Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Auch Aliens wollen mal Nachwuchs - »Alien Invasion«

Alien Invasion Auch Aliens wollen mal Nachwuchs
»Alien Invasion«

Nun ja, der Gesamttitel dieser spanischen Produktion irgendwo zwischen Science Fiction und Horror lautet natürlich ALIEN INVASION - UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER TÖDLICHEN ART und dürfte zumindest in Deutschland nie ein Kino wirklich von innen gesehen haben. Das verwundert auch nicht, wenn man diesen Film gesehen hat. Dabei schien der Grundgedanke durchaus recht interessant zu sein. Aber was zählen schon Grundgedanken, wenn einem die medialen Pferde durchgehen.

Alien InvasionZumindest begegnen wir hier zuerst einmal der angehenden Journalistin Sara Hamilton, die endlich mal beruflich einen dicken Fisch an Land ziehen möchte und zudem auch noch recht stark auf diverse Verschwörungstheorien abfährt. Und das auf der guten alten Erde längst schon die Aliens eingetroffen sind - und das eben nicht nur auf der berühmten Area 51 in der Wüste von Nevada - dürfte für Sara doch wohl immer eine Schlagzeile auf zumindest einer Titelseite wert sein.

Nun gehört die US-Militärbasis Area 51 zu den Verschwörungstheorien, die längst schon international Kult geworden sind. Und wenn man wie Sara auch an einem Buch über Verschwörungstheorien arbeitet, dann will man schließlich aber auch mal etwas neues ans Tageslicht zerren, statt immer nur die ausgelutschten Themen immer wieder beackern zu müssen.

Und da kommt Sara dann auch ein seltsames Video gerade recht, welches die Existenz von Aliens auf der Erde endlich beweisen soll. Denn damals in den 1940er Jahren soll ein UFO in einem Wald bei Tetis County abgestürzt sein. Seit dem soll es in einer recht einsam gelegenen ehemaligen Militäreinrichtung in diesen Wäldern nicht mehr mit rechten Dingen zugehen. Sollte man etwa dort in früheren Jahren Experimente an Aliens durchgeführt haben? Und was noch viel interessanter ist, gibt es dort vielleicht sogar noch lebende Aliens?

Alien InvasionBevor Sara also aufbricht um direkt vor Ort eine entsprechende Dokumentation in Angriff zu nehmen, wird sich aber erst einmal pflichtbewusst bei der Mutter abgemeldet. Diese scheint weder ganz nüchtern zu sein und auch sonst übt sie sich nicht gerade in einer angenehmen Argumentationsweise, um ihrer Tochter diesen Trip madig zu machen. Sara lässt sich jedoch nicht beirren und macht sich mit ihrem Kollegen auf in die düsteren Wälder. Dumm nur, dass sie auch bald auf den Kollegen verzichten muss, weil der abseits des Waldes eine andere Arbeit aufnehmen soll.

Als Sara jedenfalls eintrifft, hat die Polizei bereits eine (aber wohl nicht die bisher einzige) weibliche Leiche am Fluss aufgefunden, die laut dem Park Ranger aber wohl Opfer von wildgewordenen Bären sein soll, die in den Wäldern ihr Unwesen treiben. Da auch die Polizei nicht gerade mit Elan an diesen Fall herangeht, nimmt man diesen zugespielten Ball von dieser Seite aus auch gerne auf, oder weiß man vielleicht doch mehr als man zugeben möchte?

So gerät dann auch Sara an den jungen Park Ranger, der sie gleich darauf auch freundlich zu der verlassenen Militäreinrichtung im Wald führt. Dabei verschwindet der aber immer mal wieder spurlos um später dann doch irgendwie wieder aufzutauchen.

Sein Freund Ed, den sie zwischendurch ebenfalls vorfinden, macht Sara jedenfalls mehr Angst. Denn der scheint wirklich nicht mehr alle Orgelpfeifen beisammen zu haben und Wasser wie auch Seife sind ihm auch seit Jahren fremd geworden. Doch dann fangen sich die Ereignisse in der Militäranlage an zu überschlagen, denn dort scheint wirklich ein Alien sein Unwesen zu treiben. Da könnten der Streifenpolizist und seine Kollegin, die ebenfalls in der Nähe der Militäranlage ankommen, glatt eine Hilfe für Sara sein. Wohlgemerkt ... könnten.

