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Glitschiger Tod aus dem Gartenboden - »Squirm: Invasion der Bestien«

Squirm: Invasion der Bestien Glitschiger Tod aus dem Gartenboden
»Squirm: Invasion der Bestien«

Irgendwo in den Südstaaten der USA, wo man auch heute noch so manche Hinterwäldler entdecken kann, liegt das kleine (wie ebenso fiktive) Städtchen Fly Creek, wo Geraldine "Geri" Sanders gerade mit klopfendem Herzen auf ihren Freund  Mick wartet, der direkt aus der Großstadt New York zu ihr eilt. Doch in der Nacht ist erst einmal ein gewaltiges Unwetter angesagt, welches noch eine ziemlich tödliche Hinterlassenschaft für die beiden Verliebten parat hält.

Squirm: Invasion der BestienDenn das Unwetter legt gleich mal in der Nacht einen der Strommasten um. Das dies dafür sorgt, dass man in Fly Creek erst einmal keinen Strom oder eine Telefonverbindung mehr hat, dürfte noch das kleinere Übel sein. Denn der Strommast, der direkt in die beschauliche Sumpflandschaft kippt, pumpt nun die geballte Ladung Elektrizität gleich in den Erdboden, was die darin lebenden Würmer zu wahren Höchstleistungen treibt.

Denn Strom hat es nun einmal so an sich, diese glitschigen Würmer direkt aus dem Boden heraus an die Oberfläche zu treiben. Auch das dürfte noch nicht das schlimmste rechtfertigen, wenn die Würmer in dieser Gegend nicht gerade eine Abart von Blutwürmern wären, die deshalb auch gleich einen enormen Appetit auf menschliches Fleisch und Blut entwickeln, solange sie gleichzeitig mit Strom vollgepumpt werden.

Als Geri allerdings mit dem Wagen ihren Mick auflesen kann, der den Bus wegen der unbefahrbaren Straße vorzeitig verlassen hatte und daher erst einmal in der matschigen Wildnis umherirrte, wissen beide noch nichts von der drohenden Gefahr, die in der folgenden Nacht ihren finalen wie tödlichen Höhepunkt erreichen wird.

Das Grauen beginnt jedoch eher schleichend. Denn in dem nahen Diner beschließen Geri und Mick erst einmal etwas zu trinken. Doch als Mick einen Schluck nimmt, muss er erschreckt feststellen, dass darin bereits ein fetter Wurm schwimmt. Durch die folgende Auseinandersetzung mit der Bedienung macht Mick so auch gleich mal Bekanntschaft mit dem engstirnigen Dorfsheriff Reston, der es nicht so mit der lockeren Art junger Leute aus der Großstadt hat.

Squirm: Invasion der BestienDies hindert Geri und Mick später aber nicht daran, Sheriff Reston erneut aufzusuchen, als sie in einer Erdmulde ein menschliches Skelett vorfinden. Doch das war wohl auch keine gute Idee, denn als sie mit Reston eintreffen, ist das Skelett plötzlich spurlos verschwunden. Natürlich hält der Sheriff dies ebenfalls wieder für einen unschönen Scherz von Mick, weshalb es wohl nicht gerade gesund wäre, ihn nochmal zu bemühen, ohne wirkliche Beweise in der Hand zu haben.

Allerdings dürfte auch der junge Roger Grimes wohl nie wirklich ein Freund von Mick werden. Denn Roger, der auch der Sohn eines alten Wurmfarmers ist, der die umliegenden Angelgeschäfte beliefert, ist zwar in Sachen Intelligenz nicht gerade die größte Leuchte, dafür aber ebenfalls hoffnungslos verliebt in Geri. Zwar zeigt sich Roger gegenüber Mick nicht direkt von seiner feindlichen Seite, aber bei einem gemeinsamen Angelausflug mit Geri eskaliert die Situation dann wegen Roger doch ein wenig und die Dose mit den Würmern kippt um. Während Geri schwimmend das andere Ufer erreicht, macht Roger unliebsame wie schmerzhafte Bekanntschaft mit den lebenden Ködern aus der besagten Dose, welche sich auch gleich flott unter die Haut in sein Gesicht fressen.

Erst jetzt merken Geri und Mick langsam, dass da mit den Würmern etwas nicht stimmt. Und Mick folgert bald richtig, wenn er von einer größeren Bedrohung in der Nacht ausgeht, wo die lichtscheuen Kriechtiere dann wohl massenhaft nach oben kriechen werden, um sich genüßlich durch die anwesenden Bewohner zu fressen. Auf Sheriff Reston brauchen sie da hinsichtlich Hilfe nicht zu hoffen, denn der wird an diesem Abend im Bett einer der ersten Opfer der schleimigen Brut.

