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Ein Film für eher eingefleischte Comic-Fans - »Spawn«

Spawn Ein Film für eher eingefleischte Comic-Fans
»Spawn«

Den Geheimagenten Al Simmons trifft es gerade nicht wirklich glücklich, als er seinen Job für die Familie aufgeben will. Denn sein Chef Jason Wynn hat sich nicht nur mit dem Fürsten der Hölle selbst eingelassen, sondern schickt Simmons auch gleich zu seinem letzten Auftrag nach Nordkorea. Das er dabei auch noch von Wynn und der Agentin Jessica Priest hintergangen wird, merkt Simmons erst, als die ihn umbringen. Doch der Tod ist erst der Anfang, denn Simmons trifft direkt auf den Teufel selbst..

SpawnUnd der hat bereits großes mit ihm vor. Denn in der Hölle hat dieser eine Armee von Spawns erschaffen, die Simmons als Höllenspawn in einen Krieg direkt gegen den Himmel anführen soll. Im Gegenzug verspricht ihm der Teufel auch gleich, dass er wieder mit seiner Frau Wanda und seiner kleinen Tochter Cyan zusammengeführt wird.

Als Spawn nach fünf Jahren allerdings in den dunklen Gassen bei denen aufwacht, die auf der Erde keinerlei Perspektiven mehr besitzen, ist er immer noch durch die Verbrennungen völlig entstellt und kann sich nur noch an Bruchstücke seines Lebens als Al Simmons erinnern. Um ihn da etwas auf die Sprünge zu helfen, schleift ihn der dämonische Clown Violator sogar zu seinem eigenen Grab, damit er selbst seine eigene Leiche ausgräbt um die Lücken seiner Erinnerung auf schreckliche Weise wieder ausfüllen zu können.

Aber er fühlt sich auch von seinem ehemaligen Partner Terry verraten, der mittlerweile Wanda geheiratet hat und den seine kleine Tochter als Vater akzeptiert. Doch auch ein alter Mann scheint sich für Spawn zu interessieren, der sich Cogliostro nennt und den eine seltsame Aura umgibt.

Jason Wynn hat indessen strategisch weltweit Bomben deponieren lassen, die das Virus "Heat 16" freisetzen können, um die gesamte Menschheit zu vernichten. Zwar versucht Spawn Wynn und die Agentin Priest zu vernichten, doch was ihm bei Priest gelingt, da scheitert er bei Wynn. Kurz darauf ist es der Violator, der Wynn dazu drängt, sich einen Sensor ins Herz pflanzen zu lassen, der dafür sorgt, dass wenn Wynn stirbt, die Bomben zünden und den gefährlichen Virus freisetzen. Doch Selbst Wynn ahnt nicht, dass der Violator ein doppeltes Spiel spielt, denn gleichsam provoziert er Spawn weiter, Jason Wynn zu töten. Denn das Ziel des Violators ist es, die Erde so in ein tödliches Chaos zu stürzen und der Hölle völlig auszuliefern.

Doch die Rechnung hat der Violator ohne Spawn gemacht, der ihm klar macht, nicht für die Hölle kämpfen zu wollen. Genau deshalb entbrennt nun ein Kampf gegen den Violator, der Spawn nun sein wahres, dämonisches Gesicht zeigt. Und der Violator besiegt Spawn sogar, da dieser mit seinen neuen Kräften noch längst nicht wirklich umgehen kann. Vernichten wird er Spawn jedoch nicht, weil er immer noch an das Gelingen seines perfiden Plans glaubt.

Es ist jedoch Cogliostro, der sich nun Spawn annimmt und ihn in seine neuen Fähigkeiten mit der Rüstung des Spawn einführt, um den Kampf siegreich wieder aufnehmen zu können. Jason Wynn hat indessen Terry, Wanda und die kleine Cyan als Geiseln genommen und auch der Violator taucht hier wieder in seiner Gestalt als hässlicher Clown der Hölle auf, um den weiteren Verlauf der Dinge in seinem Sinne zu manipulieren. Doch als Spawn angreift, verzichtet dieser darauf Wynn zu töten. Statt dessen entfernt er sogar den Sensor aus seinem Herzen und vernichtet diesen, damit die Bomben den Virus nicht mehr freisetzen können. Als der Violator eingreift, verrät dieser den eigentlichen Plan, weshalb sich nun auch Wynn hintergangen fühlt, weil er nur ein williges Werkzeug der teuflichen Pläne der Hölle gewesen war.

