blieb dem Projekt auch bis 2011 verbunden, hatte jedoch bald nicht mehr wirklich etwas für die Entwicklung des Films beigetragen. Erst 2016 wurde so dieses Projekt wieder im Zuge der Planungen des "Dark Universe" erneut aufgegriffen, wobei nun das Drehbuch von Ed Solomon geschrieben werden sollte und man auch plante, Johnny Depp die Hauptrolle anzubieten.

2017 kam jedoch zuerst einmal die neue Adaption von DIE MUMIE mit Tom Cruise als Nick Morton in der Hauptrolle als erster Beitrag des filmischen "Dark Universe" seitens Universal in die Kinos. Doch schon mit DIE MUMIE fuhr man finanziell eigentlich alles frontal an die Wand, so das man recht flott weitreichende Änderungen am Konzept des "Dark Universe" vornahm, welches auch bald vorsah, von einem einheitlichen Universum für diese Filmhandlungen wieder Abstand zu nehmen und das Augenmerk dafür wieder auf unabhängig erzählte Geschichten zu legen. Jedenfalls gab 2019 Universal auch offizell bekannt, dass es sich bei den zukünftigen Filmen, die auf den "Classic-Universal-Monstern" basieren, es sich nicht mehr um Filmhandlungen innerhalb eines sich ergänzenden Filmuniversum handelt.

Und genau im gleichen Atemzug wurde hinsichtlich eines neuen INVISIBLE-MAN-Film seitens Universal bekannt gegeben, dass man das Drehbuch und die Regie nunmehr in die Hände von Leigh Whannell  legen wird und die Produktion des Film nun seitens Blumhouse Productions erfolgt. Und bereits im April 2019 stand mit Elisabeth Moss (HABEN SIE DAS VON DEN MORGANS GEHÖRT?/2009 oder THE HANDMAID'S TALE/Fernsehserie seit 2017) auch offiziell die Besetzung der Hauptrolle für DER UNSICHTBARE fest. Die Dreharbeiten selbst wurden dann im Juli 2019 aufgenommen und im September 2019 in Sydney/Australien beendet, wobei gesamt betrachtet der Film DER UNSICHTBARE bei einem für Blumhouse Productions durchaus üblichen Budget von straffen sieben Millionen US-Dollar durchaus ein Erfolg wurde und weltweit über 130 Millionen US-Dollar wieder einspielte. Damit belegt der Film auch Platz 8 der finanziell erfolgreichsten Kinofilme des Jahres 2020.

Der UnsichtbareMeine Filmkritik:
Seien wir ehrlich, dann bleibt von der Handlung des Roman seitens H.G. Wells und der frühen Universal-Verfilmung aus dem Jahre 1933 nur noch die Figur des Unsichtbaren übrig, weshalb man hier auch nicht im gleichem Atemzug von einer Neuverfilmung des Film von 1933 sprechen kann. Oder anders gesagt, wenn man solches in dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag oder einer Filmrezension wie bei DerStandard.de behauptet, dann zeigt sich nur recht gut, dass die entsprechenden Verfasser in der Materie nicht wirklich standfest sind, wenn sie von einer modernisierten aber ansonsten schlichten Neuverfilmung des Universal-Klassikers aus dem Jahre 1933 ausgehen.

Bleiben wir also bei einer eher recht freien wie modernen Adaption hinsichtlich dieses klassischen Filmmonsters, welches eigentlich ja kein Monster ist und wo die Genre Horror und SciFi daher auch schnell eine wundersame wie inhaltlich logische Vereinigung eingehen.