Und so sehen sich in der aufkommenden Dunkelheit nicht nur Mick und Geri einer wahren Invasion der blutgierigen Würmer ausgesetzt, die auch durch Duschköpfe und Wasserleitungen in Häuser eindringen. Auch Roger, dem die Würmer immer noch aus dem Gesicht hängen, lebt noch und ist fasst wahnsinnig vor Schmerzen und Eifersucht wegen Geri. Die Frage ist allerdings bald nur noch, wer wird diese Nacht des schleimigen Schreckens überleben?

Squirm: Invasion der BestienEin finanzieller Erfolg bei durchwachsenen Kritiken:
SQUIRM dürfte ein typischer Vertreter des Tierhorrors in den Kinos der 1970er Jahre sein. Richtig ins Rollen brachte übrigens dieses Subgenre damals der Film JAWS (DER WEISSE HAI) aus dem Jahre 1975 unter der Regie von Steven Spielberg.

1976 schob dann der Regisseur Jeff Lieberman, der hierzu gleich auch das Drehbuch schrieb, den Film SQUIRM hinterher. Der Horrorfilm selbst wurde dabei seitens American International Pictures in die Kinos gebracht, nachdem man die eigentliche Fassung in den USA von einem R-Rating zu einem PG-Rating umgebaut hatte.

Finanziert wurde SQUIRM, welcher in ca. fünf Wochen in Port Wentworth im US-Bundesstaat Georgia abgedreht wurde, hauptsächlich durch die Broadway-Produzenten Edgar Lansbury und Joseph Beruh. Der Film selbst war hierbei auch der erste richtige Einsatz des Maskenbildner Rick Baker, der mittels Protesen für die Spezialeffekte zuständig war. Hinzu kamen dann Millionen von Würmern, die locker flockig in Szene gesetzt wurden und in die sogar der Schauspieler R.A. Dow in der Rolle des Roger Grimes dann im finalen Bereich effektvoll versinken durfte. Natürlich handelte es sich hierbei allerdings auch nicht immer um wirklich lebende Würmer, denn eigentlich wurden für den Film SQUIRM wirklich nur ca. 250.000 echte Würmer eingesetzt.

Alleine die Filmkritiker mochten dabei damals aber nicht unbedingt in Jubel ausbrechen, was eigentlich auch durchaus nachvollziehbar war. Denn SQUIRM verläuft eigentlich über die erste Hälfte der Handlung hinweg eher sehr behäbig und führt eigentlich in der Hauptseite die verschiedenen Charaktere und deren Verbindungen untereinander ein. So ganz langweilig, wie sich dies zuerst vielleicht anhören mag, ist es jedoch nicht. Denn Lieberman gelingt es hierbei trotzdem, die Zuschauer irgendwie bei der Stange zu halten, bevor er dann späterhin die Würmer wirklich effektiv auf die Handlung loslässt. Dies liegt auch an den diversen kleinen Einlagen in der doch eher erst einmal behäbigen Handlung. Denn für damalige Verhältnisse dürfte so ein lebender Wurm in einem Getränk schon irgendwie recht eklig gewesen sein.

Auch sehr putzig ist die Duschszene, die quasi vor dem finalen Showdown der Invasion der Würmchen zu sehen ist. Denn als hier das Wasser seitens Geris jüngerer Schwester Alma aufgedreht wird, schlängeln sich die Würmer aus dem Duschkopf langsam nach unten und als Alma das Wasser wieder abdreht, weil eben wegen der Verstopfung kein Wasser kommen will, verschwinden die heraushängenden Würmer sogleich auch wieder flott im Rückwärtsgang in den Duschkopf zurück.

Einige weitere recht gut gemachte Szenen sind die, wo man die Würmer aus dem Gesicht des Hinterwäldler Roger Grimes hängen sehen kann, die sich scheinbar unter dessen Gesichtshaut gebohrt haben. Auch hier vermute ich mal, musste man damals als Zuschauer noch einen etwas stärkeren Magen haben, denn die betreffende Maske seitens Rick Baker wirkt durchaus recht realistisch.

So wenig die Filmkritiker damals jedenfalls in Jubel ausbrechen wollten, so erfolgreich konnte sich der Film SQUIRM in finanzieller Hinsicht dann doch an den Kinokassen durchsetzen. Und mit einigen Jahrzehnten Abstand wird der Film SQUIRM auch durchaus positiv von der Kritik bewertet, was den klassischen Kultstatus unterstreicht, den dieser Film mittlerweile genießt.

Squirm: Invasion der BestienMeine Filmkritik:
Die mir nun vorliegende Blu-ray des Film SQUIRM gehört übrigens zu der "Creature-Feature"-Filmreihe seitens des Label Koch Media, in der auch weitere Filme wie DER SECHSTE KONTINENT, PIRANHAS oder IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN bereits veröffentlicht wurden. Da kann man also in Richtung klassischer Filme der Phantastik und eben insbesondere auch dem Subgrene des Tierhorror in die Vollen greifen.