Als Cogliostro eingreift, scheint der Violator die Flucht zu ergreifen. Doch sowohl Spawn als auch Cogliostro fühlen sich zu sicher, denn nur kurz darauf werden sie vom Violator doch noch mit in die Hölle gezogen. In der Hölle selbst begegnet Spawn erneut dem Teufel, widersetzt sich jedoch dessem Willen erneut und vernichtet sogar mehrere Kreaturen seiner Spawn-Armee, bevor er mit Cogliostro wieder aus dem Reich des Bösen fliehen kann. Doch kaum zurück bei Terry und Wanda bleibt ihnen keine Atempause, denn der Viloator greift erneut in seiner wahren Gestalt an und versucht dabei, Spawn den Kopf abzubeißen. Doch dies gelingt ihm nicht, da Spawn seine Kräfte und die Rüstung nun kontrollieren kann. Als Cogliostro ihm zuruft, wie er den Violator besiegen und ihn entgültig in die Hölle zurückschicken kann, setzt Spawn magische Ketten aus seiner Rüstung ein und schneidet dem Violator den Kopf ab.

Terry hat inzwischen dafür gesorgt, dass die 16 Bomben weltweit keine Bedrohung mehr darstellen und Jason Wynn ins Gefängnis wandert. Doch Spawn erkennt, dass im Leben von Wanda nun kein Platz mehr für ihn ist und entscheidet sich dafür, in die dunklen Gassen der Stadt zurückzukehren um von dort aus den ewigen Kampf gegen das Böse aufzunehmen.

SpawnAn dem Film scheiden sich die Geister:
Der Film SPAWN hat eigentlich nur marginal etwas mit der eigentlichen Comic-Serie von Todd McFarlane zu tun, wie dieser auch selbst im Bonusmaterial zugibt. Denn ihm war sehr gelegen daran, mit dem Film besonders ein junges Publikum zu erreichen, was ihm jedoch nicht gelang. Denn der Film SPAWN wurde altersmäßig sehr hoch in den USA eingestuft, obwohl er eigentlich kaum wirklich harte Gewaltszenen aufweist, keine Nacktszenen enthält und auch bei den Dialogen noch modert erschien, obwohl man sich hier wohl die wenigsten Gedanken bei der Alterseinstufung gemacht haben dürfte. Viel eher, so McFarlane, war die Kombination der Themen um den Teufel und die Hölle, sowie die düsteren Bilder und damit einhergehend die Friedhofsszenen eher ausschlaggebend gewesen für die Entscheidung bei der Alterseinstufung in den USA.

So ganz falsch liegt er damit wohl vielleicht nicht, denn John Anderson, der den Film eigentlich sogar lobte, kam nicht daran vorbei, ihm jedoch eine "zweifelhafte religiöse Botschaft" in seiner Filmkritik seitens der Los Angeles Times zu bescheinigen. Und da es in den USA ja bekanntlich sehr einflussreiche religiöse Kreise gibt, die auch politisch entscheidend die Meinung zu manipulieren wissen, könnte hier durchaus auch der Grund für die entsprechende Alterseinstufung liegen. Denn mit aller Gewalt anecken will man mit diesen Kreisen schließlich auch nicht.

Doch an dem Film zu den damals sehr erfolgreichen Comics von McFarlane schieden sich wie bekanntlich die Geister auch in den USA. Denn Rita Kempley konnte in ihrer Filmkritik in der Washington Post keinen wirklich glaubwürdigen Sinn in der Handlung erkennen und zog daher auch den Schluss, dass es dem Regisseur wohl auch eigentlich eher um die Spezialeffekte gegangen sein dürfte.

Nun, auch dies ist nicht wirklich abwegig, denn der Regisseur Mark A.Z. Dippe hatte bisher bei ILM eigentlich nur mit der Erstellung von computergenerierten Spezialeffekten einiges an Aufsehen erregt. Und der legte sich nun bei SPAWN auch in diesem Punkt ins Zeug, um dem Film seine höchst eigene Art der gewünschten MTV-Ästhetik zu verpassen.