Der Film DER UNSICHTBARE punktet bis auf Elisabeth Moss dabei  nicht gerade mit recht bekannten Gesichtern aus der Filmbranche, was allerdings nicht unbedingt negativ sein muss. Denn an sich geben sich die Darstellerinnen und Darsteller durchweg redlich Mühe in ihren Rollen, was zwar nicht immer wirklich so ganz sauber funktionieren will, aber wo man als Zuschauer bei den recht kleinen Unzulänglichkeiten durchaus gerne mal beide Augen zudrücken darf. Was allerdings durchaus etwas negativ auffällt, ist die schlichte Durchschaubarkeit der Handlung, da man sich hier nicht wirklich viel Mühe gegeben hat, wirklich überraschende Wendungen für den Zuschauer einzubauen. So wirkt die Handlung mitunter ab der zweiten Hälfte mit ansteigendem Anteil an Action eher auch etwas gehetzt statt wirklich gezielt aufgebaut.

Im Umkehrschluss kann man allerdings auch sagen, dass sich so manche Action-Szene auch durchaus sehen lassen kann und aktiv mit dafür sorgt, dass im letzten Drittel der Handlung nicht in Sachen Spannung etwa die Luft entweicht.

Allerdings, wie ich schon in meiner Filmvorstellung zu HOLLOW MAN - UNSICHTBARE GEFAHR sagen musste, kann man bei der Idee eines unsichtbaren Gegners heute nur auf moderne und mit reichlich Action angereicherte neue Handlungsbögen zurückgreifen. Mit einer "Neuverfilmung" der eigentlich alten filmischen Vorlage aus dem Jahre 1933 holt man sich nämlich kaum noch einen Blumentopf ab, was entsprechende Einspielergebnisse angehen dürfte. Dafür gibt die Handlung des Films von James Whale (1933) wie auch der Roman von H.G. Wells aus dem Jahre 1897 nicht mehr wirklich viel her um in der heutigen Zeit und bei den jüngeren Generationen von Kinogängern noch wirklich punkten zu können.

Von daher hat man alles richtig gemacht, indem man die Figur eines unsichtbaren Gegners in einen modernen und völlig veränderten Kontex setzt, ohne jedoch die klassische Herkunft der betreffenden phantastischen Figur völlig  verleugnen zu wollen. Was den Film DER UNSICHTBARE angeht, bei dem es diesmal nicht um ein geheimnisvolles Serum geht, sondern um einen phantastischen Anzug, bin ich fasst geneigt, eigentlich nur drei von insgesamt fünf Sterne als Höchstbewertung zu vergeben. Dies liegt eben daran, dass man als Zuschauer nicht gerade mit kontinuierlich ansteigender Spannung verwöhnt wird, wenn es um die Durchschaubarkeit der Filmhandlung geht, die kaum über wirklich überraschende Wendungen verfügt. Aber weniger kritisch betrachtet und die Action als einen kleinen Pluspunkt hinzugezogen, darf man auch gerne vier von insgesamt fünf Sterne vergeben. Ansehen sollte man sich DER UNSICHTBARE aus dem Jahre 2020 allerdings schon, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich in allen Punkten durchaus verschieden und einzelne kritische Meinungen (wie meine) sind schließlich auch nicht in Stein gemeißelt.

Der UnsichtbareDer Unsichtbare
(The Invisible Man)
mit Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Harriet Dyer, Storm Reid, Michael Dorman, Oliver Jackson-Cohen, Amalie Golden, Benedict Hardie, Renee Lim, Anthony Wong u.a.
Regie und Drehbuch: Leigh Whannell
Produktion: Jason Blum, Kyle du Fresne
Musik: Benjamin Wallfisch
Genre: SciFi/Psychothriller/Horror
Laufzeit: 124 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Extras: Unveröffentlichte Szenen, Die Vision des Rggisseur Leigh Whannell, Zeitloser Schrecken, Die Darsteller u.m.
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH
USA/Australien 2020

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-10-17 18:17
Wie ich bereits bei deinem Artikel über "Hollow-Man" bemerkte:

Mir gefällt die Version von Leigh Whannell viel besser als der Verhoeven-Film. Und ich fand die Wendung, die der Plot genommen hat recht ansprechend. Die Art und Weise, wie der Schurke hier zum unsichtbaren Bösling wird, könnte, meiner bescheidenen Meinung nach, auch in einen "Marvel-Film" passen. Den Streifen würde ich daher viel eher in den SF-Bereich schieben. Obwohl der Plot natürlich mit den brachialen Auftritten des Unsichtbaren durchaus ein paar "Gänsehaut-Momente "liefert.