Als Sara jedoch die ganze Wahrheit begreift, scheint es schon zu spät für sie zu sein. Denn sie ist nicht die einzige weibliche Gefangene dort und so einige durchgeknallte Menschen scheinen sogar für das Alien zu arbeiten, welches sich mittels gebärfähiger Damen dort in der Einsamkeit der Wälder wohl gleich zahlreich fortpflanzen will. Wird Sara vielleicht das nächste Opfer des Alien?

Alien InvasionAchtung Schlefaz! ... Trash ist wieder im Anflug:
Seien wir mal ganz ehrlich, dann ist die Idee von Aliens mit der Mission Sextourismus auf Erden auch nicht mehr so ganz neu. Aber zumindest hätte sich daraus mit einigen spritzigen Ideen noch so einiges machen lassen.

Und es wäre hier jetzt auch völlig daneben, den gesamten Film in die sprichwörtliche Tonne hauen zu wollen. Denn so mancher der Darstellerinnen und Darsteller geben sich ja nun wirklich Mühe, hier durch gutes Schauspiel zumindest noch etwas retten zu können. Aber was nutzt jegliches schauspielerische Talent, wenn in Sachen Regie und Drehbuch seitens Marc Carrete jegliche Anforderung hinsichtlich eines spannend durchdachten Films quasi gleich in den Wind geschossen wird.

Sehen lassen kann sich auch so manche handgemachte blutige Splatter-Szene, wie man es z.B. bei dem ausgeübten Kaiserschnitt recht schön erkennen kann. Aber dann kommt wie gesagt das Alien an der Wand lang gekrabbelt wie Gollum auf Droge. Und dieses Alien wird formschön (oder eher auch nicht) per Computeranimation hinzugefügt, welche glatt aus den frühen 1990er Jahre stammen könnte. Da nutzt dann auch so mancher gute Schauspieler echt nichts mehr, wenn man mit solchen schlechten Spezialeffekten hinsichtlich eines Alien plötzlich alles daran setzt, den eigenen Film doch noch mit einem großen Knall an die Wand zu fahren.

Aber auch das Drehbuch seitens Marc Carrete lässt sich kaum wirklich mit Lorbeeren schmücken, der wohl auch die Idee zu diesem Film hatte. Ist die Grundidee zumindest so interessant, dass man daraus wirklich noch etwas hätte machen können, was mit dem Anspruch an Spannung und Gänsehaut durchaus hätte konform laufen können, so setzt dann aber das fertige Drehbuch schon so einiges direkt in den berühmten Sand. Ist der Anfang zumindest (wenn auch nicht unbedingt berauschend) doch recht interessant aufgebaut, so dreht sich die Handlung dann aber bald in den Wäldern erst einmal ordentlich im Kreis, bis dass dann irgendwann endlich das wirklich schlecht animierte Alien seinen ersten richtigen Auftritt hinlegen darf.

Das hätte dann zumindest noch einen lustigen Trash-Effekt abgeben können, wenn man die Handlung seitens der Macher (und hier wohl wieder Marc Carrete) nicht so extrem ernst genommen hätte. Die Krone wird dann auch noch aufgesetzt, als man gegen Ende der Gesamthandlung dann auch noch dem Ganzen ein "übergeordnetes Mysterium" überstülpen möchte.

Zumindest das Ende des Films kann dann noch mit einer aufbauenden Entschlossenheit aufwarten, was dem Film an sich aber leider auch nicht mehr viel nutzen dürfte. So fragt man sich denn auch als gespannter Zuschauer am Schluss der 82 Minuten Laufzeit des Film, ob man jetzt lieber lachen oder doch kluger Weise lieber gleich weinen sollte.