Etwas verwundert war ich dabei allerdings auch hinsichtlich der Filmkritik seitens des "Lexikon des internationalen Film".  Zwar ist hinsichtlich dieser Filmkritik wohl auch schon aufgefallen, dass McFarlane im Vorfeld mit SPAWN eine etwas brutalere Comic-Serie zeichnete, wobei ich die Bezeichnung "extrem brutal" in der eigentlichen Filmkritik schon (wieder) etwas stark übertrieben finde, was eben die entsprechenden Comics betraf. Trotzdem empfindet man die "rasante Verfilmung" durchaus "fantasievoll" und die Computeranimationen gar "vorzüglich". Zumindest aber erkennt man auch hier, dass die Handlung dann doch eher vernachlässigt wurde, weshalb der Film SPAWN daher auch zu einem eher "leeren Kunstprodukt verkommt".

SpawnMeine Filmkritik:
Gerade bei der Kritik seitens des Lexikon des internationalen Film frage ich mich da allerdings doch irgendwie, ob wir da wirklich mal wieder den gleichen Film gesehen haben?

Als "Kunstprodukt" würde ich SPAWN nun wirklich nicht bezeichnen wollen und die Computeranimationen, selbst wenn hier ein Mark A.Z. Dippe Hand angelegt hat, wirken stellenweise selbst schon für 1997 bereits ziemlich billig umgesetzt. Gut, die dämonische Form des Violator könnte man irgendwie noch durchgehen lassen, auch wenn sie eben schlicht zu künstlich wirkte. Aber schon der überdimensionale Teufel in der Hölle selbst wirkt eher wie die Version eines etwas entstellten Straßenköters, dem man aus lauter Mitleid liebend gerne den Gnadenschuss verpassen würde. Gruselig oder gar erschreckend wirkt dieser jedenfalls zu keiner Zeit und dürfte heute eher selbst für jüngere Zuschauer für so einige Lacher sorgen, denn die Computeranimationen hierzu selbst atmeten schon für damalige Möglichkeiten eher den Hauch einer gewissen Peinlichkeit.

Und selbst die Darstellung der Hölle insgesamt wirkt eigentlich nur billig, als hätte hier eher ein Anfänger am Computer Hand angelegt. Und was die Spezialeffekte an sich so angeht, könnte ich diese Negativliste eigentlich auch noch etwas verlängern, wenn ich hier nun Zeilen schinden wöllte. Auch fragt man sich irgendwie, warum SPAWN nun im Film überhaupt eine Maske trägt, denn meistens wird dann ja doch eher das mit brandnarben übersäte Gesicht von Al Simmons ins Bild gesetzt, was zudem ja auch wiederum filmisch eine Maske ist. Aber sei es drum, denn auch bei den Filmen um Spider-Man reißt sich unser junger Held ja mittlerweile bei jeder Gelegenheit die Maske vom Kopf um nur ja sein Gesicht in die Kamera zu halten. Mit der Logik hinsichtlich einer Geheimidentität hat dies allerdings mittlerweile herzlich wenig zu tun, weshalb man sich als Zuschauer auch irgendwie hierzu fragt, ob Peter Parker möglicherweise doch nur dumm ist.

Aber gut, hier geht es um den Film SPAWN, der ja irgendwie zwischen allen Stühlen hängt, wenn es um eine genauere Zuordnung hinsichtlich des Genre geht. Gesamt betrachtet sind selbst die Comics eine Mischung aus Fantasy, Horror und Superhelden-Action. Der Film selbst kann aber leider auch durch die recht einfach gestrickte Handlung damit nun nicht wirklich überzeugen, ohne sich wirklich mal halbwegs einer logisch nachvollziehbaren Wendung zu bedienen. Dabei hätte man wirklich etwas aus dem Film machen können, wenn man mal ordentlich Geld reingesteckt hätte und sich so auch in Sachen Drehbuch und Computeranimationen sich eine ansprechendere und wesentlich höhere Qualität hätte leisten können. Doch an allen diesen Punkten hapert es beim Film SPAWN von 1997 leider gewaltig. Denn schon bei Mark A.Z. Dippe mangel es jedenfalls an allem, was einen wirklich talentierten Regisseur ausmachen würde. Die Handlung selbst kann man daher eher als inspirationslos bezeichen, so das selbst der höllische Clown bei allem "bösen" Willen oftmals eher hart am Rand einer gewissen Peinlichkeit agiert. Und bei Martin Sheen (APOCALYPSE NOW/1979 oder DEAD ZONE - DER ATTENTÄTER/1983) als Bösewicht Jason Wynn möchte man zumindest hoffen, das er damals das Geld dringend brauchte. So ganz verdient hatte er es sich allerdings bei seiner schauspielerischen Leistung hier in meinen Augen aber auch nicht. Ziemlich (zu) schnell von der Platte wurde indessen die fiese Agentin Jessica Priest im Film von der Platte geputzt, obwohl die Schauspielerin Melinda Clarke (RETURN OF THE LIVING DEAD 3/1993) zumindest als sexy Blickfang hier hätte abräumen können, wenn sie auch nicht den Film damit an sich noch hätte retten können. Jedenfalls hatte Dippe auch beim Drehbuch die Finger mit im Spiel, was man eben auch leider eher neativ bemerkt.