Wer natürlich von den heutigen Produktionen in Sachen Tierhorror ausgeht, der dürfte als Beispiel bei SQUIRM heute wohl eher ein Lächeln auf dem Gesicht entfalten, was insbesondere die Handlung angeht. Denn wie gesagt gibt es hier durchaus die eine oder andere etwas eklige Szene in einer doch eher sehr ruhig verlaufenden Grundhandlung, in der man auch gleich eine lockere Liebesbeziehung mit eingebaut hat, die eben nicht jedem wirklich gefällt, was natürlich hierbei die handelnden Figuren und nicht die Zuschauer betrifft. Ein wenig Herzschmerz und Eifersucht lockern daher den Film zusätzlich etwas auf, auch wenn Geri mit Mick eine eher lockere Beziehung ohne wirklichen Liebeskummer pflegen.

Wer also richtig derbe Schockeffekte mag, der wird hier bei SQUIRM nun wirklich nicht umfassend auf seine Kosten kommen. Und auch wenn es einige gruselige Szenen gibt, so tue ich mich hier irgendwie schwer, den Film nun als Horror zu klassifizieren. Dafür ist SQUIRM dann doch etwas zu blutleer gehalten.

Aber wie gesagt, schlecht ist dieser Klassiker des Tierhorror nun auch wieder nicht und macht als solcher durchaus Spaß. Wirklich etwas negativ zu kritisieren wäre hier, dass der Film erst im finalen Bereich die Spannungsschrauben richtig anzieht, aber gleichzeitig den finalen Bereich zeitlich wiederum dann auch etwas recht flott abhandelt. Da halten sich dann erhoffte Actionszenen bei SQUIRM eben eher in recht überschaubaren Grenzen. Nostalgiker phantastischer Filme können aber deshalb gerade hier wirklich bedenkenlos zugreifen, ohne Angst haben zu müssen, in jeder dritten Szene beständig mit Ekelbildern oder Blutlachen konfrontiert zu werden.

Mich persönlich konnte SQUIRM - INVASION DER BESTIEN nun wirklich nicht schocken und was die (wirklich wenigen) ekligen Szenen betrifft, so hauten diese mich auch nicht gerade vom Hocker, auch wenn Würmer nicht gerade zu den typischen Vertretern im Subgenre des Tierhorror gehören und vielleicht deshalb noch etwas ausreizen könnten wo menschenfressende Krokodile, Haie oder Ameisen mich schon langsam etwas gähnen lassen. Trotzdem kann ich diesem klassischen Vertreter des Subgenre noch flockige vier von insgesamt fünf Wurmbrötchen als Höchstbewertung zugestehen, weil der Film schön die 70er Jahre im US-Hinterland einfängt, bei den Effekten nicht billig wirkt und irgendwie auch richtig Spaß gemacht hatte. Was die Darstellerinnen und Darsteller allerdings schauspielerisch betrifft, so waren diese nicht schlecht, aber wirklich überzeugen konnten sie mich stellenweise aber auch nicht wirklich, was mich daher bei meiner Filmkritik das eine Wurmbrötchen abziehen ließ. Als Beispiel hierfür wäre die Schauspielerin Fran Higgins zu nennen, die als vorlaute jüngere Schwester Alma Sanders eher jedes Klischee in dieser Hinsicht vorführt, aber dabei eben nicht immer auch glaubwürdig agiert. Eine Empfehlung mal reinzusehen gibt es aber trotzdem von meiner Seite, zumal es oben drauf auch ein reichhalties Bonusmaterial gibt. Nur die auf der BD angegebene Laufzeit des Film von 97 Minuten dürfte eher ein Druckfehler sein, so das man hier wohl korrekt von der US-Originalspielzeit des Film von ca. 93 Minuten ausgehen darf.

Squirm: Invasion der BestienSquirm: Invasion der Bestien
(Squirm)
mit Don Scardino, Patricia Pearcy, Fran Higgins, R.A. Dow, Peter MacLean, Jean Sullivan, William Newman, Barbara Quinn, Angel Sande, Walter Dimmick, Carl Dagenhart, Carol Jean Owens, Leslie Thorsen u.a.
Regie und Drehbuch: Jeff Lieberman
Produktion: George Manasse
Musik: Robert Prince
Genre: Tierhorror
Laufzeit: 93 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Extras: Deutsche und englische Super 8-Fassung, Making of, Bahnhofskino Potcast, TV Spot, Audiokommentar mit Jeff Lieberman , Radio Spot, Bildergalerie u.m.
Vertrieb: Koch Media GmbH
USA 1976



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