Und Elisabeth Moss, als gepeinigte Cecilia, "holt das Publkum tatsächlich ab". Fairer Weise muss man das Elisabeth Shue, in Ansätzen, bei "Hollow Man" ebenfalls zugestehen - obwohl sie als "leidgeprüfte Heldin " nicht unbedingt an Moss herankommt.

Im übrigen würde ich diesen Film (wie fast alle Versuche, neuzeitlich, klassische Horror-Ikonen wiederzubeleben..) kaum als Neu-Verfilmung - sehen , sondern eher als Neu-Interpretation. Denn, wie du bereits erwähnt hast, wird ja nur die Grundidee (eben die Unsichtbarkeit") übernommen.

Da dieser Streifen den monetären Erfolg brachte, der Versuchen wie "Dracula Untold" und "Die Mumie" versagt blieb, könnte ich mir vorstellen, dass damit dem "Dark Universe" (ein ähnliches Unternehmen wie Marvels "MCU") nun eine neue Chance winkt. Und soviel mir bekannt ist, soll ja bereits eine weitere "Dracula-Verfilmung" in Sicht sein. Ob die jetzt etwas damit zu tun hat, entzieht sich allerdings zur Zeit meiner Kenntnis.
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#2 Laurin 2020-10-18 11:18
Zitat Friedhelm:
"Die Art und Weise, wie der Schurke hier zum unsichtbaren Bösling wird, könnte, meiner bescheidenen Meinung nach, auch in einen "Marvel-Film" passen. Den Streifen würde ich daher viel eher in den SF-Bereich schieben."

Ja, in einer Marvel-Verfilmung könnte ich mir diesen Unsichtbaren und wie er das bewerkstelligt, auch gut vorstellen. Wobei natürlich auch hier einige wesentliche Elemente durchaus aus der SF kommen, was bei HOLLOW MAN aber ebenfalls der Fall ist. Da würde ich aber eher zuerst die Genre-Mauern im Kopf einreißen wollen, denn die Übergänge zwischen SF und Horror können durchaus fließend sein. Das traf schon bei dem Klassiker FRANKENSTEIN mit Boris Karloff zu und findet sich auch im Kino-Blockbuster ALIEN wieder. Denn in allen diesen Filmen findet man sowohl Elemente der SF wie auch des Horror wieder. Und ich glaube mal, wer da auf ein Genre pocht, beraubt sich da auch selbst etwas dem typischen Spiel der Ausdrucksformen innerhalb der Phantastik.

Zitat:
"Und Elisabeth Moss, als gepeinigte Cecilia, "holt das Publkum tatsächlich ab"."
Das fällt ihr nicht schwer, da sie auch locker als einfache Hausfrau und vierfache Mutter durchgehen würde. Elisabeth Shue war dagegen auch in gewisser Weise ein gezielter erotischer Blickfang im Film.

Zitat:
"Da dieser Streifen den monetären Erfolg brachte, der Versuchen wie "Dracula Untold" und "Die Mumie" versagt blieb, könnte ich mir vorstellen, dass damit dem "Dark Universe" (ein ähnliches Unternehmen wie Marvels "MCU") nun eine neue Chance winkt."