Alien InvasionMeine Filmkritik:
Da hatte man eigentlich vieles richtig gemacht, wenn der Geldbeutel gerade auf Diät gehalten werden musste. Es gab eine billige, aber trotzdem recht ansprechende Kulisse (viel Wald und ein gruseliges Haus), einige durchaus brauchbare Schauspieler die hätten mehr abliefern können, wenn das Drehbuch vielleicht etwas mehr hergegeben hätte und einige blutige, aber handgemachte Effekte, die durchaus überzeugen konnten.

Und was die BD angeht, so ist der Ton sogar auf einem recht hohen Niveau abgemischt worden und selbst der Soundtrack unterstützt so manche Szene im passeneden Augenblick, auch wenn dieser in seiner Machart nicht unbedingt auf einem sehr hohen Niveau liegen mag.

Dagegen stehen dann die grottenschlechten Computereffekte bei dem Alien, welcher auf den Bildern des Bonusmaterial der BD (Creature-Bildergalerie) sogar um Längen besser präsentiert wird als im Film selbst. Und auch das Drehbuch wie die Regiearbeit lassen mitunter mehr als zu wünschen übrig, was man einzig und alleine wohl Marc Carrete ankreiden darf (und wohl auch muss).

Da sagt man sich als völliger Laie, wenn es um das Filmgeschäft und die Produktion selbiger geht dann doch irgendwann zu recht, dass man das mit dem vorhandenen Budget und den ebenso vorhandenen Möglichkeiten wohl auch noch besser hinbekommen hätte. Denn wenn dann endlich das besagte Alien in voller Pracht die Bühne betritt, muss man leider als Zuschauer feststellen, dass die Spannung wohl gerade noch mit der Bimmelbahn unterwegs zu sein scheint. Und würde es sich hier um eine Art lustigen Trash drehen, würde man vielleicht trotzdem gerne noch ein Auge zudrücken wollen, aber ALIEN INVASION - UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER TÖDLICHEN ART ist ersichtlich nicht lustig, sondern nimmt sich sogar noch extrem ernst. Und wenn man das alles, positives wie negatives, gegeneinander aufwiegt, dann kommt man schlicht einfach nicht daran vorbei, diesem Mix aus Science Fiction und einem Schluck Horror gerade noch so mit biegen und brechen nur zwei von insgesamt fünf abstürzenden Untertassen als Höchstbewertung zu vergeben. Übrigens soll laut Amazon auch noch ein Vlad Yudin bei diesem Film Regie geführt haben. Ich halte dies mal hier unter vorbehalt fest, auch wenn ich den Namen auf anderen Filmportalen nicht wirklich gesichert bestätigt bekam.

Eine Empfehlung für diesen Film verkneife ich mir deshalb mal durch störrisches Stillschweigen, so das Interessierte sich hier ansonsten lieber selbst ein Bild (oder eine Meinung) machen sollten, sofern sie dazu bereit sind, sich diese BD zulegen zu wollen, oder zumindest für ein kleineres Entgeld mal auszuleihen. Aber sage dann später niemand, er sei nicht ausreichend gewarnt gewesen vor diesem drittklassiken Mix aus SciFi und Horror, denn vielleicht kann man sich diesen Film ja irgendwann auch kostenlos beim Sender Tele5 eventuell bei "Schlefaz" ansehen.

Alien InvasionAlien Invasion - Unheimliche Begegnung der tödlichen Art
(After The Lethargy)
mit Andrea Guasch, Liliana Cabal, Joe Manjon, Ben Vinnicombe, Ramon Canals, Celia Cordero, Sue Flack, Julius Cotter, Lucy Tillett, Patricia Mendoza u.a.
Regie, Idee und Drehbuch: Marc Carrete
Produktion: Marc Carrete, Jordi Gonzalez, Charles Hamilton u.a.
Musik: Jordi Dalmau
Genre: SciFi/Mystery
Laufzeit: 82 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Extras: Creature-Bildergalerie, Trailer, alternatives Wendecover
Vertrieb: Koch Media GmbH
Spanien 2018

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.