SpawnKommen wir deshalb hier auch kurz auf die DVD (Drector's Cut) von Warner Bros. Home Entertainment selbst mal kurz zu sprechen, die ich netter Weise verdammt günstig erstehen konnte. Die Bildqualität allgemein, leider nicht durchgehend immer ganz sauber, lasse ich mir hier gerne noch gefallen, denn an sich kann man in diesem Punkt noch locker ein Auge zudrücken. Jedoch der Ton lässt enorm zu wünschen übrig, da man durch die zumeist bald nervige Hintergrundmusik und diversen Hintergrundgeräusche mitunter schon die Ohren gewaltig spitzen muss, um den Dialogen noch irgendwie zu folgen, bzw. diese mitunter verstehen zu können.  Denn leider tun diese Geräusche und die Musik oftmals nicht das, was sie eigentlich tun sollten, sich nämlich soweit im Hintergrund halten, dass man die Dialoge problemlos mitbekommen kann. Man könnte die Tonqualität auch als das Sahnehäubchen bezeichnen, bei dem dann der Zeigefinger entgültig bedrohlich über der Fernbedienung schwebt.

Was dann allerdings auch noch unverständlich erscheint, ist die Altersfeigabe der FSK ab 18 Jahre. In der Wikipedia schreibt man ja gar, dass der Film die Freigabe ab 16 Jahren hätte (oder mittlerweile hat, denn die DVD ist ja nun auch schon etwas älter). Allerdings auch dann dürfte die damalige Freigabe erst ab 18 Jahre schon ein Treppenwitz gewesen sein. Denn der Film hat einfach nichts, was eine so hohe Alterseinstufung ernsthaft rechtfertigen würde.  Oder anders ausgedrückt, selbst bei einer Freigabe ab 12 Jahre muss man bei diesem Film noch damit rechnen, dass die Kids gelangweilt das Sofa verlassen, um sich spannenderen Dingen zuzuwenden, weil selbst die bald mitbekommen, wie billig die Handlung insgesamt aufgebaut und umgesetzt wurde.

Ich kann es hier eigentlich drehen wie ich will, aber ich komme bei dem Film SPAWN gerade mal eben so auf knappe zwei von insgesamt fünf Clowns als Höchstbewertung. Und dabei  drücke ich wohl bestimmt noch ein Auge aus lauter Solidarität für den guten Willen der Filmemacher zu. Eine Empfehlung spare ich mir allerdings hier, denn die würde mir wohl sicherlich keine Dankesbriefe einbringen. Wer aber bei dem Film dann zumindest mal etwas über die Hintergründe erfahren möchte, der darf z.B. im Bonusmaterial dem Comic-Künstler und Erfinder von SPAWN, Todd McFarlane zuhören.

SpawnSpawn
(Spawn)
mit Michael Jai White, John Leguizamo, Martin Sheen, Melinda Clarke, Miko Hughes, Nicol Williamson, Theresa Randle, D.B. Sweeney, Jack Coleman, Robia LaMorte u.a.
Regie: Mark A.Z. Dippe
Drehbuch: Mark A.Z. Dippe, Alan B. McElroy
Produktion: Clint Goldman
Musik: Graeme Revell
Nach den Comics von Todd McFarlane
Genre: Action/Horror/Fantasy
Laufzeit: 94 Minuten (Director's Cut/DVD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Extras: Musikvideo, Audiokommentare, Interview mit Todd McFarlane, Making of Spawn, US-Kinotrailer u.m.
USA 1997


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