Wenn ich mir da DIE MUMIE oder DRACULA UNTOLD so ansehe, bin ich fasst gewillt zu behaupten, das man hier für ein DARK UNIVERSE eigentlich fasst alles falsch gemacht hatte. Ich gehe eher davon aus, das man nun bei UNIVERSAL eher auf Sicherheit geht und jeden Film weiter für sich selbst stehen lässt. Das hätte UNIVERSAL eigentlich auch direkt machen sollen um dann, wenn ein entsprechender Erfolg bei den Filmen sich abgezeichnet hätte, über das eine oder andere Crossover ein solches DARK UNIVERSE herzustellen. So hätten sie zumindest nicht in aller Öffentlichkeit diesen Rückzieher machen müssen und hätten im Erfolgsfall sogar eine tolle Überraschung in der Hinterhand gehabt. So aber war das DARK UNIVERSE ein vollmundiges Versprechen für die Tonne.
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#3 Mainstream 2020-10-19 19:53
-
Auch wenn 'Wikipedia' von einander abweichende Informationen liefert, ist DRACULA UNTOLD kein Film des 'Dark Universe'. Erst nach Ende der Produktion von UNTOLD hat Universal beschlossen das 'Dark Universe' zu entwickeln. Deswegen gab es Nachdrehs, um DRACULA zu ermöglichen eventuell doch die neue Reihe zu eröffnen. Aber Universal schob THE MUMMY nach vorne, und dieser gilt nun auch als die Nummer Eins.

Dabei ist DRACULA UNTOLD viel besser, anspruchsvoller und origineller, als man ihm immer nachsagen will. Meiner Meinung nach.

Der UNSICHTBARE hat mich echt überrascht. Man weiß genau was passieren muss, aber wie es dann umgesetzt ist, einfach fabelhaft. Und die Szenen, wo Cecilia die Anwesenheit des unsichtbaren Adrien spürt, sind wirklich ganz exzellenter Gruselstoff.
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#4 Friedhelm 2020-10-20 00:19
Zitat:
Erst nach Ende der Produktion von UNTOLD hat Universal beschlossen das 'Dark Universe' zu entwickeln. Deswegen gab es Nachdrehs, um DRACULA zu ermöglichen eventuell doch die neue Reihe zu eröffnen
Sagen wir mal so - ob "Dracula Untold" nun durch Nachdrehs aufgemischt wurde, um die Reihe zu eröffnen - oder gleich zu Anfang dafür bestimmt war - na und? Im Endergebnis hat das Ding nicht den erhofften Gewinn gebracht, um so etwas zu bewerkstelligen. Ich bin übrigens auch der Meinung, dass dieser Dracula nicht so schlecht war wie ihn viele gerne sehen wollten.

Und mir stellt sich die Frage, wie man dann auf die Idee kommen konnte, das "Dark Universe" ausgerechnet mit einer "Mumien-Version" neu zu beginnen, der man offensichtlich doch nicht ganz getraut hat..und deshalb gleich eine weitere Horrorikone (Dr. Jekyll/Mr, Hyde, in Gestalt des doch schon arg verschlissenen Russel Crowe) aktivierte. Zudem wollten die Macher dem Erfolg wohl richtig auf die Sprünge helfen und Tom Cruise als Dreingabe bieten.
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#5 Laurin 2020-10-20 11:44
Ehrlich gesagt, ist es mir auch ziemlich schnurz, ob DRACULA UNTOLD schon zum Dark Universe gehörte oder nicht (aber Mainstream hat schon recht, DIE MUMIE war faktisch Film 1 der Dark-Universe-Idee). Wirklich mit Ruhm bekleckert hatte man sich meiner Meinung nach mit dem Film so oder so nicht. Und die Version der Mumie hervorzukramen, wo das Thema doch schon 1999 und dann nochmals als Fortsetzung 2001 als Mischung zwischen Horror und Comedy ins Rennen geschickt wurde, entzieht sich auch irgendwie meinem gesunden Verständnis. Das man auch im Genre Horror so ein Kino-Universum erfolgreich aufziehen kann, zeigte indessen James Wan mit CONJURING und dessen Ablegern recht gut. Zumindest bei DER UNSICHTBARE hat Universal nicht wieder daneben gegriffen, aber sonst ... ?! Mir wird da schon was übel, wenn ich Namen wie Russel Crowe für Dr. Jekill & Mr. Hyde höre (auch wenn es sich hier nur um eine kleinere Rolle in DIE MUMIE handelt). Sowas törnt mich jedenfalls genauso ab wie Tom Cruise bei DIE MUMIE (2017).
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#6 Friedhelm 2020-10-21 10:45
Nur nochmal dazu:

Zitat:
Was allerdings durchaus etwas negativ auffällt, ist die schlichte Durchschaubarkeit der Handlung, da man sich hier nicht wirklich viel Mühe gegeben hat, wirklich überraschende Wendungen für den Zuschauer einzubauen.
Das betrifft so nicht unbedingt den "Plot-Twist" (u.a., wenn Cecilia zum Ende hin selber im Anzug steckt und ihren Peiniger killt..).

Und bis Cecilia den Anzug entdeckt, könnte man tatsächlich glauben, dass Adrian evtl tot ist und aus dem Jenseits zurückkehren konnte. Weil man ja auch nicht gleich mitbekommt, dass sein Anwalt, der Adrians Tod ja bestätigt, eigentlich dessen Komplize ist, wäre das eine Möglichkeit gewesen, die den Plot natürlich ziemlich auf den Kopf gestellt hätte.
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#7 Laurin 2020-10-21 14:08
zitiere Friedhelm:
Nur nochmal dazu:

Zitat:
Was allerdings durchaus etwas negativ auffällt, ist die schlichte Durchschaubarkeit der Handlung, da man sich hier nicht wirklich viel Mühe gegeben hat, wirklich überraschende Wendungen für den Zuschauer einzubauen.


Das betrifft so nicht unbedingt den "Plot-Twist" (u.a., wenn Cecilia zum Ende hin selber im Anzug steckt und ihren Peiniger killt..).

Und bis Cecilia den Anzug entdeckt, könnte man tatsächlich glauben, dass Adrian evtl tot ist und aus dem Jenseits zurückkehren konnte. Weil man ja auch nicht gleich mitbekommt, dass sein Anwalt, der Adrians Tod ja bestätigt, eigentlich dessen Komplize ist, wäre das eine Möglichkeit gewesen, die den Plot natürlich ziemlich auf den Kopf gestellt hätte.
Oh, das Cecilia am Ende selbst im Anzug steckt, den sie ja im Vorfeld hierzu im Haus gut versteckt hatte, ist so was von vorhersehbar. Offensichtlicher ging es bald nicht mehr. ;-)
Auch der Selbstmord von Adrian war völlig unlogisch aufgebaut worden. Und der Anwalt von Adrian war ja nicht nur dessen Komplize sondern auch dessen Bruder. Da er ziemlich am Anfang Cecilia mitteilt, dass er selbst auch seinen Bruder gehasst hatte, blieben nur noch die Möglichkeiten, dass der Bruder als Unsichtbarer wegen der Erbschaft die Runde macht, oder eben Adrian (eben noch lebend) als Drahtzieher hinter allem steckt. Da Adrian als brillanter Wissenschaftler gleich zu Beginn des Films gilt, kam eigentlich nur ein entsprechendes Serum oder eben ein solcher Anzug in Betracht. Eine Rückkehr aus dem Jenseits wäre dagegen wirklich eine gelungene Überraschung gewesen. Und spätestens als sein Bruder (der Anwalt) auch geschildert hatte, wie manipulativ Adrian ist, war die These des "plötzlichen" und eben auch sehr seltsamen Selbstmord von Adrian bereits völlig an die Wand gefahren (im Grunde gab es ab da nur noch alternativ die Möglichkeit, dass sein Bruder ihn selbst ermordet hat und es wie einen Selbstmord erscheinen ließ). Zudem sieht man direkt zu Beginn, als Cecilia die Flucht ergreift, den entsprechenden Raum, wo der betreffende Anzug unsichtbar hängt. Ab da weiß man als Zuschauer, dass es sich also kaum um ein Serum handelt, wie es z.B. in den früheren Filmen gehandhabt wurde, sondern das es sich sehr wahrscheinlich um eine technische Erfindung handeln muss (wie eben dann ersichtlich in Form eines entsprechenden Anzug).

Ich kann es also drehen und wenden wie ich will, für mich bleib die Handlung recht durchschaubar und bot mir auch keine wirklich überraschenden Wendungen. :-*
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#8 Friedhelm 2020-10-21 16:22
Also, jetzt bin ich tatsächlich geplättet. Irgendwie beschleicht der Verdacht, dass ich da im Kino mal wieder zwischendurch eingepennt bin. Vieles habe ich offensichtlich gar nicht mitgekriegt.

Momentan bin ich tatsächlich mit einer Apnoe in Behandlung - zusätzlich zu meinem Augenproblem, der Diabethes und dem Rheuma.

Du wirst es nicht glauben, aber bereits früher, wurde mir erzählt, dass ich im Kino mittendrin eingeschlafen bin. Da hat mir dann tatsächlich ein Teil der Geschichte gefehlt.

Als mir das 1994 bei "Star Trek-Generations" passiert ist (Spätvorstellung: 22:30) , bin ich sogar erst morgens, um 5 Uhr, ganz alleine, im Kino aufgewacht.

Ist mir jetzt echt peinlich - vielleicht sollte der Allervörden meinen Kommentar dazu einfach löschen.
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#9 Laurin 2020-10-21 19:05
Ach Friedhelm,
ist doch nicht so schlimm mit deinem Kommentar. Wichtig ist nur, dass sie dich am nächsten Morgen aus dem Kino wieder raus lassen, wenn du da plötzlich eingeschlafen bist (manche kommen ja vor der nächsten Vorstellung nicht mehr aus der Tür raus). :lol:
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#10 Friedhelm 2020-10-21 20:35
Kein Witz - ich bin da morgens um 5 Uhr im Kinosessel aufgewacht - und dachte tatsächlich, dass ich mal wieder auf meinem Wohnzimmer-Sofa "eingenickt wäre". Bis ich dann das Notausgangs-Schild an der Tür sah.

Zum Glück kam dann irgendwann ein Typ von de "Wach- und Schliessgesellschaft", weil ich mich bemerkbar gemacht habe. Der hat sich schlapp gelacht..

Einer meiner Fitness-Freunde hat damals im Kino gearbeitet und mir später erzählt, dass die Belegschaft von da an strenge Anweisungen bekam, künfitg besser darauf zu achten, dass nach der Spätvorstellung tatsächlich alle den Saal verlassen haben :lol:
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#11 Laurin 2020-10-23 10:57
@Friedhelm:
Nicht böse sein, aber als du da aufgewacht bist, hätte ich auch gerne mal Mäuschen gespielt um den Tag mal mit einem herzhaften Lachen zu beginnen. :D
Und ja, so ein Notausgang-Schild ist kurz nach dem aufwachen schon sehr verdächtig. :P
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#12 Friedhelm 2020-10-24 14:08
Laurin: im Grunde war das auch eine fast absurde Situation - und dieses garstige "AHA-Erlebnis erst, als ich realisiert habe, wo ich mich eigentlich befand.

Und wenn ich ganz ehrlich bin - schuld an meinem Dilemma waren wohl auch ein paar Weinbrände zuviel, die ich im Kino genossen habe. :-*
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#13 Laurin 2020-10-24 18:37
Zitat Friedhelm:
"Und wenn ich ganz ehrlich bin - schuld an meinem Dilemma waren wohl auch ein paar Weinbrände zuviel, die ich im Kino genossen habe."

Nun ja, Weinbrände oder ähnliches sind im Kino oder generell bei einem eigentlich spannenden Filmabend auch nicht unbedingt dein Freund. :-*
Früher, als ich mir auch mal gerne einen genehmigt hatte (zuletzt vor gut 10 Jahren), war kurz darauf eh das eigene Bett angesagt gewesen, sofern ich nicht eh ganz wo anders übernachtete.
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